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Veröffentlicht am 16.01.2026

Atmosphärisches Familienpuzzle, das sich wunderbar entfaltet

Niemands Töchter
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Worum geht es?
Mütter und Töchter verbindet oft ein komplexes Geflecht aus Liebe und Konflikten. Doch was passiert, wenn die eigene Herkunft im Verborgenen liegt?
„Niemands Töchter“ entfaltet sich auf ...

Worum geht es?
Mütter und Töchter verbindet oft ein komplexes Geflecht aus Liebe und Konflikten. Doch was passiert, wenn die eigene Herkunft im Verborgenen liegt?
„Niemands Töchter“ entfaltet sich auf zwei Zeitebenen, den achtziger Jahren und den 2020ern, und wechselt zwischen der idyllischen, Eifel und dem lebendigen Berlin. Alma und Gabriele sowie Isabell und Marie scheinen Welten zu trennen und doch sind ihre Schicksale untrennbar miteinander verknüpft. Während Alma bei ihrer Mutter Gabriele und den Großeltern Hedwig und Jupp in der Eifel aufwächst, lebt Jahre später Isabell mit ihrer Mutter Marie in Berlin. Durch einen Wink des Schicksals begegnen sich die Töchter im Berlin der 2020er Jahre und beginnen gemeinsam eine Suche nach der Wahrheit, die ihre Identität für immer verändern wird.

Meine Meinung
Ich finde diesen Roman imposant. Judith Hoersch versteht es, ihre Leser durch eine bildhafte Sprache und detaillierte Beschreibungen in den Bann zu ziehen. Besonders fasziniert hat mich die Entwicklung der einzelnen Lebenswege und die Darstellung der tiefsitzenden Konflikte, die sich wie ein roter Faden durch die Generationen ziehen.
Obwohl sich der volle Kontext der Geschichte erst nach und nach erschließt, ist jeder Erzählstrang für sich sehr anschaulich und lebendig gestaltet. Die Autorin deutet viele unterschwellige Spannungen geschickt an, was eine ständige Neugier beim Lesen weckt. Auch optisch ist das Buch ein Highlight, denn das Cover ist für mich absolut gelungen.

Fazit
Insgesamt habe ich das Buch als sehr tiefgründig und atmosphärisch empfunden. Es hat mir großartig gefallen, wie sich die einzelnen Teile wie ein Puzzle zusammensetzen und jede der Frauen am Ende ein Stück mehr zu sich selbst findet. Eine klare Leseempfehlung für einen Roman, der eine wunderbare Dynamik besitzt und sich, genau wie seine Protagonistinnen, im Laufe der Zeit eindrucksvoll entwickelt.

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Veröffentlicht am 01.01.2026

Das innere Kind

Drei Tage im Schnee
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Worum es geht?
Die Geschichte dreht sich um Hannah, eine Frau Mitte 30, die in Berlin ein extrem durchgetaktetes und stressiges Leben führt. Sie funktioniert nur noch, fühlt sich aber innerlich leer und ...

Worum es geht?
Die Geschichte dreht sich um Hannah, eine Frau Mitte 30, die in Berlin ein extrem durchgetaktetes und stressiges Leben führt. Sie funktioniert nur noch, fühlt sich aber innerlich leer und ausgebrannt. Um dem Hamsterrad zu entkommen, mietet sie sich für ein Wochenende allein ein kleines Holzhaus an einem verschneiten See.
Dort begegnet sie der kleinen Sophie, einem Mädchen im roten Schneeanzug. Durch die unbeschwerten Spiele im Schnee, wie Iglubauen oder Schneeengel machen, und die ehrlichen Fragen des Kindes beginnt Hannah, ihr eigenes Leben zu hinterfragen. Sie erinnert sich an ihre Träume aus der Kindheit und merkt, wie sehr sie den Kontakt zu sich selbst verloren hat.

Meine Meinung
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, schlicht und dennoch leicht poetisch.
Es ist kein Ratgeber mit erhobenen Zeigefinger und statt trockener Theorie zur Resilienz gibt es eine berührende Geschichte. Der Leser oder die Leserin lernt gemeinsam mit Hannah, ganz ohne Druck.
Es hat Alltagsnähe und die Fragen, die das Buch aufwirft, betreffen jeden von uns. Warum nehmen wir uns selbst die Leichtigkeit?
Es ist atmosphärisch, denn der Schnee und die Abgeschiedenheit bilden den perfekten Rahmen für diese innere Einkehr.
Das Cover gefällt mir sehr gut, strahlt es doch diese Ruhe aus, die dieses Buch transportiert.

