religiöse Zwangsgemeinschaften
Die gehorsame TochterDer Thriller beginnt verhältnismäßig ruhig und erzählend für das Genre, berichtet über die junge Abigail, dien in den USA in einer streng religiösen Glaubensgemeinschaft aufwächst. Ihr Charakter ist schwer ...
Der Thriller beginnt verhältnismäßig ruhig und erzählend für das Genre, berichtet über die junge Abigail, dien in den USA in einer streng religiösen Glaubensgemeinschaft aufwächst. Ihr Charakter ist schwer greifbar, sie wirkt für mich distanziert und ich kann mich nicht gut in sie hineinversetzen. Nach einem Brand bleibt Abigail als einzige Überlebende zurück, da stellt sich die Frage: Hatte sie einfach nur Glück? Oder steckt doch mehr dahinter? Auch wer der Mann war, der kurz zuvor noch gesehen wurde, steht im Zentrum des Interesses. Das Thema Religion und religiöse Sekten nimmt einen großen und bedeutenden Raum ein, darauf muss man sich als Leser*in einstellen. Es wird nicht neutral betrachtet, sondern es kommen auch alle gängigen Klischees und Vorurteile vor. Man spürt auch Abigails strenge Erziehung, ihre Isolation und ihre eingeschränkte Sichtweise auf die Welt. Mit der Zeit bemerkt man bei ihr aber die ersten Veränderungen, die sich positiv auf ihren Charakter auswirken. Indem sie von den vorgegebenen Zwängen befreit wurde, kann sie nun selbst kritisch hinterfragen beginnen. Der Erzählstil ist teilweise ausufernd, weicht vom Wesentlichen ab und wechselt in den Zeitebenen vor dem Brand und danach hin und her. Die Geschichte regt auch im Nachhinein noch zum weiteren Nachdenken über strenge Religionsgemeinschaften und Sekten und deren Mitglieder an.