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Veröffentlicht am 18.01.2026

Wild und wahr

Rabid
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Rabid hat mich von der ersten Seite an gepackt – nicht wegen eines gigantischen Twists, sondern wegen dieser rohen, atemlosen Energie, die durch jede Szene läuft. Es fühlt sich an, als würde man mit bloßen ...

Rabid hat mich von der ersten Seite an gepackt – nicht wegen eines gigantischen Twists, sondern wegen dieser rohen, atemlosen Energie, die durch jede Szene läuft. Es fühlt sich an, als würde man mit bloßen Füßen über kalten Boden rennen: gefährlich, befreiend, ganz nah dran. Ich liebe Geschichten, in denen eine Heldin nicht „perfekt stark“ ist, sondern furchtlos und verletzlich, wütend und voller Herz. Genau so wirkt sie hier: ungezähmt, aber niemals kopflos. Ich habe jede ihrer Entscheidungen mitgefühlt – auch die unbequemen.

Die Welt ist hart, körperlich, manchmal brutal, und trotzdem gibt es diese leisen Momente, in denen Nähe möglich wird: ein Blick, eine Hand, die kurz länger bleibt, als sie sollte. Die Dynamik zwischen den Figuren hat für mich exakt den Sweet Spot getroffen: Spannung, Reibung, Humor – und ein Knistern, das nicht mit Paukenschlag kommt, sondern unter der Haut wächst. „Found Family“ schimmert durch, ohne je zur Floskel zu werden.

Sprachlich spielt das Buch auf zwei Ebenen: kantig und direkt, wenn es um Kampf, Flucht, Überleben geht; beinahe poetisch, wenn Schuld, Sehnsucht und Selbstbehauptung verhandelt werden. Ich mochte, wie viel gezeigt und wie wenig tot-erklärt wird. Action hat Gewicht, Konsequenzen bleiben nicht theoretisch.

Kleiner Wunsch für mich persönlich: Im ersten Drittel prasseln Begriffe und Regeln teils sehr schnell aufeinander – ich hätte mir hier einen Hauch mehr Orientierung (oder eine kompakte Übersicht) gewünscht. Und an zwei Stellen wiederholt sich die innere Stimme minimal. Nichts, was mich rausgeworfen hätte, eher Notizen am Rand.

Unterm Strich ist Rabid für mich genau das: eine wilde, kompromisslose Romantasy, die nicht um Erlaubnis bittet, sondern ihre Spur zieht. Ich habe mitgefiebert, die Zähne zusammengebissen – und mich dabei erwischt, wie ich langsamer gelesen habe, um länger in dieser Welt zu bleiben. Der nächste Band? Bitte sofort.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Zwischen Schnee und Stille

Schneeengel
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Schneeengel hat mich mit seiner Winterstimmung sofort erwischt: dieses leise Knistern, wenn Schnee Geräusche dämpft und Gedanken plötzlich lauter werden. Esther Brand fängt genau diese Zwischenzeit gut ...

Schneeengel hat mich mit seiner Winterstimmung sofort erwischt: dieses leise Knistern, wenn Schnee Geräusche dämpft und Gedanken plötzlich lauter werden. Esther Brand fängt genau diese Zwischenzeit gut ein – die Tage, in denen man mehr erinnert als redet, und ein Spaziergang durch kalte Luft mehr klärt als eine lange Diskussion am Küchentisch. Ich mochte, wie viel über kleine Gesten erzählt wird: eine Tasse, die wortlos hingestellt wird; ein Blick, der ausreicht, um zu verstehen, dass heute nicht der Tag für große Pläne ist.

Die Hauptfigur habe ich schnell nah an mich herangelassen. Sie ist nicht makellos, sondern vorsichtig, manchmal störrisch, dann wieder zärtlich – und genau das hat mich mitgenommen. Besonders die leisen Szenen haben funktioniert: wenn der Schnee die Welt hell macht und man doch merkt, wie viel Schatten noch da ist. Auch sprachlich ist das fein: klare Sätze, schöne Bilder, ohne Überpuderung.

