Von langsamem Start zu großem Lesevergnügen
Juwelenraub im SchneepalastEin unterhaltsamer Krimi vor der winterlichen Kulisse von Gstaad. Ganz ehrlich: Am Anfang hatte ich ein wenig Mühe, in die Geschichte hineinzukommen. Die vielen Eindrücke rund um das elegante Hotel Palace, ...
Ein unterhaltsamer Krimi vor der winterlichen Kulisse von Gstaad. Ganz ehrlich: Am Anfang hatte ich ein wenig Mühe, in die Geschichte hineinzukommen. Die vielen Eindrücke rund um das elegante Hotel Palace, die Britischen Wochen und die verschiedenen Figuren haben mich zuerst etwas überfordert. Doch je länger der Krimi dauert, desto besser wird er.
Sobald Libby Andersch ins Zentrum rückt, gewinnt die Geschichte deutlich an Fahrt. Die pensionierte Hobbydetektivin ist eine ruhige, liebenswerte und sehr aufmerksame Frau, die man sofort gernhat. Als sie zufällig ein geheimes Gespräch belauscht und erfährt, dass jemand ein berühmtes Schmuckstück stehlen will, zeigt sie ihre ganze Entschlossenheit. Auch wenn die Polizei sie kaum ernst nimmt, folgt sie klar ihrem Bauchgefühl und beginnt mutig zu ermitteln.
Besonders spannend fand ich den Bezug zum echten Fall Nina Kandinsky. Das gibt dem Krimi eine zusätzliche Tiefe und macht das Miträtseln noch interessanter. Auch das Hotelpersonal, die Klubmitglieder und die zahlreichen Gäste tragen viel zur lebendigen Atmosphäre bei.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig, und sobald die Handlung sich konzentriert, wird die Spannung stetig grösser. Gleichzeitig sorgen warme und humorvolle Momente dafür, dass der Krimi trotz Gefahr und Intrigen angenehm zu lesen bleibt.
Insgesamt ist Juwelenraub im Schneepalast ein stimmungsvoller, gemütlicher Krimi mit einer charmanten Hauptfigur und einem schönen Schweizer Schauplatz. Ein Buch, das langsam beginnt, aber immer besser wird und am Ende richtig Freude macht.