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Veröffentlicht am 10.02.2018

Spannende Charaktere und Handlung trotz einiger Längen

Seelen
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Klappentext
„Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von sogenannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in die menschlichen Körper ein und übernehmen sie vollständig - nur ...

Klappentext
„Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von sogenannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in die menschlichen Körper ein und übernehmen sie vollständig - nur wenige Menschen leisten noch Widerstand und überleben in den Bergen, Wüsten und Wäldern.
Eine von ihnen ist Melanie. Als sie schließlich doch gefasst wird, wehrt sie sich mit aller Kraft dagegen, aus ihrem Körper verdrängt zu werden und teilt ihn fortan notgedrungen mit der Seele Wanda. Verzweifelt kämpft sie darum, ihren Geliebten Jared wiederzufinden, der sich mit anderen Rebellen in der Wüste versteckt hält - und im Bann von Melanies leidenschaftlichen Gefühlen und Erinnerungen sehnt sich auch Wanda mehr und mehr nach Jared, den sie nie getroffen hat ...
Der ungewöhnliche Kampf zweier Frauen, die sich einen Körper teilen müssen, eine hinreißende Liebesgeschichte und die wohl erste Dreiecksgeschichte mit nur zwei Körpern.“

Gestaltung
An diesem Cover gefällt mir besonders gut die Beziehung zum Inhalt. Man sieht das Auge eines Mädchens und auf der gebundenen Ausgabe schimmert/glitzert es leicht. Wenn ein Mensch von einer Seele besetzt ist, verändert sich ja auch die Augenfarbe. Dass dieser Aspekt auf dem Cover aufgegriffen wurde, gefällt mir sehr gut.

Meine Meinung
„Seelen“ ist eins dieser Bücher, von denen man erst nicht viel erwartet und dann vollkommen überrascht wird. Von Stephenie Meyer kannte ich nur den ersten Band der „Biss“-Reihe, welchen ich jedoch nur halb gelesen hatte, da es mir etwas zu langweilig war, weil es fast ausschließlich um die Liebesgeschichte ging. Dennoch wollte ich „Seelen“ lesen, weil der Klappentext nach etwas Neuem klang und der anstehende Film meine Neugier geweckt hat. Ich habe dann über die Hälfte des Buches gelesen, bevor ich den Film gesehen habe und dann leider den Fehler gemacht, den Film zu schauen. So habe ich das Buch nie zu Ende gelesen (obwohl mir das Buch gut gefiel). Aus dem Grund habe ich kürzlich nochmals zum Buch gegriffen und es dann auch komplett durchgelesen. Und ich bin froh, dass ich das Buch bis zum Ende gelesen habe, denn es hat mir genauso gut gefallen, wie auch der Film!

Dieser Roman ist mit gut 900 Seiten wirklich dick und sicherlich kann man auch die ein oder andere Stelle erheblich kürzen, aber die Figuren sind einfach atemberaubend gestaltet und wachsen einem als Leser sofort ans Herz. Mir haben die etwas langatmigen Momente daher, entgegen meiner sonstigen Skepsis gegenüber Langatmigkeit, dieses Mal nichts so viel aus. Mir gefiel besonders die Atmosphäre der heißen Wüste, da ich die Hitze geradezu auf meiner Haut gespürt habe und dass ich beim Lesen die Bilder des Films vor Augen hatte. Aber ganz besonders ans Herz gewachsen sind mir die Figuren.

Allen voran ist da die Protagonistin Melanie bzw. die Seele Wanda. Der anfängliche Konflikt zwischen den beiden wird so anschaulich und greifbar dargestellt, dass man ein wirklich beklemmendes Gefühl bekommt und sich wünscht, niemals selber von einer Seele besetzt zu werden. Doch die Entwicklung, die sich dann zwischen diesen beiden Figuren vollzieht hat mich wirklich tief berührt. Aus den Feindinnen werden soetwas wie Freundinnen. Wanda beginnt Mel zu verstehen und sie beginnt zu fühlen sowie wirklich zu lieben. So bedeuten ihr Mels Geliebter Jared und Mels kleiner Bruder wirklich etwas. Und als sie dann Ian treffen, scheint Wanda das erste Mal selbstständig Gefühle zu entwickeln.

