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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2026

Das innere Kind finden

Drei Tage im Schnee
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Das Buch ist wie eine Pause vom alltäglichen Lärm. Es hat keine große Handlung, kein Drama, keinen künstlichen Spannungsbogen. Es ist eher ein leiser Raum, in dem man plötzlich sich selbst sieht und hört. ...

Das Buch ist wie eine Pause vom alltäglichen Lärm. Es hat keine große Handlung, kein Drama, keinen künstlichen Spannungsbogen. Es ist eher ein leiser Raum, in dem man plötzlich sich selbst sieht und hört. Hannahs Rückzug in diese winterliche Stille wirkt erst wie eine kleine Flucht, fast harmlos, und entwickelt dann eine ganz eigene Tiefe. Der Schnee, die Abgeschiedenheit, die Ruhe – das alles schafft einen Ort, an dem nicht Ablenkung zählt, sondern die eigene, ungeschönte Wahrnehmung.
Was mich besonders berührt hat, ist diese leise Ebene dahinter. Es geht im Kern um das innere Kind. Um das, was man im Erwachsensein oft verliert. Diese natürliche Leichtigkeit, dieses offene, unverstellte Auf-die-Welt-Blicken, diese Fähigkeit, sich einfach zu freuen, ohne Grund, ohne Ziel. Durch die Begegnung mit Sophie und die Stille wird Hannah mit genau diesem Teil von sich selbst konfrontiert. Nicht aufdringlich, nicht pädagogisch, sondern ganz sanft. Eher als Erinnerung als als Botschaft.
Das Buch erklärt nichts, es drängt auch nichts auf. Es zeigt Zustände, Gefühle, innere Bewegungen. Man muss sich darauf einlassen, auf Langsamkeit, auf Unausgesprochenes, auf Zwischenräume. Wer Handlung sucht, wird es vielleicht leer finden. Wer aber offen ist für Stimmungen, für innere Prozesse, für dieses leise Wiederfinden von etwas Verlorenem, wird viel darin entdecken.
Für mich ist es kein Buch, das man verschlingt wie nichts-sagende Romane. Es ist eins, das man fühlt. Still, ruhig, nach innen gerichtet. Und irgendwie bleibt danach dieser Gedanke hängen: Dass Erwachsenwerden nicht bedeuten muss, die Leichtigkeit zu verlieren. Dass man lernen kann, Verantwortung zu tragen, ohne zu verlernen, mit Neugier, Offenheit und Freude auf die Welt zu schauen. Genau das macht das Buch für mich so wertvoll – nicht wirklich spektakulär, aber ehrlich und warm.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Spannung für die Kleineren

Little Miss Frankenstein - Alpaka oder Lama, Hauptsache Drama!
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Dieses Buch fällt sofort aus dem Rahmen. Es ist weder klassisch gruselig noch einfach nur lustig, sondern bewegt sich genau dazwischen. Die Geschichte setzt auf schräge Ideen, ungewöhnliche Figuren und ...

Dieses Buch fällt sofort aus dem Rahmen. Es ist weder klassisch gruselig noch einfach nur lustig, sondern bewegt sich genau dazwischen. Die Geschichte setzt auf schräge Ideen, ungewöhnliche Figuren und eine Atmosphäre, die eher neugierig macht als Angst einjagt.
Nelly steht im Mittelpunkt und wirkt dabei angenehm eigenständig. Sie ist kreativ, einfallsreich und lässt sich nicht davon abhalten, Dinge auszuprobieren, auch wenn ihr Umfeld das lieber verhindern würde. Diese Spannung zwischen dem Wunsch, sich auszuleben, und den Erwartungen der Familie zieht sich durch die Geschichte und macht sie gut nachvollziehbar.
Das wiederbelebte Alpaka bringt viel Unruhe hinein. Es ist laut, tollpatschig und ständig präsent. Der Humor entsteht weniger durch einzelne Pointen, sondern durch das Zusammenspiel der Figuren und die Situationen, in die sie geraten. Dabei bleibt alles zugänglich und leicht, ohne albern zu wirken.
Sehr gelungen ist die Gestaltung. Die kleinen, niedlich schaurigen Zeichnungen zu Beginn jedes Kapitels passen genau zum Ton der Geschichte und geben dem Buch Struktur und Wiedererkennungswert. Sie ergänzen den Text, ohne ihn zu überladen.
Insgesamt entsteht ein Kinderbuch, das bewusst einen anderen Weg geht. Es setzt auf Eigenheiten, Chaos und Kreativität und zeigt, dass Geschichten auch dann funktionieren, wenn sie nicht glatt oder vorhersehbar sind. Ein Buch für Kinder, die Spaß an ungewöhnlichen Ideen haben und sich gern auf etwas Neues einlassen.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Romantic Suspense in Bestform

Illusion – A Lie Worth Believing
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Schon beim Einstieg hat mich Illusion sofort neugierig gemacht. Diese Mischung aus Glamour, Bühne, Las Vegas und einer unterschwelligen Bedrohung hat eine ganz eigene Sogwirkung. Man spürt von Anfang an, ...

