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Veröffentlicht am 22.01.2026

wenn Träume beängstigen und platzen

Wahnsinnszeit
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Eliza studiert Journalistik und man muss sie als Einzelgängerin bezeichnen. Erst als Jo, der stille Thies und Ava sie in ihrer Gruppe aufnehmen, fühlt sie sich in ihrem neuen, selbstständigen Leben angekommen. ...

Eliza studiert Journalistik und man muss sie als Einzelgängerin bezeichnen. Erst als Jo, der stille Thies und Ava sie in ihrer Gruppe aufnehmen, fühlt sie sich in ihrem neuen, selbstständigen Leben angekommen. Fühlt sich nicht mehr unsichtbar. Sie ist nun Teil einer funktionierenden Gruppe. Doch leider zeigt es sich recht bald, dass auch hier nicht alles zum Besten läuft. Der spontane Plan mit dem alten Audi von Jos Vater mal eben nach Berlin zu fahren, um nach dem Mauerfall Ossis zu „besichtigen“, geht schon mal total daneben. In der Gruppe kommt es immer mehr zu Spannungen untereinander. Ava verändert sich, weist Eliza ab, verschwindet für einige Zeit, um dann wieder zur Gruppe zurückzukehren. Verändert zwar, aber immer noch Ava.
In meinen Augen wird der Titel „Wahnsinnszeit“ im Buch gleich dreifach bedient. Einmal sind es die fünf jungen Studenten, die voller Ideen und Energien stecken und versuchen diese auszuleben und umzusetzen. Dann sind da noch die psychischen Probleme von Ava, die die Euphorie in der Gruppe immer wieder stören. Und als Letztes sind es auch die vielen nicht immer positiven Veränderungen innerhalb von Deutschland nach der Wende. Das alles setzt die Autorin in oft wunderbar bildhafter Sprache um. Zudem spricht sie von der Hauptfigur, Eliza, mal in der dritten Person und plötzlich wird Eliza zur Ich-Erzählerin. Der Wechsel geschieht fließend und ich empfand es beim Lesen als angenehm. Weniger gefallen haben mir dagegen Elis stark ausgeweiteten journalistischen Betrachtungen, immer dann, wenn sie sich in einer Situation unsicher fühlte. Insgesamt gebe ich 3,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

ruhiger Familienroman mit Spannungspotential

Sanddornschwestern
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Nur auf das Drängen ihrer Enkelin Nina lässt sich Agnes auf eine Reise nach Heringsdorf ein. Dort auf der Insel ist die jetzt 85jährige aufgewachsen und nach ihrem Weggang 1930 nie wieder zurückgekommen. ...

Nur auf das Drängen ihrer Enkelin Nina lässt sich Agnes auf eine Reise nach Heringsdorf ein. Dort auf der Insel ist die jetzt 85jährige aufgewachsen und nach ihrem Weggang 1930 nie wieder zurückgekommen. Zu traumatisch sind ihre Erinnerungen wegen des damaligen Vorfalls 1929. Ein Vorfall, der sie veranlasste die Ostsee zu verlassen und für den sie sich bis heute die Schuld gibt. Später gab es dann die Teilung Deutschlands, aber nun 1990 sind die Grenzen offen und Agnes beginnt eine Reise in ihre Kindheit und Jugend. Auch wenn sich vieles in den 60 Jahren die dazwischen liegen verändert hat und das nicht nur zum Guten, gibt es noch immer Orte, die die Erinnerungen wachrufen. Die fügt die Autorin immer wieder als Rückblenden ein, was mir sehr gut gefallen hat.
Der Familienroman ist einfühlsam geschrieben und schafft ein anschauliches Bild davon, wie Agnes mit ihrer Familie und insbesondere ihren beiden Schwestern ihre Jugend verbracht habt und wie sie sich mehr oder weniger engagiert in die anfallenden Arbeiten beim Hotelbetrieb eingebracht haben. Sie sind lebendig geschildert. Jedoch fand ich viele Entwicklungen hierbei vorhersehbar und dadurch kam bei mir nicht so richtig Spannung auf. Lediglich das Ende hat mich berührt. Als Agnes, dessen Lebenslauf von den eigenen Schuldgefühlen geprägt ist, dank ihrer Enkeltochter endlich die richtige Entscheidung trifft. Insgesamt gebe ich 3,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Hauptfigur fand ich nicht sehr glaubhaft

The Woman in Suite 11
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Zu viel Gutmütigkeit ist Gift. Die Dosis macht’s. So könnte man Lo Blacklocks Verhalten in diesem Thriller zusammenfassen. Denn entgegen besseren Wissens und was noch schlimmer ist, äußerst schlechten ...