Wandas Entwicklung von einer Außerirdischen, die keinerlei Gefühle kennt, aber schon viele Leben hinter sich hat, zu so etwas wie einem menschlichen Wesen, das sich verliebt und Freunde findet, war wirklich spannend zu verfolgen und von Frau Meyer wunderbar gestaltet. Aber auch Melanies Gegenwehr, ihr Mut und der Wille, ihre Lieben zu beschützen waren sehr ergreifend. Jedoch ist sie für mich im Vergleich zu Wanda immer nicht ganz so hervorgestochen. Erst am Ende des Buches lernte man noch mehr über Mel und ihr großes Herz.

Genauso interessant war es auch Jareds Reaktionen auf Wanda/Mel zu verfolgen, da er zunächst immer nur Wanda sieht und erst durch Mels kleinen Bruder zu zweifeln beginnt. Auch Ian, der in Wanda mehr sieht als nur eine Außerirdische und sie versucht kennen zu lernen, ist eine wirklich spannende Figur. Ich konnte mich gar nicht zwischen diesen beiden jungen Männern entscheiden, weil ich beide sehr gerne mochte.

Zudem gibt es in „Seelen“ aber auch wirklich spannende Momente. So bleibt die ein oder andere Verfolgungsjagd nicht aus. Ebenso gibt es auch kleinere Kämpfe und vieles mehr. Auch wenn es manchmal eine Zeitlang recht langatmige Passagen gab, so wurden diese für mich dann irgendwann auch wieder durch unterschiedliche Überraschungen wieder wettgemacht.

Gut gefallen hat mir auch, dass man bei Mel/Wanda immer wusste, wer von beiden gerade die Erzählerin war, denn der Roman wird vorrangig aus der Perspektive der Protagonistin erzählt. Da diese sich den Körper mit Wanda teilt, ist es nicht verwunderlich, dass immer wieder mal Wanda und dann wieder Mel in das Erzählgeschehen eingreifen. Durch ihren Schreibstil konnte die Autorin dabei für mich stets deutlich hervorstellen, welches der beiden Mädchen gerade die Erzählerin war. Die kleinen Einblicke in Mels Vergangenheit, durch die Wanda eigentlich erst beginnt, sich zu verändern, waren auch gut als solche erkennbar (sie waren vom sonstigen Text durch extra Absätze abgehoben) und haben sich von der eigentlichen Handlung abgehoben.

Fazit
Ein wirklich spannender und vor allem berührender Roman, trotz einiger langatmiger Passagen, die man hätte kürzen können. Vor allem die vielschichtig gestalteten Charaktere, die mir sofort ans Herz wuchsen und die (jeder für sich) unterschiedliche Entwicklungen durchmachen, haben „Seelen“ für mich zu einem spannenden Buch gemacht. Zudem war diese „Alieninvasion“ sogar recht realistisch gestaltet, vor allem hinsichtlich des Zusammenlebens der Menschen untereinander und deren Handlungen nach einer solchen Invasion.
4 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 10.02.2018

Spannung, überraschende Wendungen und dystopische Zukunftsentwürfe

Secrets - Ich fühle
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Klappentext
„Wut, Enttäuschung, Schmerz – Gefühle drohten die Menschheit auszulöschen. Ein Chip befreit sie nun von ihren schädlichen Emotionen. Denn selbstständig zu fühlen ist einfach zu gefährlich. ...

Klappentext
„Wut, Enttäuschung, Schmerz – Gefühle drohten die Menschheit auszulöschen. Ein Chip befreit sie nun von ihren schädlichen Emotionen. Denn selbstständig zu fühlen ist einfach zu gefährlich. Das erfährt Zoe am eigenen Leib, als plötzlich eine Störung an ihrem Chip auftritt. Zum allerersten Mal entstehen in ihrem Kopf eigene Gedanken und unaufhaltsame Gefühle. Zoe muss dieses Geheimnis um jeden Preis bewahren; sollte es gelüftet werden, droht ihr die Auslöschung. Doch dann gerät ihr Chip derart außer Kontrolle, dass sie sich nicht länger verstecken kann und für ihr Leben und ihre Freiheit kämpfen muss.“

Gestaltung
Das Cover von „Secrets – Ich fühle“ ist farblich wunderschön aufeinander abgestimmt. Die verschiedenen Flieder- sowie Lilatöne schmiegen sich wunderbar aneinander an und schmeicheln dem Auge. Besonders gut gefällt mir, dass man die Rückenansicht des Mädchens zuerst sieht und so der Fokus des Auges auf den kleinen Porteingang am Nacken gelenkt wird. Dieser spielt nämlich in der Geschichte eine zentrale Rolle, sodass das Cover hier sehr schön Bezug zur Handlung nimmt.