Schon beim Einstieg hat mich Illusion sofort neugierig gemacht. Diese Mischung aus Glamour, Bühne, Las Vegas und einer unterschwelligen Bedrohung hat eine ganz eigene Sogwirkung. Man spürt von Anfang an, dass hier nichts so ist, wie es scheint, und genau das hat mich beim Lesen dauerhaft wach gehalten.
Der Schreibstil ist wirklich angenehm flüssig und auch sehr atmosphärisch. Die Showwelt wird so lebendig beschrieben, dass man sich leicht vorstellen kann, mitten im Publikum zu sitzen und sich selbst zu fragen, ob das, was man gerade sieht, wirklich real ist oder nur perfekt inszeniert. Diese Unsicherheit zieht sich konsequent durch die gesamte Geschichte und verleiht ihr eine dichte, beinahe hypnotische Stimmung.
Stella mochte ich als Protagonistin sehr. Sie wirkt nicht überzeichnet, sondern authentisch, mit persönlichen Zweifeln, Hoffnungen und einer spürbaren Sehnsucht nach mehr. Ihre innere Zerrissenheit zwischen Faszination, Angst und Vertrauen ist gut greifbar. Besonders gelungen fand ich, wie nach und nach kleine Risse in der glänzenden Fassade sichtbar werden. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass ein falscher Schritt alles zum Einsturz hätte bringen könnte.
Die romantischen Elemente fügen sich stimmig in die Handlung ein, ohne die Spannung zu überlagern. Gefühle entstehen leise, fast vorsichtig, und genau das macht sie glaubwürdig. Gleichzeitig bleibt stets eine gewisse Unsicherheit bestehen, die dafür sorgt, dass man niemandem vollkommen traut. Diese Balance aus Nähe und Misstrauen hat mir besonders gefallen.
Was das Buch für mich stark macht, ist dieses ständige Spiel mit Wahrheit und Täuschung. Man wird als Leser immer wieder dazu gebracht, das Gelesene zu hinterfragen und eigene Theorien zu entwickeln. Das Ende hinterlässt genau die richtige Mischung aus Befriedigung und offener Neugier, sodass man den zweiten Band am liebsten sofort zur Hand hätte.
Insgesamt ist das Buch für mich ein wirklich gelungener Auftakt, der Spannung, Gefühl und Atmosphäre gekonnt miteinander verbindet. Ein Buch, das man nicht einfach nebenbei liest, sondern in das man regelrecht eintaucht und das noch eine Weile im Kopf bleibt, weil man sich überlegt, wie man manche Sachen übersehen konnte.

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Dunkle Obsession

He Sees You When You´re Sleeping
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Dieses Buch geht sofort unter die Haut. Es verbindet die sanfte Magie der Weihnachtszeit mit der unheimlichen Anziehungskraft einer Liebe, die gefährlich nah am Rand des Wahns liegt. Von den ersten Seiten ...

