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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2026

Leise, schmerzhaft und unglaublich wichtig

Starfish
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Das Cover ist auf den ersten Blick ruhig und einladend. Es wirkt sanft, fast tröstlich, und steht damit in einem bewussten Kontrast zu den schweren Themen, die im Buch behandelt werden.
Der Schreibstil ...

Das Cover ist auf den ersten Blick ruhig und einladend. Es wirkt sanft, fast tröstlich, und steht damit in einem bewussten Kontrast zu den schweren Themen, die im Buch behandelt werden.
Der Schreibstil von Lisa Fipps ist ungewöhnlich und gleichzeitig sehr zugänglich. Die Geschichte wird vollständig in kurzen Versen erzählt, die sich schnell lesen lassen und Ellies Gedankenwelt direkt widerspiegeln. Viele Sätze stehen für sich, wirken bruchstückhaft und genau dadurch sehr nah an den inneren Monologen eines Kindes. Man ist sofort in Ellies Kopf, spürt ihre Scham, ihre Wut, ihre Unsicherheit, aber auch ihre leisen Hoffnungen. Mir hat diese Form grundsätzlich gefallen, auch wenn ich nicht jede Stelle als gleich stark empfunden habe. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sich Gedanken wiederholen oder länger auf der gleichen emotionalen Ebene verharren.

Ellie ist elf Jahre alt und wird aufgrund ihres Gewichts gemobbt. In der Schule, durch Mitschüler, aber vor allem auch innerhalb der eigenen Familie. Besonders das Verhalten ihrer Mutter war für mich schwer auszuhalten. Die vielen Regeln, Diäten und Kommentare sind als Fürsorge getarnt, aber einfach nur zutiefst verletzend. Gerade weil diese Dynamik so realistisch wirkt, ging sie mir beim Lesen besonders nah. Ihr Vater bildet einen wichtigen Gegenpol, ebenso wie Ellies Freundschaften und die therapeutische Unterstützung, die sie im Laufe der Geschichte erhält. Diese Charaktere geben ihr Halt, ohne alles sofort besser zu machen, was ich als sehr glaubwürdig empfunden habe.
Was das Buch für mich stark macht, ist die Ehrlichkeit. Es beschönigt nichts und macht sehr deutlich, wie sehr Worte verletzen können, gerade wenn sie immer wieder kommen und von Menschen stammen, die eigentlich Schutz bieten sollten. Gleichzeitig ist es keine reine Leidensgeschichte. Ellie entwickelt sich. Langsam, vorsichtig und nicht geradlinig. Sie lernt, Raum einzunehmen, im Wasser und nach und nach auch außerhalb davon. Diese Entwicklung wirkt nicht spektakulär, sondern leise, was gut zum Ton des Buches passt.
Trotzdem hat mir stellenweise ein etwas stärkerer Ausgleich gefehlt. Die belastenden Situationen nehmen viel Raum ein und gerade für die junge Zielgruppe kann das sehr intensiv sein. Die hoffnungsvollen Momente sind da, aber sie bleiben für mein Empfinden manchmal zu kurz oder zu zurückhaltend, um das Gewicht der negativen Erfahrungen wirklich auszubalancieren.

Fazit:
"Starfish" ist ein wichtiges, sensibles und sehr nah erzähltes Buch über Bodyshaming, Mobbing und Selbstwert. Die Versform bringt Ellies Gefühle eindringlich zum Ausdruck, auch wenn sie für mich nicht durchgehend die gleiche Wirkung hatte. Es ist keine leichte Lektüre, aber eine ehrliche und relevante. Besonders für junge Leserinnen und Leser, aber auch für Erwachsene, die bereit sind, hinzusehen.
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Misstrauen hinter verschlossenen Türen

Das Signal
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Das Cover entspricht eigentlich nicht meinem typischen "Beuteschema". Die kräftigen Farben und das Motiv wirken aber modern, leicht bedrohlich und passen sehr gut zum Gefühl von Überwachung und Kontrollverlust ...

Das Cover entspricht eigentlich nicht meinem typischen "Beuteschema". Die kräftigen Farben und das Motiv wirken aber modern, leicht bedrohlich und passen sehr gut zum Gefühl von Überwachung und Kontrollverlust - ein Thema, das sich durch die ganze Geschichte zieht.
Der Schreibstil von Ursula Poznanski ist wie gewohnt sehr zugänglich und flüssig. Die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man schnell vorankommt und immer wieder denkt, man liest noch eben ein paar Seiten. Erzählt wird aus Violas Ich Perspektive, was gut funktioniert, weil man als Leser genau so viel weiß wie sie selbst. Ihre Gedanken kreisen, zweifeln, hinterfragen und genau diese Unsicherheit überträgt sich stark auf die Stimmung des Buches. Die Spannung entsteht dabei weniger durch actionreiche Szenen, sondern vor allem durch das unterschwellige Gefühl, dass jemand die Kontrolle hat und Viola ihr Stück für Stück entzogen wird.

