„Gelbe Monster“ greift mit weiblicher Wut und toxischen Beziehungsmustern ein relevantes Thema auf. Der Schreibstil ist leicht, die kurzen Kapitel lesen sich schnell und angenehm. Besonders gelungen finde ...
„Gelbe Monster“ greift mit weiblicher Wut und toxischen Beziehungsmustern ein relevantes Thema auf. Der Schreibstil ist leicht, die kurzen Kapitel lesen sich schnell und angenehm. Besonders gelungen finde ich, dass die Geschichte konsequent aus Charlies Perspektive erzählt wird – ihre Emotionen wirken dadurch glaubwürdig und nah.
Gleichzeitig bleiben viele Aspekte für mich zu oberflächlich. Vor allem die zahlreichen Rückblicke hätten mehr Tiefe vertragen, um Charlies Entwicklung besser nachvollziehen zu können. Auch andere Figuren, insbesondere Valentin, bleiben sehr schemenhaft.
Das Buch regt dennoch stark zum Nachdenken an und hinterfragt Rollenbilder, Schuld und Abhängigkeit. Für mich hätte der Roman länger sein dürfen, um diese Themen wirklich auszuerzählen.
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was grundsätzlich gut funktioniert und dem Roman Struktur verleiht. Inhaltlich bewegt sich das Buch klar im Coming-of-Age-Bereich und behandelt zahlreiche ...
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was grundsätzlich gut funktioniert und dem Roman Struktur verleiht. Inhaltlich bewegt sich das Buch klar im Coming-of-Age-Bereich und behandelt zahlreiche relevante Themen wie Freundschaft, Abhängigkeit, Identitätssuche, Mitläufertum und Schuld.
Der Schreibstil ist angenehm, klar und leicht zugänglich. Auch die Grundidee der Geschichte fand ich spannend. Allerdings hatte ich zunehmend das Gefühl, dass sehr viele Themen begonnen werden, ohne wirklich konsequent zu Ende gedacht zu werden. Eine schlüssige Entwicklung oder Auflösung blieb für mich weitgehend aus – insbesondere zum Ende hin.
Mit den Figuren konnte ich nur bedingt mitgehen. Die drei Freundinnen sind zwar unterschiedlich angelegt, wirkten aber stellenweise sehr festgefahren in ihren Mustern. Der Hauptcharakter Sophie war mir persönlich sehr unsympathisch: stark orientierungslos, eifersüchtig und wenig reflektiert. Eine erkennbare Entwicklung oder Lernkurve habe ich kaum wahrgenommen.
Das Cover ist in Ordnung, wirkt auf mich aber eher altmodisch und nicht ganz passend zum jugendlichen Inhalt.
Fazit:
Ein Buch mit vielen wichtigen und aktuellen Themen, das für mich jedoch hinter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Wer ruhige Coming-of-Age-Geschichten mag und Offenheit für unbeantwortete Fragen mitbringt, könnte hier dennoch fündig werden – besonders junge Leserinnen und Eltern.
This Isn’t Happiness lässt sich insgesamt sehr angenehm lesen. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel haben die richtige Länge und die prägnanten Überschriften geben dem Buch eine schöne Struktur. Besonders ...
This Isn’t Happiness lässt sich insgesamt sehr angenehm lesen. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel haben die richtige Länge und die prägnanten Überschriften geben dem Buch eine schöne Struktur. Besonders die eingestreuten Mobilfunknachrichten lockern alles auf und bringen moderne Leichtigkeit hinein.
Die Beziehung der beiden Protagonisten begleitet man bereits seit ihrer Jugend. Doch die Handlung setzt ein, als beide längst Ende zwanzig sind – in einer Lebensphase, in der große Entscheidungen wie Hochzeit und Hauskauf anstehen. Genau hier zeigt sich, dass ihre Partnerschaft zwar lange besteht, aber nicht unbedingt auf Augenhöhe funktioniert. Oft wirken sie eher wie ein eingespieltes Team aus alten Zeiten, ohne sich wirklich gemeinsam weiterentwickelt zu haben.
Vor allem Josh kommt unreif rüber: Er verlässt sich stark auf die Frauen in seinem Leben und scheut Verantwortung, was besonders herausfordernd ist, da die beiden auch beruflich miteinander verbunden sind. Amy dagegen gibt häufig nach und stellt ihre eigenen Bedürfnisse hinten an – was beim Lesen manchmal frustriert. Umso wichtiger wird die Rolle von Lace, die frischen Wind bringt, neue Perspektiven eröffnet und Amy ermutigt, sich stärker mit sich selbst auseinanderzusetzen.
Einige Nebenfiguren – wie der übergriffige Verwandte oder Eltern, die die Hochzeit dominieren wollen – verstärken zusätzlich den Eindruck festgefahrener, unreifer Strukturen, aus denen sich Amy erst lösen muss.
Im Verlauf des Buches zeigt Amy eine deutlich spürbare Entwicklung. Sie beginnt, für ihre Wünsche einzustehen und sich von Erwartungen zu lösen. Das hätte für meinen Geschmack gerne früher passieren dürfen, wirkt aber glaubhaft. Josh hingegen bleibt in seiner Entwicklung eher stehen, was die Distanz zwischen den beiden immer sichtbarer macht. Die Kommunikation zwischen ihnen ist lange Zeit geprägt von unausgesprochenen Dingen und Missverständnissen, was das Lesen streckenweise anstrengend macht.
Die Auflösung kommt an einigen Stellen etwas abrupt und wirkt nicht vollständig schlüssig – ohne dass man hier inhaltlich spoilern kann. Positiv hingegen ist, dass die weiblichen Figuren am Ende sehr selbstbestimmt und stark dargestellt werden und ihren eigenen Weg gehen.
Insgesamt ist This Isn’t Happiness ein leicht zu lesender Roman, der besonders Leser*innen ansprechen dürfte, die selbst vor großen Entscheidungen stehen oder sich in den Themen Beziehung, Zukunftsplanung und Erwachsenwerden wiederfinden. Für mich war es eine solide Lektüre mit guten Momenten, aber kein Buch, das langfristig im Gedächtnis bleibt.
In Melken von Hanna Samuelsson kehrt eine junge Frau, die auf einem Bauernhof aufgewachsen ist und mittlerweile in der Stadt lebt, für kurze Zeit an den Ort ihrer Kindheit zurück. Dort wird sie mit Erinnerungen, ...
In Melken von Hanna Samuelsson kehrt eine junge Frau, die auf einem Bauernhof aufgewachsen ist und mittlerweile in der Stadt lebt, für kurze Zeit an den Ort ihrer Kindheit zurück. Dort wird sie mit Erinnerungen, Einsamkeit und der Härte des bäuerlichen Alltags konfrontiert.
Der Roman legt einen starken Fokus auf die Beschreibung der täglichen Arbeit auf dem Hof. Diese Szenen sind sehr detailliert und wiederholen sich häufig, wodurch die Monotonie des Lebens dort spürbar wird.
Der Schreibstil ist eher schlicht, teilweise poetisch, arbeitet aber stark mit Wiederholungen. Leider blieb mir die Protagonistin emotional fremd und schwer greifbar. Auch eine deutlich erkennbare Entwicklung der Handlung blieb für mich eher aus. Insgesamt konnte mich der Roman daher nicht wirklich berühren, daher leider keine Leseempfehlung.