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Veröffentlicht am 03.02.2026

Der Winter ist kalt - gerade in den Nordlanden

Die Chroniken von Wetherid II - Special Edition
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Zwanzig Jahre sinder vergangen seit der Schlacht um Wetherid. Vrenli hat mittlerweile eine Familie gegründet und einen Sohn. Dennoch zögert er nicht, als seine alten Gefährten in seinem Dorf auftauchen ...

Zwanzig Jahre sinder vergangen seit der Schlacht um Wetherid. Vrenli hat mittlerweile eine Familie gegründet und einen Sohn. Dennoch zögert er nicht, als seine alten Gefährten in seinem Dorf auftauchen und ihm von einer neuen Gefahr erzählen. Der Magier Meister Drobal ruft die einstigen Gefährten wieder zusammen, damit sie sich auf eine gefährliche Reise begeben, denn Wetherid ist einmal mehr in Gefahr. Ein orkischer Schamane hat einen Dämon beschworen. Und betritt dieser Dämon ihre Welt, so wird er sie zerstören.

Vrenli und seine Gefährten ziehen einmal mehr aus, um die sieben Artefakte zu finden, die den Dämon aufhalten können. Und dieses Mal steht nicht nur Wetherid auf dem Spiel, sondern ihre gesamte Welt ...

Eines zu allererst: Vielen Dank an dieser Stelle an den Autoren und Verleger Christian Dölder, der mir das eBook zum ersten Teil des neuen Zyklusses zur Verfügung gestellt hat. Das war eine sehr große und freundliche Geste.

Zum Buch selbst:

Zwanzig Jahre sind nach den letzten Ereignissen bei Ib'Algir vergangen. Zwanzig Jahre, in denen die Gefährten sich nicht gesehen haben, sondern eigene Leben gelebt haben. Vrenli und Aarl haben mittlerweile Familien gegründet, Gorathdin ist verheiratet mit seiner Prinzessin, die ja am Ende des ersten Buches zur Königin gekrönt wurde, Borlix dient als Paladin seinem König und Werlis lebt weiterhin allein in seinem Haus in Abketh. Vrenli und er sind immer noch befreundet, und das ist so ziemlich alles, was wir über ihn erfahren.

Da ist ein kleiner Haken meinerseits. Ich hätte auch gern mehr über die unterschiedlichen Leben selbst erfahren. Aus der Handlung erfährt der Leser, dass Gorathdin wohl in die Staatsgeschäfte involviert ist, wenn auch nicht wie stark. Borlix ist der oberste Paladin, braucht sich aber nicht an deren Gesetze zu halten - warum? Aarl hat eine Familie gegründet, doch er berichtet so gut wie nie über sie. Ein bisschen mehr Details hätte die Leben deutlicher gefüllt und man hätte am Anfang nicht das Gefühl, sie seien alle außer Vrenli für zwanzig Jahre auf Eis gelegen. Aber das Mosern auf hohem Niveau.

Die Reise führt die Gefährten, außer Meister Drobal, in die Nordlande, wo auch der überwiegende Teil der Handlung spielt. Dölder hat sich hier von den tatsächlichen Nordmännern (oder Wikingern) inspirieren lassen, das spürt man deutlich. Und das ist auch nicht schlecht, ganz im Gegenteil. Ich fand es erfrischend, diese Zivilisation zu betrachten und über sie zu lesen. Die Beschreibungen der Eiswüsten des Nordlands waren dazu sehr gut. Wäre es nicht gerade ohnehin unter Null, wo ich lebe, ich glaube, an der einen oder anderen Stelle hätte ich allein der Beschreibungen wegen fleißig mit gezittert.

Was Dölder, wie bereits in Teil 2 erwähnt, dieses Mal anders macht ist die Bescheibung dessen, was auf der Gegnerseite passiert. Der Leser ist dabei, wenn die unheilige Allianz geschmiedet wird, man sieht, wie der Dämon beginnt, die Anführer der Völker zu manipulieren, was immer von Erfolg gekrönt wird, zumindest bei den Teilen, die hier erwähnt werden in diesem Band. Ich persönlich finde diesen Blick auf die Seite des "Bösen" als sehr interessant und eine zusätzliche Würze des Romans. Als Leser weiß man stellenweise mehr als die Protagonisten, ob gut oder böse, was einen mehr einbindet in die Handlung. Sehr gute Lösung!

