Profilbild von Wolly

Wolly

Lesejury Star
offline

Wolly ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Wolly über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2017

Netter Jugendthriller mit guter Nebenstory

Niemand wird sie finden
0

Flynn und January sind seit einiger Zeit ein Paar. Als January eines Abends spurlos verschwindet wird Flynn verdächtigt sie eventuell ermordet zu haben. Das kann er nicht auf sich sitzen lassen. Er recherchiert ...

Flynn und January sind seit einiger Zeit ein Paar. Als January eines Abends spurlos verschwindet wird Flynn verdächtigt sie eventuell ermordet zu haben. Das kann er nicht auf sich sitzen lassen. Er recherchiert selbst und findet heraus das January nicht immer die war, für die er sie gehalten hat. Je tiefer er vordringt, umso mehr Ungereimtheiten tuen sich auf. Doch sie war nicht die Einzige die Geheimnisse hatte. Auch Flynn beschäftigt etwas, das er vor aller Welt versteckt. Er will es unter keinen Umständen Preis geben, doch würde er damit seinen Kopf aus der Schlinge ziehen...

Meinung:

Caleb Roehrig schreibt mit Niemand wird sie finden einen klassischen Jugendthriller. Weniger brutal als die erwachsene Variante, dafür mehr Nebenhandlung die vor allem auf die Interessen und Probleme von jungen Menschen abzielt. Der Thrilleranteil des Romans gefällt mir ganz gut, auch wenn hier einige Ungereimtheiten bleiben. Besonders das Ende war für mich nicht zufriedenstellend. Hier hätte ich mir etwas gewünscht, das besser zur Story passt. Abgesehen davon bin ich aber soweit zufrieden. Ein Mindestmaß an Spannung, immer neue Verdächtige, Geheimnisse und Geschichten, eben das was man sich von einem Kriminalfall erwartet.

Bemerkenswerter als der eigentliche Fall ist aber die Nebenhandlung die viel Raum einnimmt. Zeitweise verdrängt sie die eigentliche Geschichte sogar in den Hintergrund. Um nicht zu spoilern möchte ich hier den Inhalt nicht weiter ausführen, aber darauf hinweisen das gerade die Rahmenhandlung lesenswert ist. Sie ist auf Teenies zugeschnitten, aber auch für Erwachsene interessant.

Der Schreibstil des Autor ist durchweg gut verständlich und flüssig zu lesen. Schnell ist man in der Geschichte drin und wird auch bis zum Ende nicht gelangweilt.

Fazit:

Solider Jugendthriller ohne die große Spannung, dafür aber mit guter Nebenhandlung. Das Ende flacht leider etwas ab, insgesamt aber nett zu lesen.

Veröffentlicht am 11.03.2026

Schatten und Licht

Flora Brimble und der verlorene Frühling
0

An diesem wunderschönen Kinderbuch konnte ich einfach nicht vorbeigehen. Die melancholischen Farben und die Ausdrucksstärke von Flora haben mich gleich gepackt, insofern wurde bei der Gestaltung schonmal ...

An diesem wunderschönen Kinderbuch konnte ich einfach nicht vorbeigehen. Die melancholischen Farben und die Ausdrucksstärke von Flora haben mich gleich gepackt, insofern wurde bei der Gestaltung schonmal alles richtig gemacht. Auch die Idee und die Abenteuer die während des Buches erlebt werden sind toll. Ein klassisches Gut gegen Böse, mit liebenswürdigen Figuren. Leider merkt man aber das Autor Marcus Raffel bisher vorwiegend Drehbuchautor und kein erfahrener Buchautor war. Viele Schlüsselszenen wirken nicht ausgereift und werden sehr schnell abgehandelt. Einiges wiederholt sich deutlich zu oft. Ein Punkt den man für zukünftige Werke auf jeden Fall verbessern sollte.
Manchmal wirkt der Schreibstil einfach regelrecht unbeholfen. Ein bisschen wie jemand der zum ersten Mal flirtet - irgendwie niedlich und sympathisch, aber man sieht eben sofort, das es das erste Mal ist. Ich hatte mich im Vorfeld nicht mit dem Autor beschäftigt, sondern während des Lesens immer wieder gedacht, das es sich einfach wie mangelnde Erfahrung liest. Potenzial für tolle Kinderbücher sehe ich aber auf jeden Fall trotzdem. Denn grundlegend ist alles vorhanden, was es zu einer fantasievollen Abenteuerreise braucht.
Besonders positiv werden mir die Charaktere in Erinnerung bleiben. Die Heldentruppe (ich will es mal so nennen) war wirklich liebenswert.

Fazit:
Dieses mal konnte mich der Autor nicht vollständig überzeugen, ich würde aber zukünftig noch einen Versuch wagen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2026

Ich wurde nicht warm

Smeralda Bohms Bestiarium
0

Technisch gesehen finde ich Smeralda Bohms Bestiarium toll. Sehr schön illustriert und gut durchdachte Figuren. Vielleicht ein bisschen gruselig für Kinder, aber sonst gibt es wirklich wenig auszusetzen. ...