Viola als Protagonistin mochte ich insgesamt gern. Ihre Situation ist extrem, aber nachvollziehbar geschildert. Der Verlust ihres Beines, die Abhängigkeit von anderen und das Gefühl, im eigenen Zuhause nicht mehr frei zu sein, sind sehr präsent. Besonders gut fand ich, wie ihr Misstrauen langsam wächst. Nicht plötzlich, sondern schleichend.
Ihr Mann Adam wirkt von Anfang an unangenehm, ohne direkt eindeutig böse zu sein. Genau dieses Ungleichgewicht zwischen Fürsorge und Bevormundung macht die Dynamik zwischen den beiden so unangenehm und spannend. Auch die Pflegerin bleibt lange schwer greifbar und trägt viel zu dieser beklemmenden Atmosphäre bei.
Die Idee mit den Trackern und der technischen Überwachung fand ich spannend und gut in die Handlung eingebettet. Es wirkt nicht futuristisch, sondern nah an der Realität und genau das macht vieles daran so beunruhigend. Gleichzeitig hatte das Buch für mich im Mittelteil ein paar Längen. Manche Gedankengänge wiederholen sich und einige Schlüsse, die Viola zieht oder eben nicht zieht, haben sich für mich etwas gezogen. Als Leser ist man stellenweise schon weiter, während die Geschichte noch ein wenig auf der Stelle tritt.
Das Ende bringt dann noch einmal Bewegung hinein und fügt vieles sinnvoll zusammen. Der große Aha-Moment blieb für mich zwar aus und manches war vorhersehbar, trotzdem hat sich das Gesamtbild stimmig angefühlt. Ich hätte mir an ein oder zwei Stellen etwas mehr Zeit für die Auflösung und die emotionale Nachwirkung gewünscht, gerade im Hinblick auf Violas persönliche Entwicklung.

Fazit:
"Das Signal" ist ein spannender, atmosphärischer Psychothriller, der vor allem durch seine Idee, die dichte Stimmung und die Perspektive der Protagonistin lebt. Nicht alles ist perfekt ausbalanciert und im Mittelteil gibt es kleinere Längen, aber insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten und bis zum Ende bei der Stange gehalten.
4/5 Sterne

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.01.2026

Ein Auftakt voller Spannung und Potenzial

A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1
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Das Cover hat mich sofort angesprochen. Der Drache und die Funken wirken geheimnisvoll und kraftvoll, und die dunklen Farben passen perfekt zur düsteren Stimmung der Geschichte. Auch der Farbschnitt macht ...

Das Cover hat mich sofort angesprochen. Der Drache und die Funken wirken geheimnisvoll und kraftvoll, und die dunklen Farben passen perfekt zur düsteren Stimmung der Geschichte. Auch der Farbschnitt macht das Buch zu einem richtigen Hingucker im Regal.
Sophie Jordans Schreibstil ist angenehm flüssig und lässt sich sehr leicht lesen. Man findet schnell in die Handlung und kann die Gedanken und Gefühle der Charaktere gut nachempfinden.

Die Geschichte startet mit Tamsyn, dem königlichen Prügelmädchen, das für die Fehler der Prinzessinnen büßen muss. Der Einstieg hat mich direkt gepackt und auch ziemlich wütend gemacht, weil ich Ungerechtigkeiten einfach nicht ausstehen kann. Man spürt die Härte ihres Lebens, die Schmerzen, die sie ertragen muss, und gleichzeitig ihre innere Stärke. Sie ist eine beeindruckende Protagonistin, die zäh, clever und kämpferisch ist, ohne dabei unnahbar zu wirken. Ihre Gedanken und inneren Konflikte werden gut transportiert, sodass ich ihre Entscheidungen gut nachvollziehen konnte.
Die Wendung, dass Tamsyn den gefürchteten Krieger Fell heiraten muss, bringt sofort Spannung in die Geschichte, obwohl man diese Information bereits dem Klappentext entnehmen kann. Die Dynamik zwischen den beiden ist interessant, aber für mich an manchen Stellen noch etwas oberflächlich. Das körperliche Knistern ist zwar spürbar, ich hätte mir aber eine tiefere emotionale Verbindung gewünscht. Fell ist als Figur faszinierend, brutal und unberechenbar, gleichzeitig aber auch menschlich, was ihn greifbar macht. Die Kapitel aus seiner Sicht geben der Story zusätzliche Tiefe.
Das Worldbuilding hat mir gut gefallen. Die Idee mit den Drachen und der Magie ist spannend, auch wenn sie im ersten Band eher angedeutet werden. Ich hoffe sehr, dass Band zwei hier mehr für uns bereithält, denn die Drachen hatten für mich noch nicht die Präsenz, die ich erwartet hatte. Auch das historische Setting des Hofes mit seinen Regeln und Traditionen wird anschaulich dargestellt und schafft eine stimmige Atmosphäre.
Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass sich die Handlung stellenweise etwas zieht und einige Wendungen vorhersehbar wirken. Außerdem hätte ich mir bei der Liebesgeschichte und bei Fell noch etwas mehr emotionale Tiefe gewünscht, damit die Verbindung zwischen den beiden noch nachvollziehbarer und packender gewesen wäre.