Der Mord an Georathdins Frau ... Ich verstehe jetzt den Hintergrund mehr als im zweiten Roman der Reihe, empfinde ihn aber weiterhin als sinnlos. Sicher, dadurch wird eine Kette von Ereignissen möglich, die ohne ihn nicht passiert wären - oder wären sie nicht? Es wird erwähnt, dass sie nicht den sicheren Stand als Königin hatte, den sie erhoffte. Sie wird von einem ihrer Fürsten massiv unter Druck gesetzt vor ihrem Tod. Nach dem Mord kräht kein Hahn mehr wegen des Embargo, was mich doch verwundert hat. Statt dessen streitet sich der Kronrat wegen der Nachfolge, was soweit geht, dass Beweise gefälscht werden. Uff, da geht's wirklich zur Sache.

In den Nordlanden treffen die Gefährten derweil auf Thorgar, der sich ihnen anschließt. Ich beginne zu begreifen, was sie Zahl sieben für eine Rolle spielt in dieser Queste.

Was mir sehr gut gefiel war die Tatsache, dass nicht mehr alles auf Anhieb klappte wie im ersten Band der Chroniken. Die Gefährten müssen sich in Rätseln versuchen, die nicht einfach sind (okay, beim zweiten wäre ich tatsächlich selbst nicht auf die Lösung gekommen), sie müssen Türen und Tore knacken, was auch nicht immer gelingt. Das war gut gelöst und sehr viel glaubhafter als in Band 1 der Chroniken.

Was mir auch sehr gut gefiel war die Freundschaft zwischen Aarl und Borlix. Sie necken sich immer wieder gern, aber am Ende bleiben sie gute Freunde, das war eine schöne Sicht auf diese Chraktere. Wollen wir hoffen, dass sie dieses Mal auch in Kontakt bleiben, denn gemeinsam haben die beiden wirklich gute Chemie, was zu einem hohen Schmunzelfaktor beim Lesen führt, lässt man sie los. Auch gut gefallen hat mir Werlis, der, vermutlich unbewusst, noch immer mit dem Verlust seines Armes hadert, gleichzeitig aber auch ein wertvolles Mitglied der Gruppe ist. Dass er angeschubst werden muss, um seinen eigenen Wert zu erkennen, fand ich sehr gut.

Alles in allem bleibt ein sehr unterhaltsamer Roman, der Lust auf mehr macht. Besser durchgereift als die ersten Chroniken, und, wie wir ja bereits wissen, mit einem würdigen Nachfolger sind die "Hüter der sieben Artefakte" wirklich ein High Fantasy Ereignis, dass es mehr als nur verdient, eine breite Leserschaft zu finden.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Ein Buch sie alle zu beherrschen ...

Die Chroniken von Wetherid I - Die Gabe der Elfen
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Vrenli wächst behütet in seinem Dorf auf. Seine größte Sorge ist es, ob er die Kriegerprüfung bestehen wird, die in einigen Tagen stattfinden soll. Doch dann begegnet er dem Halbelfen Gorathdin, der ihn ...

Vrenli wächst behütet in seinem Dorf auf. Seine größte Sorge ist es, ob er die Kriegerprüfung bestehen wird, die in einigen Tagen stattfinden soll. Doch dann begegnet er dem Halbelfen Gorathdin, der ihn auffordert, mit ihm gemeinsam in die Hauptstadt zu reisen.

Und plötzlich ist nichts mehr, wie Vrenli die Welt kennt ...

High Fantasy ist ein Genre, das immer noch sehr amerikalastig ist.Ohne Frage, es gibt einige deutschsprachige Autoren, die sich diesem Genre verschrieben haben. Doch die erfolgreichsten Romane und Zyklen kommen noch immer über den Großen Teich zu uns. Was ehrlich schade ist, denn auch hierzulande gibt es wirklich gute Autoren, nur bekommen die, gerade jetzt in der Romantasy-Schwemme, kaum eine Chance, sich wirklich zu entfalten.

