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Veröffentlicht am 11.01.2026

Leckere vegane Gerichte für jeden Tag

Deftig vegan für jeden Tag
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Für diejenigen, die bislang noch keine Berührungspunkte mit veganer Ernährung hatten oder vor veganen Gerichten zurückgeschreckt sind, weil es ja nur Ersatzprodukte sind und die schmecken ja angeblich ...

Für diejenigen, die bislang noch keine Berührungspunkte mit veganer Ernährung hatten oder vor veganen Gerichten zurückgeschreckt sind, weil es ja nur Ersatzprodukte sind und die schmecken ja angeblich nicht oder weil man da ja gar nicht weiß, was man kochen soll, habe ich eine Empfehlung: "Deftig vegan für jeden Tag" von Anne-Katrin Weber.

Dort finden sich leckere und schnell nachkochbare Gerichte aus Topf, Pfanne und Ofen und genau richtig für die kalte Jahreszeit. Suppen, Pasta mit Kürbis oder Rosenkohl (ja, ich bin Mitglied beim Team Rosenkohl) oder schnelle Mie-Nudeln und und und. Einige Rezepte habe ich schon auf Umsetzbarkeit und Geschmack getestet und ich bin mit der Zubereitungszeit gut hin gekommen. Auch die Zutaten gab es alle hier in der Kleinstadt - von mir gibt es eine klare Empfehlung für das Buch.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Das gute Leben

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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Vea Kaiser nimmt uns in ihrem neuen Roman "Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels" mit in die mondäne Welt eines Wiener Grand Hotels. Es geht allerdings nicht um die Schönen und Reichen, die dort ...

Vea Kaiser nimmt uns in ihrem neuen Roman "Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels" mit in die mondäne Welt eines Wiener Grand Hotels. Es geht allerdings nicht um die Schönen und Reichen, die dort absteigen, sondern um Angelika Moser, die in den 80er Jahren als junge Frau dort als Buchhalterin beginnt und es zur Abteilungsleiterin bringt.

Doch nicht nur das gelingt ihr. Sie schafft es auch, dank ihrer buchhalterischen Kenntnisse einen "Kredit" bei ihrem Arbeitgeber aufzunehmen, um ihren Sohn als alleinerziehende Mutter aufzuziehen, ohne dass es ihm an etwas mangelt. Die kreative Buchführung setzt sie nicht nur für sich selbst ein, sondern auch für ihre Arbeitgeber, so dass lange Zeit nichts bemerkt wird und Angelika sich neben ihrem Sohn auch um die anderen Baustellen in ihrem Leben kümmern kann: ihre demente Mutter, ihre drogensüchtige Freundin Ingi und natürlich die Liebe mit Höhen und Tiefen.

Eine reale Geschichte diente als Vorlage für dieses Buch und Vea Kaiser ist es gelungen, einen gut unterhaltenden Roman zu schreiben, der zwischendurch nicht nur in die Abgründe des menschlichen Zusammenlebens dringt, sondern auch zeigt, was für eine Leistung Angelika erbracht hat, es zur damaligen Zeit zur Abteilungsleiterin zu bringen, dazu noch als alleinerziehende Mutter.

Angelika geht gerne feiern und da ich auch in den 80ern jung war, kam mir vieles in Bezug auf Musik und den Party-Vibes bekannt vor. Und auch sprachlich ist es wieder auf den Punkt, ich mag die Art, wie Vea Kaiser ihre Geschichten erzählt.

Ich habe viel gelacht und empfehle es gerne weiter.

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Ein etwas anderer Reiseführer für Kopenhagen

Hallo Kopenhagen
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Es geht mit Harriet Dohmeyer nach Kopenhagen. In ihrem Reiseführer "Hallo Kopenhagen" zeigt sie uns die Stadt, einzelne Stadtviertel und viele verschiedene Orte, die sie uns empfehlen kann.

Gleichzeitig ...

Es geht mit Harriet Dohmeyer nach Kopenhagen. In ihrem Reiseführer "Hallo Kopenhagen" zeigt sie uns die Stadt, einzelne Stadtviertel und viele verschiedene Orte, die sie uns empfehlen kann.

Gleichzeitig gelingt es ihr, die Stadt und das Lebensgefühl dort durch die Fotos lebendig werden zu lassen. Dieses Besondere einer Stadt, die am Wasser liegt, das lebenswerte Ambiente und die Möglichkeiten, die das bietet. Es gibt Bademöglichkeiten direkt in der Stadt, die Radinfrastruktur ist richtig gut ausgebaut und man kommt gut mit dem ÖPNV von A nach B. Kunst und Kultur gedeihen gut und sind Aushängeschild (auch wenn ich es bei meinem zweiten Besuch der Stadt immer noch nicht ins Lousiana und Museum Copenhagen Contemporary geschafft habe).

Ein besonderer Fokus des Buchs liegt auf dänischer Literatur, um dieses Special hat sich Marie Krutmann gekümmert und meine Leseliste und der Wunsch, dass die genannten Werke schnell ins Deutsche übersetzt werden, sind gewachsen.

Es gibt viele Tipps für nette Cafés, Restaurants und vieles mehr und es ist schön nach der Reise im Buch zu blättern und in Erinnerungen zu schwelgen.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Sprachlosigkeit

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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Alma erzählt die Geschichte ihrer Familie bzw. der Frauen ihrer Familie über vier Generationen hinweg.

Das Buch beginnt mit der Urgroßmutter Henrike beim heimlichen Schlachten während des Krieges. Und ...

