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JonasRoka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2026

Zeitreise ins frühe 15. Jahrhundert

Roter Mund und wundes Herz
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Wir begleiten einen wackeren Ritter durch sein Leben. Schon früh verlor er sein eines Auge. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, sich dem Leben zu stellen. Er war sehr vielseitig, dieser Oswald von Wolkenstein. ...


Wir begleiten einen wackeren Ritter durch sein Leben. Schon früh verlor er sein eines Auge. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, sich dem Leben zu stellen. Er war sehr vielseitig, dieser Oswald von Wolkenstein. Noch heute bekannt ist er jedoch vor allem durch seine musikalische Hinterlassenschaft. Minnegesang und Trinklieder, Gesänge über historische Ereignisse und Personen oder über das Leben an sich. Sein Liedgut war mir selbst jedoch bisher gänzlich unbekannt. Einzig aus dieser Epoche ist mir Walther von der Vogelweide ein Begriff, der über 200 Jahre früher wirkte.

Sehr schön fand ich, dass Oswalds Lieder in das Werk mit einfließen. Über QR-Codes kann man sich diese - vom Autor selbst vorgetragen - auch anhören.

Ich kenne die beschriebene Gegend des Wohnsitzes in Südtirol recht gut. Manche der erwähnten Burgen sind heute nur noch Ruinen, andere stehen noch. Doch Oswald von Wolkenstein ist ganz schön herumgekommen, häufig im Auftrag des Königs Siegmund. Doch bereits als Knappe nahm er an Schlachten teil. So reiste er u. a. ins Heilige Land, nach Italien, Spanien oder nach England.

Das Buch ist sehr schön gestaltet. Der Schreibstil ist gut zu lesen, und die Dialoge sind der heutigen Schriftsprache angeglichen.

Der Autor hat sehr gut recherchiert. Doch er hat auch vieles aus dem privaten Leben hinzugedichtet. Insgesamt ist es eine gute und ausgewogene Mischung, um anhand der historisch belegten Daten diese Person und ihr Umfeld zum Leben zu erwecken.

Beim Lesen ist mir dieser Oswald von Wolkenstein ein wenig ans Herz gewachsen. Wahrlich keine friedlichen Zeiten, doch er hat seinen Weg mit Stolz und Achtung beschritten.

Fazit: Dem Autor ist eine wundervolle und spannende Zeitreise gelungen über den „Rockstar“ des späten Mittelalters.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Mehr als nur Science-Fiction: Ein Plädoyer für die Menschlichkeit

Rho
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Die Geschichte spielt auf einem fernen, erdähnlichen Planeten mit einer roten Sonne und fehlendem Tag-Nacht-Wechsel. Eine neue Gesellschaft von Menschen hat sich etabliert - ohne Regierung, aber mit mächtigen ...

Die Geschichte spielt auf einem fernen, erdähnlichen Planeten mit einer roten Sonne und fehlendem Tag-Nacht-Wechsel. Eine neue Gesellschaft von Menschen hat sich etabliert - ohne Regierung, aber mit mächtigen Konzernen. Der Wohnraum in der gemäßigten Zone ist rar. In der Wüste leben die Mantis, große, insektenartige Wesen in unterirdischen Bauten und ameisenähnlichen Kolonien. Nach Jahrzehnten des gegenseitigen, friedlichen Desinteresses kommt es seit einiger Zeit zu mörderischen Konfrontationen.

Nach einem Angriff bilden Moira und Rho eine Schicksalsgemeinschaft auf der Flucht. Sie, ehemalige Ärztin und jetzt Journalistin, er ein Soldat mit einem Geheimnis. Sie entkommen in die Wüste, finden Zuflucht in einem überfallenen und fast entvölkerten Bau der Mantis und sind schon bald einer schrecklichen Ausbeutung auf der Spur.

Von Anfang an hat mich diese Geschichte in ihren Bann gezogen. Neben dem überaus spannenden Handlungsverlauf werden etliche ethische Fragestellungen thematisiert: Was bedeutet Menschsein, was Freiheit, was Selbstbestimmung? Wer erdreistet sich, das Hoheitsrecht über die Moral zu beanspruchen? Welche Daseinsberechtigung haben außerirdische Lebensformen? Geht es um radikalen Darwinismus oder Kooperation?

So stürzen wir uns mit den beiden Protagonisten in ein außergewöhnliches Abenteuer, das schon bald Genre-Grenzen einreißt und einfach geniales Lesevergnügen bereitet.

Der Stil der Autorin ist durchweg gut zu lesen und sehr bildhaft.

Fazit: Für mich eine sehr schöne Entdeckung auf der Buchmesse in Stockstadt – eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Inspirierend für Jung und Alt: Ein Abenteuerroman mit Tiefgang

Der Traum der Nomadin
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Eine junge Frau, eigentlich noch eine Jugendliche, flieht vor den Plänen ihres Vaters, der sie mit einem deutlich älteren Mann verheiraten möchte, zu allem Übel auch noch als Zweitfrau. Die Sehnsucht nach ...

Eine junge Frau, eigentlich noch eine Jugendliche, flieht vor den Plänen ihres Vaters, der sie mit einem deutlich älteren Mann verheiraten möchte, zu allem Übel auch noch als Zweitfrau. Die Sehnsucht nach einem selbst bestimmten Leben führt sie bis auf die andere Seite der Meeresenge, in die Wüste, ihren Sehnsuchtsort. Auf dem Weg hat sie einige Abenteuer zu bestehen, entkommt knapp ihren Häschern und trifft immer wieder auf Menschen, die wichtige Erkenntnisse vermitteln und ihr zu treuen Weggefährten werden.

