Profilbild von Booklove91

Booklove91

Lesejury Star
online

Booklove91 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Booklove91 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2026

Solide Unterhaltung - mehr nicht

Wer vom Teufel spricht
0

Meine Meinung

"Wer vom Teufel spricht" ist ein Thriller, der mich zwiegespalten zurücklässt. Die Ausgangssituation ist sofort fesselnd: sieben Frauen, ein abgelegenes Hotel und der tote Jamie Spellman, ...

Meine Meinung

"Wer vom Teufel spricht" ist ein Thriller, der mich zwiegespalten zurücklässt. Die Ausgangssituation ist sofort fesselnd: sieben Frauen, ein abgelegenes Hotel und der tote Jamie Spellman, ein Mann, der sie alle auf unterschiedliche Weise verletzt hat. Die Idee, jede Figur aus ihrer eigenen Perspektive erzählen zu lassen, ist interessant sorgt nochmal für extra Spannung und Verwirrspiel.

Allerdings habe ich beim Lesen gemerkt, dass die vielen Perspektivwechsel und Zeitsprünge manchmal zu verwirrend waren. Es dauert eine Weile, bis die Zusammenhänge klar werden, und gerade zu Beginn wirkte das Buch etwas langatmig. Die Spannung steigert sich zwar nach und nach, aber sie wird durch die verschachtelte Struktur nicht immer konstant gehalten.

Die Figuren selbst sind vielschichtig, was positiv ist, aber teilweise hätte ich mir gewünscht, dass ihre Motive klarer herausgearbeitet werden. Jamie Spellman ist überzeugend als manipulativer und toxischer Charakter, doch seine Präsenz wirkt manchmal eher als "Schattenspiel", anstatt wirklich greifbar zu sein.

Die Autorin zeigt, wie Gewalt, Manipulation und Machtmissbrauch Menschen prägen. Das zu verdeutlichen geklingt ihr gut, was ich positiv frand!

Insgesamt ist "Wer vom Teufel spricht" für mich ein solides spannendes Buch, jedoch hatte ich aber das Gefühl, dass die Geschichte nicht ganz das Potenzial ausschöpft, das in ihr steckt.


Über die Autorin

Rose Wilding ist eine Krimiautorin aus Newcastle upon Tyne. Sie absolvierte ihr Studium der Kreativen Künste an der University of Manchester. Wenn sie nicht gerade fiktive Figuren ermordet, findet man Rose Wilding meist bei einer Tasse Kaffee, vertieft in feministische Science-Fiction – oder dabei, Bilder ihrer beiden Chihuahuas auf Instagram zu posten. Nach ihrem Debüt Wer vom Teufel spricht ist Wahn. Drei Frauen. Eine lügt. ihr zweiter Thriller.

Q: Verlag / vlb

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2026

Kurzgeschichten - Körper, Drogen, Schmerz und Menschlichkeit

Schläge
0

Meine Meinung
"Es ist seltsam, sich an etwas zu erinnern, bevor man es verliert, seltsam, diesen Drang zu spüren, Bilder und Eindrücke im grauen Labyrinth des Hirns zu versteuen und sie sich immer und ...

Meine Meinung
"Es ist seltsam, sich an etwas zu erinnern, bevor man es verliert, seltsam, diesen Drang zu spüren, Bilder und Eindrücke im grauen Labyrinth des Hirns zu versteuen und sie sich immer und immer wieder vor dem inneren Auge in Erinnerung zu rufen." (ZITAT)
"Schläge" von Lidia Yuknavitch ist für mich kein Buch gewesen, das ich einfach gelesen habe, zumal sich in diesem Werk 20 einzelne Erzählungen befinden. Manche Story konnte mich mehr, andere weniger abholen.

Die Erzählungen sind roh, direkt und manchmal schwer auszuhalten. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, den Figuren so nah zu kommen, dass ihre Verletzungen, ihre Wut und ihre Sehnsucht fast auf mich übergingen. Yuknavitch schreibt mit einer krassen Intensität über Körper, Schmerz, Verlust und Trauma, die nichts beschönigt und nichts glättet.

Die Figuren bewegen sich am Rand der Gesellschaft, und genau dort setzt das Buch an. Es geht um Menschen, die kämpfen, scheitern, überleben und deren Geschichten selten erzählt werden.

Während des Lesens hatte ich nie das Gefühl, einfach unterhalten zu werden. "Schläge" verlangt Aufmerksamkeit, Offenheit und die Bereitschaft, sich auf die Storys einzulassen. Für mich ist es ein intensives und mutiges Buch.



Über die Autorin

Lidia Yuknavitch zählt zu den herausragenden neuen weiblichen Stimmen der amerikanischen Literatur. Sie ist preisgekrönte Autorin mehrerer Romane, Kurzgeschichten und des gefeierten Memoirs »In Wasser geschrieben«. Zu ihren Fans zählen u.a. Rebecca Solnit und Roxane Gay. Ihr TED-Talk »The Beauty of Beeing a Misfit« wurde mehr als 2 Millionen Mal angeschaut. Lidia Yuknavitch lehrt an der University of Oregon Kreatives Schreiben, Literaturwissenschaft und Womens Studies. Sie ist eine hervorragende Schwimmerin.

