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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2023

zweiter Teil der Stern-Saga - viel besser!

Wer die Hölle kennt
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Mir hat der erste Teil nur so mittelmäßig gefallen, die ersten beiden Drittel waren echt hart.
Hier hingegen war ich von Beginn an Feuer und Flamme. Das Setting ist erklärt, die Charaktere bekannt - kann ...

Mir hat der erste Teil nur so mittelmäßig gefallen, die ersten beiden Drittel waren echt hart.
Hier hingegen war ich von Beginn an Feuer und Flamme. Das Setting ist erklärt, die Charaktere bekannt - kann losgehen!
Bardugo schreibt in einem sehr spannenden Stil. Es passiert unglaublich viel auf unglaublich wenig Seiten und trotzdem ist es wirklich spannend. Vielleicht genau deshalb? Trotz dieses eher schnellen Stils hat man nicht das Gefühl, etwas zu verpassen oder zu wenig Zeit in einer Szene zu verbringen. Sie schafft es, mit wenig Worten und wenig Zeit enorm viel zu erzählen.
Besonders gefallen haben mir die Hintergrundgeschichten der vier Hauptakteure. Das fand ich im vorherigen Buch bzw. am Anfang hier etwas schade - wir wissen sehr wenig über die Vergangenheit der vier. Die Autorin lässt uns aber nicht hängen und haut uns quasi Backstory und Emotion ins Gesicht - auf eine sehr gute und perfekt getimte Art.
Am Ende musste ich leider wieder etwas zurückblättern und einige Passagen nochmal lesen, weil dann doch viele Namen auf einmal dazu kamen. Normalerweise hab ich damit keine Probleme, hier wurde es dann aber doch etwas viel - ein ähnliches Gefühl wie zu Beginn des ersten Bandes.

Alles in allem ein wirklich gelungener Folgeband - sogar viel besser als der Erste - und ich bin total gespannt, wie es weiter geht und wie viele Bücher sich der Reihe noch anschließen.

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Veröffentlicht am 10.03.2023

starke Prota, spannende Story

Lore. Die Spiele haben begonnen. Sie kämpft um ihr Leben
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Mal wieder ein Cover-Kauf. Aber zurecht!

Auf den ersten Seiten sind die unterschiedlichen Häuser nochmal aufgelistet - das hat mir beim Lesen sehr geholfen, da ja doch eine Menge Namen in den Raum geworfen ...

Mal wieder ein Cover-Kauf. Aber zurecht!

Auf den ersten Seiten sind die unterschiedlichen Häuser nochmal aufgelistet - das hat mir beim Lesen sehr geholfen, da ja doch eine Menge Namen in den Raum geworfen werden.

Ich mag dicke Bücher sehr, trotzdem war ich hier am Anfang etwas abgeschreckt - das liegt aber nur an der Bindung! Also nicht irren lassen, wir sprechen von unter 600 Seiten.

Das Buch hat mich von Anfang an total gepackt. Ich lese sonst viele Bücher, die erstmal 100-200 Seiten Worldbuilding haben, da war dies hier eine sehr willkommene Abwechslung.
Lore und die ersten wichtigen Charaktere um sie herum sind wundervoll. Die Gedanken, Hintergründe und Motive - zumindest bisher bekannte - sind gut erklärt und mitreißend geschrieben.
Bei dem ganzen Konstrukt der Purge-Ähnlichen Woche bin ich doch ins straucheln gekommen. Das ist eine Welt für mehr Bücher! Die Geschichte passt jedoch perfekt in einen Band und ist nicht zu lang oder zu kurz geraten. Ich dachte, alles verstanden zu haben, bis ich die Situation jemandem erklären wollte - ja, ähm, also...
An dieser Stelle hätte ich mir mehr Erklärung oder auch eine Sonderseite gewünscht, die den Argon zusammenfassend erklärt. Da waren noch ein paar Eventualitäten und Fragen offen.

Das hat aber nicht den Lesegenuss weniger gut gemacht.
Wahnsinnig spannende Twists, gute Einsicht in die verschiedenen Charaktere - nicht nur bei der Protagonistin! Insgesamt ein guter Lesefluss, der einen nicht wieder loslässt. Hätte ich nicht erst abends mit dem Buch begonnen, hätte ich es bestimmt in einem Rutsch gelesen.

Für einen Einzelband wirklich toll. Lädt zum Re-Read ein und bisher eins meiner liebsten Bücher in 2023.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

großartiges Worldbuilding mit starken weiblichen Charakteren

Der Neunte Regen – The Ninth Rain
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Der neunte Regen ist der Auftakt von Jen Williams’ The Winnowing Flame-Trilogie und für mich ein Fantasyroman, der trotz kleiner Einstiegshürden schnell einen enormen Sog entwickelt hat. Die Geschichte ...

