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Veröffentlicht am 24.01.2026

"Wake up, little Anna, wake up ..."

Anna O.
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Meet Anna O., die seit vier Jahre ihre Augen nicht mehr geöffnet hat und seitdem für die Mörderin ihrer damals besten Freunde gehalten wird. Gut, man hat sie damals blutverschmiert mit der Tatwaffe in ...

Meet Anna O., die seit vier Jahre ihre Augen nicht mehr geöffnet hat und seitdem für die Mörderin ihrer damals besten Freunde gehalten wird. Gut, man hat sie damals blutverschmiert mit der Tatwaffe in der Hand gefunden, da liegt diese Vermutung durchaus nah. Doch ist sie wirklich schuldig? Dr. Benedict Prince, Ben, ein Koryphäe auf dem Gebiet der Schlafforschung will versuchen sie zu wecken und vielleicht sogar ihre Unschuld zu beweisen. Aber er hat weder Zeit noch die nötige Ruhe und Unterstützung von außerhalb, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, denn er wird von allen Seiten beobachtet …

Man muss sich einlassen auf diese eher ungewöhnliche Geschichte, die immer mal wieder aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt wird. Verschiedene Charaktere wie „Patient X“ und Ben’s Exfrau, dies seinerzeit als Mitglied der Polizei vor Ort war, kommen zu Wort und geben der Story immer wieder neue und unerwartete Wendungen. „Anna O.“ ist kein Buch, das man mal soeben nebenher weghören kann, aber es war so spannend, dass ich einfach nicht aufhören konnte. Ein überraschendes Ende konnte mich letztendlich davon überzeugen, dass ich hier sehr gerne mit fünf Sternen die volle Punktzahl vergeben möchte. Gut gemacht, lieber Matthew, mich hast du absolut abgeholt!

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Von wegen "Lückenbüßer" ...

Lückenbüßer (Ein Kluftinger-Krimi 13)
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Ausgerechnet bei der Anti-Terrorübung „Alpenglühen“, die unter der Leitung unseres Herrn Kluftinger – seines Zeichens Interims-Polizeipräsident – durchgeführt wird, kommt ein beteiligter Polizist ums Leben. ...

Ausgerechnet bei der Anti-Terrorübung „Alpenglühen“, die unter der Leitung unseres Herrn Kluftinger – seines Zeichens Interims-Polizeipräsident – durchgeführt wird, kommt ein beteiligter Polizist ums Leben. Ja, mei, könnt’s vielleicht an Kluftis nicht ganz regelkonformen Führungsstil liegen? Hoffentlich nicht, denn eigentlich hat der Kommissar im Moment so gar keine Zeit für Ermittlungsarbeiten, wo er doch mitten im Wahlkampf der Lokalpolitik steckt. Wie soll er beide „Projekte“ auf die Reihe kriegen? Welcher Fall hat mehr Gewicht? Gemeinsam mit Richie Maier arbeitet versucht er den Todesfall aufzuklären, doch in allen anderen Fragen steht ihm diesmal seine liebe Erika mit Rat und Tat zur Seite … da kann ja alles nur schief gehen, äh, ich mein natürlich gut werden! Dummerweise entpuppt sich der liebe Nachbar Herr Dr. Langhammer diesmal als sein größter Konkurrent. Wer wird wohl den Sieg erringen?
Für mich als absoluten Kluftinger Fan – ja, bis hin zu den Kuhfell Clogs – war natürlich auch dieser tatsächlich inzwischen schon 13. Teil der Reihe ein absolutes Muss. Diesmal liegt der Fokus definitiv nicht auf dem Mordfall, sondern auf dem Kampf um einen Platz als Gemeinderat in Altusried im Allgäu, der Heimatstadt der Familie Kluftinger. Was für den Herrn Kommissar zunächst als eine Art „Lückenbüßer“ Rolle begann, entwickelt sich bald zu einem erbitternden Kampf mit allen Mitteln. Mal wieder ist Klufti besonders mit den modernen Medien und der Social Media Präsenz restlos überfordert, aber genau das macht ihn ja so liebenswert. Das Buch selbst schließt mit einer Art offenem Ende und lässt mich natürlich auf einen weiteren Fall hoffen, der dann sicher wieder grandios von den Autoren in Form eines unterhaltsamen Buchs und Hörbuchs umgesetzt werden wird. Aber zunächst einmal gibt es von mir mit fünf Sternen die Höchstnote und eine Empfehlung an alle Kluftinger Fans und diejenigen, die es werden möchten. Altusried und Präsident Kluftinger, here we come!