Dölder ist einer unter vielen, die sich dem Weg der Selbstveröffentlichung gesucht haben. Was schade ist, denn diese Werke verdienen ein weiteres Publikum, das sie aber kaum erreichen. Mein erster Roman war ebenfalls in Selfpublishing, ich kenne also die Zahlen, die sich mit nichts messen lassen, wenn ein Verlag hinter der Veröffentlichung steht. Im Eigenverlag gibt es, neben dem immer noch existierendem Stigma, dass das Werk einfach nicht gut genug war für einen Verlag, nicht sehr viele Wege, um sein Buch bekannt zu machen. Darum suchen solche Autoren oft den Weg über die Rezensionen, um ihre Bücher etwas zu pushen.

Nun, die Gabe der Elfen ist kein kleines Buch. Mit über 700 Seiten ist es schon ein Klotz, nicht negativ gemeint an dieser Stelle. Und der Preis, den ich bezahlt habe, war nicht ohne. Um genau zu sein, es war das teuerste Taschenbuch, das ich mir je gekauft habe. Dies ist nicht als Vorwurf gemeint, eher als ein Denkanstoß, denn die Folgebände sind nicht viel billiger. Vielleicht sollte man sich an den Vorlagen der Verlage halten. Immerhin, die 1000+ Bände "Das Rad der Zeit" kosten 22 €, was deutlich günstiger ist.

Aber genug vom Preis, gehen wir ins Buch.

Der Roman, ja ... Um ehrlich zu sein, war ich bis kurz vor dem Ende des Romans bereit, ihn mehr oder weniger zu verreißen. Mit dem vorletzten Kapitel hat Dölder für mich das Ruder noch herum gerissen, wenn auch knapp.

Die Figuren wirken bis knapp vor dem Ende sehr naiv und redselig, auch dort, wo vielleicht Schweigen mehr angebracht wäre. Ich kann diese Entscheidung bei Figuren wie Vrenli und seinem Freund verstehen. Die beiden sind, für ihr Volk, noch jung und kennen nichts anderes als ihre Heimat. Aber ein gestandener Waldläufer wie Gorathdin? Oder der uralte Magier Drobal, der irgendwie die Fäden zieht hinter allem? Die ständigen Wiederholungen dessen, was gerade passiert war, machten die Sache nicht viel besser.

Was mich wirklich nervte war die Tatsache, dass sämtliche Schwierigkeiten, der die Gruppe begegnete, mit einfachsten Mitteln und im ersten Anlauf beiseite geschoben werden konnten. Manchmal durfte Gorathdin ein wenig nachdenken, kam mit der einfachsten der Lösungen aus seinem Denken zurück, und es klappte dann auf wunderbare Weise. Mit der Lektüre begann es mehr nach einem Kinderbuch zu klingen denn dem Roman für einen Erwachsenen.

Die Schwarz-Weiß-Zeichnung, die sich über weite Teile des Romans zieht, machte die Sache nicht besser. Die Bösen sind böse, weil sie böse sind. Sie bleiben blass, Kanonenfutter (im übertragenen Sinn) für die Helden und ihre Verbündeten. Einzige Ausnahme waren diese Tempelritter, oder zumindest der eine Charakter, der sich der Gruppe anschloss. Und selbst da schien es eher wankelmütig denn Überzeugung zu sein, was ihn letztendlich auf seinen Weg setzte. Ich hätte mir ein bisschen mehr Tiefe gewünscht, einen Einblick in die "Bösen", um sie besser verstehen zu können. Das Buch oder das Land, das reichte mir einfach nicht für die Gewalt, die da am Ende entfesselt wurde.

Die meisten Action-Szenen waren nicht gut durchdacht und fanden weit, weit entfernt vom Leser statt. Leider, denn einige der Kämpfe hätte ich mir wirklich gern aus der Nähe angesehen. Zudem fand ich es amüsant, dass ich die ersten etwa knapp 100 Seiten vorhersehen konnte. Es war abgewandelt, ja, aber es war immer noch der Anfang vom "Herrn der Ringe". Das eine Mal, wo tatsächlich jemand dieses Buch kopierte, und er nahm nicht einmal im entferntesten den Ruhm dafür.

