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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2026

geheimnisvoll, aber nicht so mitreißend wie erhofft

Illusion – A Lie Worth Believing
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Ich habe mich sehr auf Illusion von Janine Ukena gefreut, weil Setting und Grundidee unglaublich vielversprechend klangen – eine geheimnisvolle Show in Las Vegas, Illusionen, dunkle Geheimnisse und eine ...

Ich habe mich sehr auf Illusion von Janine Ukena gefreut, weil Setting und Grundidee unglaublich vielversprechend klangen – eine geheimnisvolle Show in Las Vegas, Illusionen, dunkle Geheimnisse und eine gefährliche Lovestory. Und ja, das Buch hat definitiv seine starken Seiten, auch wenn ich es mir insgesamt etwas cooler und mitreißender vorgestellt hatte.

Zu Beginn fiel es mir schwer, wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Die Charaktere blieben für mich erst einmal ziemlich unnahbar, und ich konnte keine richtige Verbindung zu ihnen aufbauen. Ich glaube, dass diese Distanz von der Autorin bewusst gewählt wurde, um die Atmosphäre der Illusionen und Geheimnisse zu unterstreichen – für mich hat das aber nicht immer funktioniert und hat den Einstieg etwas zäh gemacht.

Inhaltlich begleiten wir Stella, eine junge Sängerin, deren Traum wahr wird, als sie Teil der berühmten Show „Illusion“ in Las Vegas wird – einer Performance, die ihr Publikum an echte Magie glauben lässt. Doch hinter den schillernden Auftritten verbergen sich dunkle Geheimnisse: Die Erinnerung an die verschwundene Vorgängerin Fia schwebt ständig im Raum, und der charismatische, aber undurchschaubare Illusionist Levin sorgt dafür, dass man nie weiß, wem man trauen kann. Schritt für Schritt merkt Stella, dass nichts dem Zufall überlassen ist – und dass auch sie selbst Teil eines viel größeren Plans ist. Die Grenzen zwischen Realität, Täuschung und Gefühl verschwimmen dabei immer mehr.

Was ich allerdings wirklich wunderschön fand, waren die vielen Illustrationen im Buch – sie haben die Atmosphäre toll unterstützt und das Leseerlebnis nochmal aufgewertet. Auch der Farbschnitt ist ein absoluter Hingucker und macht das Buch optisch zu etwas Besonderem.

Alles in allem ein schöner, geheimnisvoller Auftakt mit einer starken Idee und toller Gestaltung, der mich aber emotional nicht ganz so gepackt hat wie erhofft. Ich bin trotzdem neugierig, wie sich die Geschichte im zweiten Band weiterentwickelt.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

fesselnd

Tod zur Teestunde
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„Tod zur Teestunde“ von Anthony Horowitz ist ein brillant konstruiertes Krimi-Highlight, das mich von Anfang an begeistert hat. Ich fand es genial, quasi einen Krimi im Krimi zu lesen – dieses Spiel mit ...

„Tod zur Teestunde“ von Anthony Horowitz ist ein brillant konstruiertes Krimi-Highlight, das mich von Anfang an begeistert hat. Ich fand es genial, quasi einen Krimi im Krimi zu lesen – dieses Spiel mit Meta-Ebenen ist nicht nur clever, sondern macht auch richtig Spaß. Man liest nicht einfach einen Fall, man liest über jemanden, der einen Fall liest – und dann selbst mitten hineingezogen wird. Großartig!

Die Geschichte begleitet Susan Ryeland, ehemalige Lektorin und nun im Ruhestand eigentlich raus aus der Krimiwelt – bis das Manuskript eines jungen Autors auf ihrem Tisch landet: Atticus Pünds letzter Fall, ein klassischer „Whodunit“ um den Tod der steinreichen Lady Chalfont, die offenbar vergiftet wurde und bei der alles auf einen Täter in der eigenen Familie hindeutet. Doch während Susan das Manuskript lektoriert, entdeckt sie, dass der Autor Eliot Crace darin verschlüsselt die Geschichte seiner eigenen Familie verarbeitet – inklusive des ungeklärten, ebenfalls durch Gift verursachten Todes seiner berühmten Großmutter, Kinderbuchlegende Miriam Crace.

Und dann nimmt der Plot eine scharfe, dunkle Abzweigung: Eliot stirbt bei einer Fahrerflucht, Susan wird plötzlich verdächtigt – und die Fiktion verschmilzt mit der Realität. Ich liebe, wie Horowitz hier das klassische Cozy-Krimi-Feeling erst aufbaut, nur um es dann aufzubrechen und auf eine gefährlichere, persönlichere Ebene zu heben.

