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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.01.2026

Anspruchsvoll und spannend

Dogma der Wahrheit
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"Dogma der Wahrheit" von E.X. Behemoff ist der erste Teil der Dilogie "Das Honeypot-Protokoll". Das Buch ist spannend und es ist dystopisch und ich warte jetzt voller Vorfreude auf den Abschlussband.
Der ...

"Dogma der Wahrheit" von E.X. Behemoff ist der erste Teil der Dilogie "Das Honeypot-Protokoll". Das Buch ist spannend und es ist dystopisch und ich warte jetzt voller Vorfreude auf den Abschlussband.
Der Schreibstil ist gut lesbar, der Plot durchdacht, die Themen brandaktuell und die Erzählweise intelligent und doch mit einer Prise Humor.
Die Welt, in die man hier geworfen wird ist rau, sie ist kalt, sie ist anders. Ich habe schon etwas gebraucht, um mich hier komplett einzudenken. Hat man das aber geschafft, packt es einen und nimmt mit auf eine wirklich ganz einzigartige Reise.
Das menschliche, sogar Gedanken, sind nicht mehr frei und werden kontrolliert, Überwachung und Manipulation ist alles. Nicht mal mehr, was man sieht und wahrnimmt, ist echt, alles eingespielt und manipuliert.
Durch Hagen, den Protagonisten, bleibt man aber mit den Gedanken auf der Seite der Menschlichkeit. Er möchte seine Familie und Freunde retten, er ist bereit, alles dafür zu geben. Aber auch er muss erst lernen, wie tief und weit der Betrug hier wirklich reicht.
Das Buch ist sehr komplex und vielschichtig aufgebaut, sehr clever und geschickt konstruiert, auch bietet es Täuschung und absolut überraschende und geniale Wendungen.
Die Geschichte erlebt man durch die Augen einiger Auserwählter, auch in verschiedenen Zeitebenen, die sehr verschieden sind und so noch zusätzliche Dynamik mitbringen.
Auf dieses Buch muss man sich einlassen können, nichts fürs locker nebenher lesen. Wenn man das möchte und Thriller, Dystopien und Science Fiction gerne liest, wird hier hochgradig belohnt mit einer komplexen und anspruchsvollen Geschichte.

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Veröffentlicht am 01.01.2026

Wann ist Zuhause auch Heimat

Die Riesinnen
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"Die Riesinnen" von Hannah Häffner ist eine Erzählung, die die Frauen der Familie Riessberger über mehrere Generationen begleitet. Diese Frauen sind sehr unterschiedliche Mütter und Töchter und doch mit ...

"Die Riesinnen" von Hannah Häffner ist eine Erzählung, die die Frauen der Familie Riessberger über mehrere Generationen begleitet. Diese Frauen sind sehr unterschiedliche Mütter und Töchter und doch mit so vielen Gemeinsamkeiten.
Sie leben in einem kleinen Ort im Schwarzwald, wirklich mitten im Wald, der auch eine große Rolle für die Frauen und ihr Leben spielt.
Liese ist hier geboren und hat es nicht leicht mit ihrem Mann, einem Metzger. Sie bekommt eine Tochter, Cora, nicht den gewünschten Sohn, aber ihr ein und alles.
Nach dem Tod ihres Mannes wächst Liese über sich hinaus und erhält die Metzgerei, ja, sie baut für sich und die Tochter etwas ganz besonderes auf.
Cora möchte dann eigentlich bloß weg, ein anderes Leben führen und doch treibt es auch sie wieder zurück in den Schwarzwald, mit ihrer Tochter, Eva.
Ich habe dieses Buch so gerne gelesen, es sind so wundervolle, starke und liebenswerte Frauengestalten hier entstanden. Sie haben Ecken und Kanten, sie haben Persönlichkeit, sie haben jede ihren eigenen Lebenstraum, den sie aber den tatsächlichen Erfordernissen anpassen.
Bei jeder der Frauen spürt man auch die Entwicklung der Zeitgeschichte und doch scheint dort vieles beim Alten zu bleiben, in diesem kleinen Ort im Schwarzwald, wo jeder jeden zu kennen glaubt.
Der Schreibstil passt absolut zur Geschichte, wir bekommen Nähe und auch Distanz, wie gerade notwendig, ein wunderbares Buch, eine echte Empfehlung.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Packender Auftakt mit Tiefgang und chinesischer Mythologie

Till the End of the Moon 1
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„Till the End of the Moon – Verdorbenes Herz“ von Teng Luo Wei Zhi ist ein fesselnder Start in eine vierteilige Fantasy-Saga. Obwohl das Buch oft im Romantasy-Genre verortet wird, steht die Liebesgeschichte ...

