Eine mutige Frau
Eine wie FrankieFrances Howe wächst im Irland der 1950iger Jahre auf. Sie verliert früh ihre Eltern durch einen Unfall und kommt zur Tante mütterlicherseits, die mit einem Pfarrer verheiratet ist. Fortan ist Frances Jugend ...
Frances Howe wächst im Irland der 1950iger Jahre auf. Sie verliert früh ihre Eltern durch einen Unfall und kommt zur Tante mütterlicherseits, die mit einem Pfarrer verheiratet ist. Fortan ist Frances Jugend durch Verbote und Bibelzitate gekennzeichnet. Gerade 18 geworden, verheiraten ihre Pflegeeltern sie mit einem deutlich älteren Geistlichen, die Ehe hält nur kurz aber in dieser Zeit warten zahlreiche weitere Enttäuschungen auf die junge Frau. Nach dem Ende der Ehe gelangt Frances völlig ahnungs- und mittellos nach London zu Norah, einer Freundin aus der Schulzeit, die sie ihr gesamtes Leben begleiten wird, und vorn dort aus weiter nach New York. Eins muss man Frances lassen, ihr wird im Leben nichts geschenkt, aber sie hat immer Glück im Unglück.
Und davon zu lesen, macht wirklich Spaß! Es passiert viel und gerade in Sachen Glaubwürdigkeit ist der Roman sehr gut gelungen. Ja, Frances trifft – vor allem in Ihrer Jungend – dumme Entscheidungen bzw. lässt zu, dass diese über sie gefällt werden, aber das ist alles mit ihrer Erziehung zu begründen und daher glaubwürdig. (Über die Anzahl der Zufälle, die Frankie immer weiterhelfen, könnte man allerdings diskutieren.) Aber auch wie Graham Norton die Wechsel der Zeitebenen managt, fand ich sehr gut. Denn die Geschichte beginnt mit einer alten Frankie, die nach einem Beinbruch von einem Pfleger betreut wird und diesem ihre Geschichte erzählt. Damien ist ein toller Mensch, er arbeitet gern mit und bei älteren Menschen und liebt seinen Job, das spürt man als Leser. Frankie ist ebenfalls eine sehr symphytische Protagonistin und ihre Entwicklung ist bemerkenswert. Ist sie als junges Mädchen noch scheu, weltfremd und unwissend, gewinnt sie im Lauf der Geschichte zunehmend an Selbstsicherheit, die sich von keiner Niederlag abschrecken lässt. Ich bewundere Frankie sehr für ihren Mut!