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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.11.2024

Man kann nicht allen helfen

Mordscoach
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Die dunkelsten Geheimnisse der Mitmenschen erfahren – möchte man das wirklich? Irgendwie ist das Sophies Job als Psychotherapeutin. Bis sie das Geheimnis ihres Mannes erfährt, den sie doch eigentlich so ...

Die dunkelsten Geheimnisse der Mitmenschen erfahren – möchte man das wirklich? Irgendwie ist das Sophies Job als Psychotherapeutin. Bis sie das Geheimnis ihres Mannes erfährt, den sie doch eigentlich so gut kennt – und schwupps, wird die sich sonst scheinbar regelkonform verhaltende Frau selbst zur Mörderin!
Der Krimiroman „Mordscoach“ besticht mit einem sehr bildlichen Schreibstil, der detaillierte Vorstellungen im Kopf erzeugt. Dadurch lässt sich die Geschichte gut in einem Rutsch lesen. Die dabei vorkommenden Erläuterungen zur Psyche und zu Verhaltensmustern des Menschen sind interessant. Die Grundidee selbst ist vielversprechend, allerdings hätte ich mir an manchen Stellen mehr Tiefe gewünscht. So blieben nach dem Handlungsverlauf zum Beispiel ein paar Fragen für mich offen, die wohl nicht mehr geklärt werden können, da die betroffenen Personen tot sind und sich dazu nicht mehr äußern. Das Ende ließ mich zudem etwas unbefriedigt zurück, da es relativ offen gestaltet ist. Erst nach Recherche konnte ich in Erfahrung bringen, dass es sich hier wohl um eine Krimireihe mit Fortsetzung handelt. Ein entsprechender Hinweis dazu im Buch wäre wünschenswert.

Insgesamt war „Mordscoach“ aber für mich eine solide Abendlektüre und ich empfehle es jedem, der gern kurzweilige Krimiromane mit wenig komplexen Handlungssträngen liest.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Düstere Kulisse, verhaltene Wirkung

Starling House
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* Ich verfasse die Rezension auf Grundlage der englischsprachigen Originalausgabe. Dabei bewerte ich alles unter Ausnahme der deutschen Übersetzung.
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Da ich mysteriöse Geschichten liebe und mich das ...

* Ich verfasse die Rezension auf Grundlage der englischsprachigen Originalausgabe. Dabei bewerte ich alles unter Ausnahme der deutschen Übersetzung.
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Da ich mysteriöse Geschichten liebe und mich das wunderschöne Cover sofort angesprochen hat, war „Starling House“ für mich ein klarer Kauf- und Lesegrund. Umso enttäuschter war ich, dass mich das Buch letztlich nicht so überzeugen konnte, wie ich es mir erhofft hatte.
Die Grundidee klang laut Klappentext unglaublich spannend. Leider fiel mir der Einstieg sehr schwer: Der Anfang zieht sich enorm, gefühlt vergehen die ersten 100 Seiten, ohne dass wirklich etwas passiert. Zusätzlich störten mich die zahlreichen Fußnoten, die den Lesefluss immer wieder unterbrachen, sowie die verschiedenen Versionen und Erzählungen über das Haus zu Beginn, die eher verwirrend waren als neugierig machten. Zwar wurde der Schreibstil im weiteren Verlauf fesselnder, dennoch ertappte ich mich mehrfach bei dem Gedanken, das Buch abbrechen zu wollen, weil es mich stellenweise einfach langweilte.
Was die Autorin jedoch sehr gut beherrscht, ist das Erzeugen einer düsteren und geheimnisvollen Atmosphäre, ohne dass diese beim Lesen erdrückend oder belastend wirkt. Auch die Protagonistin Opal ist grundsätzlich interessant angelegt. Ich konnte zwar keine echte emotionale Bindung zu ihr aufbauen, dennoch gefiel mir, dass sie keine typische Heldin ist: Sie hat keine Familie, kein richtiges Zuhause, kein Geld, trägt die alleinige Verantwortung für ihren Bruder und entspricht äußerlich nicht den gängigen Schönheitsidealen. Gerade diese Unperfektheit macht sie ungewöhnlich und hebt sie von vielen anderen Figuren ab.
Natürlich spielt sie eine besondere Rolle in Verbindung mit dem geheimnisvollen Starling House, wo sie Arthur kennenlernt – einen zurückgezogenen, einsamen Kauz, zu dem sie Nähe aufbaut.
Die Liebesgeschichte hätte es für mich allerdings nicht gebraucht. Opal weiß kaum etwas über Arthur, weshalb mir diese Entwicklung stellenweise unlogisch erschien. Wirklich gestört hat sie mich jedoch auch nicht – sie fühlte sich einfach überflüssig an.
Angesichts der vielen positiven Bewertungen denke ich, dass „Starling House“ definitiv etwas für Leser:innen ist, die dunkle, mysteriöse Geschichten mit Smalltown-Atmosphäre mögen und Geduld für einen sehr ruhigen Einstieg mitbringen. Mir persönlich hat das Buch jedoch nicht genug gegeben, um es weiterzuempfehlen. Ich habe nicht das Gefühl, dass mir etwas gefehlt hätte, wenn ich es nicht gelesen hätte. Schade.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Leise Geschichten zwischen Bücherregalen

