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Veröffentlicht am 27.01.2026

Eine beeindruckende Vielfalt von Gemüseraritäten

Auf der Jagd nach alten Sorten
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Mitch McCulloch war für viele Jahre Koch in London und hat dort seine Gäste mit außergewöhnlichen Kreationen verwöhnt. Als er dann die Großstadt verlassen und in die Grafschaft Suffolk gezogen ist, hat ...

Mitch McCulloch war für viele Jahre Koch in London und hat dort seine Gäste mit außergewöhnlichen Kreationen verwöhnt. Als er dann die Großstadt verlassen und in die Grafschaft Suffolk gezogen ist, hat er seinen eigenen Gemüsegarten angelegt und die Leidenschaft für besondere Gemüsesorten hat begonnen. Seither ist er der "Seed Hunter" und immer auf der Suche. Auch seine Followergemeinde auf Instagram ist begeistert von seinen Schätzen.

In diesem Buch dreht sich daher alles um Raritäten. Denn die Sammlung unterschiedlichster Samen und alter Sorten ist groß und extrem vielfältig. Doch das Saatgut allein reicht nicht aus, um einen erfolgreichen Gemüseanbau zu betreiben. Damit der Boden fruchtbar bleibt, wirtschaftet Mitch McCulloch rein nach der "No-Dig"-Methode, die bedeutet, dass der Boden jährlich mit einer dicken Mulchschicht bedeckt wird, die dann für mindestens ein Jahr sämtliche Nährstoffe mitbringt. Ein Umgraben wird so hinfällig und schont den Boden. Natürlich sind auch Klima, Standort, vorhandenes Werkzeug und der bestehende, vorhandene Boden wichtig und entscheiden für das Funktionieren der einzelnen Gemüsekulturen. Damit auch jeder Leser seine Auswahl treffen kann, was er im folgenden Jahr anbauen möchte, gibt der Autor einen großen, sehr umfassenden Überblick über seine gesammelten Sorten, stellt, die Gemüse vor und erklärt die Unterschiede zwischen den Arten.

Bereits seit zehn Jahren bin ich nun selbst begeisterte Gärtnerin und habe ebenfalls eine Leidenschaft für die besonderen und vorallem alten Gemüsesorten entwickelt. So ist meine Sammlung an Tomatensorten wirklich großartig und vresorgt uns jedes Jahr mit vielen wunderschönen und wohlschmeckenden Früchten. Bei anderem Gemüse wie Gurke, Sellerie oder Knoblauch bin ich bisher aber immer beim bewährten und altbekannten geblieben, was sich in diesem Jahr aber gerne ändern darf. Daher bin ich fleißig am Lesen und am Suchen des entsprechenden Saatguts. So hat Mitch McCulloch nun auch mich zu einer Samenjägerin gemacht!

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Mariannes Neuanfang in der Neustadt

Der Salon in der Neustadt
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Bremen, 1975: Marianne ist seit sieben Jahren zurück aus London und hat sich in Bremen wieder ein Leben aufgebaut. Obwohl der Friseursalon ihrer Eltern noch vorhanden ist, hat sie sich einen neuen Laden ...

Bremen, 1975: Marianne ist seit sieben Jahren zurück aus London und hat sich in Bremen wieder ein Leben aufgebaut. Obwohl der Friseursalon ihrer Eltern noch vorhanden ist, hat sie sich einen neuen Laden in der Neustadt gesucht. Dort ist es sehr modern und neben Pop-Musik und fröhlichem Geplauder frisiert es sich wunderbar. Da sie bisher nur Frauen annehmen, wagt sie den Schritt, baut den Salon um und möchte ab sofort auch Männern zu schönen Frisuren verhelfen. Allerdings ist das gar nicht so einfach, denn gerade die wollen meist nur von Männern bedient werden, die es bei Marianne aber nicht gibt. So ist Geduld gefragt und erst mit einem Trick ihrer Mutter Gisela locken sie schließlich auch Männer an. Doch trotz des Erfolgs spürt Marianne mehr und mehr, dass die Arbeit sie anstrengt und sie dringend eine Pause bräuchte. Erst mit der Bekanntschaft von Felix Niehaus, dem vermeindlichen Sohn ihres Onkels, erfährt sie wieder ein wenig Leichtigkeit. Dennoch weiß sie nicht so recht, was sie von ihren Gefühlen halten soll, denn Felix könnte ja durchaus ihr Cousin sein.