Technisch gesehen finde ich Smeralda Bohms Bestiarium toll. Sehr schön illustriert und gut durchdachte Figuren. Vielleicht ein bisschen gruselig für Kinder, aber sonst gibt es wirklich wenig auszusetzen. Hier haben sich sowohl Autorin als auch Illustrator sehr viel Mühe gemacht, ein schönes Kinderbuch zu schreiben/gestalten. Leider konnte ich trotz aller investierten Arbeit einfach keinen richtigen Spaß beim Lesen entwickeln. Warum? Ich kann es ehrlich gesagt gar nicht richtig in Worte fassen, aber mir fehlte einfach der Zugang zur Geschichte, obwohl ich mich im Vorfeld sehr auf das Buch gefreut hatte. Manchmal passen vielleicht Leser und Buch einfach nicht zusammen. Daher gibt es zwar von mir "nur" 3 Sterne, aber keines Wegs eine ablehnende Meinung oder fehlende Empfehlung zum Buch. Ich glaube, dieses toll gestaltete Buch sollte von jedem gelesen werden, der eine etwas andere Protagonistin zu schätzen weiß und Spaß an Fabelwesen hat. Zu junge Kinder sind die Einzigen, die ich hier aber ausklammern würde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 13.10.2025

Schwierig

Die Spur der Vertrauten
0

Bei der Grundidee für diesen Roman war ich sofort Feuer und Flamme. Die Gemeinschaft gegen das Individuum abzuwägen. Eigene Wege gegen den Instinkt. Das alles klang super spannend und ich war total neugierig, ...

Bei der Grundidee für diesen Roman war ich sofort Feuer und Flamme. Die Gemeinschaft gegen das Individuum abzuwägen. Eigene Wege gegen den Instinkt. Das alles klang super spannend und ich war total neugierig, was die Autorin daraus machen würde. Schon bei der Spiegelreisenden fand ich die Idee spitze, hab aber mit der Umsetzung zu kämpfen gehabt. Nun dachte ich, ich gebe der Autorin noch eine Chance, wo sie doch so spannende Themen aufgreift. Leider ging es mir hier aber ähnlich mit der Umsetzung. Ich werde mit Dabos Stil einfach nicht warm. Hier war mir viel zu viel unnötige Wiederholung und zu wenig Sympathie, Nähe und vor allem Greifbarkeit der Szenerie und Figuren. Es gab ein paar Charaktere die ich ganz nett fand z.B. Protagonist Goliath, aber eine wirkliche Verbundenheit konnte ich mit keiner Person herstellen. Insgesamt zu kühl und mechanisch war die Schreibe für mich. Es gibt Bücher, da passt das meiner Ansicht nach sehr gut zum Thema, hier wurde aber so viel über Gefühle gesprochen, das es nicht recht zusammen geht.
Auch mit der Logik hatte ich immer wieder Schwierigkeiten. Vieles kann man mit dichterischer Freiheit so machen, manches entbehrte aber jeder Logik. Je länger das Buch voran schritt, umso häufiger traten diese Logikfehler auf. Dafür wurde es aber zumindest gegen Ende etwas spannender. Trotzdem habe ich gemerkt, das ich deutlich länger gebraucht habe als für vergleichbare Bücher. Hier fehlte einfach der Funke immer weiter lesen zu wollen. Mehr als knappe 3 Sterne werden es trotz toller Idee und interessanter Strukturen innerhalb der Welt leider nicht.

Veröffentlicht am 07.08.2025

Zu viel Selbstmitleid

Immortal Consequences – Die Blackwood Academy Trials
1

Auf den ersten Blick hat mir das Buch wahnsinnig gut gefallen. Die Optik des Umschlags und auch der Farbschnitt sind so schön. Leider ist hier aber die Verpackung schöner als der Inhalt, denn man bekommt ...

Auf den ersten Blick hat mir das Buch wahnsinnig gut gefallen. Die Optik des Umschlags und auch der Farbschnitt sind so schön. Leider ist hier aber die Verpackung schöner als der Inhalt, denn man bekommt lediglich eine durschnittliche Fantasygeschichte, die viel mehr Potenzial gehabt hätte. Statt sich mit spannenden magischen Fähigkeiten und einem Wettbewerb auf Leben und Tod zu beschäftigen, geht es unheimlich viel um die Figuren, ihr Selbstbild und ihre Unfähigkeit für Liebesbeziehungen. Die Perspektive springt ständig hin und her, sodass es trotz viel Gefühlduselei eher oberflächlich bleibt.
Mehr gestört hat mich aber tatsächlich die Tatsache, das sich die Figuren wie 13-jährige benommen haben. Unabhängig davon in welchem Alter sie gestorben sind und wie lange sie schon in Blackwood verweilen. Keiner traut sich ehrlich zu irgendwem zu sein und alle tuen sich selbst furchtbar leid, auch wenn sich die meisten selbst für sowas wie Monster halten.
Ich kann mir schon schöneres als ein Leben auf Blackwood vorstellen, aber so viel Gejammer war mir einfach zu viel. Schade, denn die Idee der verschiedenen Trialaufgaben war sehr gut und davon hätte ich auch gern mehr gesehen.
Für mich bleibt es daher bei Teil 1, weil es für mich nicht zum Weiterlesen reicht.