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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.02.2026

verpasste Chancen

Tage des Lichts
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Der Roman ist detailliert beschreibend, teilweise in poetischer Sprache, aus der Sicht von Ivy über eine lange Zeitspanne ihres Lebens geschildert. Er ist meistens still, hat aber einige Schlüsselmomente, ...

Der Roman ist detailliert beschreibend, teilweise in poetischer Sprache, aus der Sicht von Ivy über eine lange Zeitspanne ihres Lebens geschildert. Er ist meistens still, hat aber einige Schlüsselmomente, die lauter werden und die exemplarisch hervorgehoben werden, beginnend mit der jungen etwa 19jährigen Ilvy bis zur alten Frau. Zwischendurch werden gesamte Lebensabschnitte übersprungen, dies finde ich ungewohnt. Das zentrale Thema und die Bedeutung des Lichtes kommt immer wieder vor und wird von mehreren Blickpunkten aus betrachtet, vor allem in religiöser Hinsicht, aber auch künstlerisch, esoterisch und aus persönlichen Erlebnissen heraus, teilwiese negativ behaftet, teilweise positiv. Generell spielen Spiritualität und Religiosität eine besondere Rolle, aber auch kreative, künstlerische Aspekte. Traurig finde ich, wie sich Ivys Leben im Laufe der Zeit verändert hat. Zu Beginn ist Ivy eine junge, lebensfrohe, naive Persönlichkeit, die noch viele Träume und Vorstellungen vom Leben hat, doch schon bald ist sie verheiratet, überfordert, gestresst und hat ihr Selbstbewusstsein verloren. Sie wirkt depressiv und passiv und hat aufgehört, nach etwas zu streben, sieht sich selbst sogar als talentlos an. Immer wieder treten kurze Freudenmomente und Verliebtheit in ihr Leben, aber dies darf und kann sie nicht ausleben, sondern verkümmert immer mehr. Nach vielen verpassten Chancen, aufgegebenen Hoffnungen und Träumen, sucht Ivy nach einem neuen Licht in ihrem Leben und findet dies auch wieder für einen kurzen Moment in der Religion. Insgesamt war der Roman für mich monoton, blass und deprimierend zu lesen. Ich hätte mir auch mehr Höhepunkte in Ivys Leben gewünscht und intensivere Gefühle von Ivy und ihrem Umfeld. Leider hat sie auch erst sehr spät mit einer Reflexion ihrer Situation begonnen, aber was wäre, wenn… stand immer im Raum.

Veröffentlicht am 15.01.2026

religiöse Zwangsgemeinschaften

Die gehorsame Tochter
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Der Thriller beginnt verhältnismäßig ruhig und erzählend für das Genre, berichtet über die junge Abigail, dien in den USA in einer streng religiösen Glaubensgemeinschaft aufwächst. Ihr Charakter ist schwer ...

Der Thriller beginnt verhältnismäßig ruhig und erzählend für das Genre, berichtet über die junge Abigail, dien in den USA in einer streng religiösen Glaubensgemeinschaft aufwächst. Ihr Charakter ist schwer greifbar, sie wirkt für mich distanziert und ich kann mich nicht gut in sie hineinversetzen. Nach einem Brand bleibt Abigail als einzige Überlebende zurück, da stellt sich die Frage: Hatte sie einfach nur Glück? Oder steckt doch mehr dahinter? Auch wer der Mann war, der kurz zuvor noch gesehen wurde, steht im Zentrum des Interesses. Das Thema Religion und religiöse Sekten nimmt einen großen und bedeutenden Raum ein, darauf muss man sich als Leser*in einstellen. Es wird nicht neutral betrachtet, sondern es kommen auch alle gängigen Klischees und Vorurteile vor. Man spürt auch Abigails strenge Erziehung, ihre Isolation und ihre eingeschränkte Sichtweise auf die Welt. Mit der Zeit bemerkt man bei ihr aber die ersten Veränderungen, die sich positiv auf ihren Charakter auswirken. Indem sie von den vorgegebenen Zwängen befreit wurde, kann sie nun selbst kritisch hinterfragen beginnen. Der Erzählstil ist teilweise ausufernd, weicht vom Wesentlichen ab und wechselt in den Zeitebenen vor dem Brand und danach hin und her. Die Geschichte regt auch im Nachhinein noch zum weiteren Nachdenken über strenge Religionsgemeinschaften und Sekten und deren Mitglieder an.

Veröffentlicht am 15.01.2026

Eine zu viel

Spielverderberin
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Was macht Freundschaft aus und wie verändert sich die Dynamik im Laufe der Zeit und bei Veränderungen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Roman, in dem Sophie, Lotte und Romy eine Dreierfreundschaft ...