Frau Komachi empfiehlt ein Buch
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Das Buch habe ich als Geschenk erhalten. Cover und Klappentext sprachen mich sofort an, weshalb ich mich sehr auf das Lesen gefreut habe. Von der Autorin Michiko Aoyama kannte ich zuvor noch nichts, hatte ...

Das Buch habe ich als Geschenk erhalten. Cover und Klappentext sprachen mich sofort an, weshalb ich mich sehr auf das Lesen gefreut habe. Von der Autorin Michiko Aoyama kannte ich zuvor noch nichts, hatte aber bereits einiges Positives über dieses Buch gehört, was meine Erwartungen steigen ließ. Letztendlich blieb der Eindruck für mich jedoch eher verhalten – es war nett, aber mehr auch nicht.
„Frau Komachi empfiehlt ein Buch“ besteht aus fünf miteinander verbundenen Kurzgeschichten. Alle spielen rund um dieselbe Bibliothek, in der Frau Komachi arbeitet und die in jeder Geschichte eine zentrale Rolle einnimmt. Pro Kapitel steht jeweils eine andere Hauptfigur im Fokus, wobei es kleinere Überschneidungen und Wiederbegegnungen zwischen den Figuren gibt. Diese Crossover sorgen für ein stimmiges Gesamtbild und verleihen dem Buch eine gewisse Zusammengehörigkeit.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, ruhig und leicht zugänglich. Die Geschichten lesen sich flüssig und sind unaufgeregt erzählt. Allerdings konnte mich nicht jede Erzählung gleichermaßen erreichen. Teilweise fehlte mir der persönliche Bezug zu den Figuren, sodass es mir schwerfiel, wirklich mit ihnen mitzufühlen. In diesen Momenten merkte ich, wie mein Interesse nachließ und ich mich zwischendurch langweilte. Auch inhaltlich bot mir das Buch keinen nachhaltigen Mehrwert oder neue Denkanstöße.
Insgesamt ist es ein ruhiges, sanftes Buch, das sicher seine Zielgruppe hat. Besonders Leser:innen, die gerne Slice-of-Life-Geschichten mögen, in denen es um kleine Lebensmomente, zwischenmenschliche Begegnungen und leise Entwicklungen geht, könnten die Geschichten ansprechen. Für mich persönlich blieb es jedoch lediglich ein nettes, aber eher unspektakuläres Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Eine Liebeserklärung an den Libanon

Barfuß in Tetas Garten
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Aline Abboud gewährt mit ihrem Buch interessante Einblicke in ihre Kindheit zwischen den Kulturen von Libanon und Ostdeutschland. Dabei ist ihr Schreibstil sehr sympathisch und sie berichtet bildlich von ...

