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Veröffentlicht am 15.10.2024

Historisch sehr interessant, doch leider nicht so zugänglich wie erhofft

La Louisiane
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Um das Wachstum der französischen Kolonie La Louisiane in Nordamerika zu sichern, braucht es Anfang des 18. Jahrhunderts Frauen aus „der alten Welt“. Freiwillige zu finden ist nicht einfach, also geht ...

Um das Wachstum der französischen Kolonie La Louisiane in Nordamerika zu sichern, braucht es Anfang des 18. Jahrhunderts Frauen aus „der alten Welt“. Freiwillige zu finden ist nicht einfach, also geht man dazu über Frauen auszuwählen, die man aus den unterschiedlichsten Gründen in der psychiatrischen Anstalt Salpetrière in Paris untergebracht hat. Unter den „Freiwilligen“ sind drei Frauen, deren Freundschaft durch alle Erlebnisse erhalten bleibt. Die zwölfjährige Charlotte, die enterbte Adelige Petronille und die Engelmacherin Geneviève, sie alle kämpfen um eine bessere Zukunft oder zumindest ums Überleben.

„La Louisiane“ von Julia Malye ist ein historischer Roman, auf den man sich einlassen muss und benötigt volle Konzentration auf allen 528 Seiten.
Die Handlung wechselt immer wieder zwischen den Perspektiven der drei Hauptfiguren Charlotte, Pétronille und Geneviève, übersichtlich in Kapitel unterteilt.
Die Sprache ist es, die es einem oft schwer macht, sich so richtig in die Geschehnisse einzufühlen. So rau wie die Verhältnisse in Salpetrière und in den französischen Kolonien sind oft die Sätze, was einerseits gut zur Atmosphäre passt, dann wiederum fast emotionslos daherkommt. So interessant die Charaktere sind, so hatte ich doch bis zum Schluss Schwierigkeiten, ihnen wirklich nahe zu kommen.
Das Thema ist zweifellos sehr interessant und aus historischer Sicht hat mir sowohl die Schilderung der Zustände in Salpetrière, als auch die Überfahrt nach Amerika und das Leben in den Kolonien unglaublich gut gefallen.

Fazit
Ein wirklich interessanter historischer Roman, der mit ein bisschen mehr erzählerischer Leichtigkeit vielleicht zugänglicher wäre.

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Veröffentlicht am 03.01.2024

Interessanter Zukunftsroman, der zu sehr ins Mystische abgleitet

Endling
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Wir schreiben das Jahr 2041 als Zoe, Biologin in Frankfurt, in ihre Heimat zurückkehrt, um sich um ihre 16 jährige Schwester und ihre schrullige Tante Auguste zu kümmern. Keine leichte Aufgabe, denn Hanna ...

Wir schreiben das Jahr 2041 als Zoe, Biologin in Frankfurt, in ihre Heimat zurückkehrt, um sich um ihre 16 jährige Schwester und ihre schrullige Tante Auguste zu kümmern. Keine leichte Aufgabe, denn Hanna steckt mitten in der Pubertät und Auguste hat aufgrund von Angstzuständen das Haus seit Jahren nicht verlassen. Zoes Mutter, die diese Aufgabe sonst erfüllt, begibt sich aufgrund ihrer Alkoholabhängigkeit nämlich für einige Wochen in eine Reha.
Als dann auch noch Augustes Freundin spurlos verschwindet, überschlagen sich die Ereignisse und die drei Frauen beschließen, sich auf eine abenteuerliche Suche nach ihr zu begeben.

Für mich war „Endling“ das erste Buch der Autorin Jasmin Schreiber, aber natürlich hatte ich schon viel Gutes über die Vorgänger gelesen. Mit relativ hohen Erwartungen ging ich also diesen Roman an, die auch in der ersten Hälfte zum großen Teil erfüllt wurden.
Der Anfang des Buches hat mich richtig begeistert. Die Vorstellung von einer Welt, zeitlich nicht wirklich weit entfernt, in der Pandemien und Klimawandel dazu geführt haben, dass die Menschen gesellschaftliche Rückschritte vollzogen haben, war so beängstigend, gerade weil es zum Teil realistisch ist.
Die dystopischen Elemente der Geschichte fand ich genauso faszinierend wie die botanischen Erläuterungen. Zusätzlich zu dem, was die Welt bewegt wartet Jasmin Schreiber noch mit allerlei anderen schweren Themen wie Alkoholismus und Angstzuständen auf, die allerdings mit solch einer humorvollen Nüchternheit beschrieben werden, dass sie leichter zu ertragen sind.

Im zweiten Teil driftet die Geschichte für meinen Geschmack dann leider zu sehr ins Mystische ab, was ich so überhaupt nicht erwartet hatte. Ein mysteriöser Wald, ein reines Frauendorf - Vieles wird auf dem Roadtrip der Frauen in die Handlung hineingeworfen, ohne wirklich aufgeklärt zu werden. Hier hätte eine etwas realistischere Erklärung der Handlung bestimmt gut getan.
Das Buch war schön zu lesen, insgesamt hat mir aber die Tiefe gefehlt, die der Anfang des Romans angedeutet hatte.

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Veröffentlicht am 23.02.2023

Interessanter Fall, der die Spannung allerdings nicht ganz halten kann

Spüre meinen Zorn
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In „Spüre meinen Zorn“ wird der Leiter der Mordkommission Wolfgang Stöhrl mit einem grausamen Mord konfrontiert und kaum haben die Ermittlungen so richtig begonnen, folgt schon die nächste furchtbar zugerichtete ...