Dann aber, ja dann kam die große Schlacht um Wetherid. Und schlagartig änderte ich meine Meinung. Gut, die Bösen waren immer noch böse, weil sie eben böse sind, aber damit konnte ich an dieser Stelle leben. Denn die Schlacht an sich war perfekt geschrieben! Ich hatte alles vor Augen, auch wenn ich mir gewünscht hätte, Dölder hatte vorher nicht alle Verteidigungsanlagen bis ins Detail beschrieben. Ich wäre gern von dem Ölgraben überrascht worden. Aber das ist meine persönliche Meinung. Der Kampf war einer der besten, den ich in langer Zeit gelesen habe! Und das änderte meine Meinung über diesen Roman.

Ja, die Figuren sind flach, ja, die Handlung ist vorhersehbar, ja, die Sprache ist eher für ein Kinderbuch denn ein Erwachsenenwerk - bis zu diesem Punkt. Plötzlich explodiert alles und das wahre Potenzial Dölders kommt hervor. Wenn das von Anfang an geplant war, dann war es ein riskanter Geniestreich. Wenn nicht, Christian Dölder, schreib weiter so wie die letzten 50 Seiten und du hast in mir einen Fan fürs Leben gewonnen.

Alles in allem bleibt ein über die weiteste Strecke sehr einfaches Buch. Doch wenn man sich tatsächlich durchkämpft bis zum Ende, dann erlebt man nicht nur eine Überraschung, sondern ein Meisterwerk auf den letzten 50 Seiten.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Wie man Drachen schafft

Drachendämmerung
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Zurück zum Beginn der Koloniarisierung Perns führt dieses Buch detailreicher durch die Ankunft, die Katastrophen und die Entstehung der Drachen.

Im Original erschien dieser Roman 1988, hat also schon ...

Zurück zum Beginn der Koloniarisierung Perns führt dieses Buch detailreicher durch die Ankunft, die Katastrophen und die Entstehung der Drachen.

Im Original erschien dieser Roman 1988, hat also schon einige Jährchen auf seinem Buckel. Wie die anderen Pern-Romane, die ich bisher gelesen habe, ist der Stil leicht veraltet, wenn es mir auch nicht ganz so schlimm vorkam wie in einigen der anderen Bände. Es war damals eben eine andere Zeit und das Schreiben war dementsprechend anders. Als jemand, der mit den alten Werken aufgewachsen ist, ist es zwar eine Umstellung von neu auf alt, doch es lohnt sich.

In dem Storyband "Die Ankunft" hatte McCaffrey sich bereits mit der Koloniasierung des Planeten beschäftigt, doch in diesem Roman erlebt man das ganze hautnahe mit. Und es ist meist spannend. Ich gebe zu, ein paar Längen, gerade zu Beginn, gibt es, doch nie mehr als maximal ein oder zwei Seiten, dann nimmt die Handlung wieder Fahrt auf.

McCaffrey beschäftigte sich hier mit den ersten acht Jahren, die die Siedler auf Pern verbringen, und wie und was alles passiert, was schließlich zur Aufgabe der ersten Siedlung führte. Die eigentliche Evakuierung wird besser in "Die Ankunft" geschildert, doch darum geht es hier weniger.

Nach den ersten Jahren, die die Siedler, einmal abgesehen von den üblichen Nachbarschaftsstreitereien, ruhig verbringen, erfolgt der erste Fädenfall. Und der fordert horrende Opfer! Es wurde in keinem der vorherigen Bände erwähnt, doch es befanden sich auch Nomadenstämme von der alten Erde unter den ersten Siedlern. Diese wurden, bis auf wenige Ausnahmen, samt und sonders Opfer der ersten Sporenregen. Und den Siedlern ist klar: sie müssen etwas tun!