Caroline Jansen erzählt die Geschichte der drei verwandten Frauen Marianne, Gisela und Ruth auf eine kurzweilige und fesselnde Weise weiter. So ist Marianne in den Vordergrund gerückt, während ihre beiden Tanten nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, dennoch so manchen Schicksalsschlag zu verkraften haben. Da der Erzählstil sehr flüssig ist und die Perspektivwechsel für Abwechslung sorgen, fliegen die Seiten nur so dahin.

Bereits der erste Band der Reihe hat mir sehr gut gefallen. Deshalb war ich nun total gespannt, ob mich auch die Fortsetzung wieder so in ihren Bann ziehen würde - und es ist ihr gelungen! Denn die Familiengeschichte ist so interessant wie mitreißend und hat mich durchweg gut unterhalten. Da die Familie und ihre zwischenmenschlichen Probleme sehr realistisch dargestellt werden, war ich immer wieder sehr berührt und hatte das Gefühl selbst Teil der Handlung zu sein.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Safe Haven - Ein Ort der Heilung

Erdbeerfieber
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Cal ist wütend, denn seine Chefin Aeryn hat ihn einfach an die Cliffs of Moher geschickt, um im Camp "Safe Haven" für die nächsten drei Wochen einen Irish Dance-Workshop mit den Kindern zu leiten. Dabei ...

Cal ist wütend, denn seine Chefin Aeryn hat ihn einfach an die Cliffs of Moher geschickt, um im Camp "Safe Haven" für die nächsten drei Wochen einen Irish Dance-Workshop mit den Kindern zu leiten. Dabei wären gerade diese Wochen immens wichtig für den Profitänzer, wo doch schon in drei Monaten die Premiere des neuen Stücks ist. Und Cal will diesmal endlich einmal in der ersten Reihe stehen und nicht wieder als Ersatztänzer im Hintergrund ausharren. Entsprechend schlecht gelaunt trifft er an diesem abgelegenen Ort ein. Doch die Waisenkinder, die dort eine entspannende und stärkende Zeit verbringen, empfangen ihn mit offenen Armen und sind begeistert von seinen Tanzstunden. Die Zusammentreffen mit der Camp-Mitarbeiterin Marlis, die sich gemeinsam mit Cal um die Kids kümmert, sind allerdings alles andere als entspannt. Denn sie spürt schnell, dass Cal eine Last mit sich herumträgt, die ihn stresst und immer ehrgeiziger werden lässt. Kann ihm Marlis vielleicht zu etwas mehr Ruhe und Gelassenheit verhelfen?

Madita Tietgen zeigt in diesem neunten Band der Reihe, wie ein Ort und ein Mensch für mehr Ruhe in einem gehetzten Geist sorgen können. Denn Cal ist getrieben und erfährt durch die Kids und Marlis, wie wertvoll "Safe Haven" ist. Da die Autorin einen sehr fesselnden und emotionalen Erzählstil beherrscht, fliegen die Seiten nur so dahin. Außerdem ist es schön, wie Charaktere aus den Vorgängerbänden auch hier wieder eine Rolle spielen und die Leser*innen deren Lebenswege weiterverfolgen können.

Ich mochte diesen Roman wieder unheimlich gerne und hätte am liebsten ununterbrochen gelesen. Cal und Marlis sind zwei sehr gegensätzliche Persönlichkeiten und es ist faszinierend, wie er die aufmüpfige und provozierende Seite an der sonst so braven und positiven Marlis hervorgebracht hat. So war dieses Buch einfach nur rundum unterhaltsam, aber auch sehr emotional und bewegend und hat mich vollkommen mitgerissen!

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Die kleine Ente und ihre Familie

Kennst du mich? Ich bin eine Ente!
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Die kleine Ente lebt mit ihren Eltern und ihren sieben Geschwistern am Teich. Dort lernt sie alles von ihren Eltern, was sie für ein Leben alleine braucht. Denn neben dem Tauchen, Schwimmen und Fliegen ...