Beim vorliegenden Werk handelt es sich um eine Mischung aus Abenteuerroman und Lebensratgeber. Denn die Fragen, die sich Carla auf ihrer Flucht stellt, haben eine allgemeingültige Bedeutung und regen dazu an, sich über die eigenen Ziele im Leben Gedanken zu machen. So richtet es sich eventuell an eine junge Leserschaft, doch auch für mich als alten Hasen bedeutete die Lektüre einen Erkenntnisgewinn und eine Auffrischung bereits vor längerer Zeit gefasster Pläne.

Und das bewirkt der Autor, ohne aufdringlich zu wirken, in einer klaren Sprache, die sich ohne viele Schnörkel auf das Wesentliche fokussiert. Wie schon aus dem Vorgängerbuch bekannt, webt er regelmäßig Erzählungen ein, die nochmals eine bestimmte Erkenntnis vertiefen sollen. Das bewirken auch manche Wiederholungen, die wichtige Gedanken nochmals festigen. Und auch unsere romantische Ader erhält ihre Nahrung im vorliegenden Roman.

„Mein Notizbuch“ ganz am Ende fasst alle Erkenntnisse nochmals zusammen, die Carla alleine und mit Nael zusammen auf ihrer Lebensreise gefunden hat.

Fazit: ein inspirierender Roman mit Tiefgang

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Das Körperreisen geht weiter

Entkörpert - Entflammt
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Nach dem 1. Teil war ich ganz heiß auf die Fortsetzung. Ich wurde nicht enttäuscht.

Übergangslos knüpft die Handlung an und wir begleiten die Hauptfigur Lukas weiter auf ihren abenteuerlichen Körperwechselreisen. ...

Nach dem 1. Teil war ich ganz heiß auf die Fortsetzung. Ich wurde nicht enttäuscht.

Übergangslos knüpft die Handlung an und wir begleiten die Hauptfigur Lukas weiter auf ihren abenteuerlichen Körperwechselreisen. Dieses Mal dringt Lukas bis in „Den Rachen des Löwen“ vor. Klar wird ihm auch, dass es kein Zurück mehr in seinen alten Körper gibt. So weist sein Weg nach vorne, und der 2. Teil wartet mit einigen Überraschungen auf, die auch mit seiner Vergangenheit zu tun haben. Schön ist es, seine Weiterentwicklung zu beobachten, sowohl hinsichtlich seiner Fähigkeiten mit den Klarträumen und Körperreisen umzugehen, als auch bezüglich seiner Persönlichkeit. Es wird auch aufgedeckt, was der titelgebende Ausdruck „entkörpert“ letztendlich bedeutet.

Besonders gut gefallen hat mir der Abstecher in die Außenwelt direkt vor den Mauern der Einheit und die Exkursion ins Gebirge.

Auch dieser Teil glänzt mit einer ausgesprochen bildhaften Sprache. Dem Autor gelingt es weiterhin, einen schönen Spannungsbogen aufrechtzuerhalten. Einiges bleibt im Unklaren und anderes drängt zu einer Auflösung hin.


Fazit: Ich bin schon ganz neugierig auf Band 3.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Rasanter, actionreicher Thriller zwischen Realität und Traumwelt

Dreamer
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Während einer Hypnosesitzung wird die Verbindung zwischen einem Lehrer aus einer Kleinstadt in Deutschland und einer Studentin in den USA, die an einem Klartraum-Experiment teilnimmt, geknüpft. Plötzlich ...

Während einer Hypnosesitzung wird die Verbindung zwischen einem Lehrer aus einer Kleinstadt in Deutschland und einer Studentin in den USA, die an einem Klartraum-Experiment teilnimmt, geknüpft. Plötzlich finden sich beide in parallelen Dimensionen wieder, in denen ihr Leben eine gänzlich andere Richtung eingeschlagen hat. Mathis und Lynn können, indem sie klarträumen, jeweils problemlos zwischen diesen Welten wechseln.
Bald wird deutlich, dass alles mit den ersten Experimenten vor wenigen Jahren zu tun hat, bei denen offenbar ein Paralleluniversum entstanden ist. Einer der damaligen jungen Teilnehmer beginnt, andere Beteiligte des Experiments zu töten und auch Mathis und Lynn sowie ihnen nahestehende Personen zu bedrohen.
Überall auf der Welt tauchen gefährliche. wabernde Löcher auf. Die durch die „Dreamer“ ausgelöste Dimensionsverschiebung droht im Fiasko zu enden ..

Was für ein ungewöhnlicher und mitreißender Handlungsverlauf! Zudem spannend und abwechslungsreich geschrieben. So ist ein außergewöhnlicher Roman entstanden, der sich nicht so ganz einfach einem Genre zuordnen lässt. Aber das muss er ja auch gar nicht. Die faszinierende Welt des Klarträumens wird hier nochmals in einer ganz anderen Richtung behandelt, als ich gewohnt bin. Sie ermöglicht ein Springen der „Dreamer“, also der Menschen mit diesen besonderen Fähigkeiten, zwischen den zwei Welten. Im Klartraum ist – meiner Erfahrung nach - alles möglich, jedoch im vorliegenden Roman bewältigen die Akteure sehr zielgerichtete Aktionen, die in „normalen“ Klarträumen, wenn überhaupt, nur durch langes Training funktionieren würden.
Doch die fiktive Geschichte wirkt in sich schlüssig. Das Ende überraschte mich dann doch, da ich mit einem anderen gerechnet hätte.

Fazit: Dem Roman gelang es, mich stark in seinen Bann zu ziehen. Unbedingt empfehlenswert für Leser, die etwas Neues wagen möchten.

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