Aline Abboud gewährt mit ihrem Buch interessante Einblicke in ihre Kindheit zwischen den Kulturen von Libanon und Ostdeutschland. Dabei ist ihr Schreibstil sehr sympathisch und sie berichtet bildlich von ihren Erfahrungen oder der ihrer Eltern. Die starke Liebe, die sie zu ihrer Familie und dem Libanon hegt, wird deutlich transportiert. Vor allem die Kriegseinblicke fand ich sehr bewegend.
Etwas verwirrend empfand ich manchmal jedoch, dass die Reihenfolge der Ereignisse nicht chronologisch geschah oder dass innerhalb einer Erinnerung in eine andere gesprungen wurde. Auch hätte ich mir noch mehr Informationen zu ihr als Person gewünscht, z. B. wie sie letzten Endes zu ihrem Beruf kam.
Nichtsdestotrotz empfand ich die geschilderten Einblicke sehr spannend, sodass sich das Buch schnell weglesen ließ. Die Bilder am Ende sind zudem eine schöne Ergänzung. Leider wurden mir diese auf meinem Tolino im ePub-Format aber nicht angezeigt.

Jeder, der etwas mehr über das libanesische Leben erfahren möchte oder Aline Abboud interessant findet, sollte sich das Buch zur Hand nehmen.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Mehr Nachthemden als Charakterentwicklung

The Wrong Bride
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Die Aufmachung des Buches ist wunderschön und auch die Grundidee klang vielversprechend, doch leider hat mich der Inhalt ziemlich enttäuscht.
Der Einstieg war noch halbwegs nachvollziehbar und durchaus ...

Die Aufmachung des Buches ist wunderschön und auch die Grundidee klang vielversprechend, doch leider hat mich der Inhalt ziemlich enttäuscht.
Der Einstieg war noch halbwegs nachvollziehbar und durchaus interessant, in den Schreibstil fand ich schnell hinein. Doch schon bald entwickelte sich die Handlung zu einem einzigen Fiebertraum: es war wie ein Unfall, von dem man den Blick nicht abwenden kann, obwohl man eigentlich möchte.
Die Protagonisten Ares, Raven und ihre Schwester Hannah waren mir allesamt unsympathisch und ihre Geschichte wirkte auf mich schlichtweg absurd. Ares ist fünf Jahre lang mit Hannah zusammen, liebt sie und es wird eine gemeinsame Hochzeit geplant – nur um dann doch - wie von der Großmutter bestimmt -, Raven zu heiraten, weil Hannah kurzfristig abspringt. Plötzlich ist diese wie ausradiert, Ares hat ausschließlich Augen für Raven, während Hannah ihre Entscheidung bereut. Dass Ares Hannah angeblich geliebt hat, spielt auf einmal für ihn keinerlei Rolle mehr. Gleichzeitig leidet Raven permanent unter der Angst, im Schatten ihrer Schwester zu stehen und glaubt Ares nicht, wenn er ihr seine Gefühle beteuert (verständlicherweise).
Raven wird eigentlich als selbstbewusste, erfolgreiche und berühmte Frau beschrieben, die als Model und Modedesignerin arbeitet. In der Handlung verhält sie sich jedoch überwiegend unsicher und kindisch. Ares wiederum ist extrem besitzergreifend und krankhaft eifersüchtig – und das sogar schon vor der Hochzeit. Für mich war das vollkommen überzogen und wenig glaubwürdig.
Hinzu kommt, dass in nahezu jedem Kapitel mehrfach betont wird, wie wunderschön Raven ist und wie oft sie sexy Nachthemden trägt, die Ares um den Verstand bringen. Gleichzeitig erfährt man bis zum Ende nicht einmal, welche Haarfarbe sie hat. Das fand ich schade, denn die Figur hätte sicher mehr Tiefe verdient als eine ständige Reduktion auf ihr Äußeres. Auch der hohe Spice-Anteil war für meinen Geschmack deutlich zu viel und konnte letztlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass es der Geschichte an echtem Plot mangelt.
Trotz allem hat mich das Buch irritierenderweise gefesselt, auch, wenn ich beim Lesen regelmäßig die Augen verdrehen musste. Die Handlung bleibt insgesamt sehr oberflächlich und repetitiv.
Empfehlen kann ich das Buch daher nur eingeschränkt. Irgendwo hat es mich zwar unterhalten, wirklich überzeugt jedoch nicht. Interessant fand ich allerdings die Familie rund um Ares. Sie ist vermutlich der einzige Grund, warum ich eventuell irgendwann doch noch zu Band 2 greifen könnte. Viele Stimmen behaupten zumindest, dass der zweite Teil deutlich besser sein soll als dieser Auftakt.

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