Die kleine Ente lebt mit ihren Eltern und ihren sieben Geschwistern am Teich. Dort lernt sie alles von ihren Eltern, was sie für ein Leben alleine braucht. Denn neben dem Tauchen, Schwimmen und Fliegen muss sie auch ihr Federkleid pflegen können, um nicht bis auf die Haut nass zu werden oder im Winter zu frieren. Auch über die vier Wochen im Ei weiß das kleine Entenkind einiges zu berichten.

Andrea Weller-Essers verpackt die vielen Informationen über Enten in kindgerechte Texte, die eher wie eine kleine Geschichte anmuten. Nur am Ende sind sämtliche Fakten kompakt in einem Steckbrief zusammengefasst. Zusammen mit den realitätsnahen Illustrationen von Sandra Kissling wird das Buch dann zu einem perfekten Kindersachbuch.

Meine Tochter und ich sind total begeistert von dieser Reihe rund um unsere heimischen Wildtiere. Da sogar ich noch einiges über Enten lernen konnte, finde ich die Bücher noch besser und empfehle sie uneingeschränkt weiter.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Eberhofers dreizehnter Fall

Apfelstrudel-Alibi
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Diesmal erreicht den Franz ein etwas anderer Auftrag. Denn wie er so gemütlich daheim, nach seiner extrem anstrengenden Joggingrunde, die ihn nur zum Simmerl in die Metzgerei geführt hat, unter die Dusche ...

Diesmal erreicht den Franz ein etwas anderer Auftrag. Denn wie er so gemütlich daheim, nach seiner extrem anstrengenden Joggingrunde, die ihn nur zum Simmerl in die Metzgerei geführt hat, unter die Dusche springen will, ruft der Richter Moratschek an. Denn vor einigen Tagen ist sein allerliebstes Patenkind, die Letti bei einem Bergunglück zu Tode gekommen und der Richter glaubt nicht, dass es hier mit rechten Dingen zugegangen ist. Natürlich weiß der Eberhofer gleich, dass er hier wieder einmal Hilfe vom Birkenberger rudi braucht und ruft ihn direkt an. Der ist aber ein wenig komisch und bittet ihn schließlich um Geld, denn in seiner Privatdetektei geht gerade gar nichts mehr und der Rudi ist pleite. Also begeben die Beiden sich auf die Suche nach den wirklichen Geschehnissen, die zu Lettis Tod geführt haben. Allerdings muss der Franz auch zuhause mehr einspringen, denn seit die Susi Bürgermeisterin ist, denkt sie nur noch an die Arbeit und der Paul braucht schließlich auch Eltern, dei sich um ihn kümmern. Wie gut, dass Vater und Sohn sich im Rahmen der Ermittlungen auf in den Urlaub auf einen Campingplatz machen können.

Rita Falk erzählt diesen dreizehnten Fall vom Eberhofer in gewohnter Manier. Denn die Sprache ist unverändert bairisch geprägt und in vielen Teilen etwas umgangssprachlich. Da der Franz immer noch einen Haufen Machoallüren hat, die er wohl nie mehr ablegen wird, bleibt alles beim Alten. Nur bei den Eberhofers auf dem Hof ist es anders, denn die Oma wird langsam alt und zerbrechlich und hat manchmal kaum mehr die Kraft, ihr Bett zu verlassen und verbringt die Stunden dort gerne mit ihrem Enkel Paul und zockt ihm beim Quartett regelmäßig ab.

Da der bereits alle Bände der Reihe kenne, sind der Franz, sein Vater, der Birkenberger Rudi, die Susi, der Paul und all die anderen Charaktere wie alte Bekannte für mich und ich wundere mich nicht mehr über so manche Aussage vom Franz. Denn er ist ein Macho und wird es immer bleiben, dennoch kümmert er sich sehr gut um seinen Sohn und verbindet beim Camping das Nützliche mit dem Praktischen. Den Fall fand ich wirklich gelungen und habe das Buch sehr gerne gelesen.

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