„Till the End of the Moon – Verdorbenes Herz“ von Teng Luo Wei Zhi ist ein fesselnder Start in eine vierteilige Fantasy-Saga. Obwohl das Buch oft im Romantasy-Genre verortet wird, steht die Liebesgeschichte erfreulicherweise nicht im Fokus. Vielmehr überzeugt die Geschichte durch eine starke Handlung: Die Protagonistin Li Susu reist 500 Jahre in die Vergangenheit, um den späteren Dämongott Tantai Jin bereits im Keim zu ersticken.
Besonders beeindruckt hat mich das Worldbuilding. Der Leser taucht tief in chinesische Bräuche sowie komplexe familiäre und politische Strukturen ein. Dank des hilfreichen Glossars und des Namensverzeichnisses findet man sich trotz der anfänglichen Namensvielfalt schnell zurecht. Der Schreibstil ist bildhaft und angenehm zu lesen, wobei Gewalt nur dort eingesetzt wird, wo sie der Handlung dient. Ein absolut überzeugender Mix aus Intrigen und Magie – ich freue mich sehr auf die Fortsetzungen!

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Alltagschaos mit Humor und Herz

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat
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In diesem eigenständigen Band der Reihe nimmt uns Marc-Uwe Kling mit auf eine ereignisreiche Autofahrt nach Wuppertal. Was nach einem simplen Familienausflug klingt, entpuppt sich als humorvolles Abenteuer ...

In diesem eigenständigen Band der Reihe nimmt uns Marc-Uwe Kling mit auf eine ereignisreiche Autofahrt nach Wuppertal. Was nach einem simplen Familienausflug klingt, entpuppt sich als humorvolles Abenteuer voller kleiner Komplikationen, die jeder kennt, der schon mal mit Nachwuchs unterwegs war. Die Familie, einschließlich Oma und Opa, möchte nach Wuppertal, zur einmaligen vierten Hochzeit von Tate Ilse und das auch noch mit dem Auto. Eigentlich kein dramatisches Vorhaben. Allerdings ist diese Fahrt nicht ganz ohne Komplikationen, nichts ausgefallenes, aber wirklich mit viel Humor geschildert. Besonders hervorzuheben ist das Zusammenspiel zwischen dem pointierten Text und den treffenden Illustrationen von Astrid Henn. Empfohlen ab 6 Jahren, bietet das Buch jedoch auch Erwachsenen einen hohen Unterhaltungswert. Ein kurzweiliger Lesegenuss, der Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Schwer zu ertragen

Der Absturz
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"Der Absturz" von Édouard Louis bildet den Abschluss seiner dreiteiligen Reihe. Das Buch fokussiert sich auf das Leben und den frühen Tod seines Bruders und ist völlig unabhängig von den Vorgängerbänden ...

"Der Absturz" von Édouard Louis bildet den Abschluss seiner dreiteiligen Reihe. Das Buch fokussiert sich auf das Leben und den frühen Tod seines Bruders und ist völlig unabhängig von den Vorgängerbänden lesbar – Vorkenntnisse sind nicht nötig. Die Qualität von Louis' Schreiben hat mich jedoch neugierig auf seine anderen Werke gemacht. Er hat eine außergewöhnliche sprachliche Begabung, findet derart präzise und eindringliche Formulierungen, dass man sie oft mehrmals lesen möchte.
Als sein Bruder stirbt, hatten die beiden seit zehn Jahren keinen Kontakt mehr, was Louis weder bedauert noch betrauert. Weil ihm diese emotionslose Haltung selbst seltsam erscheint, beginnt er, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Er fragt: Wie wurde sein Bruder zu dem, was er war? Wer trägt die Schuld? Hätte er selbst etwas ändern können? Und vor allem: Wo genau kippte das Leben ins Negative?
Louis beleuchtet die Familiengeschichte schonungslos und offen. Er sammelt Erinnerungen, Fakten und Interpretationen durch die Berichte von Freunden, Freundinnen und eigenen Rückblicken. Er beschreibt eine Abwärtsspirale aus Enttäuschungen, Sucht, Alkoholismus und Gewalt. Nichts wird beschönigt, niemand wird freigesprochen. Das Ende eines jungen, vielversprechenden Lebens schmerzt bereits beim Lesen.
Obwohl der Autor eine gewisse emotionale Distanz hält, ist man als Leser ganz nah am Geschehen. Die schonungslose Aufarbeitung des Themas und der herausragende Schreibstil machen dieses schmerzhafte, aber wichtige Buch zu einer tief nachdenklich machenden Lektüre.

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