Auch die Protagonist:innen fand ich richtig toll. Susan ist klug, geerdet und mutig, ohne in überzeichnete Action-Klischees zu fallen. Und Atticus Pünd – den wir im Manuskript begleiten – ist einfach ein Genuss: scharfsinnig, leicht exzentrisch, klassisch detektivisch und herrlich britisch im Ton. Die Kombination aus Susan und Atticus als „Ermittler:innen in getrennten Welten“ funktioniert überraschend harmonisch.

Einen Stern ziehe ich nur ab, weil ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr Tempo in Susans eigenem Fall gewünscht hätte – der Auftakt war für mich der stärkste Sog. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Fazit: Ein geniales Meta-Krimi-Konzept, tolle Figuren und ein Plot, der klug mit Erwartungen spielt. Für mich ein echtes Lese-Highlight und eine klare Empfehlung für alle, die klassische Krimis lieben – und sich gleichzeitig über eine frische, ungewöhnliche Erzählweise freuen. Ich will definitiv mehr „Krimi im Krimi“ lesen!

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Schweden-Setting

Dann ruhest auch du (Ein Fall für Maya Topelius 3)
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„Dann ruhest auch du“ von Sandra Åslund hat mich wieder richtig gut unterhalten – spannend, düster und mit einem Schweden-Setting, das ich einfach liebe. Öland im Winter, die raue Ostsee-Luft, einsame ...

„Dann ruhest auch du“ von Sandra Åslund hat mich wieder richtig gut unterhalten – spannend, düster und mit einem Schweden-Setting, das ich einfach liebe. Öland im Winter, die raue Ostsee-Luft, einsame Orte, alte Gemäuer – all das schafft eine Atmosphäre, in der ich mich sofort zuhause fühle. Genau diese nordische Stimmung trägt den Thriller für mich enorm.

Auch wenn ich nur Band 1 gelesen habe und Band 2 ausgelassen habe, kam ich erstaunlich gut in den dritten Teil hinein. Die Story ist so aufgebaut, dass man den Fall und die Figuren auch ohne vollständige Reihenkenntnis versteht – ein großes Plus! Ich hatte nie das Gefühl, wichtige Zusammenhänge zu verpassen, und konnte dem Plot gut folgen.

Worum geht’s? In der Schlossruine von Borgholm auf Öland wird eine Journalistin tot aufgefunden – gezielt und professionell erschossen. Es ist bereits der zweite Mord, der auf eine regelrechte Hinrichtung hindeutet. Kriminalinspektorin Maya Topelius und ihr Kollege Pär reisen nach Kalmar, um zu ermitteln – doch kaum dort, gibt es bereits ein weiteres Opfer. Schnell wird klar: Hier geht es nicht nur um Einzeltaten, sondern um ein Netzwerk voller Hass, Ideologie und Gewalt. Die Spur führt in die erschreckend real wirkenden Abgründe des ländlichen Rechtsextremismus – brisant, unbequem und sehr fesselnd erzählt.

Besonders mochte ich, dass der Fall für Maya auch persönlich wird, als sie auf Parallelen zu einem alten, lange verdrängten Trauma aus ihrer Schulzeit stößt – und damit auch zu ihren drei Freundinnen aus Jugendtagen. Diese emotionale Verknüpfung gibt der Geschichte Tiefe und Fallhöhe, ohne die Spannung auszubremsen.

Einen Stern ziehe ich ab, weil mich die Figuren-Bindung zwar wieder erreicht hat, ich aber in den Ermittlungssträngen noch ein kleines bisschen mehr Überraschung gebraucht hätte, um komplett „wow“ zu sein. Trotzdem: Der Lesefluss, das Setting und der persönliche Bezug haben mich absolut bei der Stange gehalten.

Fazit: Ein packender, atmosphärischer Nordic-Thriller, der auch ohne direkten Vorgängerband funktioniert. Für mich ein starkes Highlight der Reihe und eine klare Empfehlung für alle, die Schweden-Krimis mit persönlicher Note und gesellschaftlicher Brisanz mögen. Ich freue mich jetzt schon auf mehr Fälle mit Maya!

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Veröffentlicht am 08.01.2026

spannend

The Business Trip
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„The Business Trip“ hat mich wirklich überrascht – ein Thriller mit starkem Sog und einem Konzept, das mich sofort gefesselt hat. Ich fand das Buch sehr spannend und habe die Geschichte in großen Zügen ...

