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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2026

Aufregend

Oxen. Interregnum
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Im letzten Buch der Oxen-Reihe war der geheimnisvolle Danehof eigentlich zerstört, sein Archiv verbrannt, die Organisation zerschlagen. Nun aber gibt es Anzeichen, dass der Danehof in irgendeiner Form ...

Im letzten Buch der Oxen-Reihe war der geheimnisvolle Danehof eigentlich zerstört, sein Archiv verbrannt, die Organisation zerschlagen. Nun aber gibt es Anzeichen, dass der Danehof in irgendeiner Form wieder auferstehen soll.
Oxen und seine Kollegin Franck nehmen auf Wunsch von Mossman die Spur auf, als einer der neuen "Regenten" tot aufgefunden wird. Sein Tod wird als Unfall oder Selbstmord klassifiziert, aber Oxen glaubt nicht an Zufälle und schaut genauer hin. Damit setzt er eine Entwicklung in Gang, die die Ermittler in große Gefahr bringt.
Waren die Vorgängerbände schon so spannend, dass man beim Lesen kaum aufhören konnte, so übertrifft diese Buch noch einmal alles. Der Plot ist hervorragend ausgearbeitet, immer wieder neue Überraschungen sorgen für nervenaufreibende Hochspannung und auch das Privatleben der Protagonisten bleibt nicht außen vor.
Man sollte möglichst die vorigen Bände gelesen haben, dann erkennt man die Zusammenhänge besser, es geht aber auch als Stand-alone. Und reichlich Zeit am Stück einplanen, denn man kann und will das Buch nicht zur Seite legen.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Spannend und sozialkritisch

Minnesota
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Nesbo ist in diesem Buch in die USA "ausgewandert" und es ist sicherlich kein Zufall, dass es die Stadt Minneapolis ist, in der diese Geschichte angesiedelt ist. Die Stadt, in der George Floyd von Polizisten ...

Nesbo ist in diesem Buch in die USA "ausgewandert" und es ist sicherlich kein Zufall, dass es die Stadt Minneapolis ist, in der diese Geschichte angesiedelt ist. Die Stadt, in der George Floyd von Polizisten ermordet wurde und erst vor wenigen Tagen eine junge Frau von einem Mitglied der ICE quasi hingerichtet wurde. Auch war die Gegend in Minnesota ein bevorzugtes Ziel norwegischer Auswanderer.
In der Rahmengeschichte kommt ein Schriftsteller aus Norwegen in die Stadt, um zu recherchieren. Sechs Jahre vor seinem Besuch hat ein Mann verschiedene Morde begangen, bei allen Opfern handelte es sich um Männer, die mit Waffenhandel und Drogenzu tun hatten. Der Polizist Bob Oz, der nach der Trennung von seiner Frau mit zahlreichen Problemen zu kämpfen hat, setzt sich auf die Spur des Mörders. Aber der Mörder ist sehr raffiniert.
Man kann dieses Buch nicht genug loben. Es ist nicht nur sehr spannend und psychologisch ausgefeilt, was eigentlich bei Nesbo selbstverständlich ist, sondern es ist auch sozialkritisch und setzt sich differenziert mit der amerikanischen Gesellschaft auseinander. Die Möglichkeit überall Waffen zu kaufen führt dort nicht zu mehr Sicherheit, wie es die NRA suggeriert, sondern zu mehr Tod und zu mehr Leid. Kinder werden "versehentlich" erschossen, Unbeteiligte sind Kollateralschäden. Die Politik kümmert sich nicht um die Probleme in den "einfachen" Vierteln, man sorgt lieber für die Menschen in den reichen Gates Communities. Und das alles ist in en vergangenen Jahren noch erheblich eskaliert, unter einem Präsidenten, der seine eigene Eitelkeit pflegt und sich und seinen Freunden die Taschen vollmacht.
Deshalb ist das Buch nicht nur ein guter Krimi, sondern sehr aktuell und unbedingt lesenswert.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Sehr spannend

Rostiges Grab
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Dies ist der dritte, aber nicht der letzte Band um die Ermittlerin Leo Asker und ihrem Freund Martin Hill.

Asker arbeitet noch immer im Keller der Polizeidirektion, aber es gibt Hoffnung auf Erlösung. ...

Dies ist der dritte, aber nicht der letzte Band um die Ermittlerin Leo Asker und ihrem Freund Martin Hill.