Mit den noch vorhandenen technischen Mitteln rufen sie zum Widerstand gegen die Sporen auf, während sie gleichzeitig versuchen, mehr über diesen neuen Feind herauszufinden. Doch es wird schnell klar, dass diese technischen Mittel begrenzt sind. Was aber den meisten Bewohnern auffällt ist das Verhalten der Feuerechsen, die aktiv mit ihnen gegen die Fäden ziehen. Daraus entsteht der Plan, die kleinen einheimischen fliegenden Echsen genetisch zu verwandeln. Doch so einfach ist das auch wieder nicht, selbst nachdem die ersten künstlich herangezüchteten Drachen geschlüpft sind. Niemand hat Erfahrung mit diesen großen Tieren, und die Genetikerin, die das Erbgut manipulierte, starb während der Versuche eines natürlichen Todes.

Nachdem die Lösung des Problems doch nicht so leicht um die Ecke lag wie man hoffte, sondern Zeit und Training erfordert, sind die Bewohner erst einmal alles andere als begeistert. Doch die Drachenreiter, allen voran Sean, geben nicht auf, sondern arbeiten weiter mit ihren Tieren.

Was McCaffrey hier gelungen ist ist ein interessanter Roman über den Ursprung der Drachen und dem Chaos, der durch eine aktive Bedrohung ausgelöst wurde. Die Sporen werden besser beschrieben, auch wenn den Pernern nicht wirklich klar ist, woher sie kommen. Was sie wissen ist dass sich dieses Phänomen immer wieder wiederholen wird. Also brauchen sie eine dauerhafte Lösung in Form der Drachen.

Einzelne Schicksale werden vorgestellt und deren Werdegang mitverfolgt. Das ist natürlich für den einen oder anderen etwas anstregend zu lesen, denn statt eines Protags gibt es gleich mehrere, durch deren Augen gesehen wird. Die Charaktere wachsen, bleiben aber innerhalb ihrer Archetypen. Selbst Sean, der zu Wutausbrüchen neigt in der ersten Hälfte des Romans, treibt es später, als er zum Drachenreiter wird, nicht auf die Spitze oder riskiert einen Bruch mit der Regierung. Statt dessen geht er mit den anderen Reitern seinen eigenen Weg, um am Ende, Vorsicht Spoiler!, den Tag zu retten.

Ein kleines Easter Egg gibt es obendrein noch zu entdecken zu "Moreta". Das allerdings regte mich zum Schmunzeln an, als ich es las. So schließen sich gleich mehrere Kreise innerhalb des Zyklusses und dem Leser werden eine Menge mehr Einzelteile für das Gesamtpuzzle geboten.

Alles in allem ist "Drachendämmerung" ein handfester Roman, der sich gut lesen lässt. Ist es der beste der Reihe? Nein, aber er schließt einen großen Kreis und gibt nicht wenige Antworten. Und schon allein dafür lohnt sich die Lektüre.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Oh du fröhlicher Mordfall

Miss Merkel: Mord unterm Weihnachtsbaum
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Dass hatte Angela sich ganz anders vorgestellt! Eigentlich war geplant, die Feiertage mit den Obamas auf Hawaii zu verbringen, doch dann stehen sie und Anhang am Vorabend zu Weihnachten wieder in Klein-Freudenstadt. ...

Dass hatte Angela sich ganz anders vorgestellt! Eigentlich war geplant, die Feiertage mit den Obamas auf Hawaii zu verbringen, doch dann stehen sie und Anhang am Vorabend zu Weihnachten wieder in Klein-Freudenstadt. Und mehr noch: Es ist eine Leiche in ihrem Kamin! Dem Anschein nach ein als Weihnachtsmann verkleideter Mann, der kopfüber im Schornstein hängt.

Angela nimmt die Ermittlungen auf, und die Zeit drängt, denn für Heiligabend sind sie und ihr Mann eingeladen aufs Schloss, um dort gemeinsam mit Bodyguard Mike mit Frau und Kind gemeinsam zu feiern ...

Der fünfte Teil der Miss Merkel-Reihe ist da, und dieses Mal hat die gute Angela auch noch ein Zeitlimit und nicht nur mit dem inkompetenten Kommissar Hannemann im Nacken. Und dann ist da auch noch der Auflauf von Weihnachtsmännern und -frau in Klein-Freudenstadt.