In „Spüre meinen Zorn“ wird der Leiter der Mordkommission Wolfgang Stöhrl mit einem grausamen Mord konfrontiert und kaum haben die Ermittlungen so richtig begonnen, folgt schon die nächste furchtbar zugerichtete männliche Leiche. Stöhrl, der gerade erst die Leitung übernommen hat, muss sich eingestehen, dass er die Hilfe seines ehemaligen Vorgesetzten Nathan Weiß braucht, der sich mittlerweile im Ruhestand befindet.

Das Buch hat stark und spannend begonnen, doch mit den für meinen Geschmack etwas seltsam anmutenden Ermittlungen ließ die Spannung nach und konnte dann nicht mehr in dem Maße aufgebaut werden, der mich bis zum Schluss hätte fesseln können.
Sehr schnell werden Schlüsse gezogen und verschiedene Personen als Täter „entlarvt“, nur um sich kurz danach eingestehen zu müssen, dass man vielleicht etwas vorschnell agiert hat. Der ermittelnde Kommissar Stöhr blieb für mich einfach nicht fassbar, die aufkeimende Romantik zwischen ihm und der Kollegin wirkte irgendwie seltsam auf mich.
Nichtsdestotrotz hat mich dieser Krimi ganz gut unterhalten, was daran lag, dass ich die Figur des Nathan Weiß sympathisch und interessant fand. Die Idee eines kompetenten Beraters im Hintergrund, der zusätzlich noch Interessen auf einem komplett anderen Gebiet verfolgt, wie hier der Buchhandlung, bietet Stoff für einige weitere Bände.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Gute Unterhaltung aber keinesfalls ein Psychothriller

Tödliches Angebot
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In „Tödliches Angebot“ der Autorin Marisa Kashino haben wir es mit einer Hauptfigur zu tun, deren Suche nach einem Haus in komplette Besessenheit ausartet. Für das Haus ihrer Träume ist Margo bereit so ...

In „Tödliches Angebot“ der Autorin Marisa Kashino haben wir es mit einer Hauptfigur zu tun, deren Suche nach einem Haus in komplette Besessenheit ausartet. Für das Haus ihrer Träume ist Margo bereit so ziemlich alles zu tun. So dringt sie auf sehr zweifelhafte Weise in das Leben der Hausverkäufer ein und setzt dabei nicht nur ihren Job, sondern auch ihre Beziehung aufs Spiel.
Der Roman beginnt wirklich unterhaltsam und kurzweilig. Obwohl Margos Vorgehensweise skrupellos ist, wirkt es teilweise fast witzig, auf welche Ideen sie kommt und wie sie es schafft, sich aus kniffligen Situationen wieder herauszumanövrieren.
Ich frage mich allerdings, wer auf die Idee gekommen ist, diesen Roman zu einem Psychothriller zu erklären. Wir haben es zwar mit einer psychisch auffälligen Hauptfigur zu tun, von einem Thriller ist die Handlung meines Erachtens allerdings meilenweit entfernt.
Die Geschichte hat mich gut unterhalten, deshalb auch die drei Sterne, war aber zu keinem Zeitpunkt spannend. Man möchte natürlich wissen, ob Margo denn am Ende endlich ihr Traumhaus bekommt, das war tatsächlich meine Hauptmotivation weiterzulesen.
Wer allerdings eine spannungsgeladene Story erwartet, wird mit „Tödliches Angebot“ wohl eher nicht glücklich werden.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Entwicklung war anders als gedacht

Ruf der Leere
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Hauptfigur dieses Romans ist Felix, der mit Laura und seinem besten Freund Ben dessen Rückkehr aus Australien in der familieneigene Waldhütte feiern will. Als die beiden jedoch völlig unerwartet weitere ...

Hauptfigur dieses Romans ist Felix, der mit Laura und seinem besten Freund Ben dessen Rückkehr aus Australien in der familieneigene Waldhütte feiern will. Als die beiden jedoch völlig unerwartet weitere Gäste mitbringen und plötzlich noch ein alter Mann auftaucht, der verkündet, er sei der Tod, ist die Stimmung auf dem Nullpunkt.
Immer wieder wechselt der Autor dann zwischen der Gegenwart in der Hütte und der Vergangenheit, in der wir nach und nach die Hintergründe erfahren.
Diese Wechsel haben mir gut gefallen und konnten mein Interesse zumindest bis zur Hälfte aufrechterhalten.
Leider hat sich dieser Roman dann jedoch völlig anders entwickelt, als ich gedacht hatte.
Waren die ersten Kapitel noch fesselnd und psychologisch interessant, flaute das Ganze dann im weiteren Verlauf deutlich ab und wurde zunehmend verworren.
Der Teil des Buches, der in der Vergangenheit spielt, konnte mich vor allem am Anfang noch absolut überzeugen, doch das Treffen in der Waldhütte war abgesehen von der etwas beklemmenden Stimmung inhaltlich eher dünn.
Für die Figuren hätte ich mir auch etwas mehr Tiefe gewünscht; bis auf Felix und Laura konnte ich kaum Zugang zu ihnen finden.
Ich vergebe gute drei Sterne für eine wirklich tolle Idee, deren Umsetzung mich zumindest anfangs gut unterhalten hat.

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