Asker arbeitet noch immer im Keller der Polizeidirektion, aber es gibt Hoffnung auf Erlösung. Doch dann wird ihr ein geheimnisvoller Fall zugeteilt. In einer alten Torffabrik wird der Finger eines Mordopfers gefunden, die Frau wurde vor vielen Jahren umgebracht und der Mörder wurde nie gefunden. Mit ihrem Team macht sich Asker auf die Suche nach den Hintergründen, aber sie merkt auch schnell, dass ihre Kollegen sie in eine Falle gelockt haben und sie den Fall besser abgeben würde. Doch sie vermutet, dass die Hintergründe ganz anders sind , als es offensichtlich ist, und bleibt dran.

Das Buch endet mit einem schrecklichen Cliffhanger, was ich eigentlich gar nicht mag. Aber in diesem Fall ist er gerechtfertigt und beeinträchtigt den Eindruck über das Buch nicht wesentlich. Ist der Beginn der Geschichte eher verhalten, so nimmt sie etwa zur Mitte hin gewaltig Fahrt auf und man kann das Buch kaum weglegen. Hochspannung bis zum bitteren Ende!

Unbedingt lesenswert!

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Buch im Buch

Tod zur Teestunde
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Es gibt wohl schon mehrere Bücher mit der Lektorin Susan Ryeland, die ich allerdings nicht gelesen habe. Das stört allerdings nicht besonders, denn man bekommt nach und nach die Handlung der vorigen Bücher ...

Es gibt wohl schon mehrere Bücher mit der Lektorin Susan Ryeland, die ich allerdings nicht gelesen habe. Das stört allerdings nicht besonders, denn man bekommt nach und nach die Handlung der vorigen Bücher in der Rückschau vermittelt.
Ryeland soll das Buch des jungen Autors Eliot Crace bearbeiten, der eine Fortsetzung der Krimis um den Privatdetektiv Atticus Pünd schreibt. Nach und nach stellt sich heraus, dass er damit in veränderter Form die Geschichte seiner eigenen Familie beschreibt und auf den unentdeckten Mord an seiner Großmutter hinweisen will. Doch dann wird der junge Mann von einem Auto überfahren und der Verdacht fällt auf Ryeland.
Das Buch, das Eliot schreibt, wird als "Buch im Buch" abgedruckt und zuerst kennt man die Parallelen zur Geschichte von Eliots Familie nicht. Nach und nach lichtet sich aber der Nebel und durch diesen Kunstgriff wird das Buch sehr spannend. Immer wieder neue und überraschende Entwicklungen tragen ebenso zur Hochspannung bei.
Horowitz ist ein guter Krimiautor, er bedient sich gern in der Krimigeschichte mit etwas altmodischen Ermittlern und das mag ich.
Das Buch habe ich sehr gern gelesen.

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Anspruchsvoll

Wie fühlst du dich?
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Wer Axel Hacke nur als lustigen Kolumnisten im SZ-Magazin oder als Sammler kurioser Wörter und Speisekarten kennt, der unterschätzt den Mann sehr.
In diesem Buch beweist er wieder einmal, dass er sich ...

Wer Axel Hacke nur als lustigen Kolumnisten im SZ-Magazin oder als Sammler kurioser Wörter und Speisekarten kennt, der unterschätzt den Mann sehr.
In diesem Buch beweist er wieder einmal, dass er sich intensiv und tiefgründig mit einem Thema auseinandersetzen kann und die Lektüre weniger erheitert als erschreckt und die Leser in die Abgründe der Seele hinabsteigen lässt.
"Wie fühlst du dich?" Eine manchmal banale, oberflächliche Frage, die aber auch zum Nachdenken anregen kann. Gefühlslagen spielen sowohl für den Einzelnen eine große Rolle, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes. In unserer Zeit, in der die asozialen Medien schnell Gefühle hochkochen lassen, ist die Frage besonders bedeutungsvoll.
Hacke legt dar, dass die Angst ein unterschätztes Gefühl ist, von dem viele nicht zugeben können, dass es sie beherrscht. An Hand persönlicher Erlebnisse, aber auch wissenschaftlicher Forschungen lernt man viel über dieses ungute Gefühl, aber auch über Wut und wie die Populisten mit unseren Gefühlen zu spielen versuchen. Doch auch positive Gefühle wie Hoffnung oder Dankbarkeit werden thematisiert.
Das hochwertig gestaltete Buch eignet sich wunderbar als Geschenk, denn es bringt Erkenntnis und macht die Leser klüger. Was will man mehr?

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