Meine Meinung
Der Einstieg in die Handlung von „Secrets – Ich fühle“ erfolgt wirklich rasant. Zunächst lernt der Leser die Welt kennen: Menschen, die in der „Gemeinschaft“ unter der Erde leben, weil die Oberfläche durch Bomben und giftige Substanzen unbewohnbar geworden ist. Gefühle haben die Menschen nicht mehr, dafür aber einen Port im Nacken und den sogenannten „Link“. Durch den „Link“, der zu bestimmten Zeiten vor den Augen der Menschen abläuft, erfahren die Bewohner die neusten Nachrichten und andere Zuteilungen (z.B. ob sie in ein Büro gerufen wurden).

Somit stehen die Menschen unter der Kontrolle einiger bestimmter Menschen, jedoch ist dies den meisten Bewohnern nicht bewusst. Aber es gibt Menschen, die immer wieder „aus dem Link gleiten“. Menschen, wie die Protagonistin Zoe. Sie lernt der Leser gleich zu Beginn kennen und dadurch, dass sie nicht immer an den „Link“ gebunden ist, ist die Sicht des Lesers auf Zoes Lebenswelt sofort sehr intensiv, da man die Missstände direkt erkennt.

Noch intensiver wird dieser erste Eindruck des Lesers, als der junge Rebell Adrien hinzukommt. Durch Zoes Andersartigkeit gerät sie schnell in Gefahr, doch er rettet sie und gemeinsam begeben sie sich dann auf die Flucht. Auf dieser erfährt Zoe und mit ihr auch der Leser so einige überraschende, schockierende Geheimnisse. Die Ereignisse scheinen sich auf den ersten gut 70 Seiten geradezu zu überschlagen, sodass man gebannt an den Seiten klebt.

Allerdings muss ich sagen, dass es mich etwas irritiert hat, was nach diesen 70 Seiten passiert ist. Zoe flieht mit Adrien aus der Untergrundstadt und dann muss sie aufgrund von einer dramatischen Erkrankung doch zurück in den Untergrund. Allerdings wird sie dabei aufgrund eines Sticks in ihrem Port im Nacken alles bereits Erlebte vergessen. Was sollte dann bitte diese rasante Flucht zu Beginn? Dann hätte man die ersten Seiten genausogut streichen können oder an eine andere Stelle setzen können.

Ich meine damit nicht, dass ich die ersten Seiten nicht spannend fand (eher ganz im Gegenteil, es war der beste Einstieg in ein Buch, den ich seit langem gelesen habe), aber für die Handlung an sich, war es für mein Empfinden irgendwie eigenartig, da es mir recht unnötig erschien, an der Stelle zu fliehen, um dann direkt wieder zurückzukehren.

Dennoch kann man sagen, dass die Handlung konstant spannend ist und es immer wieder wirklich überraschende und auch unvorhersehbare Wendungen (z.B. habe ich nämlich nicht damit gerechnet, dass Zoe nach den ersten 70 Seiten der Flucht aus der Gemeinschaft wieder zurück in ihre Untergrundwelt muss) gibt. Zudem ist sie wirklich sehr detailliert geschildert, sodass der Leser sich sehr gut zurecht findet und alles bildhaft vor Augen sieht.

Allerdings neigt der Schreibstil von Autorin Heather Anastasiu dazu, dass sie (gerade zu Beginn) sehr viele technische Begriffe (z.B. V-Chip) der für den Leser neuen Welt verwendet, ohne sie genauer zu erklären. Als Leser muss man sich zunächst daran gewöhnen und erst hineinfinden, aber selbst im Verlauf der Handlung stolpert man immer mal wieder über diese Begriffe. Dadurch, dass allerdings aus der Ich-Perspektive von Zoe berichtet wird, fühlt man sich der Protagonistin sowie ihrer Welt sehr nahe und kann dadurch besser hineinfinden. Wäre es in der dritten Person geschrieben worden, wäre die Welt dem Leser noch fremder erschienen und er hätte eindeutig mehr Orientierungsprobleme gehabt.

