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Veröffentlicht am 13.03.2026

Eine Kindheit im Krieg

Vergiss nicht zu tanzen, Hanna
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Westpommern 1938, im Mittelpunkt steht die Geschichte der Familie Gehrken, die sich in dem kleinen Dorf ein neues Leben aufgebaut hat.
Sie arbeiten hart, sind tief im katholischen Glauben verwurzelt und ...

Westpommern 1938, im Mittelpunkt steht die Geschichte der Familie Gehrken, die sich in dem kleinen Dorf ein neues Leben aufgebaut hat.
Sie arbeiten hart, sind tief im katholischen Glauben verwurzelt und immer hilfsbereit den Mitmenschen gegenüber. Die Familie besteht aus den Eltern Paula und Bernhard, dem Großvater, Hanna und ihren drei Brüdern. Später wird noch die kleine Schwester Rosa geboren, der Hannas ganzes Herz gehört.
Das Besondere an der Geschichte ist, dass sie aus der Perspektive von Hanna erzählt wird, also auch mit all ihren kindlichen Gedanken und Empfindungen.
Die Herrschaft der Nationalsozialisten macht auch vor dem kleinen Dorf nicht halt und wir erleben hautnah, wie die Ideologie das Leben der Familie beeinflusst und ein Dorf zunehmend in zwei Lager gespalten wird.
Wir begleiten die Familie und Hanna bis zur Flucht im Jahr 1945. Das Buch liest sich wirklich gut. Aber es gibt auch Kritikpunkte. Die Welt von Hanna bleibt erstaunlich unberührt und der Familie scheint es an wenig zu fehlen, was etwas verharmlosend wirkt. Das Thema der Flucht wurde relativ kurz abgehandelt, obwohl dort etwas Wesentliches passiert, das Hanna bis an ihr Lebensende begleiten wird. Das Buchende war für mich leider sehr unrealistisch.
Insgesamt aber ein Roman, der sich gut lesen ließ und einen EInblick in diese dunklen Jahre gegeben hat.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Luft nach oben

39 Grad Mord
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Jenny Lund Madsen verlegt die Handlung ins sonnige Urlaubsparadies Sizilien. Hannah, eine dänische Autorin, die nicht nur eine Schreibblockade hat, sondern auch eigentlich keine Krimi mehr schreiben möchte, ...

Jenny Lund Madsen verlegt die Handlung ins sonnige Urlaubsparadies Sizilien. Hannah, eine dänische Autorin, die nicht nur eine Schreibblockade hat, sondern auch eigentlich keine Krimi mehr schreiben möchte, wird von ihrem Lektor in Schreibquarantäne geschickt.
Es passiert das Unmögliche, statt über einen Mord zu schreiben, findet sie eine Leiche und gerät selbst unter Mordverdacht.
Der Schreibstil ist flott, die Kapitel nicht zu lang und die vielen Dialoge lassen einen zügig durch die Seiten lesen.
Der Spannungsbogen ist für einen Krimi in Ordnung, aber ein paar mehr überraschende Wendungen wären schön gewesen.
Warum der Krimi auf Sizilien spielt, hat sich mir nicht ganz erschlossen. Das Flair der Insel geht eigentlich unter.
Mein größtes Problem mit diesem Buch ist Hannah, die Protagonistin. Sie ist nervig, agiert arrogant und vor allem trinkt sie ständig und ist meistens verkatert. Das Thema Alkohol nimmt für mich einen zu großen Raum ein.
Insgesamt war es für mich ein Krimi, der sich gut lesen ließ, aber nicht in Erinnerung bleiben wird.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Düster und schwermütig

Alma
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Federica Manzon nimmt uns mit in die Geschichte von Triest, das Leben in einem Jugoslawien, das auseinanderbricht.

Alma reist in ihre Heimat, um das Erbe ihres Vaters anzutreten. Dabei trifft sie auf ...

Federica Manzon nimmt uns mit in die Geschichte von Triest, das Leben in einem Jugoslawien, das auseinanderbricht.

Alma reist in ihre Heimat, um das Erbe ihres Vaters anzutreten. Dabei trifft sie auf Vili, ihre große Liebe und Erinnerungen werden wach. Die Geschichte beschreibt den Zeitraum von drei Tagen und ist auch dementsprechend in Kapitel eingeteilt.

