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Veröffentlicht am 13.01.2026

Geschichte fesselnd wie ein Krimi

Das Amulett der Sekhmet
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Das Triumvirat, zu dem sich Marcus Antonius , Octavius und Lepidus zusammen gefunden haben, um die Mörder Caesars zu bestrafen, hat die vereinbarte Bestandsdauer von fünf Jahren fast erreicht. Mittlerweile ...

Das Triumvirat, zu dem sich Marcus Antonius , Octavius und Lepidus zusammen gefunden haben, um die Mörder Caesars zu bestrafen, hat die vereinbarte Bestandsdauer von fünf Jahren fast erreicht. Mittlerweile ist ein Machtkampf zwischen Octavius und Antonius entbrannt, die beide die alleinige Macht im Römischen Reich anstreben. Zu diesem Zweck versuchen sie ihre Einfluss, in den ihnen zugedachten Gebieten zu festigen.

In diesem Teil der Geschichte sind Mara und Brutus zu ihrem Bedauern gezwungen, getrennte Wege zu gehen, was mir aber ein spannendes Lesevergnügen beschert. So bin ich Augenzeuge des Kampfes zwischen Pompeius Sextus und Octavius vor Sicilia und begleite mit Brutus Antonius auf seinem Feldzug gegen die Parther.

Der überwiegende Teil des Buches beschäftigt sich mit Octavius, was mir persönlich gut gefallen hat, da ich das Geschehen hier packender fand. Octavius Krieg gegen Sextus spielt überwiegend auf See ab. Zu Beginn scheinen sich alle Götter gegen Octavius verschworen zu haben, denn er muss einen Rückschlag nach dem anderen hinnehmen. Ich vermute jedoch, es lag daran, dass er einfach den Seekrieg nicht beherrschte. Die Lage ändert sich, als sich der Pirat Menodoros auf seine Seite schlägt. Mit seinem nautischen Wissen und seinem Hang zu ungewöhnlichen Manövern hat er mich sehr an den Seehelden Horatio Nelson erinnert. Sextus und seine Kumpane fand ich nur verabscheuungswürdig. Die Seeschlachten werden lebendig und anschaulich geschildert und manches technisches Detail hat mich wirklich überrascht.

Antonius macht sich siegessicher auf, dem Partherkönig Phraates IV zu bezwingen. Dabei hat jener bereits seine Intrigen gesponnen und seine Fallen gestellt. Antonius erkennt das nicht und führt seine Legionen ins Verderben. Vielleicht war er abgelenkt, da er seine Zukunft mit Kleopatra plant. Obwohl Antonius der Angreifer ist, hätte ich ihm den Sieg gegönnt. Allzu grausam und arrogant erschien mir der Partherkönig. Bei Antonius Rückzug werden Erinnerungen an Napoleons Russlandfeldzug wach. Ich wurde in meiner Meinung bestärkt, dass Kriege nichts heroisches anhaftet, sondern nur Leid bringen.

Durch eingestreute Anekdoten und viel direkter Rede zeichnet die Autorin ein lebhaftes Bild der damaligen Zeit. Nun warte ich gespannt auf die Fortsetzung, denn Brutus und Mara sind immer noch getrennt, der Machtkampf nicht entschieden.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Kampf gegen einen übermächtigen Gegner

Maggie Yellow Cloud
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Es sind mehr als 2 Jahre vergangen, seit ich den letzten packenden Fall an der Seite der Lakota Maggie, Ärztin am Krankenhaus im Pine-Ridge Reservat gelöst habe. Mittlerweile ist sie stolze Mutter von ...

Es sind mehr als 2 Jahre vergangen, seit ich den letzten packenden Fall an der Seite der Lakota Maggie, Ärztin am Krankenhaus im Pine-Ridge Reservat gelöst habe. Mittlerweile ist sie stolze Mutter von Zwillingen und Adoptivsohn Antonio ist auf dem besten Weg, der neue Medizinmann zu werden. Doch die Idylle trügt, denn eine Jugendgang terrorisiert das Reservat und es häufen sich Todesfälle, bei denen Maggie einen Zusammenhang mit einem bestimmten Medikament vermutet. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf den Hinweis zu einer Dokumentation, die ihren Verdacht untermauern könnte. Der Zugang ist jedoch gesperrt, die Verfasserin verschwunden. Mittlerweile werden Maggie und ihre Familie bedroht und ihr Kollege Simon entführt .Wie eine Hydra erhebt das Böse sein Haupt und scheint nicht besiegbar. Aber Maggie und ihr Umfeld sind fest entschlossen , genau dies zu tun .

Ich liebe die Reihe um Maggie Yellow Cloud. Da sie Ärztin ist, haben ihre Fälle einen medizinischen Hintergrund. Was sie aber aus dem Meer der Medizinkrimis heraushebt, sind ihre Persönlichkeit und der Ort der Geschehnisse - das Reservat. Gerade in diesem Fall spielt die mystische Welt der Lakota eine große Rolle und ich fand die Einblicke faszinierend. Auch in die Erzählweise finden die poetischen Bilder der Native Americans Eingang und tragen zu einem besonderen Leseerlebnis bei.