Fazit
Ein packender, fesselnder Dystopie-Trilogieauftakt, der sich zwar altbekannter Muster bedient, aber durch eine spannende Handlung mit unvorhersehbaren, überraschenden Wendungen zu überzeugen weiß. Einzig die vielen technischen Begriffe und die etwas unlogische Flucht zu Beginn der Handlung, die nach 70 Seiten wieder rückgängig gemacht wird, stören etwas. Das Ende lässt gespannt auf die Fortsetzung warten.
4 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 10.02.2018

Ein zufriedenstellender Abschluss, der für ein glückliches Lächeln im Gesicht sorgt

Secret Woods 2: Die Schleiereule des Prinzen (Märchenadaption von "Brüderchen und Schwesterchen")
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Klappentext
„*Freiheit kann trügerisch sein, besonders wenn sie dich fliegen lässt*

Noch weiß Nala nicht, wer sich hinter dem wahren Gesicht des attraktiven Jägers verbirgt, der sie um jeden Preis finden ...

Klappentext
„*Freiheit kann trügerisch sein, besonders wenn sie dich fliegen lässt*

Noch weiß Nala nicht, wer sich hinter dem wahren Gesicht des attraktiven Jägers verbirgt, der sie um jeden Preis finden will. Sie genießt die Freiheit, die ihr die weiten Wälder der königlichen Jagdgründe bieten, in der Hoffnung, doch noch den Bann von ihrem verwunschenen Bruder lösen zu können. Aber die neu gewonnene Freiheit ist trügerisch. Ihre böse Stiefmutter trachtet nach Nalas Leben – und nach der Liebe des Prinzen, damit ihre eigene Tochter Königin werden kann. Dessen Herz ist jedoch längst vergeben…“

Gestaltung
Das Cover passt perfekt zur Gestaltung des ersten Bandes, auch wenn mir die warmen grün Töne mit den gelben Highlights etwas besser gefallen haben, weil das Cover wärmer wirkte. Schön finde ich, dass auf diesem Cover mit der Eule auch wieder das Tier aus dem Titel aufgegriffen wurde und dass dieses Mal der Bruder der Protagonistin Nala das Cover ziert. So wird der Inhalt und der Titel schon gut visualisiert. Den Wald im Hintergrund finde ich sogar fast am besten am ganzen Cover, da er aufgrund seiner dunklen Farben schön mysteriös und auch etwas bedrohlich wirkt.

Meine Meinung
Nachdem mir der erste Teil der „Secret Woods“-Dilogie sehr gut gefallen hatte, wollte ich natürlich wissen, wie die Reihe im zweiten Band zu Ende gehen würde. Die Adaption des grimmschen Märchens „Brüderchen und Schwesterchen“ hatte von vorneherein meine Neugier geweckt. „Secret Woods – Die Schleiereule des Prinzen“ schließt nahtlos an das Ende seines Vorgängers an und führt so das spannende Ende direkt weiter. So ist gleich der Beginn des Buches sehr aufregend, was mir sehr gut gefallen hat.

Die Handlung dieses Bandes hat mir insgesamt auch wieder gut gefallen. Es gab überraschende Wendungen und auch Spannung. Insgesamt ist es jedoch eine ruhige Geschichte, mit Blick auf die romantischen Gefühle, da sich hier auch auf die Liebesbeziehungen bzw. die Entwicklung einer solchen konzentriert wird. Für mich gehört die Liebe zu einem Märchen aber auch einfach dazu, sodass ich mich darüber gefreut habe. Im Mittelteil fühlten sich manche Szenen für mich etwas lang an, aber abgesehen davon hat mich die Handlung fesseln können, denn ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen ausgelesen, weil ich immer unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht.

