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Veröffentlicht am 07.01.2026

Kampf für die Sportlerinnen

Aufgeben können die anderen
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Alice Milliat ist in einer männerdominierten Zeit aufgewachsen, in der es überall Grenzen für Frauen gab. Mit derartigen Grenzen aber will Alice sich nicht abfinden. Sie will nicht einsehen, dass Frauen ...

Alice Milliat ist in einer männerdominierten Zeit aufgewachsen, in der es überall Grenzen für Frauen gab. Mit derartigen Grenzen aber will Alice sich nicht abfinden. Sie will nicht einsehen, dass Frauen von sportlichen Wettkämpfen ausgeschlossen werden. Daher gründet sie in Frankreich den Frauensportverband und organisiert Wettkämpfe. Aber sie will mehr. Sie kämpft dafür, dass auch Frauen in allen Disziplinen bei den Olympischen Spielen zugelassen werden. Doch sie bekommt von vielen Seiten Gegenwind, wird dann aber von unerwarteter Seite unterstützt.
Ich habe schon eine Reihe von Romanen der Autorin Lena Johannson gelesen. Sie schreibt flüssig und gut lesbar. Auch die Gegebenheiten der damaligen Zeit sind gut dargestellt.
Die Charaktere sind authentisch und interessant gezeichnet. Die damalige Zeit macht es Frauen schwer. Männer sind überall in den führenden Positionen, auch im Sport, und bestimmen, was für Frauen schicklich ist und was nicht. Auch die Mediziner sind männlich und sind der Meinung, dass die Gebärfähigkeit durch den Sport gefährdet wird. Alice ist eine begeisterte Sportlerin und will sich den Regeln nicht fügen. Sie will zeigen, was sie und andere Frauen leisten können. Entschlossen kämpft sie dafür, dass Frauen Wettkämpfe bestreiten können und dass sie vom IOC bei Olympia zugelassen werden.
Auch heute noch gibt es in manchen Sportarten Einschränkungen für Frauen, man denke nur wie lange es gedauert hat, bis sich der Frauenfußball durchgesetzt hat. Aber Frauen können heutzutage die Sportart wählen, die ihnen zusagt.
Ein interessanter Roman über eine mir unbekannte, kämpferische und starke Frau.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Humorvoll und dennoch spannend

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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Elizabeth trauert noch immer um ihren Mann Stephen. Aber es gibt auch Erfreuliches, denn Joanna, die Tochter von Joyce, heiratet und Joyce stürzt sich in die Hochzeitsvorbereitungen. Auch Ibrahim und Ron ...

Elizabeth trauert noch immer um ihren Mann Stephen. Aber es gibt auch Erfreuliches, denn Joanna, die Tochter von Joyce, heiratet und Joyce stürzt sich in die Hochzeitsvorbereitungen. Auch Ibrahim und Ron sind beschäftigt; Ibrahim kümmert sich um seine besondere Patientin und Ron sorgt sich wegen familiärer Probleme. Dann wird Elizabeth gebeten, einem Trauzeugen mit Todesangst zu helfen und so tritt der Donnerstagsmordclub wieder in Aktion.
Für mich ist es das erste Buch aus dieser Reihe, die unterhaltsam und dennoch spannend ist. Der Schreibstil ist humorvoll und manchmal bissig und damit wundervoll zu lesen.
Die lebendig gezeichneten Charaktere haben mir gut gefallen. Sie sind exzentrisch, pfiffig und liebenswert. Nach ungefähr einem Jahr ist die Zusammenarbeit des Der Donnerstagsmordclubs wieder gefragt, denn der Trauzeuge Nick Silver hat ein Problem und will sich nicht an die Polizei wenden. Elizabeth erkennt, dass die Zeit reif ist, um wieder ins Leben zurückzukehren und sich dem schwierigen Fall zuzuwenden. Natürlich kann sie dabei auf ihre Freunde bauen, die genau wie sie gerne verzwickte Fälle lösen. Dieses Mal aber haben sie es mit einem ausgekochten Verbrecher zu tun, der auch über Leichen geht. Aber auch die anderen Figuren sind interessant.
Bevor sich die Ermittlungen auf die Lösung des Falls zubewegen, gibt es eine Reihe von unerwarteten Wendungen. Die Auflösung ist schlüssig konstruiert.
Mir hat dieser wundervolle Cozy-Krimi gut gefallen.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Eine tragische Familiengeschichte

Meine Mutter
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Als Bettina Flitner in ihre Heimatstadt Celle zurückkehrt, kommen Erinnerungen in ihr hoch und sie setzt sich mit Fragen auseinander, mit denen sie sich zuvor nicht beschäftigen wollte. Sie taucht ein ...