„The Business Trip“ hat mich wirklich überrascht – ein Thriller mit starkem Sog und einem Konzept, das mich sofort gefesselt hat. Ich fand das Buch sehr spannend und habe die Geschichte in großen Zügen richtig genossen.

Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen, die sich nicht kennen und doch auf unheimliche Weise miteinander verbunden werden: Stephanie – erfolgreich, ehrgeizig, selbstbewusst – sitzt im Flugzeug auf dem Weg zu einem Business-Termin. Jasmine dagegen ist mittellos und auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund. Als beide nach dem Flug spurlos verschwinden und kurz darauf ihre Freundeskreise identische SMS über denselben Mann erhalten, wird klar: Hier steckt etwas deutlich Größeres und viel Dunkleres dahinter. Und ab diesem Moment dreht die Story richtig auf – mysteriös, unberechenbar und zunehmend verstörend.

Ich liebe, wie die Spannung aufgebaut ist: erst subtil, dann beunruhigend und schließlich fast schon hypnotisch. Dieses Gefühl, nicht zu wissen, was real ist, wem man glauben kann und welche Absichten die Figuren wirklich verfolgen, wurde extrem gut eingefangen.

Ein kleiner Punktabzug: Leider fand ich nicht beide Frauen gleich sympathisch. Während ich eine der beiden (vor allem in ihren Motiven und ihrer emotionalen Lage) sehr gut nachvollziehen konnte, blieb mir die andere stellenweise etwas fremd, was den Zugang für mich ein kleines bisschen erschwert hat. Trotzdem funktioniert die Geschichte auch mit dieser Reibung – vielleicht sogar, weil sie so unterschiedlich sind.

Fazit: Ein cleverer, spannender und atmosphärisch dichter Thriller mit einem genialen Twist-Setup und immer düsterer werdender Spannungskurve. Nicht alle Figuren konnten mich emotional gleich abholen – aber das Buch auf jeden Fall. Klare Empfehlung für Thrillerfans, die psychologische Abgründe und unheilvolle Mysterien lieben.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

spannend

Kälter
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„Kälter“ von Andreas Pflüger ist ein extrem spannender Thriller, der mich schnell in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte beginnt im Herbst 1989 auf der Nordseeinsel Amrum, wo Luzy Morgenroth ein scheinbar ...

„Kälter“ von Andreas Pflüger ist ein extrem spannender Thriller, der mich schnell in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte beginnt im Herbst 1989 auf der Nordseeinsel Amrum, wo Luzy Morgenroth ein scheinbar ruhiges Leben als Provinzpolizistin führt – weit weg von der Person, die sie früher war. Doch als ein Mann plötzlich spurlos von einer Fähre verschwindet, bricht ihre Vergangenheit mit voller Wucht über sie herein. Was zunächst wie ein lokaler Vermisstenfall wirkt, entpuppt sich als Auftakt zu einer gnadenlosen Jagd durch die Schattenwelt des Kalten Krieges. Plötzlich ist Luzy nicht mehr die gemütliche Dorfpolizistin, sondern wieder das, was sie einst war: eine Waffe, geschliffen durch Schmerz und Verlust.

Ich gebe ehrlich zu: Ich bin normalerweise überhaupt kein Fan von Provinzpolizisten als Thrillerhelden – oft sind sie mir zu klischeehaft oder zu langsam erzählt. Aber Luzy? Die habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie ist tough, aber nicht unnahbar, hat Ecken und Brüche und bleibt dabei herrlich menschlich. Ihre Mischung aus norddeutscher Bodenständigkeit und internationaler Agenten-Badass-Energie macht sie unglaublich sympathisch und zu einer Figur, der man gern folgt – selbst wenn es rund um sie immer kälter und gefährlicher wird.

Die Spannung ist wirklich stark: rasant, hart, kompromisslos. Pflüger versteht es, Bedrohung und Action so zu inszenieren, dass man immer weiterlesen will. Der persönliche Rache-Plot – Luzy gegen das Geheimdienst-Imperium, das den Mann schützt, der ihr Leben zerstörte – ist intensiv und emotional treibend. Man spürt dieses Katz-und-Maus-Spiel auf jeder Seite: Wer ist kälter? Wer hat die besseren Nerven?

Einen Stern ziehe ich nur ab, weil mir die „Provinz-Komponente“ trotz der tollen Protagonistin manchmal etwas fremd blieb und ich mich in den globalen Agenten-Passagen noch wohler fühlte. Aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau.

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