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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.02.2026

Nicht so intensiv und tiefgehend wie erhofft

Das schönste aller Leben
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Betty Boras widmet sich in ihrem Roman „Das schönste aller Leben“ den Themen Schönheit, Herkunft und innerem Konflikt.
Im Mittelpunkt stehen zwei Frauenfiguren – Vio und Theresia –, deren Lebensgeschichten ...

Betty Boras widmet sich in ihrem Roman „Das schönste aller Leben“ den Themen Schönheit, Herkunft und innerem Konflikt.
Im Mittelpunkt stehen zwei Frauenfiguren – Vio und Theresia –, deren Lebensgeschichten durch Zeit und Generationen miteinander verwoben sind. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen: im 18. Jahrhundert im rumänischen Banat und in der Gegenwart in Deutschland.

Während Theresias Erzählstrang im Banat von Fremdheit, Entbehrung und der "Last" ihrer Schönheit geprägt ist, folgt man Vio zunächst als Kind, das ebenfalls aus dem Banat nach Deutschland kommt, und später als erwachsene Frau. Besonders der Gegenwartsstrang um Vio und ihre Tochter, die nach einem Unfall Narben im Gesicht davonträgt, bildet das emotionale Zentrum des Romans. Vios Fixierung auf die Schönheit ihrer Tochter und ihr Schuldgefühl verleihen der Erzählung zwar psychologische Tiefe, doch dominiert diese Perspektive allzu stark.

Der historische Teil um Theresia bleibt dagegen etwas blass. Vieles wird nur angedeutet, wodurch das reiche erzählerische Potenzial ungenutzt bleibt. Auch wirken die Figuren insgesamt zu wenig ausgearbeitet, um wirklich nachhaltig zu berühren.

Sprachlich ist der Roman durchaus eindringlich und atmosphärisch dicht, doch das Ende kommt etwas zu abrupt und hinterlässt den Eindruck, dass wichtige Fäden ungelöst bleiben. So entsteht das Gefühl, dass „Das schönste aller Leben“ mehr andeutet, als es tatsächlich entfaltet. Die von mir erhoffte Intensivität und Vielschichtigkeit blieb aus.

Ein Roman mit interessanter Grundidee und emotionalem Kern, der jedoch in der Figurenzeichnung und thematischen Tiefe hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Wilder Ritt ohne bleibenden Eindruck

Heaven's Gate
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Daniel Faßbenders „Heaven’s Gate“ ist wie ein schneller Ritt auf einer tropischen Welle: Kurz, rasant, aber alles spielt sich an der Oberfläche ab.

Ein Surfer als Hobby-Detektiv auf den Philippinen? Ist ...

Daniel Faßbenders „Heaven’s Gate“ ist wie ein schneller Ritt auf einer tropischen Welle: Kurz, rasant, aber alles spielt sich an der Oberfläche ab.

Ein Surfer als Hobby-Detektiv auf den Philippinen? Ist mal was anderes und sorgt für Neugier.
Caruso bedient dann leider viele Klischees.
Er ist pleite, liebt den Alkohol und die Frauen und glänzt weniger durch messerscharfe Logik als durch pures Stolpern in brenzlige Situationen.
Wer einen ausgewieften Ermittler sucht, sollte lieber woanders weitersurfen.

Zwischen korrupten Cops und Drogengeschäften rast die Handlung von einem Event zum nächsten. Das hält den Puls zwar oben, lässt aber die inhaltliche Tiefe am Strand zurück. Zum Finale hin wird dann der Turbo gezündet – die Plausibilität hat zu diesem Zeitpunkt das Buch allerdings schon längst verlassen.
Die Nebencharaktere bleiben dabei so blass, obwohl durchaus Potenzial für mehr durchaus vorhanden ist.

Ein kurzweiliger Surftrip ist "Heaven's Gate" allemal.
Wer echten Thrill und Logik erwartet, geht jedoch baden; wer einen anspruchslosen, temporeichen Snack für zwischendurch sucht, kann sich in die Wellen stürzen.
Nette Strandlektüre, mehr aber auch nicht.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Genre-Mix mit Licht und Schatten

Ein Pakt aus Asche und Blut
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Sabine Riedels Roman "Ein Pakt aus Asche und Blut" bietet einen kurzweiligen Mix aus Historie, Fantasy und Thriller, hinterlässt bei mir jedoch einen gemischten Eindruck.

Zunächst zum Schreibstil:
Dieser ...

Sabine Riedels Roman "Ein Pakt aus Asche und Blut" bietet einen kurzweiligen Mix aus Historie, Fantasy und Thriller, hinterlässt bei mir jedoch einen gemischten Eindruck.

Zunächst zum Schreibstil:
Dieser ist angenehm flüssig, auch wenn manche Formulierungen etwas zu blumig und ungelenkt geraten sind.

Zum Inhalt:
Die Erzählung setzt auf ein dynamisches Wechselspiel zwischen den Zeitebenen: Während man im Jahr 1460 tief in die Welt von Helen und Anna eintaucht, werden Cat, Melanie und Mike in der Gegenwart von den Schatten der Vergangenheit eingeholt.
Dieser Kontrast sorgt anfangs für eine hohe Spannungskurve, wobei der historische Handlungsstrang erzählerisch und atmosphärisch deutlich mehr Gewicht besitzt als der in der Gegenwart. Doch wo der Roman mit packender Mystik und Zauberbeschwörungen stark beginnt, verliert er zusehends an erzählerischer Schlagkraft. Besonders die Gegenwartsebene wirkt im weiteren Verlauf zu konstruiert und lässt die nötige inhaltliche Tiefe vermissen.
Das überhastete Finale verstärkt diesen Eindruck leider, da viele Fragen ungeklärt bleiben und die Charaktere – allen voran Melanie – für mich bis zuletzt blass und unnahbar blieben.