Fazit:
"A Fire in the Sky" ist ein spannender Reihenauftakt mit einer starken Protagonistin, einer düsteren Atmosphäre und einer Welt, die Lust auf mehr macht. Die Liebesgeschichte ist interessant, aber noch etwas ausbaufähig, und die Drachen treten bisher eher in den Hintergrund. Ich bin gespannt auf Band zwei, weil die Grundlagen für eine große, fesselnde Geschichte gelegt sind.
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Magischer Reihenauftakt mit Charme und kleinen Schwächen

Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel
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"Der goldene Schlüssel" ist ein atmosphärischer Auftakt, der vor allem durch seine märchenhafte Stimmung und die liebevolle Gestaltung überzeugt. Schon das Cover fällt sofort ins Auge und vermittelt genau ...

"Der goldene Schlüssel" ist ein atmosphärischer Auftakt, der vor allem durch seine märchenhafte Stimmung und die liebevolle Gestaltung überzeugt. Schon das Cover fällt sofort ins Auge und vermittelt genau das Gefühl, das einen auch im Inneren des Buches erwartet. Magie, Geheimnisse und ein Hauch von Abenteuer. Auch die Illustrationen und die aufwendig gestalteten Kapitelanfänge tragen viel zur besonderen Wirkung des Buches bei und machen es zu einem echten Schmuckstück im Regal.
Der Schreibstil von Skye McKenna ist flüssig, bildhaft und gut verständlich. Die magische Welt wird anschaulich beschrieben, ohne dabei zu überfordern.

Im Mittelpunkt steht Cassandra, ein Mädchen, das früh lernen musste, auf sich selbst zu achten. Ihre Sehnsucht nach ihrer verschwundenen Mutter und ihr Wunsch nach Zugehörigkeit ziehen sich spürbar durch die gesamte Geschichte. Cassandra ist mutig, neugierig und gutgläubig, manchmal auch impulsiv, was sie immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Nicht jede Entscheidung wirkt durchdacht, doch genau das passt zu ihrem Alter und macht sie als Figur glaubwürdig und nahbar.
Besonders jüngere Leserinnen und Leser finden hier einen leichten Zugang, gleichzeitig bietet die Geschichte genug Atmosphäre, um auch Erwachsene mitzunehmen. An einigen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefe und Spannung gewünscht, da manche Konflikte recht schnell aufgelöst werden und der rote Faden zwischendurch etwas verloren geht.

Fazit:
Trotz dieser kleinen Schwächen ist die Story ein stimmiger und warm erzählter Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht. Wer magische Welten, Hexen, Freundschaft und Geheimnisse liebt, wird hier gut unterhalten.
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Fantasy, die anders ist und neugierig macht

Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)
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Das Cover hat mich sofort gecatcht. Es wirkt düster und zugleich elegant und passt perfekt zu der Atmosphäre der Geschichte. Auch der Farbschnitt ist ein echter Hingucker und unterstreicht den besonderen ...

Das Cover hat mich sofort gecatcht. Es wirkt düster und zugleich elegant und passt perfekt zu der Atmosphäre der Geschichte. Auch der Farbschnitt ist ein echter Hingucker und unterstreicht den besonderen Charakter des Buches. Insgesamt macht das Buch schon optisch richtig Lust darauf, in diese Welt einzutauchen.
Der Schreibstil von Vanessa Le ist sehr flüssig und angenehm zu lesen.

Gerade zu Beginn hat mich die Geschichte schnell gepackt und ich war direkt mitten im Geschehen. Die Autorin schafft es, ihre Welt bildhaft zu beschreiben, ohne sich dabei in endlosen Details zu verlieren. Besonders spannend fand ich die Verbindung aus Fantasy und medizinischen Elementen, da sich das Magiesystem deutlich von vielem abhebt, was man sonst aus dem Genre kennt.
Nhika ist eine interessante Protagonistin mit Ecken und Kanten. Ihre Gabe und die damit verbundene Angst vor Verfolgung machen sie zu einer Figur, mit der man gut mitfühlen kann. Auch die moralischen Fragen rund um Heilen und Töten ziehen sich stark durch die Handlung und geben der Geschichte Tiefe. Im Mittelteil hatte das Buch für mich jedoch ein paar Längen. Manche Szenen hätten etwas straffer erzählt werden können und nicht alle Nebenfiguren konnten mich gleichermaßen überzeugen. Auch die emotionale Entwicklung zwischen den Figuren wirkte stellenweise etwas zurückhaltend, was mich aber nicht grundsätzlich gestört hat.
Das Ende hat dafür noch einmal Spannung aufgebaut und macht definitiv neugierig auf den nächsten Band.

Fazit:
Insgesamt ist "Verlorenes Herz" ein gelungener Auftakt mit einer ungewöhnlichen Idee, einer spannenden Welt und einer starken Grundstimmung, auch wenn noch nicht alles perfekt ausgearbeitet ist.
4/5 Sterne

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