Veröffentlicht am 22.01.2026

Was wiegt stärker, die Gene oder die Liebe?

Du gehörst uns
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Was für eine Horrorvorstellung! Eines Tages steht ein Mann namens Miles Lambert vor Pete and Maddie Rileys Tür und behauptet, die Söhne der beiden Familien seien nach der Geburt im Krankenhaus vertauscht ...

Was für eine Horrorvorstellung! Eines Tages steht ein Mann namens Miles Lambert vor Pete and Maddie Rileys Tür und behauptet, die Söhne der beiden Familien seien nach der Geburt im Krankenhaus vertauscht worden. Er legt sogar Beweise vor, die diese schreckliche Möglichkeit untermauern. Ihr geliebter zweijähriger Sohn Theo ist dem Fremden wie aus dem Gesicht geschnitten, wie sollen sie nun weiter vorgehen? Auf der Suche nach einer möglichen Lösung stellen Pete und Maddie bald fest, dass ihre beiden Familien vollkommen andere Wertvorstellungen haben und bald schon trauen die Rileys den Lamberts nicht mehr über den Weg. Als schließlich eine Klage gegen das Krankenhaus eingereicht wird, kommen Dinge zu Tage, die man wohl besser zugedeckt gelassen hätte … wie weit wird Miles gehen um seinen „wahren Sohn“ für immer in sein Leben einzubinden?

Der Anfang dieser doch eher außergewöhnlichen Geschichte beginnt trotz der Dramatik rund um die Frühgeburt des kleinen Theos eher unspektakulär. Dennoch bereitete ich mich aufgrund des Klappentextes auf etwas Größeres vor. Und tatsächlich steigert sich die Spannung „slowly but surely“, und schon bald hielt ich beim Hören immer wieder die Luft an. Gut gefallen hat mir, dass es keine klare Trennung nach schwarz und weiß zu geben schien. Während sich Lambert ganz klar recht schnell zu einem absoluten Ekelpaket mit fast schon psychopathischen Zügen entwickelt, haben auch alle anderen Charaktere ihre Leichen im Keller, die sie nicht unbedingt ausgegraben haben möchten. Die Geschichte begeistert mit einem gut gelösten, sehr glaubwürdigen Ende, sodass hierfür und für durch die Bank prickelnde Hörstunden für diese Entdeckung in meinem Hörbuch Regal sehr gerne mit fünf spannungsgeladenen Sternen die Bestnote vergebe, natürlich verbunden mit einer Leseempfehlung an alle, die wie ich clevere Kriminalfälle lieben.

Veröffentlicht am 17.01.2026

Keine einfachen Zeiten im besetzten Rheinland ...

Die wilden Jahre
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Ich begebe mich mit Susanne Gogas Roman „Die wilden Jahre“ ins besetzte Rheinland des Jahres 1919. Sie hat das Geschwisterpaar Thora und Hannes Bernrath, die aus einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie stammen, ...

Ich begebe mich mit Susanne Gogas Roman „Die wilden Jahre“ ins besetzte Rheinland des Jahres 1919. Sie hat das Geschwisterpaar Thora und Hannes Bernrath, die aus einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie stammen, in den Mittelpunkt des Romans gestellt. Während Thora sich ihren Traum, eine Ausbildung zur Schauspielerin, erfüllen darf, sieht die Welt für Hannes alles andere als rosig aus. Er hat den Ersten Weltkrieg zwar körperlich mehr oder weniger schadlos überstanden, doch in seinem Inneren tobt der Krieg weiter. Als er schließlich für eine Tat verhaftet wird, die er zwar vehement abstreitet, begangen zu haben, zu den Umständen jedoch schweigt, scheint er endgültig gebrochen zu sein. Doch seine geliebte Schwester, mit der ihn immer schon ein besonderes Band verbunden hat, kämpft mit allen Mitteln, ihn aus dieser Misere zu befreien. Sie glaubt an seine Unschuld und will ihn um alles in der Welt retten. Werden ihre Mühen mit Erfolg gekrönt sein?

