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Veröffentlicht am 13.01.2026

Obsessive Freundschaft

Spielverderberin
1

Der Coming-of-Age-Roman Spielverderberin von Marie Menke erzählt von einer intensiven und obsessiven Dreiecksfreundschaft zwischen den Mädchen Sophie, Lotte und Romy, die ihre gemeinsame Jugend auf dem ...

Der Coming-of-Age-Roman Spielverderberin von Marie Menke erzählt von einer intensiven und obsessiven Dreiecksfreundschaft zwischen den Mädchen Sophie, Lotte und Romy, die ihre gemeinsame Jugend auf dem Land verbringen und sich Jahre später dann in der Großstadt wiedertreffen.

Spielverderberin klang für mich nach einer spannenden Mischung aus intensiver Freundschaft, dunklen Geheimnissen und emotionaler Spannung – genau das, was ich eigentlich gern lese. Beim Lesen hatte ich aber leider Probleme, wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Die Protagonistin blieb mir fremd, besonders ihre obsessive Art, an einer Freundschaft festzuhalten, konnte ich nicht nachempfinden. Vieles an ihrem Verhalten wirkte für mich eher jugendlich, weniger reflektiert – insgesamt fühlte sich das Buch deshalb eher wie ein Jugendroman an.

Auch die verschiedenen Zeitebenen haben mich teilweise verwirrt. Ich musste häufiger zurückblättern, um zu verstehen, wo genau die Geschichte gerade spielt. Die Auflösung gegen Ende kam dann für meinen Geschmack etwas zu abrupt – da hätte ich mir mehr Raum für Emotionen und Verarbeitung gewünscht.

Trotzdem mochte ich die Grundidee und die Atmosphäre; man spürt, dass die Autorin ein gutes Gespür für zwischenmenschliche Dynamiken hat. Mir persönlich hat aber die Tiefe gefehlt, um wirklich mitzufühlen und die Geschichte lange im Kopf zu behalten.
Der Coming-of-Age-Roman Spielverderberin von Marie Menke erzählt von einer intensiven und obsessiven Dreiecksfreundschaft zwischen den Mädchen Sophie, Lotte und Romy, die ihre gemeinsame Jugend auf dem Land verbringen und sich Jahre später dann in der Großstadt wiedertreffen.

Spielverderberin klang für mich nach einer spannenden Mischung aus intensiver Freundschaft, dunklen Geheimnissen und emotionaler Spannung – genau das, was ich eigentlich gern lese. Beim Lesen hatte ich aber leider Probleme, wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Die Protagonistin blieb mir fremd, besonders ihre obsessive Art, an einer Freundschaft festzuhalten, konnte ich nicht nachempfinden. Vieles an ihrem Verhalten wirkte für mich eher jugendlich, weniger reflektiert – insgesamt fühlte sich das Buch deshalb eher wie ein Jugendroman an.

Auch die verschiedenen Zeitebenen haben mich teilweise verwirrt. Ich musste häufiger zurückblättern, um zu verstehen, wo genau die Geschichte gerade spielt. Die Auflösung gegen Ende kam dann für meinen Geschmack etwas zu abrupt – da hätte ich mir mehr Raum für Emotionen und Verarbeitung gewünscht.

Trotzdem mochte ich die Grundidee und die Atmosphäre; man spürt, dass die Autorin ein gutes Gespür für zwischenmenschliche Dynamiken hat. Mir persönlich hat aber die Tiefe gefehlt, um wirklich mitzufühlen und die Geschichte lange im Kopf zu behalten.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.02.2026

Wenn selbst Mäuse keine Abenteuerlust wecken

Fine und die Linden
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Das Bilderbuch „Fine und die Linden – Die Geschichte mit der Maus“ von Karl-Heinz Nebel möchte eine spannende Sommer- und Krimigeschichte für Kinder erzählen: Das Mäusemädchen Fine plant ein Sommerfest, ...

Das Bilderbuch „Fine und die Linden – Die Geschichte mit der Maus“ von Karl-Heinz Nebel möchte eine spannende Sommer- und Krimigeschichte für Kinder erzählen: Das Mäusemädchen Fine plant ein Sommerfest, doch plötzlich wird die geheime Gästeliste gestohlen. Eigentlich ein vielversprechender Ausgangspunkt – gerade für Kinder im Kindergartenalter, die Geheimnisse, Feste und kleine Detektivgeschichten lieben. Leider bleibt die Umsetzung hinter dieser Idee deutlich zurück.

Schon die erste Doppelseite sorgt für Ernüchterung. Es passiert visuell – nichts. Keine erkennbare Handlung, keine überraschende Situation, kein humorvoller Moment, der neugierig macht. Gerade bei jüngeren Kindern, wie meinen (3 und 5 Jahre), entscheidet oft der erste Eindruck darüber, ob sie sich auf eine Geschichte einlassen. Wenn bereits der Einstieg ohne Dynamik und erzählerischen Impuls daherkommt, ist es schwer, ihre Aufmerksamkeit zu halten. Tatsächlich wollten sie nach der ersten Seite nicht weiter zuhören – was bei uns äußerst selten vorkommt.

Auch im weiteren Verlauf zieht sich die Geschichte eher schleppend dahin. Die Krimiidee rund um die gestohlene Gästeliste hätte Potenzial für Spannung, Miträtseln oder kleine überraschende Wendungen. Doch stattdessen wirkt die Handlung konstruiert und wenig mitreißend. Es fehlt an Tempo, an emotionaler Beteiligung und an Momenten, die Kinder wirklich packen. Die Auflösung kommt ohne echtes Aha-Erlebnis daher und hinterlässt keinen bleibenden Eindruck.

Die Illustrationen konnten uns ebenfalls nicht überzeugen. In einem Bilderbuch tragen sie maßgeblich dazu bei, Atmosphäre zu schaffen und die Geschichte lebendig werden zu lassen. Hier jedoch wirken die Szenen stellenweise statisch und wenig ausdrucksstark. Es fehlt an Detailreichtum, an Humor im Bild oder an kleinen visuellen Nebengeschichten, die Kinder zum Entdecken einladen. Gerade bei einer eher ruhigen Erzählweise wären starke Illustrationen besonders wichtig gewesen.

Insgesamt bleibt „Fine und die Linden – Die Geschichte mit der Maus“ hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Grundidee ist charmant, doch weder erzählerisch noch visuell gelingt es dem Buch, Spannung oder Begeisterung zu erzeugen. Für sehr geduldige kleine Zuhörer mag die Geschichte funktionieren, doch für lebhafte Drei- bis Fünfjährige, die schnell in eine Welt eintauchen möchten, bietet sie leider zu wenig Anreiz.

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