Der neunte Regen ist der Auftakt von Jen Williams’ The Winnowing Flame-Trilogie und für mich ein Fantasyroman, der trotz kleiner Einstiegshürden schnell einen enormen Sog entwickelt hat. Die Geschichte spielt in einer sterbenden Welt, in der das einst mächtige Imperium Ebora seinem Untergang entgegengeht. Mit Vintage, einer exzentrischen Entdeckerin, dem eboranischen Außenseiter Tormalin und der geheimnisvollen Hexe Noon folgt man drei sehr unterschiedlichen Perspektiven, die sich nach und nach zu einer größeren, bedrohlichen Wahrheit verbinden. Sobald diese Handlungsstränge zusammenliefen, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Besonders überzeugt haben mich die Figuren, die sehr eigenständig und leicht ins Herz zu schließen sind. Vintage erinnerte mich an eine weibliche Version von Indiana Jones, wirkte dabei aber deutlich charmanter und frischer. Tormalins trockener Humor und seine fast schon obsessive Sorge um sein Äußeres waren ebenso unterhaltsam wie Noon, deren Perspektive sich als überraschend stark erwies. Gerade die weiblichen Charaktere sind hervorragend geschrieben und tragen viel Tiefe und Eigenständigkeit in die Geschichte.

Ein großer Reiz des Buches liegt für mich im Worldbuilding. Williams verbindet Fantasy mit ungewöhnlichen, teils sci-fiartigen und leicht lovecraftesken Elementen und erschafft eine Welt, die sich angenehm von klassischen mittelalterlichen Settings abhebt. Albtraumhafte Kreaturen, parasitäre Geister, lebende Kriegsbestien und riesige Fledermäuse als Reittiere zeugen von einer morbiden, sehr bildhaften Fantasie. Gleichzeitig war das Worldbuilding für mich nicht immer ganz leicht zu greifen: Viele Hintergründe werden eher angedeutet oder in Epigraphen erklärt, sodass ich trotz der Fülle an Ideen nicht immer ein klares Bild von allen Grundlagen dieser Welt hatte. Ich vermute aber stark, dass das in Band 2 deutlich mehr erklärt wird - eigentlich gar nicht so unüblich für das Genre.

Stilistisch liest sich das Buch sehr flüssig, mit einer guten Balance aus Action, Humor und Atmosphäre. Der Anfang ist vergleichsweise ruhig, doch sobald die Geschichte Fahrt aufnimmt, entfaltet sie eine enorme Sogwirkung. Das Ende ist wild, vielversprechend und macht große Lust auf die Fortsetzung.

Insgesamt ist Der Neunte Regen für mich ein sehr starker, wenn auch nicht ganz perfekter Auftakt mit originellen Ideen, faszinierender Welt und liebenswerten Figuren. Wer ungewöhnliche High Fantasy mag und bereit ist, sich auf ein eigenwilliges Setting einzulassen, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben.

Ganz großen Dank an den ronin-Hörverlag für ein Rezensionsexemplar des Hörbuchs! <3 #rettetdiefantasy

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Veröffentlicht am 15.01.2026

großartiges Worldbuilding mit starken weiblichen Charakteren

Der Neunte Regen – The Ninth Rain
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Der neunte Regen ist der Auftakt von Jen Williams’ The Winnowing Flame-Trilogie und für mich ein Fantasyroman, der trotz kleiner Einstiegshürden schnell einen enormen Sog entwickelt hat. Die Geschichte ...

Der neunte Regen ist der Auftakt von Jen Williams’ The Winnowing Flame-Trilogie und für mich ein Fantasyroman, der trotz kleiner Einstiegshürden schnell einen enormen Sog entwickelt hat. Die Geschichte spielt in einer sterbenden Welt, in der das einst mächtige Imperium Ebora seinem Untergang entgegengeht. Mit Vintage, einer exzentrischen Entdeckerin, dem eboranischen Außenseiter Tormalin und der geheimnisvollen Hexe Noon folgt man drei sehr unterschiedlichen Perspektiven, die sich nach und nach zu einer größeren, bedrohlichen Wahrheit verbinden. Sobald diese Handlungsstränge zusammenliefen, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Besonders überzeugt haben mich die Figuren, die sehr eigenständig und leicht ins Herz zu schließen sind. Vintage erinnerte mich an eine weibliche Version von Indiana Jones, wirkte dabei aber deutlich charmanter und frischer. Tormalins trockener Humor und seine fast schon obsessive Sorge um sein Äußeres waren ebenso unterhaltsam wie Noon, deren Perspektive sich als überraschend stark erwies. Gerade die weiblichen Charaktere sind hervorragend geschrieben und tragen viel Tiefe und Eigenständigkeit in die Geschichte.

