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Veröffentlicht am 25.01.2026

🚫 Edith Nesbit - Der Sandelf

Der Sandelf
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Neulich ist in unserer Schulbibliothek fast die gesamte „Zeit Edition - Fantastische Geschichten für junge Leser“ auf einmal gespendet worden - darunter auch „Der Sandelf“ von Edith Nesbit. Die Reihe fällt ...

Neulich ist in unserer Schulbibliothek fast die gesamte „Zeit Edition - Fantastische Geschichten für junge Leser“ auf einmal gespendet worden - darunter auch „Der Sandelf“ von Edith Nesbit. Die Reihe fällt mit ihren kräftigen Farben sofort ins Auge. Und weil ich viele der enthaltenen Erzählungen noch nicht kannte, habe ich mir vorgenommen, jeden Monat ein Buch daraus auszuleihen und zu lesen.

„Der Sandelf“ klang nach einem vielversprechenden Einstieg: Eine klassische fantastische Geschichte über erfüllte Wünsche und die Frage, ob das wirklich immer ein Segen ist. Die Grundidee ist vertraut, aber reizvoll. Kinder begegnen einem seltsamen Wesen, das Wünsche wahr werden lässt und müssen mit den Konsequenzen leben.

Der Einstieg war solide. Ruhig, vielleicht etwas zu zurückhaltend, aber gerade noch fesselnd genug, um weiterzulesen. Mit jeder weiteren Episode wurde jedoch deutlicher, dass sich die Geschichte kaum weiterentwickelt. Wünsche werden erfüllt, Probleme entstehen und statt daraus zu lernen, tappen die Kinder immer wieder in dieselbe Falle. Was anfangs noch wie ein bewusstes erzählerisches Muster wirkte, ermüdete mich zunehmend.

Nach 130 von insgesamt 240 Seiten habe ich abgebrochen. Nicht aus Ungeduld, sondern weil sich nichts mehr veränderte. Die Handlung drehte sich im Kreis, der anfängliche Reiz der Idee verpuffte und die Figuren blieben für mich erstaunlich statisch. Die Magie hatte keine Tiefe, sie war eher schmückendes Beiwerk als Motor für Entwicklung.

Ich verstehe, warum solche Geschichten zur klassischen Kinderfantasy gehören und welchen Stellenwert Edith Nesbit im Genre hat. Für mich persönlich hat „Der Sandelf“ jedoch nicht funktioniert. Zu vorhersehbar, zu repetitiv, zu wenig emotionaler Sog - und damit kein Buch, das ich bis zur letzten Seite lesen wollte.

©2026 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 25.12.2025

🚫 abgebrochen! Rezension: Francesca Melandri - Eva schläft

Eva schläft
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Dieses Buch habe ich immer wieder zur Hand genommen und begonnen, wieder weggelegt, zuletzt sogar das Hörbuch probiert - ohne Erfolg, auch das habe ich abgebrochen. Obwohl mein Interesse groß war, weil ...

Dieses Buch habe ich immer wieder zur Hand genommen und begonnen, wieder weggelegt, zuletzt sogar das Hörbuch probiert - ohne Erfolg, auch das habe ich abgebrochen. Obwohl mein Interesse groß war, weil ich selbst in Italien lebe und die Reise von Eva vom Norden in den Süden Italiens begleiten wollte, konnte mich die Erzählung nicht halten.

Zunächst wirkt die Geschichte ansprechend: die Reise einer Frau durch ein Land mit komplexer historischer Identität, eingebettet in die Lebenswege mehrerer Generationen.

Allerdings verliert sich die Erzählung für mich sehr schnell in Wiederholungen und teils langatmigen Passagen. Die Idee und das historische Setting sind interessant, der Erzählfluss wird aber gebremst und der Teil der Gegenwartsebene war weniger packend als erwartet.

In meiner Lektüre war es genau dieses Pendeln zwischen Vergangenheit und Gegenwart, das nicht die nötige Spannung erzeugt hat. Obwohl ich grundsätzlich nicht auf strikte Chronologien angewiesen bin, fühlte sich die wiederholte Rückkehr zu ähnlichen Themen eher ermüdend als bereichernd an.

Für mich ist der Punkt erreicht, an dem ich den Roman endgültig zur Seite lege. Die Reise, die Eva durch Italien antreten sollte, bleibt unvollendet, und meine Neugier auf die tieferen historischen Einsichten wurde nicht befriedigt. Das Buch kann weiterziehen und hoffentlich Lesende finden, die seinen erzählerischen Stil und die Verknüpfung von persönlichem Schicksal und Geschichte stärker schätzen.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 18.10.2025

✎ Erich Heinemann - Siebenpünktchen

Siebenpünktchen
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Ich habe das Kinderbuch „Siebenpünktchen“ von Erich Heinemann gelesen und sehe es inzwischen als Werk, das zwar nostalgischen Charme besitzt, aber in vieler Hinsicht unzeitgemäß wirkt.