Alma erzählt die Geschichte ihrer Familie bzw. der Frauen ihrer Familie über vier Generationen hinweg.

Das Buch beginnt mit der Urgroßmutter Henrike beim heimlichen Schlachten während des Krieges. Und es sagt schon viel über die Geschichte dieser Familie, die eins eint, sie reden wenig, tragen ihre Kämpfe lieber im Inneren aus, sterben still.

Alma ist das Bindeglied zwischen den Zeiten, zwischen den verschiedenen Frauen der Familie. Sie erzählt die Familiengeschichte, trägt sie in sich, was jetzt übertrieben pathetisch klingt, aber nicht ist. Anna Maschik bewegt sich in ihrem Roman an den Grenzen des magischen Realismus, spielen doch die Geister der Verstorbenen, die Hebamme Anna und die Totenfrau Nora eine besondere Rolle. Sie altern kaum, sind sowohl an der Nordsee als auch später in Österreich zu verschiedenen Zeiten präsent und wirkt so selbstverständlich, dieses Verwischen der Zwischenwelten mit der Realität.

Henrike, Hilde, Miriam haben kein einfaches Leben, vieles wird fremd bestimmt und gerade bei Henrike und Hilde wiederholt sich vieles. Sie haben schwierige Beziehungen zu ihren Kindern, es tut manchmal so weh, wie unterschiedlich sie ihre Kindern behandeln und lieben.

Anna Maschik beschreibt es eher subtil durch Listen, die sie an verschiedenen Stellen im Buch eingefügt hat. So gibt es Listen mit dem, was Henrike an Benedikts und Hildes Bettchen singt. Und da gefriert das Blut in den Adern, genauso wie bei den Listen dessen, was Hilde an den Bettchen ihrer Söhne singt.

Die Beziehungen der Eltern untereinander sind jeweils nicht leicht und oft unglücklich, genauso wie die der Kinder untereinander. Den Kindern wird entweder zu viel oder zu wenig Liebe geschenkt, zu viel oder gar keine Verantwortung gegeben. Die Verluste, die Kriege haben die Menschen verletzt und statt zu heilen, verschließen sie sich. Für die Kinder in den einzelnen Generationen ist das nicht leicht und es wird weitergegeben.

Die Männer der Familie sind eher durch innere Abwesenheit präsent, was durchaus als eine weitere Ausprägung des Nicht-Miteinander-Sprechen-Könnens gewertet werden kann. Auch ist ein Beispiel für die Generationen, die selbst den Krieg erlebt haben und ihre Traumata, die sie durch Krieg und die durch Härte geprägte Erziehung erlitten haben, und diese an die nächsten Generationen weitergeben.

Anna Maschik gibt der Sprachlosigkeit dieser Familie eine Stimme und mit Alma und ihrer Mutter Miriam eine Exit-Möglichkeit. Für mich ist es ein gelungenes Debüt mit einem besonderen sprachlichen Ausdruck. Ein Hauch des Magischen und Alma als verbindendes Element der Generationen schwingt immer mit und macht das Buch so besonders. Mir gefallen die wiederkehrenden Elemente wie Schlaflieder, Essen, Listen, die besondere Beziehung der einzelnen Protagonist*innen zur Natur, die Sehnsucht nach dem Meer und das langsame Entkommen aus der sich wiederholenden Geschichte und der fehlenden Liebe und Geborgenheit.

Ein sprachlich und erzählerisch gelungenes Debüt!

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Innere Reise

Schnittlinie
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„Ich möchte mich entlang der Schnittlinie bewegen, durch Ängste und Zweifel hindurchlaufen – mein Körper ist eine Klinge, die sie zerschneidet. Ich habe in einer engen Schachtel gelebt, die überall drückte. ...

„Ich möchte mich entlang der Schnittlinie bewegen, durch Ängste und Zweifel hindurchlaufen – mein Körper ist eine Klinge, die sie zerschneidet. Ich habe in einer engen Schachtel gelebt, die überall drückte. Wie sehr ich diese Schachtel gewohnt war, wie gut ich ihre Wände kannte, wie sicher ich mir ihre Einschränkungen und ihren Charakter angeeignet habe.“

Liine zieht nach einer langen toxischen Beziehung aufs Land, in ein altes Bauerhaus ihrer Familie, wo sie in ihrer Kindheit viel Zeit verbracht hat. Sie will zur Ruhe kommen, ihre inneren Wunden heilen und ihr Leben neu sortieren.

Die Ruhe kann an diesem Ort nur innerlich gefunden werden, ist doch ein Militärübungsgelände direkt in der Nähe und gibt Liine an manchen Tagen das Gefühl, in einem Kriegsgebiet zu sein.

Sie schafft es trotzdem, sich mit sich selbst, ihrer Beziehung und auch der Beziehung zu ihrer Mutter auseinanderzusetzen und dies aufzuarbeiten.

Einsamkeit ist ein großes Thema in Liines Leben und nicht als die gesehen zu werden, die sie ist. Das wird besonders klar, als ihre Mutter sie besucht. Auch da liegt einiges im Argen.

Im Laufe des Sommers beschäftigt sich Liine nicht nur mit sich selbst, sondern auch den Menschen, die früher in dem Bauernhaus gewohnt haben. Es ist nicht nur eine Geschichte in der Geschichte, sondern steht sinnbildlich für ihre Innenreise.

Carolina Pihelgas erzählt außergewöhnlich dicht, präzise und doch poetisch auf nur 133 Seiten von der inneren Reise zur Heilung. Ein ganz feines Buch genau nach meinem Geschmack!

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