Eines findet Angela schnell heraus: bei dem Mord ging es um Erpressung. Der Tote war der Meinung, nur er habe in der Stadt das Recht, als Weihnachtsmann aufzutreten. Er hatte aus seiner Passion für Weihnachten sogar einen Beruf gemacht: er führte einen Laden, in dem man rund ums Jahr Weihnachtliches kaufen kann und kam als bezahlter Santa in die Häuser, um die Anwesenden zu bescheren. Bei jedem der anderen "Weihnachtsmänner und -frau" fand er etwas heraus, mit dem er sie erpressen wollte, nie wieder das Kostüm anzulegen.

Der Roman ist wie seine Vorgänger herrlich schräg und nimmt nicht nur das Dorf- bzw. Kleinstadtleben auf die Schippe, sondern ebenso Politiker und die moderne Gesellschaft. Und vielleicht sogar Angela Merkel selbst, wer weiß?

Ich bin ein Fan der Reihe seit Buch 1 und konnte es mir natürlich nicht nehmen lassen, mir auch diesen Band quasi zu Nikolaus zu schenken. Und, wie gewohnt, gibt es wieder jede Menge zu lachen und zu schmunzeln, wenn wir Angela bei ihren Ermittlungen über die Schulter schauen. Und was sie dieses Mal alles aufbieten muss, um den Mord zu lösen: Mit gleich vier Verdächtigen hat sie eine Menge zu tun, sodass der Heiligabend zu einem Dauerlauf wird. Es geht zum Weihnachtsmarkt, in die Kneipe und ins Fitnessstudio, in dem sie tatsächlich sogar einen Eingangstest über sich ergehen lässt, nachdem Purzel Achim sofort ausgesondert wurde.

Am meisten allerdings musste ich lachen, als Angela erst auf dem Weihnachtsmarkt mit den Stadtpennern zusammen einen aufgepuschten Punsch trinkt, um anschließend in der lokalen Kneipe nach dem Genuss eines Starkbiers im wahrsten Sinne des Wortes vom Barhocker zu kippen - während sie einen Schlager schmettert! Ebenso lustig war Achims Auftritt als rappender Josef im jährlichen Krippenspiel. Nebenbei lässt Safier hier noch noch eine kleine Fahne winken. Sollte der Pastor etwa das nächste Mordopfer im nächsten Roman werden?

Was ebenfalls einfach nur zum Weglachen war, war die Erkenntnis, dass Hannemann für seine neue Freundin (Pathologin Radzinski) die gleichen Kosenamen benutzt wie sie und Achim. Achim, gar nicht müde, versucht den halben Roman hindurch, einen neuen Namen für seine geliebte Puffeline zu finden, weil Hannemann allzu grafisch war in seinen Ausführungen des Liebeslebens.

Und dann sei da noch der fünfte Weihnachtsmann erwähnt. War er wirklich verrückt geworden, vielleicht über den Tod seiner Frau? Oder war Angelas Traum am Ende doch kein Traum? Wer weiß? Und lassen wir doch zumindest an Weihnachten ein bisschen Magie zu.

Nach der Schwäche des vierten Teils ist dieser Band wieder auf der Höhe und macht einfach Spaß zu lesen. Zudem ist das Buch mit etwas mehr als 150 Seiten nicht zu dick. Ein guter Paletcleanser mit dem skurilen Humor eines David Safier.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Licht und Dunkelheit

Andrargs Schriften
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Andrarg wächst im Orden der Wächter auf und wird selbst zu einem. Seine Aufgabe: Die Welt vor den Dämonen schützen, die in der Unterwelt lauern und sich an den Menschen gütlich tun. Wider der Regeln und ...

Andrarg wächst im Orden der Wächter auf und wird selbst zu einem. Seine Aufgabe: Die Welt vor den Dämonen schützen, die in der Unterwelt lauern und sich an den Menschen gütlich tun. Wider der Regeln und dem Wissen seiner Oberen nimmt Andrarg Kontakt zu seiner Schwester auf, gibt sich ihr aber nicht zu erkennen. Dann geschieht das unvermeidliche: seine Schwester und ihre beiden Kinder werden ermordet. Der Täter ist wahrscheinlich Andrargs Schwager.

