wenn Träume beängstigen und platzen
WahnsinnszeitEliza studiert Journalistik und man muss sie als Einzelgängerin bezeichnen. Erst als Jo, der stille Thies und Ava sie in ihrer Gruppe aufnehmen, fühlt sie sich in ihrem neuen, selbstständigen Leben angekommen. ...
Eliza studiert Journalistik und man muss sie als Einzelgängerin bezeichnen. Erst als Jo, der stille Thies und Ava sie in ihrer Gruppe aufnehmen, fühlt sie sich in ihrem neuen, selbstständigen Leben angekommen. Fühlt sich nicht mehr unsichtbar. Sie ist nun Teil einer funktionierenden Gruppe. Doch leider zeigt es sich recht bald, dass auch hier nicht alles zum Besten läuft. Der spontane Plan mit dem alten Audi von Jos Vater mal eben nach Berlin zu fahren, um nach dem Mauerfall Ossis zu „besichtigen“, geht schon mal total daneben. In der Gruppe kommt es immer mehr zu Spannungen untereinander. Ava verändert sich, weist Eliza ab, verschwindet für einige Zeit, um dann wieder zur Gruppe zurückzukehren. Verändert zwar, aber immer noch Ava.
In meinen Augen wird der Titel „Wahnsinnszeit“ im Buch gleich dreifach bedient. Einmal sind es die fünf jungen Studenten, die voller Ideen und Energien stecken und versuchen diese auszuleben und umzusetzen. Dann sind da noch die psychischen Probleme von Ava, die die Euphorie in der Gruppe immer wieder stören. Und als Letztes sind es auch die vielen nicht immer positiven Veränderungen innerhalb von Deutschland nach der Wende. Das alles setzt die Autorin in oft wunderbar bildhafter Sprache um. Zudem spricht sie von der Hauptfigur, Eliza, mal in der dritten Person und plötzlich wird Eliza zur Ich-Erzählerin. Der Wechsel geschieht fließend und ich empfand es beim Lesen als angenehm. Weniger gefallen haben mir dagegen Elis stark ausgeweiteten journalistischen Betrachtungen, immer dann, wenn sie sich in einer Situation unsicher fühlte. Insgesamt gebe ich 3,5 Lese-Sterne.