Sehr sympathisch finde ich Maggies neuen Chef, den Mediziner Seth Thomson und seine Frau Ruth. Die beiden sind mit ihrem Optimismus und zugewandten Art eine echte Bereicherung. Viel zur Spannung beigetragen, hat meiner Meinung nach Antonio. Zum einen war ich unsicher, was für eine Rolle er spielt. Er ist der Gegenspieler des Anführers der Jugendgang. Mir war aber nicht klar mit welchem Ziel. Da er zum Medizinmann ausgebildet wird , ist er für die spirituellen Momente verantwortlich.

Das Ende des Buches fand ich sehr passend und habe es entsprechend bejubelt. Der Krimi ist in meinen Augen wieder rundum gelungen. Er greift brisante Themen auf, die nicht nur in einem Reservat von Bedeutung sind und unterhält dabei sehr gut. Und nicht zu vergessen die sehr sympathischen Akteure.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Robert Surcouf - erfolgreicher Korsar und Mann von Ehre

Robert Surcouf. Der Tiger des Indischen Ozeans
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Bisher kannte ich - auch dank der anderen fesselnden Bücher des Autors - nur Seehelden, die der großen Seefahrernation England entstammen. Ein guter Grund auch einmal einen Franzosen näher kennenzulernen.

Robert ...

Bisher kannte ich - auch dank der anderen fesselnden Bücher des Autors - nur Seehelden, die der großen Seefahrernation England entstammen. Ein guter Grund auch einmal einen Franzosen näher kennenzulernen.

Robert ist der Spross einer Familie , die bereits einen erfolgreiche Korsaren hervorgebracht hatte und der den jetzigen Reichtum der Familie begründete. Mir war Robert von Anfang an sympathisch. Er will zur See fahren und flieht aus dem Kolleg, wo er zum Priester ausgebildet werden sollte. Er schleicht sich als blinder Passagier auf ein Schiff, lernt das Seefahrerhandwerk von der Pike auf und steigt rasch in der Hierarchie auf. Nie verliert er sein Ziel, einen Kaperbrief zu erhalten, aus den Augen. Seine Heimkehr nach Sant Malo fällt in die Anfangszeit der Französischen Revolution, deren Ziele er teilt. Freigeist, der er ist, will er nicht in die Armee gezwungen werden und sticht sofort wieder in See. Nun beginnt sein Aufstieg zum gefürchteten "Tiger des Indischen Ozeans "

Für mich hat Surcouf die Eigenschaften, die es braucht, um als Held und Vorbild zu dienen. Seine Kaperfahrten waren erfolgreich und sein Ruf legendär. Sein Erfolg gründet sich in meinen Augen auf sein nautisches Wissen, seinen Mut und die Bereitschaft neues und damit unerwartetes zu wagen.. Er hat seine Mannschaft nicht drangsaliert und seine Gegner ehrenhaft behandelt.

Schön fand ich , dass Robert sowohl Nelson als auch Napoleon getroffen hat und das in Situationen, die ich bereits aus anderen Büchern kannte. Besonders seine Treffen mit Napoleon fand ich faszinierend . Ich habe mir dabei oft Sorgen gemacht, da er auch gegenüber dem Kaiser nicht mit seiner Meinung hinter dem Berg hält. Die Szene , die mich am meisten bewegt hat und die in meinen Augen sehr viel über Surcoufs Charakter verrät, ist sein Abschiedssalut für den gefangenen Napoleon. Und dies obwohl Robert Napoleon mittlerweile für seine Kriege verachtet.

Ungewöhnlich fand ich , dass Surcouf nicht im Kampf auf See stirbt, sondern nach vielen ruhigen Jahren an Land im Kreise seiner Familie . Der Autor beschreibt das Leben dieses außergewöhnlichen Mannes gewohnt anschaulich und lebendig, dass ich immer mittendrin war und beim Lesen nie Langeweile aufkam.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Vom langweiligen Hausfrauendasein hinein in einen Alptraum

Down Cemetery Road
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Sarah Tucker lebt mit ihrem Ehemann in Oxford. Sie ist mit ihrem Hausfrauendasein und ihrem Ehemann, der sich vollkommen auf seine Karriere konzentriert, unzufrieden. Da schlägt im wahrsten Sinne eine ...