Als er aber sein Recht auf Rache dem Orden gegenüber einfordert, wird ihm dies verwehrt und er getadelt dafür, dass er die Regeln gebrochen hat. Für Andrarg gibt es daraufhin nur einen Weg: Er muss selbst zum Dämon werden, damit er den Tod seiner Schwester und deren Kinder rächen kann. Doch der Weg dorthin verlangt sehr viel.

Ist Andrarg wirklich bereit, diesen Weg einzuschlagen?

Der Roman wird als "Grimdark" angepriesen. Und düster ist die Handlung. Ist sie aber wirklich "grimdark"? Ich muss gestehen, das Musterexemplar (A Song of Ice and Fire) sitzt seit mehreren Jahren auf meinem Bücherregal, doch ich finde immer wieder Ausreden, die Bücher nicht zu lesen. Insofern kann ich nur von dem, was man heute vielleicht als grimdark bezeichnen könnte urteilen.

Der Roman ist definitiv dark. Die Autorin und der Verlag weisen darauf hin, es gibt Triggerwarnungen im Buch, die ich allerdings für überflüssig halte. Ja, es wird gemordet, mehr als einmal. Und vor allem die ersten fünf dieser Morde sind verwerflich. Aber wirklich grim? Dazu fehlen die Einzelheiten meiner Meinung nach. Es wird in wenigen Sätzen abgeklärt, was passiert, ohne wirklich tief darauf einzugehen. Das geschieht durchweg mit allen Morden. Sicher, Andrarg denkt an seine Taten, und zumindest zwei davon scheinen ihn wirklich tief zu treffen. Aber es wird so schnell über das hinweggegangen, was passiert ist, dass ich persönlich eine Triggerwarnung für überflüssig halte. Da gibt's mehr Gemetzel in einem durchschnittlichen Horror-Roman.

Meine persönliche Präferenz bei Fantasy im allgemeinen ist ein gelungener Weltenbau. Zumindest das Magiesystem hier ist durchdacht, und es gehört zum Weltenbau dazu, keine Frage. Aber mir persönlich fehlen die Beschreibungen. Ich kann mir weder die Burg noch die Welt der Dämonen wirklich vorstellen. Der Schneesturm wird erwähnt, ja, aber man fühlt ihn nicht. Als Leser erfährt man die Geschichte aus Andrargs Sicht, aber er scheint so losgelöst von seinem Körper, dass er beispielsweise Schnee nicht wahrnimmt, oder das Heulen des Windes, das Rauschen der Bäume im Wald, die dumpfen Tritte der Pferde, etc. Es ist alles weit weg oder wird nur am Rande skizziert. Wie gesagt, dies ist meine persönliche Vorliebe. Ich mag einen reichen Weltenbau, in dem auch eine Burg erklärt wird, die Räume, in denen die Protags sich aufhalten, wie sie Hitze oder Kälte wahrnehmen, Wetter sie beeinflusst, usw.

Was von Kalm sehr gut geschildert hat ist Andrargs Innenansicht. Man fühlt mit ihm mit und kann seine Handlungen, oder sein Zögern, nachvollziehen. Er ist ein widerstrebender Antiheld, der eigentlich nur Rache sucht, aber von Kräften, die größer sind als er, zu Dingen getrieben wird, die er nicht wirklich will. An einer Stelle fragt er sich selbst, wie es weitergehen soll, nachdem er seinen Schwager gestellt hat. Zum Orden zurückkehren dürfte nach seinen Handlungen in diesem Buch nicht mehr möglich sein, aber er möchte auch kein Dämon bleiben, denn von denen wird er weiter als Wächter wahrgenommen. So steckt er fest und erkennt erst sehr spät im Roman, in welche Lage er sich eigentlich gebracht hat.

Ich will das Buch nicht schlecht reden, im Gegenteil. Es hat seine Schwächen, die zum Teil auch an der Erzählperspektive liegen, aber es hat auch seine Stärken. Der Roman ist interessant und fesselnd geschrieben, es gibt keine Tippfehler (mir sind zumindest keine aufgefallen), und für das, was er berichten will, ist die Handlung schlüssig. Ich (persönlich) wünschte nur, ein paar mehr Details, ein bisschen mehr in das Kampfgeschehen eintauchen und mehr Beschreibungen. Aber für das, was er sein will, ist der Roman mehr als ausreichend.

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