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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2026

Spannend und geschickt aufgebaut

This Story Might Save Your Life
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Joy Moore und Benny Abbott sind beste Freunde und betreiben einen sehr erfolgreichen Comedy-Podcast, in dem es um Ideen rund um das Überleben skurriler Abenteuer geht, die auf wahren Begebenheiten beruhen. ...

Joy Moore und Benny Abbott sind beste Freunde und betreiben einen sehr erfolgreichen Comedy-Podcast, in dem es um Ideen rund um das Überleben skurriler Abenteuer geht, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Eines Tages ist Joy spurlos verschwunden, genau wie ihr Ehemann. Benny sucht Joy verzweifelt und gerät bald in den Fokus der Polizei.

Erzählt wird abwechselnd aus Joys und Bennys Perspektive, so dass ich ihren Gedanken und Gefühlen ganz nah bin, auch Hintergrund und Vergangenheit der Hauptfiguren kommen zur Sprache. Beide machen in ihren Erzählsträngen Andeutungen, die ich zunächst nicht interpretieren kann, so dass die Geschichte nicht nur in chronologischer Hinsicht spannend bleibt. Aber auch Emotionen wie Freundschaft und Liebe spielen eine große Rolle und erweitern den Thriller um einen berührenden Aspekt.

Tiffany Crums Schreibstil ist angenehm zu lesen, sie schreibt lebendig und schafft glaubwürdige Charaktere. Joys und Bennys Umgang miteinander ist von Humor geprägt und vertrauensvoll, es wird deutlich, dass ihr enges Verhältnis etwas besonderes ist. Der Spannungsbogen bleibt durchgehend erhalten und es gibt Wendungen, die mich überrascht haben. Am Ende bleiben keine Fragen offen. 'This story might save your life' mit dem auffälligen Cover und einem interessanten Setting im Umfeld von Podcastern ist mit Bennys chronologischer Erzählperspektive und Joys Manuskript, das mit den Anfängen beginnt, geschickt aufgebaut und hat mich gut unterhalten. Der Autorin ist ein fesselndes Roman-Debüt gelungen, Respekt!

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Spannend und unterhaltsam

The Final Act
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Vor zwanzig Jahren schien Madison James eine glänzende Filmkarriere bevor zu stehen, doch dann geriet sie in Vergessenheit und arbeitet schon seit Jahren als Kellnerin. Als Madisons Handtasche versteckt ...

Vor zwanzig Jahren schien Madison James eine glänzende Filmkarriere bevor zu stehen, doch dann geriet sie in Vergessenheit und arbeitet schon seit Jahren als Kellnerin. Als Madisons Handtasche versteckt in einem Park am Fuß des Hollywood-Schriftzugs gefunden wird, gerät sie wieder ins Rampenlicht der Berichterstattung, besonders auf Social Media. Sarah Delaney und Rob Moreno vom LAPD, Abteilung für vermisste Personen, versuchen, Madisons Verschwinden aufzuklären.

Erzählt wird auf zwei Zeitebenen und aus den wechselnden Perspektiven Madisons und Sarahs. Von Beginn an lerne ich Madisons Hintergrund und ihre Hoffnungen kennen, und ihr Talent wird durch Filmkritiken deutlich, die, wie auch andere Medienberichte, eingestreut sind und meinen Blickwinkel erweitern wie auch für eine kurzweilige Lektüre sorgen. Madison ist ein nahbarer und berührender Charakter.

Lisa Gray schreibt bildhaft und lebendig, und mir gefällt besonders der Aufbau der Geschichte: Kapitel aus Madisons Perspektive haben Bezug zu Sarahs Ermittlungsschritten, hier wie da rücken die gleichen Figuren in den Focus.
Thematisiert werden auch die dunklen Seiten der Filmindustrie und die anfangs ahnungslose Madison macht verletzende Erfahrungen, die erst sehr viel später zur #MeToo-Bewegung führten oder ein Beispiel für die sogenannte 'Cancel Culture' sind.

Madisons Figurenzeichnung und die Darstellung einiger Nebenfiguren ist gelungen, während Sarah erst in Verlauf der Ermittlungen greifbarer wird. Es hat mir Spaß gemacht, Vermutungen über Madisons Verbleib anzustellen. Ich habe 'The Final Act' gern gelesen, der spannende Thriller mit seinen überraschenden Wendungen und aktuellem Bezug hat mich gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Düster und hart

The Puppet Master
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Nach vier Suiziden innerhalb von drei Tagen in der gleichen Gegend ist Cara Elliott, Leiterin der Einheit für Schwerverbrechen, sicher, dass nicht mehr von Zufall auszugehen ist. Jemand manipuliert die ...

Nach vier Suiziden innerhalb von drei Tagen in der gleichen Gegend ist Cara Elliott, Leiterin der Einheit für Schwerverbrechen, sicher, dass nicht mehr von Zufall auszugehen ist. Jemand manipuliert die Opfer und treibt sie zum Selbstmord.
Caras kleines Ermittlerteam steht mit der steigenden Zahl von Suiziden zunehmend unter Zeitdruck. Die Abteilung tut sich sehr schwer, Anhaltspunkte zum Wie und Warum und überhaupt eine Verbindung zwischen den Toten zu finden und es gibt zu wenig Kollegen, die in dieser gefährlichen Einheit arbeiten wollen. Immer wieder werden die verlustreichen Ereignisse der Vergangenheit erwähnt, von denen die Vorgängerbände handeln. Wobei der erste Band der Reihe, The Echo-Man, erst im Herbst 2026 auf deutsch erscheinen wird. Und auch zu The Twenty, bei uns erschienen im Dezember 2024, gibt es mehrere Spoiler, was ich sehr schade finde.

