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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.01.2026

Lügengeflecht in klirrender Kälte

Lügennebel
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Sechs Studenten wollen ihre Skiferien im schwedischen Bergdorf Åre verbringen. Trotz leichter Unstimmigkeiten feiern sie ausgelassen miteinander. Am nächsten Morgen liegt eine der beiden jungen Frauen ...

Sechs Studenten wollen ihre Skiferien im schwedischen Bergdorf Åre verbringen. Trotz leichter Unstimmigkeiten feiern sie ausgelassen miteinander. Am nächsten Morgen liegt eine der beiden jungen Frauen tot im eisigen Schnee. Zunächst scheint es einfach nur ein Unfall gewesen zu sein – doch Hanna Ahlander glaubt das vom ersten Moment an nicht. Und da sie in der Hinsicht einen guten Riecher hat, ist ihr Kollege Daniel Lindskog bei den Ermittlungen voll an ihrer Seite. Doch wie soll man die Wahrheit herausfinden, wenn alle lügen?

Das Buch ist bereits der vierte Band um das Ermittlerteam Hanna Ahlander und Daniel Lindskog. Die beiden ergänzen sich bestens in ihrer Arbeit und lassen auch nicht locker, selbst wenn die Ermittlungen feststecken. Man kann die Bände unabhängig voneinander lesen, denn die Fälle sind in sich abgeschlossen, doch vor allem die persönliche Entwicklung der Charaktere lässt sich am besten in chronologischer Reihenfolge verstehen, und das Privatleben der Ermittler spielt durchaus eine Rolle im Geschehen. Wie bei allen Bänden der Åre-Morde ist es auch diesmal wieder klirrend kalt. Der Fall ist spannend konstruiert, der Reigen der Verdächtigen gut aufgebaut, so dass man gerne miträtselt. Dabei habe ich mich auch gerne aufs Glatteis führen lassen, ich habe lange gebraucht, um den wahren Täter zu erraten.

Wie die bisherigen Bände hat auch dieser Fall mich bestens unterhalten können, trotz einiger Längen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 14.01.2026

Mitreißende Enemies-to-Lovers-Geschichte

Vesselless – Mein verräterisches Herz
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Nizzara ist die Thronfolgerin des Königreichs Zarr, stark und mächtig. Sie weiß aber auch, wie gefährlich es ist, sich an Geister zu binden und sich ihre Macht durch eine magische Vessel nutzbar zu machen. ...

Nizzara ist die Thronfolgerin des Königreichs Zarr, stark und mächtig. Sie weiß aber auch, wie gefährlich es ist, sich an Geister zu binden und sich ihre Macht durch eine magische Vessel nutzbar zu machen. Sie muss unbedingt an einem grausamen Duell teilnehmen, doch sie will auf keinen Fall ihre dunkle Macht nutzen, weil sie sieht, was diese aus ihrem einstmals freundlichen Vater gemacht hat. Dagen, ein Deathwalker, bietet sich ihr an, um ihr zu helfen. Eigentlich sollte er ihre Seele dem Gott Nil darbringen, doch er verliebt sich in Nizzara und versucht, sie zu beschützen. Doch sie ahnen nur, in welch tödlicher Gefahr Nizzara und Dagen sind...

Das Buch ist der erste Teil einer Liebesgeschichte, wobei diese Liebe unerreichbar erscheint, gefährdet von magischen Mächten. Die Geschichte liest sich sehr flüssig, dank dem mitreißenden Schreibstil. Der Roman wird ergänzt durch eine Karte der Welt von Valzonn sowie den Stammbäumen ihrer königlichen Familien. Jede Menge Kämpfe, aber auch Intrigen und Verrat beherrschen den Umgang der Königsfamilien untereinander, während Geheimnisse und Vorhersagen mit hineinspielen. Mich hat die Menge an Kämpfen und Gewalt ziemlich abgeschreckt, meines Erachtens verhüllt sie den Blick auf die handelnden Personen. Das ist jedoch eine sehr persönliche Meinung – ich bin mir sicher, es wird andere Leser und Leserinnen geben, die genau diese Passagen mit viel Freude lesen werden. Ich war mir auch nicht sicher, ob ich die Fortsetzung dieser Reihe lesen möchte, doch der Cliffhanger am Ende des Buches hat mich letztendlich doch neugierig hinterlassen.

Das Buch wird sicher jede Menge Anhänger finden, was durch die aufwändige Aufmachung noch verstärkt wird. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 14.01.2026

Solide Fortsetzung

The Woman in Suite 11
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Lo Blacklock will aus der Familienphase zurückkehren in das Erwerbsleben. Zwar begleiten sie immer noch die traumatischen Erlebnisse auf dem Kreuzfahrtschiff vor zehn Jahren, doch die Einladung zur Eröffnung ...

Lo Blacklock will aus der Familienphase zurückkehren in das Erwerbsleben. Zwar begleiten sie immer noch die traumatischen Erlebnisse auf dem Kreuzfahrtschiff vor zehn Jahren, doch die Einladung zur Eröffnung eines Luxushotels ist eine zu attraktive Chance zu einem Neustart, als dass sie sich das entgehen lassen möchte. Das Hotel ist so traumhaft wie erwartet, und Lo möchte dort unbedingt ein Interview mit dem exzentrischen Hotelbesitzer Marcus Leidmann ergattern. Doch unerwartete Ereignisse wirbeln sie in einen Strudel an Ereignissen, die zu einem lebensgefährlichen Katz-und-Maus-Spiel führen...

