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Veröffentlicht am 10.11.2019

Plötzlich Shakespeare

Plötzlich Shakespeare
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Rosa möchte ihren Ex-Freund Jan zurück, denn sie ist überzeugt davon, dass die beiden Seelenverwandte sind. Doch Jan steht vor der Hochzeit mit Olivia und weist Rosa ab.
Als Rosa mit ihrem besten Freund ...

Rosa möchte ihren Ex-Freund Jan zurück, denn sie ist überzeugt davon, dass die beiden Seelenverwandte sind. Doch Jan steht vor der Hochzeit mit Olivia und weist Rosa ab.
Als Rosa mit ihrem besten Freund Holgi eines Abends eine Zirkusvorstellung besucht, lernt sie den Zauberkünstler Prospero kennen. Rosa wird von ihm hypnotisiert und als sie aufwacht, findet sie sich im Körper eines Mannes wieder. Sie ist in der Vergangenheit und der Körper in dem sie steckt, gehört niemand anderen als Wiliam Shakespeare.
Um zurück in ihren eigenen Körper zu gelangen muss sie die Bedeutung der wahren Liebe herraus finden und zu allem Überfluss kann sie den Geist von Wiliam Shakespeare hören, der in seinem Kopf gefangen ist.
Rosa und Wiliam lernen einander und vorallem sich selber besser kennen. Beide zusammen erleben einige heikle Situationen in der Vergangenheit und der Gegenwart.
David Safier hat einen wirklich lustigen und unterhaltenden Roman mit einer schönen Botschaft geschaffen.
Gut haben mir dir schlagfertigen Dialoge zwischen Wiliam und Rosa gefallen.
Ich freue mich schon auf die anderen Geschichten von David Safier.

Veröffentlicht am 18.01.2026

Leises Leuchten

Ein Herz aus Papier und Sternen
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Ein Herz aus Papier und Sternen hat mich genau in der Stimmung erwischt, in der ich Geschichten brauche, die nicht beweisen wollen, wie groß sie sind, sondern mich sanft anstoßen. Cecelia Ahern hat diesen ...

Ein Herz aus Papier und Sternen hat mich genau in der Stimmung erwischt, in der ich Geschichten brauche, die nicht beweisen wollen, wie groß sie sind, sondern mich sanft anstoßen. Cecelia Ahern hat diesen stillen Zauber, bei dem Alltägliches plötzlich schimmert: ein Zettel am Kühlschrank, ein Satz im falschen Moment, ein Blick nach oben, wenn man ihn am wenigsten erwartet. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, jemand hätte meine zerknitterten Gedanken glattgestrichen und ihnen kleine Sterne aufgeklebt.

Ich mochte, wie spürbar Nähe hier wird – nicht durch große Gesten, sondern durch Dinge, die man leicht übersieht. Die Figuren wirken nahbar und unperfekt; sie stolpern, schweigen, sagen zu spät „Entschuldigung“ und manchmal gar nichts. Gerade diese Unebenheiten machen sie für mich echt. Immer wieder gibt es Sätze, die sehr einfach sind und genau deshalb treffen. Ich habe mehrfach innegehalten, weil ein Bild so leise und gleichzeitig so präzise war.

Aherns Mischung aus Realität und einem Hauch Magie funktioniert für mich besonders in den Zwischenräumen: wenn Papier nicht nur Papier ist, sondern Erinnerung; wenn Sterne nicht nur funkeln, sondern Richtung geben. Die Geschichte trägt mich, ohne zu ziehen – mit kleinen Wendungen, die nicht mit Trommelwirbel kommen, sondern wie ein warmer Luftzug durchs Fenster.