Die Figuren sind mir alle sehr ans Herz gewachsen, allen voran Dale, der Bruder von Protagonistin Nala. Einen Bruder wie ihn hatte ich mir bereits nach Beenden des ersten Bandes gewünscht, mit dieser Fortsetzung hat sich der Wunsch nur noch mehr verfestigt. Dale ist einfach nur liebenswert, selbstlos und toll, denn er ist in meinen Augen ein richtig toller Bruder! Nala hat im Vergleich zum ersten Band eine sehr schöne Entwicklung durchgemacht, denn sie ist viel reifer und erwachsener geworden. Dies gefiel mir sehr gut! Auch überzeugte mich hier wieder die Geschwisterbeziehung zwischen Nala und Dale, die sogar für mich als Einzelkind durch die Seiten hinweg greifbar wurde. Spannend wurde es auch dadurch, dass in diesem Band mehr über Sedrik enthüllt wurde, sodass ich auch diese Figur besser kennen lernen konnte. Er ist mutig und verfügt über einen starken Charakter.

Wie bereits im ersten Band, war auch in diesem der Schreibstil der Autorin Jennifer Alice Jager sehr überzeugend. Sie versieht die Geschichte an den richtigen Stellen mit kleinen Prisen Humor, sodass die Handlung aufgelockert wird. An spannenden Stellen vermag sie es, den Leser zu fesseln. Das Ende hat mich zufrieden zurückgelassen, denn es war stimmig und passte zu meinen Erwartungen. Die Märchenadaption endete so, wie wir es von den Märchen auch gewohnt sind, sodass ich das Buch mit einem zufriedenen Seufzen weglegen konnte.


Fazit
Für mich war der Abschlussband der „Secret Woods“-Dilogie ein schönes, herzerwärmendes Buch, das die Geschichte zu einem sehr schönen und vor allem zufriedenstellenden Ende gebracht hat. Trotz ein paar Längen im Mittelteil habe ich es sehr genossen, dieses Buch zu lesen, da mich die Handlung mit ein paar Wendungen wirklich überraschen konnte und da sie auch für große Gefühle gesorgt hat. Eine schöne Dilogie, die ich gerne weiterempfehle und die nicht nur für Märchen-Fans geeignet ist, sondern auch für all jene, die gerne tief in romantische Geschichten eintauchen.
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Secret Woods 01 – Das Reh der Baronesse
2. Secret Woods 02 – Die Schleiereule des Prinzen


Veröffentlicht am 10.02.2018

Märchenhafte Geschichte um die tiefe Verbindung zwischen zwei Geschwistern

Secret Woods 1: Das Reh der Baronesse (Märchenadaption von "Brüderchen und Schwesterchen")
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Klappentext
„Anstatt den Zwängen des Königshofs zu unterliegen, trainiert Nala lieber das Bogenschießen und gerät in Raufereien mit ihrem Bruder Dale. Aber als ihr Vater, der Baron von Dornwell, eine neue ...

Klappentext
„Anstatt den Zwängen des Königshofs zu unterliegen, trainiert Nala lieber das Bogenschießen und gerät in Raufereien mit ihrem Bruder Dale. Aber als ihr Vater, der Baron von Dornwell, eine neue Frau auf das Anwesen bringt, sieht sie ihr Glück schwinden. Die Komtesse ist hochnäsig und böswillig, dennoch ist Nalas Vater ihr vollkommen verfallen. Als Nala schließlich das dunkle Geheimnis der Komtesse aufdeckt, ist es bereits zu spät. Sie setzt alles daran, ihre Familie vor der bösen Stiefmutter zu retten. Doch schon bald steht nicht nur das Leben ihres Bruders auf dem Spiel. Auch ihr eigenes Herz ist in Gefahr – und das des fremden Jägers mit dem verschmitzten Lächeln und den blaugrauen Augen…“

Gestaltung
In dieses Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt. Ich mag das Farbspiel, da die hellen Grün- und die Gelbtöne aussehen wie Sonnenstrahlen bzw. Lichtreflexe, sodass der Wald sehr atmosphärisch aussieht. Aber auch das Reh und das Mädchen in dem Kleid sehen sehr schön aus und passen vor allem farblich zueinander. Die Pose des Mädchens ist zwar nicht ganz mein Fall, da es die Hände etwas komisch angehoben hat, aber das ist schon Meckern auf hohem Niveau. Insgesamt ein sehr stimmiges Cover, das auch die Geschichte super einfängt und wiederspiegelt!