Es ist von allem etwas dabei, doch Thrill, Fantasy und Historie verbinden sich für mich jedoch nicht wirklich zu einem überzeugenden Ganzen.
Ein ambitionierter Genremix ist "Ein Pakt aus Asche und Blut", der stark startet, dem aber zum Finale leider die Luft ausgeht.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Nicht so spannend und beklemmend wie erhofft

Ruf der Leere
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Was als entspanntes Hüttenwochenende unter Felix Freunden beginnt, eskaliert durch ungebetene Gäste und einen mysteriösen Besucher: Ein alter Mann stellt der Gruppe ein tödliches Ultimatum – sie müssen ...

Was als entspanntes Hüttenwochenende unter Felix Freunden beginnt, eskaliert durch ungebetene Gäste und einen mysteriösen Besucher: Ein alter Mann stellt der Gruppe ein tödliches Ultimatum – sie müssen eine Person wählen, die überleben darf, während alle anderen sterben sollen. In der Isolation bricht die soziale Fassade zusammen und weicht nacktem Egoismus.
Parallel dazu sucht Felix’ besorgter Vater nach seinem verschwundenen Sohn.

In „Ruf der Leere“ entwirft der Autor ein beklemmendes Szenario, das die Abgründe der menschlichen Natur unter extremem Druck ausleuchtet. Was nach Lesen der Inhaltsangabe zunächst nach einer tiefgründigen und fesselnden Lektüre klingt, entpuppt sich am Ende eher als ein unausgegorener Spannungsroman mit psychologischen Elementen.

Mein Gesamteindruck des Romans ist zwiegespalten. Der Autor schafft es zwar, eine durchaus stimmungsvolle und atmosphärische Kulisse aufzubauen, verliert sich jedoch streckenweise in einer gewissen Langatmigkeit.

Ein Hauptproblem liegt im Zugang zu den Protagonisten. Die Figuren wirken durch ihre Vielzahl an Konflikten und dunklen Geheimnissen oft überlastet und in ihrer Darstellung leider auch etwas stereotyp. Dadurch fällt es schwer, echtes Mitgefühl oder eine tiefere Verbindung zu ihnen aufzubauen. Eine stärkere Fokussierung auf Felix und Laura hätte dem Spannungsbogen vermutlich gutgetan und die beklemmende Atmosphäre verdichtet.

Während der Einstieg packend ist, fällt die Spannungskurve im Mittelteil deutlich ab. Es wird viel erzählt, ohne dass die Handlung einen wirklichen Zugewinn erfährt. Die verschiedenen Erzählperspektiven sorgen zwar für ein schnelles Lesetempo und halten das grundsätzliche Interesse aufrecht, führen jedoch auch zu störenden Handlungsbrüchen.

Einige Elemente wirken leider darüber hinaus zu gewollt. Sowohl die Rolle des alten Mannes als personifizierter „Tod“ als auch die Motivationen des Vaters erscheinen etwas zu konstruiert, um die Handlung künstlich voranzutreiben.

„Ruf der Leere“ von Daniel Alvarenga ist ein kurzweilig geschriebener Roman mit durchaus überraschenden Momenten.
Wer psychologische Spannungsromane mag, wird hier solide unterhalten. Basierend auf der Prämisse des Romanes hatte ich mir jedoch deutlich mehr Tiefe und einen konsequenteren Spannungsaufbau erhofft.
Ein lesenswerter Ansatz, der sein volles Potenzial leider nicht ganz ausschöpft.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Kurzweilige Steinzeit-Fantasy für ein jüngeres Publikum

Die Stimme im Licht
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Mit "Die Stimme in Licht" von Kornelia Schmid reist man in längst vergangene Zeiten, zwar nicht zu den Anfängen der Erde, aber immerhin in die Steinzeit.
Und genau, das weniger typische Setting für einen ...

Mit "Die Stimme in Licht" von Kornelia Schmid reist man in längst vergangene Zeiten, zwar nicht zu den Anfängen der Erde, aber immerhin in die Steinzeit.
Und genau, das weniger typische Setting für einen Fantasy-Roman hat anfangs mein Interesse an der Geschichte geweckt.
Leider konnte der Roman nicht all meinen Erwartungen gerecht werden.

Der Prolog schafft es zunächst, neugierig auf die Geschichte zu machen. Dazu trägt der bildreiche und atmosphärische Schreibstil der Autorin bei, der eine mystische Stimmung erzeugt.
Erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven, darunter die von Merana, Fullo, Saso und Kela, gewinnt man ein Bild von der von der Autorin geschaffenen Welt und den unterschiedlichen Charakteren. Jedoch sorgen die Erzählperspektiven auch dafür, dass der Erzählfluss unterbrochen wird, was zu einem zu der ein oder anderen Länge führt und zum anderen der inhaltlichen Tiefe nicht immer zugutekommt.
Hinzu kommt, dass der Schreibstil zwar kurzweilig ist, manchmal jedoch etwas zu beschreibend.
Zudem ist der Roman eher an ein jüngeres Publikum gerichtet und verbleibt an der Oberfläche in Bezug auf Charakterisierung und innere Konflikte.

Für junge Fantasy-Leser/innen, die mal in eine andere Fantasy-Welt eintauchen, sicherlich interessant.

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