Was macht Freundschaft aus und wie verändert sich die Dynamik im Laufe der Zeit und bei Veränderungen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Roman, in dem Sophie, Lotte und Romy eine Dreierfreundschaft während der Schulzeit haben, die sich aber nicht darüber hinaus weiterentwickeln kann. Die Grundstimmung ist durchwegs melancholisch und düster, sodass man das Gefühl hat, die Jugendlichen haben nur Stress, Probleme und Unsicherheit in ihren Leben, keine Freude oder positive Energien, dies empfinde ich beim Lesen bedrückend. Die Erzählung erfolgt hauptsächlich aus der Perspektive von Sophie als Ich-Erzählerin, somit bekommen wir als Leserinnen ihre Sichtweise zu sehen. Mich hätte auch noch interessiert, ob Romy und Lotte ähnlich empfinden, ob sie die Freundschaft vermissen oder ob sie sie vorher nicht als so prägend und wichtig empfunden haben – das kommt leider nicht so deutlich zum Vorschein. Manche Freundschaften überstehen schwierige Phasen im Leben, auch örtliche Distanzen, andere wiederum nicht. An Freundschaften muss man auch arbeiten, wenn sie einem wichtig sind. Erschwerend kommt hier hinzu, der Stadt- Land – Konflikt, der auch zwischen Milan und Sophie zu größeren Diskussionen führt. Vor allem aber ein dramatisches Ereignis hat eine Kettenreaktion ausgelöst, die niemals aufgearbeitet wurde und immer zwischen den ehemaligen Freundinnen steht. Bei Sophie kommen auch noch viele weitere Unsicherheiten und innere Konflikte hinzu. Sie befindet sich in einer Phase ihres Lebens, wo sie erstmal für sich selbst herausfinden muss, was sie möchte. An diesem Punkt endet auch der Roman und er verleitet dazu, dass man sich als Leser*in über diese Fragen weiterhin Gedanken macht.

Veröffentlicht am 01.01.2026

innere Konflikte und Anspannung

Wo der Tod wartet
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Der Psychothriller lebt vor allem aufgrund der angespannten, unheilvollen Leseatmosphäre, bei der ich ständig das unterschwellige Gefühl habe, dass jeden Moment etwas passieren wird. Tessa wirkt für mich ...

Der Psychothriller lebt vor allem aufgrund der angespannten, unheilvollen Leseatmosphäre, bei der ich ständig das unterschwellige Gefühl habe, dass jeden Moment etwas passieren wird. Tessa wirkt für mich als Charakter ziemlich angeschlagen und psychisch instabil und ich kann es schwer nachvollziehen, dass sie sich noch einmal an den Ort der Geschehnisse zurückwagt. Auch diesmal kämpft sie wieder mit Angst und mit ihren inneren Dämonen, sodass ständig das beklemmende Gefühl von Tessa auf die Leser*innen übertragen wird. Mir haben die inneren Konflikte und Gedanken von Tessa am besten gefallen. Die Spannung bleibt somit von Beginn an bis zum Schluss hochgehalten, wobei tatenmäßig am Anfang eher wenig passiert und dann am Schluss überhäufen sich die Ereignisse, dermaßen, dass man Mühe hat, mit dem schnellen Verlauf mitzukommen. Hier hätte ich eine Dosierung über das gesamte Buch hinweg besser gefunden und der Schluss wäre auch realitätsnaher möglich gewesen, so war es mir too much.

Veröffentlicht am 29.12.2025

es bleibt ein komischer Beigeschmack

Ruf der Leere
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Der Roman startet mit Alltagssituationen und bietet eine gute Charakterstudie der einzelnen Personen. Mit der Zeit erhält man als Leser*in immer mehr Einblicke in das Leben der einzelnen Charaktere und ...

Der Roman startet mit Alltagssituationen und bietet eine gute Charakterstudie der einzelnen Personen. Mit der Zeit erhält man als Leser*in immer mehr Einblicke in das Leben der einzelnen Charaktere und erfährt ihre Ängste, ihre Sorgen und ihre dunklen Geheimnisse. Die Idee mit der abgelegenen Hütte, ohne Handyempfang, in einem geschlossenen Setting finde ich gut, so muss man sich den Fragen und Antworten der anderen stellen und kann ihnen nicht ausweichen. Auch die Fragestellung, wer es moralisch gesehen, verdient zu überleben und wer nicht und dass diese Entscheidung als Gruppenkonsens getroffen werden soll, ist spannend. Die Umsetzung dazu hat mir leider nicht ganz so gut gefallen, einerseits durch das Auftreten des alten Mannes in Vertretung für den Tod, aber auch der Schluss wurde für mich viel zu schnell abgehandelt. Genau in dem Moment, als die Wahrheiten ans Tageslicht kommen und Spannung aufgebaut wurde, wird dies so schnell wieder beendet und viele Fragen bleiben offen, viele Themen ungeklärt. Die einzelnen Hauptcharaktere beginnen sich zu öffnen, erfahren, wie sie von den anderen wahrgenommen werden, bekommen negative Dinge an den Kopf geworfen und haben kaum die Möglichkeit dies zu überdenken oder zu reagieren. Die Reaktionen darauf hätte ich ebenfalls spannend gefunden. Hier hätte man mehr Zeit und Raum einplanen sollen und einen nicht ganz so offenen Schluss wählen sollen. Somit bleibt ein komischer Beigeschmack, indem mir das Hinführen zum Ende gut gefallen hat, aber das Ende selbst nicht.