Meine Meinung
„Secret Woods“ ist eine Märchenadaption des grimmschen „Brüderchen und Schwesterchen“ und obwohl ich früher viele Märchen gelesen oder vorgelesen bekommen habe, war bei mir gerade dieses Märchen nicht mehr so präsent. Daher konnte ich ganz unvoreingenommen an die Geschichte herangehen und mich von dem märchenhaften Setting gefangen nehmen lassen. Ich fand es spannend, die Geschichte vom Brüderchen und Schwesterchen zu entdecken.

Protagonistin Nala erinnerte mich dabei sehr an Disneys Merida, denn sie war auch ein kleiner Wildfang. Sie schoss lieber mit Pfeil und Bogen oder war auch das ein oder andere Mal Teil kleinerer Handgemenge und Streitereien. Auch ihr Bruder Dale findet sich immer wieder in Raufereien wieder und ist seiner Schwester recht ähnlich. Besonders die Verbindung zwischen den beiden Geschwistern hat mich jedoch beim Lesen beeindruckt, da Jennifer Alice Jager es mit den Dialogen und kleineren Wortgefechten zwischen Bruder und Schwester geschafft hat, die Beziehung der beiden sehr plastisch und realistisch zu gestalten. Auch für ein Einzelkind wie mich wurde die Geschwisterbeziehung so sehr greifbar. Teilweise habe ich mich sogar dabei erwischt, wie ich mir auch einen großen Bruder wie Dale gewünscht habe.

Die Geschichte beginnt damit, wie sich das Leben der Geschwister mit der Hochzeit ihres Vaters ändert. Die neue Frau in seinem Leben, die Komtesse, ist alles andere als eine neue, liebevolle Mutter. Sie ist die typische böse Stiefmutter, die kurzerhand das Leben aller umkrempelt, ungestört vom Vater, denn der ist blind vor Liebe. Nala werden immer mehr Grenzen gesetzt, sie beginnt Nachforschungen über die neue Frau ihres Vaters anzustellen und stößt auf ein dunkles Geheimnis…Als dann auch noch ihr Bruder in Gefahr ist, muss Nala handeln. Und was ist mit dem Jäger, der Nalas Herz so ungewohnt schnell zum Flattern bringt?

Die Handlung bringt viel Potential mit und der Spannungsbogen ist sehr hoch gehalten. Die typischen Märchenelemente kann ein geschultes Auge dabei sofort erkennen, was mir gut gefallen hat, da so die ursprünglichen Züge des Märchens erhalten geblieben sind und Parallelen erkennbar sind. Das Ende lässt dabei noch viele Fragen offen, die mich gebannt auf den zweiten Band warten lassen. Jedoch war für mich in ungefähr dem ersten Drittel des Buches die Handlung etwas zu gestreckt. Dies löste sich zwar ab der Hälfte auf, da dort mehr Höhepunkte im Spannungsbogen eingebaut wurden, jedoch wirkte es unausgeglichen angesichts der Entwicklung der Geschichte, die gerade am Ende mit einem kleinen Cliffhanger aufhört und somit mitten in einem Spannungshoch.

Der Schreibstil der Autorin konnte mich hingegen überzeugen. Jennifer Alice Jager beschreibt gerade die Umgebungen sehr einprägsam und vor allem die Ausgestaltung der Figuren konnte mich beeindrucken. Dazu beigetragen hat auch, dass die Geschichte, obwohl sie in der dritten Person verfasst ist, größtenteils aus Nalas Perspektive geschildert wird. So konnte ich die Protagonistin kennen lernen, gleichzeitig wurden aber auch die anderen Figuren nicht aus dem Blick verloren, da auch diese immer wieder im Fokus der Geschichte standen.

Fazit
Mit „Secret Woods – Das Reh der Baronesse“ konnte ich nochmals in meine Kindheit und die Märchenwelt eintauchen, die ich früher gerne gemocht habe. Jennifer Alice Jager hat mit diesem Buch eine tolle Adaption des grimmschen „Brüderchen und Schwesterchen“ geschaffen, die vor allem durch die gute Ausarbeitung der Figuren und die Tiefe der Geschwisterbeziehung überzeugt hat. Nur das erste Drittel der Geschichte war für mich etwas zu langgezogen in Anbetracht des Fortverlaufs der Handlung. Aber dennoch bin ich verzaubert von dem märchenhaften Setting, den Geheimnissen um die Baronesse und Nalas Kampf gegen diese. Ich freue mich auf den Folgeband!
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Secret Woods 01 – Das Reh der Baronesse
2. Secret Woods 02 – Die Schleiereule des Prinzen

Veröffentlicht am 10.02.2018

Viel actionreicher und rasanter als Band eins

Secret Fire
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Klappentext
„Wenn ein Fluch dein Schicksal ist, vertrau‘ auf die Liebe! Taylor und Sacha haben im St. Wilfred College Zuflucht gefunden. Hier sucht man fieberhaft nach einer Möglichkeit, die furchterregenden ...