Zu viel Gutmütigkeit ist Gift. Die Dosis macht’s. So könnte man Lo Blacklocks Verhalten in diesem Thriller zusammenfassen. Denn entgegen besseren Wissens und was noch schlimmer ist, äußerst schlechten Erfahrungen mit Carrie vor einigen Jahren, lässt sie sich von deren neuer, rührender Geschichte wieder erweichen. Während ihres beruflichen Aufenthaltes im Nobel-Hotel am Genfer See schmieden beide Frauen einen Plan, der Carrie die Flucht aus der toxischen Beziehung mit dem Milliardär Marcus Leidmann ermöglichen soll. Doch leider geht so einiges schief und Lo wird für ihre Gutmütigkeit wieder einmal hart bestraft. Sie hätte es besser wissen müssen.
Wie Ruth Ware Lo, die sich immer der Wahrheit verpflichtet fühlt, die Unrecht nicht akzeptieren kann, beschreibt, erschien mir hier im Buch nicht immer nachvollziehbar. Müsste eine Journalistin nicht eigentlich einen schärferen Blick auf die Tatsachen haben? Sich nicht ein zweites Mal und das dann auch noch von der gleichen Person an der Nase herumführen lassen? Wegen dieser Zweifel fand ich Lo deshalb auch nicht sehr überzeugend. Vielleicht lag es auch daran, dass die Autorin immer nur angedeutet hat, dass auf dem Norwegischen Schiff schreckliche Dinge passiert sind, aber dabei nie ins Detail gegangen ist. So war die Geschichte für mich auch nicht ganz rund und ich gebe insgesamt nur 3,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

eine Frau mit großem Herz

ANNA
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Ende des 19. Jahrhunderts lebt Anna im kleinen Ort Zäziwil in der Schweiz. Sie arbeitet als Köchin in der Krone, dem örtlichen Gasthaus. Kochen ist Annas Leidenschaft und hier kann sie ihr Können zeigen. ...

Ende des 19. Jahrhunderts lebt Anna im kleinen Ort Zäziwil in der Schweiz. Sie arbeitet als Köchin in der Krone, dem örtlichen Gasthaus. Kochen ist Annas Leidenschaft und hier kann sie ihr Können zeigen. Aber eines weiß Anna gewiss: ihr Herz gehört Paul, ihn wird sie heiraten. Doch dann stirbt die Wirtin und ihr Mann Fritz ist mit den 8 Kindern und der Wirtschaft überfordert. Er fragt Anna, ob sie nicht in seine Stube ziehen will, sprich ihn heiraten. Auch wenn das Herz etwas anderes sagt, nimmt Anna diese Herausforderung an….
Aus Überliefertem und Erinnerungsstücken aus Annas Leben erzählt die Autorin hier die Lebensgeschichte der fleißigen Anna mit dem so großen Herzen. Auf der einen Seite weiß Anna, dass sie Paul liebt, aber der hat ihr noch keinen Heiratsantrag gemacht. Als Wirtin der Krone hätte sie ein gesichertes Auskommen, wenn das auch mit 8 Kindern und der Wirtschaft ein arbeitsreiches Leben bedeutet. Aber davor schreckt sie nicht zurück. Zudem würde eine Ablehnung von Fritz Antrag ihr Ansehen im Ort arg schädigen. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn Annas Leben wird noch viele Herausforderungen für sie bereithalten.
Ich hätte mir gewünscht, dass im Buch Annas Bedenken, ihre Zerrissenheit mehr zum Ausdruck gebracht worden wären. So hat sich Anna nur der neuen Aufgabe gestellt, ohne dass der Leser ihre innere Zerrissenheit erleben konnte. Ich hätte gerne tiefer in ihr Herz geschaut.
Sehr gelungen fand ich, weil es Annas Liebe zum Kochen und Backen so gut vermittelt hat, dass der Leser die angepriesenen Rezepte nachlesen und somit nachkochen kann.
Insgesamt gebe ich 3,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

hatte mehr Spannung erwartet

Wo keine Rettung naht
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Nachdem mir der erste Fall mit Sarah Peters ausgesprochen gut gefallen hat, habe ich mich voller Vorfreude und Erwartungen an den zweiten Teil gemacht. Doch leider kann der, was die Spannung betrifft, ...

Nachdem mir der erste Fall mit Sarah Peters ausgesprochen gut gefallen hat, habe ich mich voller Vorfreude und Erwartungen an den zweiten Teil gemacht. Doch leider kann der, was die Spannung betrifft, in meinen Augen nicht mithalten können.
Doch immer der Reihe nach. Sarah Peters ist angeschlagen. Sie kämpft noch immer mit dem Verlust, welcher durch den Tod ihres Lebenspartners und Kollegen Michael für sie unfassbar schwer ist. Selbst zu dem Versprechen in den letzten Minuten vor seinem Tod sich um Michaels 14jährige Tochter zu kümmern, kommt sie nicht nach.
Als eine Freundin, von denen sie kaum welche hat, sie jedoch bittet sich mit der Gefängnispsychologin Karin Westermann in Verbindung zu setzten, kommt sie der Bitte nach. Die Psychologin gesteht Sarah gegenüber ihre Angst, erzählt von den Drohungen, die sie erhält und noch anderen seltsamen Vorgängen im Vorzeigefrauengefängnis. Wenig später ist Karin Westermann tot und Sarah beschließt selbst im Gefängnis in Karins Dienstwohnung einzuziehen und zum Mord an Karin Westermann direkt vor Ort zu ermitteln. Eine Entscheidung, die sie selbst in höchste Gefahr bringt…
Das hätte eine wirklich spannende Geschichte werden können, wenn die Autorin nicht immer wieder, gerade wenn es für mich spannend wurde, auf die schlechte Psyche und die geringe Belastbarkeit von Sarah hingewiesen hätte. Das empfand ich wie eine Endlosschleife. Da blieb die Spannung bei mir auf der Strecke. Schade, denn es gibt im Knast so einige Ungereimtheiten und seltsam agierendes Personal, was mich zum Weiterlesen gebracht hat. Insgesamt gibt’s von mir daher nur 3,5 Lese-Sterne.

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