Die Handlung selbst war für mich schwer zu erfassen, die Figuren konnten mich nicht emotional packen. Alma ist auf der Suche nach ihrer Herkunft, dem, was ihre Identität ausmacht. Der Vater, den sie so selten sieht, ist eine wichtige Person in ihrem Leben. Und doch wusste sie eigentlich nichts über ihn.

Die Kriegsereignisse werden nicht beschönigt, aber zum besseren Verständnis wären hier Vorkenntnisse durchaus sinnvoll.

Gut gefallen haben mir die schwarzweiß Fotos im Buch, die die Zeit widerspiegeln. Die Kombination aus Selbstfindung und geschichtlichen Ereignissen war diesmal nicht mein Buch. Die Zeitsprünge haben es mir schwer gemacht, der Handlung zu folgen und haben mich teilweise verwirrt zurückgelassen. Ein Buch, das schwer zu lesen ist und einen eher traurigen und schwermütigen Charakter hat.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Tolle Idee, schwache Umsetzung

Hazel sagt Nein
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Ein Buch, das so viel Potential gehabt hätte, das aber letztlich an den eigenen Ansprüchen gescheitert ist.
Starker Beginn. Man stürzt direkt und ohne Umschweife in das Thema sexuelle Belästigung durch ...

Ein Buch, das so viel Potential gehabt hätte, das aber letztlich an den eigenen Ansprüchen gescheitert ist.
Starker Beginn. Man stürzt direkt und ohne Umschweife in das Thema sexuelle Belästigung durch einen Schulleiter. Das NEIN von Hazel löst eine Kette von Ereignissen aus, die eine Familie und eine Kleinstadt beschäftigen.
Die unterschiedlichen Erzählperspektiven der Familienmitglieder sind ein Pluspunkt der Story. Als Leser ist man wesentlich mehr in die Geschehnisse eingebunden.
Hazel ist ein interessanter Charakter und ihre Zerrissenheit über die Art und Weise, wie man in einer solchen Situation am besten reagiert, kommt gut zum Ausdruck.
Soweit, so gut. Leider hat die Autorin dann ein Fass von Themen aufgemacht, die sie anscheinend unbedingt unterbringen wollte. Antisemitismus, Cancel Culture etc. Jedes für sich ein unstrittig wichtiges Thema, hier für mich leider fehl am Platz. Das eigentliche Thema wird damit in den Hintergrund gerückt.
Der größte Kritikpunkt ist aber der realitätsferne Aufstieg von Hazel zur Autorin. Das war einfach zu konstruiert. Auch das weichgespülte Ende passte für mich nicht zu dem Grundgedanken der Handlung.
Womit sich die Frage stellt, was der eigentliche Grundgedanke war? Das Marketing und der Klappentext drängen die Erwartungshaltung auf die Schiene sexuelle Belästigung. Auf dieser Schiene hat der Roman für mich das Thema verfehlt.
Aber ohne diese Erwartungshaltung ist es ein Roman, der sich mit Dynamiken in einer Familie und einer Kleinstadt beschäftigt und dann ist er unterhaltsam zu lesen.
Ich vergebe drei Sterne für ein Buch, das gut zu lesen war, dessen thematische Ausführung aber nicht überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Kein Vergleich mit dem ersten Buch

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Das Buch fing spannend an. Leider sollte es nicht so bleiben.
Worum geht es? Natalie sucht den Mann, der dafür verantwortlich ist, dass ihre Freundin im Koma liegt. Ein Zufall führt sie auf die richtige ...

Das Buch fing spannend an. Leider sollte es nicht so bleiben.
Worum geht es? Natalie sucht den Mann, der dafür verantwortlich ist, dass ihre Freundin im Koma liegt. Ein Zufall führt sie auf die richtige Spur. Geoffrey Rosenberg, erfolgreicher Mann des Jahres. Sie bewirbt sich als Hausmädchen in seiner Villa (noch ein Zufall).

Der Schreibstil ist flüssig und die unterschiedlichen Perspektiven interessant. Die anderen beteiligten Charaktere waren durchaus undurchsichtig und boten Raum für Spekulationen.
Natalie selbst war mir zu naiv und im Verlauf der Handlung leider auch sehr anstrengend.

Der Spannungsbogen hat sich dann leider sehr schnell erledigt. Ich hatte das Gefühl, das war eine Neufassung des ersten Buches mit etwas verändertem Thema. Sogar die Wendungen waren ähnlich, so dass man sehr schnell wusste, in welche Richtung das Buch steuert.

Das Ende konnte mich dann auch überhaupt nicht überzeugen. Schade, denn ihr erstes Buch war wirklich sehr gut.

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