Ein großer Reiz des Buches liegt für mich im Worldbuilding. Williams verbindet Fantasy mit ungewöhnlichen, teils sci-fiartigen und leicht lovecraftesken Elementen und erschafft eine Welt, die sich angenehm von klassischen mittelalterlichen Settings abhebt. Albtraumhafte Kreaturen, parasitäre Geister, lebende Kriegsbestien und riesige Fledermäuse als Reittiere zeugen von einer morbiden, sehr bildhaften Fantasie. Gleichzeitig war das Worldbuilding für mich nicht immer ganz leicht zu greifen: Viele Hintergründe werden eher angedeutet oder in Epigraphen erklärt, sodass ich trotz der Fülle an Ideen nicht immer ein klares Bild von allen Grundlagen dieser Welt hatte. Ich vermute aber stark, dass das in Band 2 deutlich mehr erklärt wird - eigentlich gar nicht so unüblich für das Genre.

Stilistisch liest sich das Buch sehr flüssig, mit einer guten Balance aus Action, Humor und Atmosphäre. Der Anfang ist vergleichsweise ruhig, doch sobald die Geschichte Fahrt aufnimmt, entfaltet sie eine enorme Sogwirkung. Das Ende ist wild, vielversprechend und macht große Lust auf die Fortsetzung.

Insgesamt ist Der Neunte Regen für mich ein sehr starker, wenn auch nicht ganz perfekter Auftakt mit originellen Ideen, faszinierender Welt und liebenswerten Figuren. Wer ungewöhnliche High Fantasy mag und bereit ist, sich auf ein eigenwilliges Setting einzulassen, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben.

Ganz großen Dank an den ronin-Hörverlag für ein Rezensionsexemplar des Hörbuchs! <3 #rettetdiefantasy

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Veröffentlicht am 13.11.2025

guter historischer Schauerroman mit queerer Liebe

Wer die Toten stört
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A. Rae Dunlaps Debüt "Wer die Toten stört" verbindet packende Fiktion mit bemerkenswerter historischer Präzision. Der Roman spielt im Edinburgh des Jahres 1828 - einer Hochphase medizinischer Entdeckungen, ...

A. Rae Dunlaps Debüt "Wer die Toten stört" verbindet packende Fiktion mit bemerkenswerter historischer Präzision. Der Roman spielt im Edinburgh des Jahres 1828 - einer Hochphase medizinischer Entdeckungen, in der Fortschritt und Ethik in ständiger Spannung standen.

James Willoughby, Sohn einer englischen Gutsfamilie, verlässt Oxford, um in Schottland Chirurgie zu studieren. Doch wer echte Erfahrung am menschlichen Körper sammeln will, muss sich abseits der offiziellen Universitäten bewegen - in die privaten Anatomieschulen der Surgeon’s Square, wo Wissen oft mit moralischen Grenzüberschreitungen erkauft wird. Dort begegnet James dem charismatischen Aneurin (Nye) MacKinnon, einem Assistenten, dessen Verbindung zur illegalen Leichenbeschaffung ihn in die Schattenwelt der sogenannten Auferstehungsmännern führt.

Dunlap zeichnet diese Zeit mit eindrucksvoller historischer Genauigkeit. Die medizinischen Praktiken, gesellschaftlichen Hierarchien und wachsenden Spannungen rund um die berüchtigten Burke-und-Hare-Morde (die gab es wirklich!) sind sorgfältig recherchiert und werden detailreich, aber zugänglich vermittelt. Besonders gelungen ist die Art, wie der Roman die Faszination und moralische Ambivalenz des frühen 19. Jahrhunderts spürbar macht: eine Ära, in der die Grenzen zwischen Wissenschaft und Verbrechen oft verschwammen.

Trotz seines düsteren Rahmens ist "Wer die Toten stört" zugleich eine feinfühlige Liebesgeschichte. Die Beziehung zwischen James und Nye entfaltet sich behutsam und glaubwürdig, ohne den historischen Kontext zu verfälschen. Die Autorin vermeidet moderne Projektionen, zeigt aber, dass Zuneigung auch in einer feindlichen Zeit bestehen kann.

Der Stil ist reich und bildhaft, manchmal bewusst altmodisch, was dem Zeitkolorit zugutekommt, aber gelegentlich etwas schwerfällig wirkt. Die Handlung folgt eher den Schritten einer klassischen Bildungsreise als einem Kriminalplot, was es hier und da etwas zäh macht. Das Pacing ist auch mein einziger Kritikpunkt. Hier und da zieht sich die Geschichte wirklich, was mich frustriert hat. Ich habe die Geschichte und die Charactere geliebt, aber trotzdem ab und an gestruggled, weiter zu lesen. Am Ende passiert dann der eigentliche Plot ganz schnell.
Trotz dieses doch großen Nachteils war das Buch wunderbar und ich bin froh, es gelesen zu haben.

Insgesamt:
"Wer die Toten stört" ist ein atmosphärisch dichtes, historisch fundiertes Debüt, das die dunkle Faszination der frühen Medizin mit Themen wie Moral, Klasse und Identität verbindet. Wer geschichtliche Authentizität, medizinische Genauigkeit und gothische Stimmung schätzt, wird in diesem Roman reich belohnt.

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