Susanne Goga zeichnet ein wunderbar realistisches Bild der damaligen Zeit und schafft es, bei mir mal wieder Wissenslücken zu schließen, von denen ich gar nicht wusste, dass sie existierten. Düsseldorf eine geteilte Stadt und von den Belgiern unter Kontrolle gebracht? Davon hatte ich nun wirklich noch nie gehört. Geschickt gewährt sie mir Einblicke in eine Zeit vor über hundert Jahren, die fast vergessen scheint. Sie verwebt reale Ereignisse mit einem spannenden Kriminalfall, der mich beim Lesen in Atem hielt. Die auftretenden Charaktere sind lebendig und vielschichtig gezeichnet und so hatte ich stets ein greifbares Bild vor Augen. Der Roman überzeugt mit einer gelungenen Mischung aus Historie und Fiktion und bekommt von mir auf jeden Fall mit fünf Sternen die volle Punktzahl. Lediglich mit der Wahl des Titels bin ich nicht ganz einverstanden. Hinter „Die wilden Jahre“ hätte Charleston tanzende Flapper vermutet. Aber ich glaube, auf die Titelvergabe haben Autoren wenig bis keinen Einfluss und es hat ja auch dem wundervollen Roman absolut keinen Abbruch getan. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.01.2026

KKK - die Ideologie einer Überlegenheit der weißen Rasse ...

Das Haus des Kolibris
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Nachdem ich kürzlich meinen Sohn in Amerika besucht hatte und somit Florida ein wenig kennenlernen durfte, war der Griff zu diesem Buch fast schon eine Selbstverständlichkeit, wenn nicht gar ein Muss. ...

Nachdem ich kürzlich meinen Sohn in Amerika besucht hatte und somit Florida ein wenig kennenlernen durfte, war der Griff zu diesem Buch fast schon eine Selbstverständlichkeit, wenn nicht gar ein Muss. Während ich den „Sunshine State“ natürlich in der Gegenwart und in friedlichen Zeiten erleben durfte, fand ich die Reise in die Vergangenheit durch die Augen der leider viel zu früh verstorbenen Autorin Vanessa Lafaye umso spannender.

Der Roman „Das Haus des Kolibris“ ist in zwei Zeitebenen unterteilt, von denen eine im Jahr 1919 und die zweite in den frühen 90er Jahren des letzten Jahrhunderts spielt. Zunächst schreiben wir das Jahr 1919. Die junge Alicia Cortez fällt bei ihrer Familie in Ungnade und ist gezwungen ihre geliebte Heimat Kuba zu verlassen, um in Florida gezwungenermaßen ein neues Leben zu beginnen. Dort findet sie Anstellung im „Tea Salon“ ihrer Cousine. Als diese überraschend stirbt, findet Alicia sich als Besitzerin des Etablissements wieder, das sich bei genauem Hinsehen als Freudenhaus entpuppt hatte. Mit viel Kraft und Spucke stellt sie sich der ungewöhnlichen Herausforderung, bringt den Laden in Schwung und auf Vordermann. Stets an ihrer Seite findet man den Kriegsveteranen John, dem die benachbarte Bar gehört. Nach anfänglichem Zögern verlieben sich die Beiden ineinander und sind bald ein unzertrennliches Paar. Doch sie haben die Rechnung ohne den Wirt, beziehungsweise ohne den KKK gemacht, der gerade im Begriff ist in den Florida Keys Fuß zu fassen. Schnell beginnen Alica und John aufgrund ihrer gemischtrassigen Beziehung den Hass und die Gewalt am eigenen Körper zu spüren …

Das Jahr 1993 hingegen beginnt mit einem Knall, besser gesagt einem tödlichen Schuss, der einen betagten Mann im Rollstuhl niederstreckt. Eine alte Frau bekennt sich offen zu der Tat. Schnell stellt sich heraus, dass es sich hierbei um „La Rosita Negra“, auch bekannt unter ihrem echten Namen Alicia, handelt. Hat sie mit ihrer Tat endlich eine alte Schuld beglichen? Die eingeleiteten Ermittlungen gestalten sich schwierig …

Beim Lesen war ich immer wieder erschüttert, mit welch brutaler Gewalt und geglaubter Überlegenheit der Klan damals und vielleicht sogar noch agiert. Die Autorin zeichnet in meinen Augen in ihrem Roman, der auf realen Ereignissen basiert, ein erschreckend realistisches Bild der Rassendiskriminierung in den Südstaaten der USA im frühen 20. Jahrhundert. Trotz des schwierigen Themas habe ich mich beim Lesen sehr gut unterhalten gefühlt. Mir hat das Buch sehr zugesagt und somit vergebe ich sehr gerne sonnige fünf „Sunshine Sterne“.

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