Dieses Buch geht sofort unter die Haut. Es verbindet die sanfte Magie der Weihnachtszeit mit der unheimlichen Anziehungskraft einer Liebe, die gefährlich nah am Rand des Wahns liegt. Von den ersten Seiten an spürt man diese vibrierende und unglaublich intensive Spannung, die aus einer einfachen Begegnung etwas Beklemmendes und zugleich schrecklich Fesselndes macht.
Alta Hensley schreibt mit einer Direktheit, die gleichzeitig verstört und auch irgendwie fasziniert. Die winterliche Kulisse wirkt wie ein zarter Schleier über einer Story, die alles andere als sanft ist. Man merkt schnell, dass hier nichts süßlich oder harmlos erzählt wird, sondern intensiv, rau und mit einem Hauch kaltem Atem im Nacken. Der Feuerwehrmann, der im Zentrum der Geschichte steht, ist kein klassischer Held. Er ist dunkler, zerrissener, besitzergreifender und auf eine Art gefährlich beschützend, die man nicht vergessen kann. Seine Obsession ist spürbar in jeder seiner Handlungen und genau das macht den Reiz dieser Geschichte aus.
Die weibliche Hauptfigur bringt eine gewisse Verletzlichkeit mit, die den Kontrast zur dominanten, fast unerträglichen Intensität des männlichen Parts noch stärker hervorhebt. Man schwankt ständig zwischen Mitfiebern und Unbehagen, zwischen dem Wunsch nach Nähe und dem Gefühl, dass jede Entscheidung sie tiefer in etwas hineinzieht, das größer und dunkler ist, als sie ahnt.
Es ist eine Dark Romance, die nicht versucht, sich zu rechtfertigen. Die Stalker-Thematik wird nicht weichgezeichnet, sondern als das gezeigt, was sie ist: intensiv, obsessive, bedrohlich und dennoch emotional aufgeladen. Manche Szenen lassen einen den Atem anhalten, manche bringen ein nervöses Kribbeln mit sich, manche wirken fast schon verstörend real. Genau dadurch bleibt das Buch im Kopf, auch wenn man es längst zugeklappt hat.
Das ist definitiv kein Wohlfühlbuch. Es ist ein Roman für Leser, die sich bewusst in dunklere Gefilde begeben wollen, die sich auf moralische Grauzonen einlassen und die bereit sind, eine Geschichte zu erleben, die nicht nur romantisch sein möchte, sondern auch beunruhigend und intensiv. Wer Dark Romance liebt und eine winterliche Stimmung sucht, die kalt, sinnlich und leicht unheimlich zugleich ist, wird an diesem Buch kaum vorbeikommen.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Locker Leichte Liebe

Mayfair Ladys - Drei Junggesellen für Lady Beatrice
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Gleich mal vorweg: Ich glaube, ich hatte selten so einen so leichten und angenehmen Einstieg in ein Buch wie hier. Schon nach den ersten Seiten habe ich mich richtig wohlgefühlt. Das Setting war zauberhaft ...

Gleich mal vorweg: Ich glaube, ich hatte selten so einen so leichten und angenehmen Einstieg in ein Buch wie hier. Schon nach den ersten Seiten habe ich mich richtig wohlgefühlt. Das Setting war zauberhaft und hatte etwas unglaublich Warmes und Leichtes. Alles wirkte harmonisch, liebevoll gestaltet und mit einer feinen Prise Humor versehen, die den Ton der Geschichte perfekt getroffen hat.
Beatrice war mir vom ersten Moment an super sympathisch. Sie ist eine junge Frau mit viel Herz, Mut und Verstand, die trotz der gesellschaftlichen Erwartungen und Zwänge ihrer Zeit ihren eigenen Weg geht. Ihre Narbe begleitet sie seit der Kindheit und hat sie geprägt, auch wenn der Schmerz darüber mehr von den Blicken und Urteilen anderer stammt als von der Verletzung selbst. Es war berührend zu sehen, wie sie sich trotzdem nicht verbiegen lässt.
Die drei Junggesellen Hugh, Walther und Francis waren alle auf ihre Weise herzlich und charmant. Auch wenn Hugh und Walther anfangs eher oberflächlich wahrzunehmen waren hat man im Umgang mit Bea gemerkt, dass das eher aus gesellschaftlichem Zwang heraus geschah. Jeder von ihnen hat seinen eigenen Charakter, seine kleinen Eigenheiten und Stärken, und gemeinsam sorgen sie für eine wunderbare Dynamik. Außerdem war es toll, wie Bea stets ein Gespür dafür hat, wer zu wem passt, und dabei mehr auf Herz als auf gesellschaftliche Konventionen hört. Nur bei sich selbst fällt es ihr schwer, diese Intuition anzuwenden. Man merkt, dass sie viel Liebe und Einfühlungsvermögen für andere hat, aber wenn es um ihr eigenes Glück geht, steht ihr die Unsicherheit oft im Weg. Umso schöner war es zu lesen, wie sie langsam erkennt, dass Schönheit und Wert nichts mit Äußerlichkeiten zu tun haben. Nach einem kurzen Missverständnis und einem Überfall, den man wirklich keinem wünscht, haben Bea und Francis doch noch zueinander gefunden, was die Geschichte wunderbar abgeschlossen hat.
Die kurzen Kapitel mochte ich sehr gerne, sie machen das Lesen angenehm leicht. So greife ich auch zwischendurch gerne noch einmal zum Buch, ohne mir zu denken, dass ich kein ganzes Kapitel mehr schaffe. Der Schreibstil war flüssig, humorvoll und passte perfekt zur Atmosphäre. Auch die romantischen Szenen waren sehr schön geschrieben: liebevoll, zart und genau richtig für dieses historische Setting. Das Ende war rund und das abschließende Kapitel von Lady Bayne ein schöner, stimmiger Abschluss.
Nach diesem tollen Auftakt freue ich mich schon jetzt auf die anderen beiden Bücher aus dieser Reihe.

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