Zeitreise ins frühe 15. Jahrhundert
Roter Mund und wundes Herz
Wir begleiten einen wackeren Ritter durch sein Leben. Schon früh verlor er sein eines Auge. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, sich dem Leben zu stellen. Er war sehr vielseitig, dieser Oswald von Wolkenstein. ...
Wir begleiten einen wackeren Ritter durch sein Leben. Schon früh verlor er sein eines Auge. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, sich dem Leben zu stellen. Er war sehr vielseitig, dieser Oswald von Wolkenstein. Noch heute bekannt ist er jedoch vor allem durch seine musikalische Hinterlassenschaft. Minnegesang und Trinklieder, Gesänge über historische Ereignisse und Personen oder über das Leben an sich. Sein Liedgut war mir selbst jedoch bisher gänzlich unbekannt. Einzig aus dieser Epoche ist mir Walther von der Vogelweide ein Begriff, der über 200 Jahre früher wirkte.
Sehr schön fand ich, dass Oswalds Lieder in das Werk mit einfließen. Über QR-Codes kann man sich diese - vom Autor selbst vorgetragen - auch anhören.
Ich kenne die beschriebene Gegend des Wohnsitzes in Südtirol recht gut. Manche der erwähnten Burgen sind heute nur noch Ruinen, andere stehen noch. Doch Oswald von Wolkenstein ist ganz schön herumgekommen, häufig im Auftrag des Königs Siegmund. Doch bereits als Knappe nahm er an Schlachten teil. So reiste er u. a. ins Heilige Land, nach Italien, Spanien oder nach England.
Das Buch ist sehr schön gestaltet. Der Schreibstil ist gut zu lesen, und die Dialoge sind der heutigen Schriftsprache angeglichen.
Der Autor hat sehr gut recherchiert. Doch er hat auch vieles aus dem privaten Leben hinzugedichtet. Insgesamt ist es eine gute und ausgewogene Mischung, um anhand der historisch belegten Daten diese Person und ihr Umfeld zum Leben zu erwecken.
Beim Lesen ist mir dieser Oswald von Wolkenstein ein wenig ans Herz gewachsen. Wahrlich keine friedlichen Zeiten, doch er hat seinen Weg mit Stolz und Achtung beschritten.
Fazit: Dem Autor ist eine wundervolle und spannende Zeitreise gelungen über den „Rockstar“ des späten Mittelalters.