Fazit
Dieses Buch ist perfekt für kalte Wintertage. Es fordert die Leser auf, mal inne zu halten und über sich selbst nachzudenken. Mir hat es wunderbar gefallen. Deshalb gibts von mir eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Ausgezeichnete Politsatire

Das Geschenk
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Worum geht es?
Eines Morgens erwacht Berlin und findet sich um 20.000 afrikanische Elefanten reicher. Dieses unerwartete Geschenk stammt vom Präsidenten Botswanas und ist eine direkte Reaktion auf Deutschlands ...

Worum geht es?
Eines Morgens erwacht Berlin und findet sich um 20.000 afrikanische Elefanten reicher. Dieses unerwartete Geschenk stammt vom Präsidenten Botswanas und ist eine direkte Reaktion auf Deutschlands Politik zur Jagdtrophäen-Einfuhr. Plötzlich muss sich der fiktive Bundeskanzler Winkler nicht nur mit internationalen Spannungen, sondern auch mit der logistischen und ethischen Herausforderung auseinandersetzen, wie man 20.000 Dickhäuter in der Hauptstadt managt.

Meine Meinung
"Das Geschenk" ist eine Satire, die das Chaos zwischen politischem Kalkül, Medienwirbel und der echten Konfrontation mit globalen Problemen sehr gut beleuchtet.
Gaea Schoeters hat bei mir mit diesem Buch einen Volltreffer gelandet. Obwohl der Roman eine Politsatire und Gesellschaftskritik darstellt, fühlte ich mich extrem gut unterhalten.
Der Schreibstil der Autorin ist bissig, pointiert und zugleich komisch. Er hält das Tempo konstant hoch und schafft es, komplexe Themen (Kolonialismus, Artenschutz, europäische Arroganz) in leichte und doch bitterböse humorvolle Szenen zu verpacken.
Die Figuren sind hervorragend gezeichnet und authentisch. Quasi keine Helden, sondern Abbilder der oftmals kurzsichtigen Politik und Bürokratie.
Das Cover gefällt mir sehr gut. Es passt ausgezeichnet zur Story.

Fazit
Die Autorin hat diese skurrile und hochpolitische Drohung aus der Realität aufgegriffen und für ihren Roman genutzt. Denn der wirkliche Vorfall ereignete sich im Frühjahr 2024 zwischen Deutschland und Botswana.
Deutschland macht so etwas mit seinen Wildtieren definitiv nicht (Vorsicht Satire)!
Das Buch ist also keine Erfindung, sondern eine literarische Fortführung und satirische Überspitzung eines realen Konflikts um Artenschutz, Souveränität, Kolonialismusvorwürfe und die europäische Sicht auf andere Kontinente. Es wirkte auf mich bissig und relevant und regt an, auch mal die eigene Haltung zu überdenken.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Humorvoll, fesselnd & überraschend

Marchfield Square
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Nachdem ich den Klappentext zu "Marchfield Square" gelesen hatte, hatte ich eine hohe Erwartungshaltung, und ich kann sagen: Nicola Whyte liefert ein fantastisches Cosy Crime Erlebnis ab.

Worum geht ...

Nachdem ich den Klappentext zu "Marchfield Square" gelesen hatte, hatte ich eine hohe Erwartungshaltung, und ich kann sagen: Nicola Whyte liefert ein fantastisches Cosy Crime Erlebnis ab.

Worum geht es?
Der Ort des Geschehens ist der Marchfield Square, eine luxuriöse Wohnanlage in London. Als der unbeliebte Mieter Richard Glead dort erschossen wird, ist die exzentrische Vermieterin Celeste van Duren vom Vorgehen der Polizei alles andere als überzeugt. Sie engagiert daher ihr eigenes, höchst ungleiches Ermittler-Duo aus der Mieterschaft: Die bodenständige Putzfrau Audrey und den introvertierten Schriftsteller Lewis. Zusammen beginnen die beiden, hinter den eleganten Fassaden zu ermitteln. Und sie entdecken schnell, dass jeder Nachbar ein dunkles Geheimnis und ein mögliches Motiv für den Mord hat.