Sarah Tucker lebt mit ihrem Ehemann in Oxford. Sie ist mit ihrem Hausfrauendasein und ihrem Ehemann, der sich vollkommen auf seine Karriere konzentriert, unzufrieden. Da schlägt im wahrsten Sinne eine Bombe in ihr Leben ein. Ein Nachbarhaus fliegt in die Luft und die einzige Überlebende , ein vierjähriges Mädchen, verschwindet spurlos und niemanden kümmert es. Nur Sarah ist geradezu besessen davon, das Mädchen zu finden und schaltet den Privatdetektiv Joe ein. Ich mochte Joe, der gutherzig und im Grunde ein Träumer ist. Aber er ist gut im recherchieren und was er herausfindet, lässt einen Skandal großen Ausmaßes vermuten. Die Todesfälle in Sarahs Umfeld häufen sich und Tote melden sich zurück. Schließlich ist Sarah auf der Flucht und muss feststellen, dass nichts so ist, wie sie geglaubt hat.
Als ich mich für das Buch entschieden habe, war nicht der Name des Autors der Grund, der sagte mir nämlich nichts. Mir gefiel die Inhaltsangabe und die ersten Seiten ließen auf gute Unterhaltung hoffen. Sarah war mit zu Beginn eher unsympathisch, fand aber ihre sarkastische Art sehr erfrischend. Mich hat geärgert, dass sie so über ihren Mann herzieht, von seinem Geld profitiert und dabei passiv bleibt.
Es dauert einige Seiten, bis die Handlung langsam zum Krimi wird und unterhält trotzdem ausgesprochen gut durch den gelungenen Erzählstil . Als Sarahs Suche nach dem Kind immer mehr ihr Handeln bestimmt, geht es Schlag auf Schlag. Besonders gut fand ich , dass auch Sarahs Gegenspieler zu Wort kommt. Seine Gedankengänge waren zynisch, aber erschreckend überzeugend . Der Ausgangspunkt der Abläufe zieht immer weitere Kreise und den Grund dafür fand ich sehr realistisch.
Mittlerweile habe ich Sarah Respekt gezollt, weil sie Suche nicht aufgibt trotz Todesgefahr. Das Ende fand ich absolut überzeugend und ich musste tatsächlich lachen, weil diese Wendung so passend war.
Mich hat die Mischung aus ruhigeren Passagen und plötzlichen Ereignisse gefesselt. Genau wie Sarah war ich nie sicher und lag mit meiner Einschätzung oft weit daneben. Die sarkastischen Bemerkungen waren für mich das Salz in der Suppe.

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Verrat, Hetze und eine Heilerin, die sich gegen das Schicksal stellt

Hiobs Tochter
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Bereits der Einstieg in die Handlung bringt mein Blut in Wallung. Ich lerne die junge Jüdin Miriam kennen, als sie knapp dem Tod bei einer Judenhatz entgeht. Jahre später kehrt sie zu ihren Großeltern ...

Bereits der Einstieg in die Handlung bringt mein Blut in Wallung. Ich lerne die junge Jüdin Miriam kennen, als sie knapp dem Tod bei einer Judenhatz entgeht. Jahre später kehrt sie zu ihren Großeltern in Deggenfeld zurück - voller Pläne für die Zukunft und ausgebildete magistra medicinae an der Universität zu Salerno. Zurück in der Heimat wird sie wieder mit dem Hass gegen Juden konfrontiert. Es brodelt in der Stadt. Als der Freund der christlichen Magd ihrer Großeltern zu Tode kommt, findet sich Miriam in eine Verschwörung verstrickt, ohne genau zu wissen, worum es geht. Auch von dieser Seite droht ihr tödliche Gefahr . Und wäre das nicht genug , ist ihre Tochter Rebecca seit Wochen verschwunden, die sie nun unbedingt suchen will. Der Hass des Mobs entlädt sich, als eine Heuschreckenplage über das Land zieht. Nun überschlagen sich die Ereignisse und Miriam weiß nicht, welcher Seite sie vertrauen kann.

Bereits auf den ersten Seiten hat mich der Autor mit seinen anschaulichen, wenn auch oft schwer zu ertragenden Beschreibungen gefangen genommen. Besonders der sinnlose und meist von wirtschaftlichen Interessen befeuerte Hass gegen die Juden hat mich tief berührt. Bisher war Pogrom eher ein objektiver Begriff für mich und erst die Schilderungen aus Sicht der Betroffenen haben mir nachdrücklich offenbart, welches Entsetzen und Leid sich tatsächlich dahinter verbirgt.

Begeistert war ich von den faszinierende Ausführungen zu einigen ärztlichen Eingriffen. Zum Teil war ich überrascht, wie fortschrittlich die Medizin bereits war .

Die Handlung rund um Miriam ist packend. Sie ist selbstbewusst, manchmal fast schon wagemutig und sich ihres ärztlichen Könnens gewiss. Das zeigt sich für mich darin, dass bei der Aufdeckung der Verschwörung nicht locker lässt. Dabei ist sie geistesgegenwärtig und kann sich mehrfach einer tödlichen Bedrohung entziehen. Das Ende lässt viele Fragen offen, die auf Antworten warten, so dass ich mich auf die Fortsetzung bereits jetzt freue.

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten und mir nebenbei geschichtliche Ereignisse näher gebracht, die für mich bisher nur Worte auf Papier waren.

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