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Der andere ArthurDER ANDERE ARTHUR
Liz Moore
ET: 30.01.26
Arthur Opp hat seit Langem aufgehört, sein Gewicht zu kontrollieren. Er ist extrem adipös und schätzt, zwischen 250 und 300 Kilogramm zu wiegen. Seit Jahren verlässt ...
DER ANDERE ARTHUR
Liz Moore
ET: 30.01.26
Arthur Opp hat seit Langem aufgehört, sein Gewicht zu kontrollieren. Er ist extrem adipös und schätzt, zwischen 250 und 300 Kilogramm zu wiegen. Seit Jahren verlässt er kaum noch das Haus und war ebenso lange nicht mehr bei einem Arzt. Jede Bewegung ist mühsam, jeder Schritt eine Anstrengung. Sein Alltag besteht aus den kurzen Wegen zur Haustür, um die zahlreichen Lieferungen entgegenzunehmen, die er über den Tag verteilt bestellt.
Dabei hatte Arthur einst ein völlig anderes Leben. Er war ein ausgezeichneter Schüler, besuchte nach der Highschool das College und lehrte später selbst als Professor an einer Universität. Gegessen hat er schon immer gern, doch vielleicht wäre sein Leben anders verlaufen, hätte er sich nicht in seine Studentin Charlene verliebt.
Kel Keller ist ein leidenschaftlicher Baseballspieler an der renommierten Pells Highschool. Gerade hat er das Angebot für eine private Trainingseinheit von einem Scout der Mets erhalten. Sein größter Traum ist es, Profispieler zu werden, doch dieser Traum steht im Widerspruch zu den Vorstellungen seiner Mutter. Sie wünscht sich für ihn ein College-Studium, damit er es einmal besser hat als sie selbst.
Bei diesen Gedankenspielen wird Kel schmerzlich bewusst, wie fragil sein Leben ist. Er besucht die Pells Highschool nur, weil seine Mutter dort früher als Sekretärin gearbeitet hat – früher. Seit Langem ist sie arbeitsunfähig. Kel fragt sich, ob er sie überhaupt allein lassen kann und wie sie ohne ihn leben, oder vielmehr überleben soll. Sein Vater hat die Familie verlassen, als Kel vier Jahre alt war. Seitdem hat er sich nie wieder gemeldet. Mutter und Sohn leben in Yonkers, dort, wo die Armen wohnen. Alles hätte vielleicht gut ausgehen können, hätte seine Mutter nicht begonnen zu trinken. Immer häufiger kommt Kel nach Hause und findet Charlene bewusstlos auf dem Boden liegend vor.
Was für ein großartiges Buch. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und habe im Mittelteil Tränen vergossen, die sich nicht zurückhalten ließen. Selten hat mich ein Roman so tief und anhaltend berührt. Liz Moore gibt ihren beiden sehr unterschiedlichen Protagonisten eine eigene Stimme und einen eigenen Ton, was ihre Geschichten umso eindringlicher macht. Arthur mit seiner Sanftheit möchte man am liebsten in den Arm nehmen, während Kellers Geschichte ein starkes Bedürfnis nach Nähe, Schutz und Verantwortung auslöst. Großes Kino!
Fazit:
Ein zutiefst berührendes Buch, das ich euch unbedingt ans Herz legen möchte. Ich brauche jetzt erst einmal ein Eispack für meine verweinten und geschwollenen Augen.
5+/5