Als Bettina Flitner in ihre Heimatstadt Celle zurückkehrt, kommen Erinnerungen in ihr hoch und sie setzt sich mit Fragen auseinander, mit denen sie sich zuvor nicht beschäftigen wollte. Sie taucht ein in die Vergangenheit ihrer Familie.
Mütter und Töchter haben oft ein schwieriges Verhältnis, aber in dieser Geschichte geht es auch um die tragischen Geschehnisse in der Familie, die zur Depression wurden und zum Suizid führten. Die Autorin muss sich weit in die Vergangenheit begeben und damit in die Nazizeit und den Krieg, der zu Flucht und Vertreibung führte.
Erst nachdem sich die Autorin intensiv mit der Geschichte ihrer Familie auseinandergesetzt hat, gelingt es ihr, sich posthum mit der Mutter auszusöhnen.
Bei den verzweigten verwandtschaftlichen Verknüpfungen ist es nicht immer einfach den Überblick zu behalten. Bettinas Mutter Gila ist in gut bürgerlichen Verhältnissen ausgewachsen, doch schon die historischen Entwicklungen bereiten ihrem Gemütszustand Schwierigkeiten. War ihr Suizid vorauszusehen? Auch wenn sich Hinterbliebene oft Vorwürfe machen, dass sie Anzeichen nicht erkannt haben, denke ich nicht, dass man es hätte verhindern können.
Der Schreibstil ist recht distanziert, lässt sich aber gut lesen. Doch mir fehlte die angekündigte Hochspannung und auch die vielen Sprünge haben mich etwas gestört.
Dieses Buch ist keine einfache Lektüre, aber durchaus eine interessante Geschichte.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Wenn Tiere sprechen können

Animal
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Rechtsanwalt Ben Lorenz hat Geldsorgen und hofft darauf, dass sein neuer Fall ihn weiterbringt und er in der Kanzlei aufsteigt. Aber es ist ein ungewöhnlicher Fall, denn er vertritt den großen Agrarkonzern ...

Rechtsanwalt Ben Lorenz hat Geldsorgen und hofft darauf, dass sein neuer Fall ihn weiterbringt und er in der Kanzlei aufsteigt. Aber es ist ein ungewöhnlicher Fall, denn er vertritt den großen Agrarkonzern GoedFarms und muss gegen das Schwein Rosa vor Gericht antreten, das vom Rechtsanwalt Rabenstein und der Tierschützerin Enna vertreten wird. In Deutschland aber sind Tiere eine Sache und haben keine Rechte. Doch Rosa kann sich laut den Tierschützern dank einer KI verständlich machen. Das Interesse der Medien ist natürlich groß.
Obwohl sich dieser Plot etwas unwahrscheinlich anhört, hat es Tibor Rode wieder einmal geschafft, einen spannenden Thriller zu schreiben. Der Erzählstil ist gut und flüssig zu lesen.
Ben geht in diesen Prozess mit der Gewissheit, dass er ihn gewinnen wird, denn ein Schwein kann nun einmal nicht klagen, da es eine Sache ist. Doch mit der Zeit beginnt ein Umdenken bei ihm. Enna setzt sich engagiert für den Tierschutz ein. Sie und Anwalt Rabenstein sind überzeugt, dass sie vor Gericht gute Chancen haben, denn ein Forscherteam arbeitet daran, den Tieren mittels KI eine Stimme zu geben, die für die Menschen verständlich ist. Aber es gibt mächtige Interessen, die genau das verhindern wollen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Für mich ist das Ende nicht ganz überzeugend und die Sache mit dem Kater hätte ich auch nicht unbedingt gebraucht. Dennoch hat mich dieser Thriller gut unterhalten und auch ein wenig nachdenklich gemacht.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Eine bewegende Familiengeschichte

Die Nelkentochter (Die Blumentöchter 3)
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Lalis Mutter ist damals einfach zurück nach Sri Lanka gegangen und hat ihre Tochter zurückgelassen. Ihre Großmutter Rose hat sich liebevoll um Lali gekümmert, doch nun ist Rose verstorben und Lali verliert ...

Lalis Mutter ist damals einfach zurück nach Sri Lanka gegangen und hat ihre Tochter zurückgelassen. Ihre Großmutter Rose hat sich liebevoll um Lali gekümmert, doch nun ist Rose verstorben und Lali verliert den Halt. Immer noch vermisst Lali ihre Mutter, und als eine Gedichtsammlung von ihr in der Gärtnerei auftaucht, beschließt sie nach Sri Lanke zu ihrer Mutter zu reisen, um mit ihr zu reden.
„Die Nelkentochter“ von Tessa Collins ist der dritte Band aus der Reihe „Die Blumentöchter“. Der Schreibstil der Autorin lässt sich angenehm flüssig lesen. Sie erzählt bildgewaltig und detailreich, so dass man einen wundervollen Eindruck von der Insel bekommt.
Die Charaktere sind gut und authentisch dargestellt. Obwohl Lali schon früh ohne ihre Mutter auskommen musste, fühlte sie sich in Cornwall immer liebevoll umsorgt und geborgen. Trotzdem vermisste sie ihre Mutter schmerzlich. Aber nun will Lali sie zur Rede stellen. In Sri Lanka begegnet sie ihrer Mutter, doch das Treffen ist enttäuschen für Lali. Werden sie wieder zusammenfinden? Lali lernt die Geschichte ihrer Familie mütterlicherseits kennen und so versteht sie dann besser, warum alles so gekommen ist.
Mir hat diese emotionale Geschichte mit der ganz besonderen Atmosphäre auf Sri Lanka gut gefallen.

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