Quelle: Verlag / vlb

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2026

Mr. Korgy

Half His Age
0

Meine Meinung

Beim Lesen von "Half His Age" hatte ich das Gefühl, in eine Geschichte zu geraten, die mich gleichzeitig angezogen und abgestoßen hat. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass dieses Buch ...

Meine Meinung

Beim Lesen von "Half His Age" hatte ich das Gefühl, in eine Geschichte zu geraten, die mich gleichzeitig angezogen und abgestoßen hat. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass dieses Buch nicht für jedermanns Geschmack ist.

Im Zentrum steht eine Beziehung zwischen einer minderjährigen Protagonistin und einem deutlich älteren Mann, die nicht als klassische Liebesgeschichte erzählt wird, sondern als Ausdruck von Machtgefällen, emotionaler Abhängigkeit und innerer Orientierungslosigkeit.

Waldo als Protagonistin hat mich immer wieder überrascht. Sie wirkt sehr impulsiv und zeitgleich verletzlich. Für ihr Alter kommt sie mir sehr reif vor, was man auch nachvollziehen kann, als man im Lauf der Geschichte die Zusammenhänge ihrer Mutter, Erziehung und Kindheit erfährt.

Ich konnte Waldo Entscheidungen nicht immer nachvollziehen, doch ich habe verstanden, warum sie sich in bestimmte Situationen hineinziehen lässt.

Inhaltlich kreist der Roman weniger um Sexualität als um Anerkennung, Selbstwert und das Bedürfnis, gesehen zu werden.

Es gibt keine romantische Atmosphäre, es ist eher ein Nervenkitzel, ein Sog, der mich immer weiter in die Gedankenwelt der Protagonistin hineinzieht. Was mich am stärksten beeindruckt hat, ist die Offenheit, mit der die Autorin die innere Zerrissenheit zeigt

Am Ende blieb bei mir ein Gefühl von Schwere, aber auch von Verständnis. Nicht für die Beziehung selbst, sondern für die Art, wie Menschen in Situationen geraten können, die ihnen nicht guttun.

Insgesamt hat mir das Buch sprachlich sehr gut gefallen. Half His Age ist jedoch kein gefälliges Buch und will es denke ich auch nicht sein. Es richtet sich an ein Publikum, das bereit ist, Ambivalenz auszuhalten und sich mit moralisch schwierigen Themen ohne klare Auflösung auseinanderzusetzen.

Klappentext

Waldo ist gierig. Notgeil. Direkt. Naiv. Weise. Impulsiv. Einsam. Wütend. Stark. Verletzt. Clever. Sie will so unendlich viel, und das, was sie am meisten will, ist: Mr. Korgy, ihren Lehrer für kreatives Schreiben, mit Frau und Kind, mit der Hypothek und den Rechnungen, mit den toten Träumen, der verblassten Attraktivität und dem immer größer werdenden Bäuchlein. Sie weiß nicht, warum sie ihn will. Ist es seine Leidenschaft? Seine Lebenserfahrung? Die Tatsache, dass er Bücher und Filme und Dinge kennt, die sie nicht kennt? Oder ist es etwas noch Reineres, etwas, das in ihrer unwahrscheinlichen Verbindung liegt, in ihrer Seelenverwandtschaft, in dem ähnlichen Filter, durch den sie beide die Welt um sich herum betrachten? Oder vielleicht reicht schon die Tatsache, dass er sie sieht? Wo es doch sonst niemand tut?


Über die Autorin

Jennette McCurdy war eine der Hauptdarstellerinnen in Nickelodeons Hit-Serie iCarly, deren Spin-off Sam & Cat sowie in der Netflix-Serie Between. Im Jahr 2017 beendete sie ihre Karriere als Schauspielerin und begann als Regisseurin und Drehbuchautorin zu arbeiten. Ihre Filme wurden im Rahmen vieler Festivals gezeigt, darunter das Florida Film Festival, Salute Your Shorts Film Festival, Short of the Week und einige andere. Ihre Essays erschienen in der Huffington Post und im Wall Street Journal. Ihre One-Woman-Show I’m Glad My Mom Died hatte zwei ausverkaufte Aufführungen im Lyric Hyperion und im Hudson Theatre in Los Angeles. Sie moderiert den Podcast Empty Inside, der Top-Platzierungen in den Apple-Charts erreichte und in dem sie mit Gästen über unangenehme Themen spricht. Sie lebt in Los Angeles.

Quelle: Verlag / vlb

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2026

Berührend,ehrlich und humorvoll

Der Butterberg
0

Meine Meinung

"Der Butterberg" hat mich mit seiner Mischung aus Humor, Ehrlichkeit und emotionaler Tiefe wirklich überrascht. Sven Weiss erzählt eine Geschichte, die gleichzeitig leichtfüßig und sehr ...