Meine Meinung
Der Krimi fesselte mich von der ersten Seite an. Der Plot ist logisch aufgebaut und verspricht viele Spannungsbögen. Ich hatte ständig neue Vermutungen und war bis zur Auflösung auf der falschen Fährte. Für mich, die Krimis eher etwas langweilig findet, war es wirklich ein beeindruckendes und überraschendes Leseerlebnis.
Das Herzstück bildet das Ermittler-Duo: Audrey und Lewis. Beide könnten nicht unterschiedlicher sein. Ihre Konflikte sind sowas von vergnüglich. Keine Ahnung, wie oft ich über Lewis' Unbeholfenheit und den teils etwas makaberen Humor lachen musste.
Nicola Whyte besitzt einen hervorragenden, modernen Schreibstil. Diese dynamische Erzählweise mit sehr kurzen Kapiteln und wechselnden Perspektiven sorgt für einen unglaublich schnellen und angenehmen Lesefluss.
Das Cover ist fantastisch und passt hervorragend zur Story.

Fazit
Von der stimmigen Atmosphäre über die wunderbar gezeichneten Charaktere und dem unvorhersehbaren Plot: "Marchfield Square" hat mich begeistert. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung gibts dafür von mir.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Scharfsinnig, schwarzhumorig, brillant

Hustle
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Worum geht's?
Leonie ist eine junge Frau, die ihre ganz eigenen Vorstellungen von Moral hat. Sie lebt in einer kleinen Stadt und will, nachdem sie dort ihren Job verloren hat, in München neu durchstarten.
Leonie ...

Worum geht's?
Leonie ist eine junge Frau, die ihre ganz eigenen Vorstellungen von Moral hat. Sie lebt in einer kleinen Stadt und will, nachdem sie dort ihren Job verloren hat, in München neu durchstarten.
Leonie merkt sehr schnell, dass ihr normales Gehalt in der teuren Stadt nicht ausreicht. Sie lernt drei junge Frauen kennen, die ihren Lebensstil mit "zweifelhaften Methoden" finanzieren. Daraufhin dauert es nicht lange und Leonie findet bald ihr eigenes lukratives Geschäftsfeld, indem sie auf ihre Art enttäuschten Menschen gegen Bezahlung weiterhelfen wird ...

Meine Meinung
Julia Bährs Schreibstil ist modern, direkt und voller schwarzem Humor.
Leonie wird schlagfertig, moralisch flexibel und brillant in ihrer Kreativität gezeichnet. Ihre Entwicklung von der genervten Ex-Angestellten zur Gründerin eines inoffiziellen Business für enttäuschte Seelen ist rasant und fesselnd. Die Dialoge sind pointiert, die Beobachtungen messerscharf, und die Autorin schafft es mühelos, eine leichte und kurzweilige Erzählung mit tiefgründiger Kapitalismuskritik zu verbinden. Sie zeigt, wie dekadent unsere Gesellschaft ist! Zeigt aber auch, anhand der 4 jungen Frauen, wie schwer es ist, sich aus dem Konsumsystem befreien zu können. Und mir kommen Fragen in den Sinn wie: Wollen wir überhaupt aus unserer Wohlfühl-Bubble raus? Jeder schimpft über solche überteuerten Städte, wie München. Aber keiner boykottiert dieses Getue. Im Gegenteil, das beste Beispiel dafür ist ein Fest, welches als weltbekanntes Volksfest dargestellt wird, aber nur noch für Besserverdienende erschwinglich ist.
Das Cover gefällt mir sehr gut. Es passt hervorragend zur Story.

Fazit
Julia Bährs Roman "Hustle" ist ein absoluter Volltreffer und eine bissige, hochaktuelle Gesellschaftssatire, die ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ebenso witzig wie unterhaltsam und eine unglaublich kluge und ehrliche Auseinandersetzung mit dem prekären Leben junger Frauen in einer hyperteuren Stadt wie München und der Frage, wie man im Kapitalismus überhaupt überleben soll, wenn man sich an alle Regeln hält.
Dieses Buch ist eine bittersüße und zugleich hochkomische Lektüre. Wer Lust auf eine clevere Geschichte über weibliche Rache und Selbstermächtigung hat sollte dieses Buch lesen. Von mir gibts eine klare Leseempfehlung!

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