Ganz ohne Wünsche ist es nicht. Manche Zufälle fügen sich sehr glatt, und an zwei, drei Stellen ist der Ton einen Tick süßer, als ich ihn gebraucht hätte. Auch das Tempo in der Mitte hätte für meinen Geschmack einen Hauch straffer sein dürfen. Aber das sind Randnotizen zu einem Buch, das mir insgesamt genau das gegeben hat, was ich gesucht habe: Trost, ein bisschen Leuchten und das Gefühl, dass selbst aus zerknittertem Papier etwas Schönes werden kann.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Gezähmte Freiheit

To Cage a Wild Bird
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To Cage a Wild Bird hat mich schon mit den ersten Seiten gekriegt – nicht mit lauten Twists, sondern mit diesem Sog aus Gefahr, Nähe und der Frage: Was bleibt von einem Menschen übrig, wenn man ihm die ...

To Cage a Wild Bird hat mich schon mit den ersten Seiten gekriegt – nicht mit lauten Twists, sondern mit diesem Sog aus Gefahr, Nähe und der Frage: Was bleibt von einem Menschen übrig, wenn man ihm die Flügel bindet? Ich mochte, wie Brooke Fasts die Geschichte aufspannt: roh genug, um wehzutun, und gleichzeitig voller leiser, verletzlicher Momente, die einen atmen lassen.

Die Ich-Nähe zur Protagonistin hat mich sofort gepackt. Sie ist kein glattes „starkes“ Mädchen, sondern jemand, der scheitert, zweifelt, wieder aufsteht. Gerade dieses Hin- und Hergerissensein – zwischen Überleben und Fühlen, zwischen Fluchtinstinkt und Anziehung – hat sich echt angefühlt. Und er? Nicht nur der obligatorische „dunkle Retter“, sondern ein Mensch mit Schatten, Schuld und kleinen Aufbrüchen ins Licht. Die Dynamik zwischen den beiden ist intensiv, manchmal schmerzhaft, aber nie billiger Kitsch. Es knistert, klar, doch am stärksten sind die stillen Szenen, in denen ein Blick mehr sagt als eine Seite Dialog.

Das Setting trägt viel: abgeschottete Räume, ein Hauch Underworld, Regeln, die man spürt, bevor man sie kennt. Die Autorin erklärt wenig und zeigt viel – das hat mir gefallen. Sprache und Tempo sind dabei genau richtig: bildhaft, ohne auszuschmücken; direkt, ohne hart zu werden. Ich bin zügig durchgeflogen und habe mir trotzdem einzelne Sätze markiert, weil sie genau getroffen haben.

Wenn ich etwas anmerken würde, dann, dass im Mittelteil ein, zwei Übergänge einen Tick glatter hätten sein können – da sprang die Handlung für meinen Geschmack minimal zu schnell. Gleichzeitig passt das zur Ausnahmesituation der Figuren: Nichts ist wirklich sortiert, alles drängt nach vorn.

Unterm Strich ist To Cage a Wild Bird eine dunkle, berührende Geschichte über Kontrolle, Selbstbehauptung und die Freiheit, die man sich Stück für Stück zurückerobert. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten – und dieses leise Hoffen mitgenommen, das zwischen den Zeilen weiterflattert.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Kälte unter der Haut

Die Eiskinder
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Die Eiskinder hat mich schon mit den ersten Seiten ins Wintergrau gezogen: Atem, der in der Luft hängt, knirschender Schnee, das Schweigen eines Ortes, in dem jeder jeden zu kennen glaubt – und trotzdem ...

Die Eiskinder hat mich schon mit den ersten Seiten ins Wintergrau gezogen: Atem, der in der Luft hängt, knirschender Schnee, das Schweigen eines Ortes, in dem jeder jeden zu kennen glaubt – und trotzdem bleibt etwas Unsichtbares zwischen den Häusern. Genau diese Stimmung liebe ich: Wenn die Kälte nicht nur draußen liegt, sondern in die Geschichte hineinzieht.

Die Handlung entwickelt sich leise, dann immer drängender. Es geht um Geheimnisse, die alt wirken, um Spuren, die der Wind fast wieder verweht – und um ein paar Mutige, die doch noch einmal nachschauen, wo andere längst wegsehen. Ich mochte, wie nah ich an den Figuren dran war: keine Comic-Helden, sondern Menschen mit Angst, Trotz, Loyalität. Vor allem die Momente zwischen den Zeilen – ein kurzer Blick, ein unsicheres Lächeln, ein Satz, der zu spät kommt – haben mich gepackt.