Trotzdem, und das sage ich mit Zuneigung: Manches war mir vorhersehbar. Zwei Wendungen sah ich schon weit im Voraus kommen, und an ein, zwei Stellen greift die Geschichte für meinen Geschmack ein wenig zu entschlossen in die Gefühlskiste. Ich hätte mir dort etwas mehr Reibung gewünscht, ein langsameren Weg hin zu Nähe und Vergebung. Einige Nebenfiguren bleiben skizzenhaft – genug, um Atmosphäre zu geben, aber zu wenig, um ihre Entscheidungen wirklich nachzuvollziehen.

Was bleibt, ist ein stimmiges Winterbuch über Verlust, Familie und den zähen Mut, es noch einmal zu versuchen. Wenn Schneeengel zart bleibt, ist es am stärksten: da, wo Entschuldigungen nicht ausgesprochen werden müssen, weil man sie tun kann; da, wo ein Schritt durch den frischen Schnee mehr bedeutet als viele Worte. Kein Buch der großen Überraschungen, aber eines, das behutsam begleitet – mit kalter Luft auf der Haut und einem ruhigen, warmen Nachklang.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Pfoten im Schnee

Schneeflöckchen, Weißpfötchen
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Schneeflöckchen, Weißpfötchen war für mich genau das Buch, zu dem ich mir eine heiße Schokolade mache, die Decke hochziehe und das Handy weit weglege. Petra Schier schafft es, diese sofortige Winterwärme ...

Schneeflöckchen, Weißpfötchen war für mich genau das Buch, zu dem ich mir eine heiße Schokolade mache, die Decke hochziehe und das Handy weit weglege. Petra Schier schafft es, diese sofortige Winterwärme zu erzeugen: Lichterketten, Plätzchenduft, leises Schneeknirschen – und mittendrin ein tierischer Begleiter, der Herzen öffnet und Menschen zusammenbringt. Ich habe mehr als einmal vor mich hingeschmunzelt, weil diese kleinen, unscheinbaren Momente so liebevoll eingefangen sind.

Besonders mochte ich die unaufgeregte Art, mit der Nähe entsteht: nicht durch große Gesten, sondern durch Alltagsdinge – ein kurzer Blick, eine Geste, ein „Komm gut an“. Das fühlt sich echt an und hat mich sanft mitziehen lassen. Der „Weihnachtszauber“ ist spürbar, ohne zu schwer zu werden, und die Kapitel fließen angenehm, sodass ich immer „nur noch eins“ lesen wollte.

Gleichzeitig war es für mich stellenweise einen Tick zu süß. Einige Entwicklungen sah ich früh kommen, und manche Konflikte lösen sich sehr schnell – fast so, als ob die Geschichte niemandem wehtun möchte. Das kann gemütlich sein (genau dafür greife ich ja zu solchen Büchern), aber ich hätte mir an zwei, drei Stellen etwas mehr Tiefe oder Reibung gewünscht. Auch ein paar Dialoge wirkten für meinen Geschmack einen Hauch zu kitschig.

Der tierische Faden ist dafür ein echtes Highlight: warm, witzig, manchmal frech – genau die Art von Perspektive, die dem Ganzen Leichtigkeit gibt, ohne ins Alberne zu kippen. Nebenfiguren sorgen für Atmosphäre und Dorffeeling; nicht jede bleibt lange im Gedächtnis, aber zusammen ergibt das ein stimmiges, weihnachtliches Gesamtbild.

Unterm Strich: Ein sanftes, herzwarmes Winterbuch, das nach Zimt und Hoffnung schmeckt. Perfekt, wenn ich einfach ankommen, durchatmen und mich ein bisschen verzaubern lassen möchte – mit viel Gefühl, einem Augenzwinkern und ganz viel Schneeglitzern.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Bücher, Charme, Gefühl

Die büchersüchtige Braut des Earls
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Die büchersüchtige Braut des Earls hat mich mit dem Titel sofort neugierig gemacht. Eine Protagonistin, die Bücher liebt, klang für mich nach einer Figur, mit der ich mich schnell identifizieren könnte ...