Klappentext
„Wenn ein Fluch dein Schicksal ist, vertrau‘ auf die Liebe! Taylor und Sacha haben im St. Wilfred College Zuflucht gefunden. Hier sucht man fieberhaft nach einer Möglichkeit, die furchterregenden Todbringer zu vernichten. Nur noch wenige Tage bleiben bis zu Sachas 18. Geburtstag, dem Tag, an dem er sterben wird, falls die zwei es nicht schaffen, den uralten Fluch zu bezwingen. Ein Wettlauf gegen die Zeit, der von Sacha und Taylor verlangt, sich dem zu stellen, was sie am meisten fürchten, um nicht zu verlieren, was sie am meisten lieben.“

Gestaltung
Blau und hellgrau ist eine richtig schöne Kombination, was durch den Glanzeffekt des Covers noch verstärkt wird. Diese geänderten Farben ist auch die einzige Änderung an der Gestaltung vom ersten zum zweiten Band. So ist die Reihe zwar einheitlich gestaltet, aber sie hätte ruhig auch etwas Abwechslung vertragen können, indem das Covermotiv etwas abgeändert wird.

Meine Meinung
Der erste Band „Secret Fire – Die Entflammten“ hat mich gespannt auf die Fortsetzung gemacht, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Sacha und Taylor ausgeht. Werden sie es schaffen, den Fluch zu bezwingen? Können sie Sachas Leben retten und ihr Schicksal bezwingen? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn Sachas Geburtstag und somit sein voraussichtlicher Todestag rückt immer näher und näher…

„Secret Fire – Die Entfesselten“ war viel actionreicher und rasanter als sein Vorgänger, was mich wirklich überzeugt und gefreut hat, denn ich bin ein großer Fan von atemloser Spannung. Die Handlung war in diesem Band viel gefährlicher und für mich so auch um einiges spannender als noch zuvor. Die Liebesgeschichte zwischen Taylor und Sacha spielt natürlich auch eine große Rolle und ist ein tragendes Handlungselement, aber gerade durch den Wettlauf gegen die Zeit kommt auch noch so viel Dramatik und Rasanz hinzu, die mein Herz haben höher schlagen lassen.

Gleichzeitig fand ich manches aber auch wieder – wie schon beim ersten Band – etwas zu vorhersehbar. Viele Entwicklungen konnte ich vorausahnen und manche Lösungen erschienen mir persönlich auch zu einfach. So erhielt ich immer wieder einen kleinen Dämpfer beim Lesen, denn wenn es gerade spannend und atemlos war, gab es darauffolgend dann eine einfache Lösung oder ein Geschehnis, das ich vorhergesehen hatte und so wurde ich in meiner Begeisterung dann doch immer wieder etwas gebremst. Es fühlte sich an, als würde die Handlung mit angezogener Handbremse fahren.

Die Beziehung zwischen Sacha und Taylor hat mir gut gefallen, denn die beiden Figuren sind toll dargestellt. Sie sorgen sich füreinander und ihre gegenseitigen Gefühle wirken echt. Zwar hätte auf dieser Ebene noch etwas mehr Tiefe eingebaut werden können, aber für mich war die Bindung der beiden dennoch stark und ihre Sorge füreinander spürbar. Zudem waren mir beide Charaktere sehr sympathisch.

Fazit
Mit „Secret Fire – Die Entfesselten“ wird die Dilogie zu einem stimmigen, runden Ende geführt, das viel actionreicher ist als sein Vorgänger. Gleichzeitig ist manches auch leicht vorherzusehen und einfach gelöst, aber nichtdestotrotz macht es großen Spaß, dieser gefährlichen Geschichte mit dem Kampf von Gut und Böse zu folgen.
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Secret Fire – Die Entflammten
2. Secret Fire – Die Entfesselten