Der Anfang wirkt ...

Ich habe das Kinderbuch „Siebenpünktchen“ von Erich Heinemann gelesen und sehe es inzwischen als Werk, das zwar nostalgischen Charme besitzt, aber in vieler Hinsicht unzeitgemäß wirkt.

Der Anfang wirkt idyllisch: Ein Marienkäfermädchen entdeckt die Welt, die Illustrationen von Fritz Baumgarten entwerfen eine heimelige Stimmung und die Sprache verspricht eine heile Tierwelt. Doch dann treten Textstellen hervor, die ich aus heutiger Sicht kritisch sehe.

Es gibt eine Passage, die eindeutig rassistische Implikationen enthält.
Die Textstelle projiziert Hautfarbe (bzw. die Farbe des Käferpanzers) als etwas Fremdes, Unheimliches und potenziell Bedrohliches. Der Bezug auf „rabenschwarze Menschen“ verknüpft Tierfarbe mit menschlicher Hautfarbe und benutzt sie als Metapher für Andersartigkeit und Distanzierung. Die daraus resultierende Reaktion - Abgrenzung und Unbehagen - spiegelt kolonialzeitliche und völkisch geprägte Stereotype.
Inhaltlich zeigt der Text unreflektierte Rassifizierung und distanzierende Wahrnehmung Schwarzer Menschen. Es entsteht keine kritische Gegenrede, kein empathischer Abbau dieser Wahrnehmung, sondern eine ungebrochene Reproduktion.

Zusätzlich gibt es eine Szene, in der ein Lebewesen jämmerlich erstickt, während andere Zuschauer Schadenfreude empfinden, tanzen und singen. Für eine Empfehlung ab etwa vier bis fünf Jahren ist eine solche Darstellung problematisch. Das Motiv des Sterbens wird nicht empathisch behandelt, sondern spöttisch und fast spielerisch durchzogen von Freude über das Leiden eines Wesens. Es fehlt jede moralische Einordnung oder pädagogische Verarbeitung. Die Szene kann in meinen Augen daher Furcht, Schuld oder Verwirrung auslösen, insbesondere, wenn das Kind die Schadenfreude der Figuren nicht einordnen kann.

Später in der Geschichte wird ein Marienkäfermann „aus gutem Hause“ eingeführt. Diese Formulierung schafft eine implizite Rangordnung zwischen Lebewesen, in der Herkunft und äußere Erscheinung als Wertmaßstab gelten. Für Kinder lässt sich daraus leicht ableiten: „Manche sind besser oder wichtiger als andere.“ Aus pädagogischer Sicht widerspricht dies dem Ziel, Gleichwertigkeit und Vielfalt zu fördern.

Zusammenfassend lässt sich sagen: „Siebenpünktchen“ ist deutlich schlecht gealtert. Die verwendeten Stereotype (insbesondere rassistische und kolonialzeitliche Anklänge), die grausamen Szenen ohne moralische Vermittlung und die soziale Hierarchisierung nach Herkunft und Schönheit passen nicht zu heutigen Standards der Kinderliteratur. Heute würde man solche Themen nur mit gezielter Reflexion oder einem aktualisierten Bearbeitungsrahmen vorlesen. Als rein nostalgisches Bilderbuch für Liebhaber einer älteren Zeit kann das Werk noch seinen Platz haben - für das gezielte Vorlesen oder den Alltag mit Kleinkindern halte ich es jedoch nicht mehr für geeignet.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 23.09.2025

🚫 abgebrochen! Rezension: Stephen Fry - Geschichte machen

Geschichte machen
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Ich habe „Geschichte machen“ von Stephen Fry gewonnen und mich damals dafür beworben, weil mich der Zweite Weltkrieg schon lange fasziniert. Der Klappentext versprach mir eine spannende literarische Reise ...

Ich habe „Geschichte machen“ von Stephen Fry gewonnen und mich damals dafür beworben, weil mich der Zweite Weltkrieg schon lange fasziniert. Der Klappentext versprach mir eine spannende literarische Reise in die Zeitgeschichte, die sowohl nachdenklich als auch unterhaltsam sein sollte. Mit dieser Erwartung habe ich das Buch begonnen.

Allerdings merkte ich schnell, dass der Einstieg nicht leichtfiel. Schon bei meinem ersten Versuch, die Geschichte zu lesen, legte ich sie nach wenigen Seiten wieder beiseite. Nun wollte ich dem Roman eine zweite Chance geben und hielt immerhin bis Seite 138 durch - von insgesamt 461. Danach musste ich jedoch abbrechen.

Was mich anfangs noch neugierig machte, waren die Passagen, die sich um Adolf Hitler drehten. Obwohl der Autor zunächst nicht viel preisgibt, fand ich diese Ansätze interessant, gerade weil ich Biografien und historische Details mag. Doch sobald die Handlung sich auf die Figur Michael Young konzentriert, verlor ich jede Motivation. Seine Lebensgeschichte wirkt für mich endlos und ohne Bezug zum eigentlichen Thema. Es fühlte sich so an, als läse ich zwei verschiedene Bücher, von denen nur eines mein Interesse weckte.

Ich weiß daher nicht, wie Michael Young und Professor Leo Zuckermann schließlich ins Jahr 1888 gelangen und welche Wendungen die Handlung danach nimmt. Genau diese Zeitreise-Idee hätte mich sehr gereizt, aber ich konnte einfach nicht dranbleiben. Fry mag zwar für seinen Sprachwitz und intellektuellen Anspruch bekannt sein, doch die Längen und eine schwerfällige Struktur machten für mich persönlich das Weiterlesen anstrengend.

Für mich ist es schade, denn die Grundidee finde ich nach wie vor großartig. Ein Roman, der versucht, den Lauf der Geschichte umzuschreiben, könnte unglaublich spannend sein. Doch in meinem Fall blieb die Umsetzung weit hinter meinen Erwartungen zurück und so wandert „Geschichte machen“ leider in ein neues Regal.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 25.08.2025

✎ Judith Kerr - Rosa Kaninchen 3 Eine Art Familientreffen

Eine Art Familientreffen (Rosa Kaninchen-Trilogie, 3)
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Puh … ich weiß nicht so recht, was ich von Judith Kerrs Trilogie halten soll. Der Auftakt „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ hat mich damals noch überzeugt. Erzählt aus Annas kindlicher Sicht, bekommt ...

Puh … ich weiß nicht so recht, was ich von Judith Kerrs Trilogie halten soll. Der Auftakt „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ hat mich damals noch überzeugt. Erzählt aus Annas kindlicher Sicht, bekommt man einen unmittelbaren Einblick in die Fluchtgeschichte ihrer Familie. Diese Perspektive funktioniert gut, gerade weil Anna selbst noch ein Kind ist. Junge Lesende ab etwa zwölf Jahren können sich in ihre Gedankenwelt hineinfühlen, und auch für Erwachsene hat die Erzählweise ihren Reiz.

Mit dem zweiten Band allerdings veränderte sich für mich die Dynamik. Anna ist dort bereits 18 Jahre alt, und die Themen sind deutlich erwachsener. Für das ursprünglich angepeilte jugendliche Publikum wirken sie oft unnahbar, während mir als erwachsener Leserin die Sprache wiederum zu schlicht erschien. Ein seltsames Dazwischen, das schwer einzuordnen ist. Schon damals fehlte mir dadurch die Tiefe.

Im dritten Teil, „Eine Art Familientreffen“, bin ich endgültig ausgestiegen. Anna ist mittlerweile verheiratet, sie erlebt Krisen, begegnet Themen wie Fremdgehen und Selbstmord - Aspekte, die sicher Relevanz haben, aber meiner Meinung nach nicht in dieser Art für Zwölfjährige geeignet erscheinen. Gerade in diesem Band wirkt die Diskrepanz zwischen Zielgruppe und Inhalt besonders groß. Für mich wirken die Themen in diesem Rahmen einfach unpassend.

Unverständlich blieb mir zudem, warum Anna seit der Flucht kaum noch Deutsch spricht. Ihre Eltern waren Deutsche, und ihr Vater tat sich schwer mit der englischen Sprache - also ist anzunehmen, dass in der Familie weiterhin Deutsch gesprochen wurde. Diese Unstimmigkeit wirkte auf mich störend. Nachvollziehbar ist hingegen Annas innere Distanz zu Deutschland und den Deutschen, auch wenn sie selbst eine Vertriebene war.

Erschwerend hinzu kommen die vielen Wiederholungen innerhalb der Bände, die das Lesen zäh machen. Dabei ist die Lebensgeschichte, die Judith Kerr hier verarbeitet, zweifellos bedeutend und verdient Aufmerksamkeit. Doch für mich wäre sie in Form einer Erwachsenenbiografie besser aufgehoben gewesen. Mit einer angepassten Sprache und einem durchgängigen Band hätte die Geschichte ihre ganze Kraft entfalten können.

So bleibt für mich das Gefühl, dass die Trilogie im Ganzen nicht funktioniert. Ich verstehe, warum der erste Teil ein moderner Klassiker geworden ist und die beiden Fortsetzungen kaum Beachtung finden.

2025 Mademoiselle Cake