Sehr stark fand ich die Naturbilder: Eisflächen, die trügerisch tragen; ein Meer, das mal schützt und mal verschluckt; Wege, die bei Tageslicht harmlos wirken und in der Dämmerung zu etwas ganz anderem werden. Das verleiht der Geschichte diese körperliche Spannung: Man liest nicht nur, man friert ein bisschen mit.

Erzählerisch bleibt das Tempo angenehm variabel: ruhige Passagen zum Atmen, dann wieder Kapitel, die man fast in einem Zug liest. Ein, zwei Wendungen habe ich früh geahnt, und an wenigen Stellen wirken Zufälle sehr hilfreich – nichts, was mich rausgeworfen hätte, eher ein kurzes „na gut“-Nicken, bevor es weitergeht.

Unterm Strich ist Die Eiskinder für mich ein winterlicher Spannungsroman mit Herz: atmosphärisch, nah an seinen Figuren, mit jener Sorte Geheimnis, die nicht nur gelöst werden will, sondern verstanden. Ein Buch für kalte Abende, das einen daran erinnert, dass die wärmsten Entscheidungen oft dort getroffen werden, wo die Kälte am dichtesten ist.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Länger jünger

Hacking Age
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Hacking Age hat mich direkt neugierig gemacht, weil es nicht verspricht, die Zeit zurückzudrehen, sondern zeigt, wo ich heute ansetzen kann. Der Ton ist angenehm unaufgeregt: wissenschaftlich genug, um ...

Hacking Age hat mich direkt neugierig gemacht, weil es nicht verspricht, die Zeit zurückzudrehen, sondern zeigt, wo ich heute ansetzen kann. Der Ton ist angenehm unaufgeregt: wissenschaftlich genug, um Vertrauen zu schaffen, und gleichzeitig so alltagstauglich, dass ich beim Lesen sofort Dinge markieren und ausprobieren wollte.

Am stärksten ist das Buch, wenn es konkret wird. Kleine, machbare Stellschrauben statt XXL-Umbau: Schlaf rhythmischer denken, Eiweiß und Ballaststoffe smarter planen, Krafttraining als „Jungbrunnen“ verstehen, Stress wirklich managen (nicht nur verdrängen), Sonnenkultur statt Sonnenangst – und dazu Hautpflege, die mehr ist als Marketing. Ich mochte die klaren „Darum funktioniert’s“-Erklärungen und die kurzen Mythen-Checks, die liebgewonnene Halbwahrheiten freundlich, aber bestimmt zerlegen. Viele Grafiken und Mini-Checklisten senken die Hürde, wirklich loszulegen.

Schön auch: der weite Blick auf Gesundheit – nicht nur Blutwerte, sondern soziale Beziehungen, mentale Hygiene, neugieriges Lernen. Genau das fühlt sich nach „älter werden, aber lebendig bleiben“ an, nicht nach Kalorien- und Minutenknausern.

Ganz ohne Abzüge ist es nicht. Einige Empfehlungen sind mir bekannt gewesen; der Mehrwert liegt dann eher in Struktur und Motivation. Hier und da hätte ich mir tiefere Quellenangaben oder klarere „Was kann, was kann (noch) nicht“-Kategorien gewünscht, gerade bei Trends (Supplements, Kälte/Wärme, Wearables). Und natürlich bleibt ein Rest Privilegien-Bias: Nicht jede*r kann Routinen ständig perfekt takten – das Buch gibt zwar Alternativen, aber an manchen Stellen blitzt der Idealalltag durch.

Trotzdem überwiegt für mich klar das Positive. Hacking Age ist kein Wunderversprechen, sondern ein gut sortierter Werkzeugkasten, der mich freundlich in Bewegung setzt. Es vermittelt dieses seltene Gefühl: „Ich muss nicht alles ändern, nur heute ein bisschen besser werden – und morgen wieder.“ Genau damit schließt man das Buch – und fängt an.

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