Die büchersüchtige Braut des Earls hat mich mit dem Titel sofort neugierig gemacht. Eine Protagonistin, die Bücher liebt, klang für mich nach einer Figur, mit der ich mich schnell identifizieren könnte – und genau das ist auch passiert. Die Hauptfigur ist sympathisch, neugierig, ein bisschen eigensinnig und bringt eine schöne Portion Witz mit. Besonders ihre Leidenschaft für Bücher zieht sich charmant durch die Geschichte und verleiht dem Roman eine angenehm verspielte Note.

Der Schreibstil ist leicht, flüssig und gut lesbar. Die Autorin versteht es, die Atmosphäre der Zeit glaubhaft zu zeichnen, ohne sich in zu vielen Details zu verlieren. Auch die Kulisse und das Setting – zwischen gesellschaftlichen Zwängen, alten Herrenhäusern und leisen Rebellionen – haben mir gut gefallen.

Was mich allerdings etwas gestört hat: Einige Entwicklungen in der Handlung waren sehr vorhersehbar. Es fehlte mir stellenweise an Tiefe – sowohl bei den Konflikten als auch bei den Nebenfiguren. Auch die Beziehung zum Earl hätte für meinen Geschmack mehr Spannung vertragen. Vieles verlief etwas zu glatt, zu idealisiert, ohne echte Reibungspunkte. Das war zwar angenehm zu lesen, aber eben auch wenig überraschend.

Dennoch hat das Buch seinen Reiz. Es bietet charmante Unterhaltung für Zwischendurch, mit einer liebenswerten Hauptfigur und einer Prise Romantik, die nicht überladen wirkt. Wer historische Liebesgeschichten mag, die leicht und humorvoll erzählt sind, wird hier sicher ein paar schöne Lesestunden verbringen.

Die büchersüchtige Braut des Earls ist kein Highlight, aber ein unterhaltsamer Roman mit Herz, der vor allem durch seine Hauptfigur überzeugt – und natürlich durch die Liebe zu Büchern.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Magie und Mythen

Die Erzählungen von Nemeton: Belenas
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Die Erzählungen von Nemeton: Belenas war für mich eine spannende Reise in eine Welt voller keltischer Mythologie, alter Magie und tief verwurzelter Naturverbundenheit. Man spürt auf jeder Seite, dass hier ...

Die Erzählungen von Nemeton: Belenas war für mich eine spannende Reise in eine Welt voller keltischer Mythologie, alter Magie und tief verwurzelter Naturverbundenheit. Man spürt auf jeder Seite, dass hier mit viel Liebe zum Detail und großem Hintergrundwissen erzählt wird – sowohl was die spirituelle Ebene betrifft, als auch die historischen Bezüge.

Die Geschichte entfaltet sich ruhig, aber intensiv. Es geht nicht nur um äußere Ereignisse, sondern auch um innere Entwicklung – um Selbstfindung, Verantwortung und den Umgang mit Kräften, die größer sind als man selbst. Belenas als Figur hat mich schnell für sich eingenommen: Er wirkt nachdenklich, authentisch und ist auf eine unaufgeregte Art mutig. Kein typischer Held, aber gerade das hat mir gefallen.

Helmut Fritz schreibt in einer Sprache, die stellenweise fast poetisch wirkt – bildhaft, aber nicht überladen. Manchmal musste ich beim Lesen ein bisschen innehalten, um die Gedanken wirken zu lassen. Es ist definitiv kein Buch zum schnellen Weglesen, sondern eins, das sich Zeit nimmt – und dem man selbst auch Zeit geben sollte.

Was mir besonders gefallen hat, ist die Verbindung von Fantasy und Spiritualität, ohne dass es esoterisch oder abgehoben wirkt. Die Natur spielt eine zentrale Rolle, ebenso wie das Gleichgewicht zwischen Licht und Schatten. Das fühlt sich alles sehr stimmig an.

Kleinere Längen gab es zwischendurch, aber insgesamt hat mich die Geschichte überzeugt. Belenas ist ein stilles, kraftvolles Buch, das nicht auf Effekte setzt, sondern auf Tiefe – und genau das macht seinen Reiz aus. Wer sich für Mythen, Naturspiritualität und innere Reisen interessiert, wird hier fündig.

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