Meine Meinung

"Der Butterberg" hat mich mit seiner Mischung aus Humor, Ehrlichkeit und emotionaler Tiefe wirklich überrascht. Sven Weiss erzählt eine Geschichte, die gleichzeitig leichtfüßig und sehr menschlich ist. Besonders beeindruckt hat mich, wie authentisch die Erfahrungen rund um Adipositas, Scham, Selbstzweifel und Veränderung beschrieben werden. Man merkt, dass hier echte Erlebnisse eingeflossen sind – das macht den Roman glaubwürdig und berührend.

Jan als Hauptfigur wirkt herrlich unperfekt selbstironisch, verletzlich, manchmal verloren, aber immer nachvollziehbar und menschlich. Viele Szenen haben mich zum Lachen gebracht, andere wiederum zum Nachdenken. Die Gruppentherapie‑Momente und die Begegnungen mit Franziska gehören für mich zu den stärksten Passagen, weil sie zeigen, wie schwer, aber auch wie befreiend Selbstakzeptanz sein kann.

Ein paar Längen gibt es, und manche Nebenfiguren bleiben etwas blass – deshalb keine fünf Sterne. Trotzdem ist "Der Butterberg" für mich ein schöner und warmherziger, humorvoller und ehrlicher Roman.


Klappentext

147 Kilo aber eigentlich kein echtes Problem … Das denkt Jan, bis er in eine Klinik für Adipositas kommt. Dort trifft er Franziska, die ihn dazu bringt, den Satz „Ich bin dick“ auszusprechen – der Beginn vieler Aha-Momente. Zwischen Gruppentherapien, skurrilen Übungen und emotionalen Rückschlägen lernt Jan, dass es nicht nur ums Abnehmen, sondern auch um Gefühle geht. Doch als er scheitert und aufgibt, helfen unerwartete Wendungen und die Unterstützung anderer, ihn zurück auf Kurs zu bringen.


Über den Autor

Sven Weiss ist Werbetexter und Journalist. Er hat für TV und Radio, Web-Portale und Blogs, Zeitungen und Broschüren geschrieben. Seine eigene Erfahrung in einer psychosomatischen Klinik ist die Grundlage für diesen Roman.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2026

Verstrickungen, Begehren und unerfüllte Wünsche

Liaisons
0

Meine Meinung

"...Was Jean langsam auffrisst, ist das ganz offenkundige Wenigerwerden der Momente, die seine Frau ihm widmete. Die immer seltener stattfindenden Vertraulichkeiten. Das lange Schweigen ...

Meine Meinung

"...Was Jean langsam auffrisst, ist das ganz offenkundige Wenigerwerden der Momente, die seine Frau ihm widmete. Die immer seltener stattfindenden Vertraulichkeiten. Das lange Schweigen zu Hause .... Seit einigen Monaten entfernt Lauren Stein um Stein vom Fundament ihrer Partnerschaft, um ein neues Gebäude zu errichten, etwas weiter entfernt, zu dem er keinen Zugang hat." (ZITAT)


Der Roman wirkt auf den ersten Blick leicht, fast spielerisch, aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr habe ich gemerkt, wie viel zwischen den Zeilen passiert und vor allem wie alles zusammenhängt. Für mich war es weniger eine klassische Geschichte über eine Affäre, sondern eher ein Blick darauf, wie kompliziert Nähe sein kann. Ich mochte besonders, wie Céline Robert die Figuren zeichnet. Toll fand ich auch, dass man von den einzelnen Charakteren die Sichtweisen erhält. Lauren hat mich oft gleichzeitig irritiert und fasziniert. Ich konnte viele ihrer Entscheidungen nachvollziehen, auch wenn ich sie nicht immer gutheißen würde. Auch die anderen Figuren – Jean, Maxime, Emma – haben sich für mich nicht wie Nebenrollen angefühlt, sondern wie Menschen, die auch in dem Lebenskreis rund um Lauren eine ebenso große Rolle spielen und die alle ihre eigenen Wünsche und Widersprüche mitbringen. Dieses Gefühl von Leichtigkeit, das aber immer wieder von kleinen Momenten der Unsicherheit durchbrochen wird. Die Sprache ist elegant, manchmal fast kühl, aber genau das hat für mich gut funktioniert.

Fazit: Ein kluger, atmosphärischer Roman über Begehren, Selbstfindung und die Grauzonen dazwischen. Tolles Buch


Über die Autorin

Céline Robert schreibt seit ihrer Kindheit. Lange hat sie sich in ihren Texten direkt an Menschen aus ihrer Umgebung gewandt, um ihnen damit eine Freude zu machen. Mit Liaisons, ihrem ersten Roman, wendet sich Céline Robert erstmals an die Allgemeinheit. Sie hofft, dass sich die Leser in den fünf Charakteren, die den Kreis ihres Liebesreigens bilden, selbst erkennen. Sie kann es immer noch nicht ganz fassen, dass sie ihre idiotischen Ängste, geheimen Freuden und intimen Ideen tatsächlich jetzt mit uns allen teilt.

Quelle: Verlag / vlb

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere