🚫 Edith Nesbit - Der Sandelf
Der SandelfNeulich ist in unserer Schulbibliothek fast die gesamte „Zeit Edition - Fantastische Geschichten für junge Leser“ auf einmal gespendet worden - darunter auch „Der Sandelf“ von Edith Nesbit. Die Reihe fällt ...
Neulich ist in unserer Schulbibliothek fast die gesamte „Zeit Edition - Fantastische Geschichten für junge Leser“ auf einmal gespendet worden - darunter auch „Der Sandelf“ von Edith Nesbit. Die Reihe fällt mit ihren kräftigen Farben sofort ins Auge. Und weil ich viele der enthaltenen Erzählungen noch nicht kannte, habe ich mir vorgenommen, jeden Monat ein Buch daraus auszuleihen und zu lesen.
„Der Sandelf“ klang nach einem vielversprechenden Einstieg: Eine klassische fantastische Geschichte über erfüllte Wünsche und die Frage, ob das wirklich immer ein Segen ist. Die Grundidee ist vertraut, aber reizvoll. Kinder begegnen einem seltsamen Wesen, das Wünsche wahr werden lässt und müssen mit den Konsequenzen leben.
Der Einstieg war solide. Ruhig, vielleicht etwas zu zurückhaltend, aber gerade noch fesselnd genug, um weiterzulesen. Mit jeder weiteren Episode wurde jedoch deutlicher, dass sich die Geschichte kaum weiterentwickelt. Wünsche werden erfüllt, Probleme entstehen und statt daraus zu lernen, tappen die Kinder immer wieder in dieselbe Falle. Was anfangs noch wie ein bewusstes erzählerisches Muster wirkte, ermüdete mich zunehmend.
Nach 130 von insgesamt 240 Seiten habe ich abgebrochen. Nicht aus Ungeduld, sondern weil sich nichts mehr veränderte. Die Handlung drehte sich im Kreis, der anfängliche Reiz der Idee verpuffte und die Figuren blieben für mich erstaunlich statisch. Die Magie hatte keine Tiefe, sie war eher schmückendes Beiwerk als Motor für Entwicklung.
Ich verstehe, warum solche Geschichten zur klassischen Kinderfantasy gehören und welchen Stellenwert Edith Nesbit im Genre hat. Für mich persönlich hat „Der Sandelf“ jedoch nicht funktioniert. Zu vorhersehbar, zu repetitiv, zu wenig emotionaler Sog - und damit kein Buch, das ich bis zur letzten Seite lesen wollte.
©2026 Mademoiselle Cake