Manche Bücher liest man, und manche Bücher fühlt man bis in die Magengrube
Itʼs right, just not right nowIt’s right, just not right now
Von Jessica Juni
gehört definitiv zur zweiten Kategorie.
Jessica Juni hat mit ihrem Erstlingswerk eine Geschichte geschaffen, die so zerbrechlich und gleichzeitig so kraftvoll ...
It’s right, just not right now
Von Jessica Juni
gehört definitiv zur zweiten Kategorie.
Jessica Juni hat mit ihrem Erstlingswerk eine Geschichte geschaffen, die so zerbrechlich und gleichzeitig so kraftvoll ist, dass man sie nach dem Zuklappen erst einmal für einen Moment an die Brust drücken muss.
Man vergisst beim Lesen oft, dass dies ein Erstlingswerk ist. Dieses Debüt ist mehr als gelungen – es fühlt sich an wie die Arbeit einer Autorin, die schon jahrelang nichts anderes tut, als die menschliche Seele in Worte zu fassen. Jessica Juni beweist ein unglaubliches Gespür für Zwischentöne. Sie beschreibt nicht nur eine Liebesgeschichte; sie beschreibt das schmerzhafte, aber notwendige Erwachen einer jungen Frau.
Der Schreibstil ist wie eine warme Umarmung an einem kalten Tag: feinfühlig, poetisch und entwaffnend ehrlich. Die Geschichte von Akela geht tief unter die Haut, weil sie eine universelle Angst thematisiert: Die Angst, Sicherheiten aufzugeben für ein Glück, das man noch nicht greifen kann.
Besonders beeindruckend ist die Darstellung der toxischen Dynamiken. Es wird nichts beschönigt, aber auch nichts plakativ ausgeschlachtet. Stattdessen spürt man die schleichende Schwere, die auf der Protagonistin lastet, und möchte sie am liebsten an den Schultern fassen und sagen: „Lauf!“. Und dann ist da die Begegnung mit der Vergangenheit, die sich nicht wie ein kitschiger Zufall anfühlt, sondern wie ein Schicksalsschlag, der alles infrage stellt.
"It's right, just not right now" ist ein Plädoyer für den Mut, auf das eigene Herz zu hören – auch wenn die Welt um einen herum etwas anderes verlangt. Es ist ein Aufschrei gegen das „Funktionieren“ und eine Liebeserklärung an die Selbstliebe