Der psychische Zustand der Selbstmörder wird glaubhaft geschildert und auch die Emotionen der in der Vergangenheit traumatisierten Ermittler machen die Charaktere nahbar und menschlich. Ich habe sehr gern die Entwicklung der Protagonisten verfolgt, die mir aus The Twenty bereits bekannt waren und interessante neue Charaktere kennengelernt. Auch Nebenfiguren überzeugen, selbst wenn sie nur einen kurzen Auftritt haben. Die Figurenzeichnung profitiert offensichtlich vom Psychologiestudium der Autorin. Mir war allerdings die Einbindung des familiären Hintergrunds Caras und Griffins zu viel, mir hätten die berufsbedingten schmerzhaften Erfahrungen gereicht.

Sam Holland schreibt klar, bildhaft und fesselnd, schockt gelegentlich auch mit grausamen Szenen. Erzählt wird der spannende Thriller aus verschiedenen, auch überraschenden, Perspektiven.
The Puppet Master hat mich mit einer makabren Geschichte und unerwarteten Wendungen gut unterhalten und ich freue mich auf das Finale der Reihe, das Sam Holland im Nachwort ankündigt.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Vielfältige Anthologie böser Kurzgeschichten rund um Weihnachten

Arsen und Butterplätzchen
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Der aufschlussreiche Titel und das unmissverständliche Cover deuten bereits an, was mich erwartet: ungewöhnliche Geschichten von 17 bekannten Autoren und Autorinnen rund um Weihnachten. Sie sind bitterböse, ...

Der aufschlussreiche Titel und das unmissverständliche Cover deuten bereits an, was mich erwartet: ungewöhnliche Geschichten von 17 bekannten Autoren und Autorinnen rund um Weihnachten. Sie sind bitterböse, skurril, makaber, haben viel schwarzen Humor und sind größtenteils spannend.
Jede Kurzgeschichte hat ihren eigenen Charme, es geht um Beziehungsprobleme, Komplotte, Missverständnisse und einmal geht es im 17. Jahrhundert auf einen Markt, diese außergewöhnliche Geschichte fand ich besonders atmosphärisch geschrieben. Einige Texte haben mich nachdenklich gemacht oder überlegen lassen, wie die Geschichte sich über das Ende hinaus weiter entwickeln könnte.

Die einfallsreichen Kurzgeschichten sind gut geschrieben und angenehm zu lesen und fast alle haben mir gefallen. Eine gute Idee finde ich die Kurzvorstellung der Autoren und Autorinnen samt Angabe ihrer Homepages, so dass es mir leicht gemacht wird, mich ausführlicher zu informieren.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen, es hat mir einige unterhaltsame Adventsstunden beschert.

Veröffentlicht am 06.11.2025

Fesselnder Genremix

Manche Schuld vergeht nie
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DS Alison Dawson arbeitet in einer sehr speziellen und geheimen Abteilung. Ihr Team reist in die Vergangenheit, um unklare Umstände bei Tötungsdelikten aufzuklären. Als der britische Justizminister sie ...

DS Alison Dawson arbeitet in einer sehr speziellen und geheimen Abteilung. Ihr Team reist in die Vergangenheit, um unklare Umstände bei Tötungsdelikten aufzuklären. Als der britische Justizminister sie bittet, den nie bewiesenen Mordverdacht gegen seinen Ururgroßvater zu untersuchen, reist Ali ins Jahr 1850, so weit zurück wie nie zuvor. Währenddessen geschieht in der Gegenwart ein Mord, der Alis Sohn Finn in Schwierigkeiten bringt.

Elly Griffiths startet eine neue Reihe, die Krimi, Zeitreise und etwas Mystery kombiniert. Die Protagonistin ist eine 50jährige unerschrockene pragmatische Frau, die es aus eigener Kraft weit gebracht hat und mich mit ihrer Art beeindruckt. Durch ihre Gedanken und Gespräche mit anderen wird Ali nahbar und lebendig, sie hat Humor und ihre Kommentare sind oft ironisch. Auch andere Figuren und ihre Beziehungen zueinander sind glaubhaft gezeichnet, alle haben einen Hintergrund, der sie zu authentischen Charakteren macht.

Die Autorin hat sehr gut recherchiert und beschreibt Alis Vorbereitungen auf das 19. Jahrhundert und ihre Zeit dort so anschaulich und atmosphärisch, dass ich fasziniert über die damalige Mode, ihr kaltes Zimmer in der Hawk Street, die schwierigen sanitären Bedingungen und vieles mehr gelesen habe und auch die Schilderungen Londons damals und heute haben mich gefesselt. Griffiths übt leise Gesellschaftskritik und thematisiert wiederholt auch die Klassenzugehörigkeit auf beiden Zeitebenen. Sie vermittelt mir Alisons Gefühle, als sie in der Vergangenheit feststeckt und auch ihre Schwierigkeiten, sich nach ihrer Rückkehr wieder an das heutige Leben zu gewöhnen, glaubhaft und überzeugend.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, die Geschichte ist kurzweilig und die Spannung bleibt hoch durch die beiden Zeitebenen und Cliffhanger vor Perspektivwechseln.
Es handelt sich zwar um einen Reihenauftakt, dennoch bleiben in 'Manche Schuld vergeht nie' zu viele Fragen zu Ereignissen und Figuren der Vergangenheit offen, was bei meiner Bewertung den fünften Stern kostet. Nichtsdestotrotz hat mir das Buch viel Spaß gemacht und mich sehr gut unterhalten und ich freue mich auf den nächsten Band.

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