Das Buch ist die Weiterführung des Thrillers “Woman in Cabin 10”, denn überraschend trifft Lo auf Carrie, die der Hotelbesitzer zu seiner Geliebten und gleichzeitig zu seiner Gefangenen gemacht hat. Carrie möchte mit Los Hilfe flüchten, doch die beiden Frauen kämpfen gegen einen starken und gewieften Gegner. Bald ist überhaupt nicht mehr klar, wem Lo trauen kann, die Ereignisse überstürzen sich und bringen nicht nur Carrie, sondern auch Lo in größte Gefahr. Die Geschichte ist aus Los Sichtweise erzählt, so dass man als Leser in ihre Gedanken eintaucht, dennoch konnte ich nicht immer ihre Entscheidungen nachvollziehen. Überraschende Wendungen bringen immer wieder neue Spannungsmomente. Letztendlich aber fehlte mir der Funke, der mich im Vorgängerband von Anfang bis Ende überzeugt hatte.

Die Geschichte ist, auch wenn sie sich als Fortsetzung versteht, dennoch gut ohne weitere Vorkenntnisse zu lesen, weil sie in sich abgeschlossen ist. Die Geschehnisse des Vorgängerbandes werden gut aufgegriffen, so dass man die Ereignisse in diesem Band gut verstehen kann, ohne die Neugier auf das erste Aufeinandertreffen der beiden Frauen zu verlieren.

Der Thriller ist eine solide Fortsetzung der verwirrenden Geschehnisse rund um die Protagonistin, kommt aber in meinen Augen nicht ganz an seinen Vorgänger heran. Ich empfehle das Buch gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 13.01.2026

Schockierend

Das Dream Hotel
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Sara Hussein möchte von einer Geschäftsreise einfach nur nach Hause zurückkehren, zu ihrem Mann und ihren beiden kleinen Kindern. Doch am Flughafen wird sie zur Seite gewunken von einem Angestellten des ...

Sara Hussein möchte von einer Geschäftsreise einfach nur nach Hause zurückkehren, zu ihrem Mann und ihren beiden kleinen Kindern. Doch am Flughafen wird sie zur Seite gewunken von einem Angestellten des Amts für Risikobewertung: Ihr Risikowert sei zu hoch, sie müsse für 21 Tage einbehalten werden. Sie wird sofort in eine Anstalt gebracht ohne ihren Mann kontaktieren zu können. Zunächst versucht Sara ihre Unschuld zu beweisen. Doch ihre Einbehaltung verlängert sich immer wieder, es tauchen immer wieder neue Gründe auf, warum sie zu einer Gefährdung für andere, vor allem für ihren Mann werden könnte. Bald ahnt Sara, dass sie auf eine andere Art versuchen muss, ihre Freiheit wieder zu erlangen...

Es ist eine bittere Geschichte, in der eine Frau Opfer staatlicher Willkür wird, jeglicher Rechte beraubt, und dabei aus ihrem gewohnten Leben gerissen wird. Die Einrichtung zur Einbehaltung gleicht einem Gefängnis, auch wenn sie nicht so genannt wird, und auch hier ist Sara, wie alle anderen Frauen, der Willkür der Aufsichtspersonen uneingeschränkt ausgesetzt. Das ist grausam zu lesen, denn die Ohnmacht der Einbehaltenen wird so eindeutig ausgenutzt, dass man sich fragt, wer denn in so einer Einrichtung arbeiten könnte. Wie ungerecht und auch menschenverachtend eine solche Risikobewertung dem Individuum gegenüber ist, wird in Saras Gesellschaft nicht in Frage gestellt, und auch das hat mich regelrecht schockiert. Die Geschichte ist letztendlich eine Dystopie, doch man könnte sich gut vorstellen, dass sich unsere Gesellschaft in diese Richtung entwickeln könnte. Das Ende kam mir dann aber sehr überstürzt vor, auch wenn es in sich logisch ist.

Diese beklemmende Dystopie hat mich in vielen Einzelheiten regelrecht schockiert. Ich hätte gerne noch ein paar Informationen darüber erhalten, wie die Autorin zur Idee ihrer Geschichte gekommen ist. Letztendlich hat mich die Lektüre sehr nachdenklich hinterlassen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 13.01.2026

Vielschichtiger Familien- und Generationenroman

Adama
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1946 beginnt die junge Ruth, sich in einem Kibbuz in Palästina ein neues Leben aufzubauen. Gerade erst den Nazis in Budapest entkommen, lebt sie die Ideale des Zusammenlebens mit großer Überzeugung. Sie ...

1946 beginnt die junge Ruth, sich in einem Kibbuz in Palästina ein neues Leben aufzubauen. Gerade erst den Nazis in Budapest entkommen, lebt sie die Ideale des Zusammenlebens mit großer Überzeugung. Sie wird das Herz des Kibbuz Trashim. Der Kibbuz ist für sie heilige Erde, also “Adama”. Im Verlauf der Jahre wird sie sich sehr für den Kibbuz einsetzen, auch wenn sie dafür einige knallharte, moralisch nicht ganz integre Entscheidungen treffen muss.

“Adama” ist die Geschichte eines Lebens in Israel, ein Familien- und Generationenroman, der so manche Realität ungeschminkt erzählt. Der Leser begleitet Ruth und ihre Familie in den Jahren 1946 bis 2009. Dies geschieht durch mehrere Zeitsprünge und aus der Sichtweise mehrerer Familienmitglieder, was einerseits für viel Spannung sorgt, zeitweise aber in meinen Augen auch etwas verwirrend erscheint. Der Roman ist äußerst vielschichtig aufgebaut. Ruth selbst erscheint als harte Kämpferin, sie buhlt nicht um die Sympathie des Lesers. Ihre Geschichte ist passend in die Historie der Juden eingebettet.

Der Roman ist nicht immer leicht zu lesen, und doch gibt er einen guten Eindruck einer jüdischen Familiengeschichte wieder. Ich empfehle das Buch gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.