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Veröffentlicht am 27.07.2025

Die Auferstehung der drei ???

Die Auferstehung
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Nach sieben Jahren kehrt Tracy Hitfield zurück, die als im brasilianischen Regenwald verschollen galt. Sie behauptet, von den Toten auferstanden zu sein. Doch ihre Tante Mary zweifelt an ihrer Identität ...

Nach sieben Jahren kehrt Tracy Hitfield zurück, die als im brasilianischen Regenwald verschollen galt. Sie behauptet, von den Toten auferstanden zu sein. Doch ihre Tante Mary zweifelt an ihrer Identität und bittet ihren alten Bekannten Justus Jonas um Hilfe.

Ein tragisches Ereignis hat die drei einstigen Freunde Justus, Peter und Bob auseinandergebracht, und Jonas hat die Detektei "Die drei ???" für aufgelöst erklärt. Werden die drei Freunde ihre zerbrochene Beziehung wiederherstellen können, um diesen schwierigen Fall zu lösen?

Schon nach den ersten Seiten fühlte ich mich in meine Jugend zurückversetzt. Der Schreibstil ähnelt den früheren Büchern und ist einfach und schnell zu lesen. Ein nostalgisches Gefühl beschleicht mich, wenn an manchen Stellen Bezug auf die ersten Fälle genommen wird. Vielleicht wird es mal wieder Zeit, die alten Bücher noch einmal zu lesen. Doch auch die moderne Welt hat Einzug gehalten: aus der altbekannten Telefon-Lawine wird eine Email-Lawine.

Was für eine tolle Idee, die drei ??? in ihren 50ern wieder auferstehen zu lassen. Man bemerke hier das doppelte Wortspiel des Buchtitels. Ich als Leserin bin nun ungefähr im gleichen Alter wie die drei Protagonisten und kann mich daher gut in die hervorragend gezeichneten Charaktere und ihre Probleme hineinversetzen. Ihr Lebensweg war nicht ohne Stolpersteine und genau das macht sie so authentisch.

Inhaltlich geht es in diesem Roman zum einen um den Fall "Tracy Hitfield", zum anderen um die Beziehung der drei Freunde zueinander. Die Lösung des Falls ist recht vorhersehbar und schon in der Hälfte des Buches offensichtlich. Ab da geht es den Fall betreffend nur noch um Details. Ich hatte immer noch auf einen Plot-Twist gehofft, doch leider blieb dieser aus. Das Buch ist immer noch interessant und lesenswert, doch die Spannung hat für mich merklich nachgelassen. Mir hat es gefehlt, an der Lösung bis zum Schluss miträtseln zu können. Daher auch ein Punkt Abzug.

Insgesamt ist es ein sehr unterhaltsamer und lesenswerter Roman mit Nostalgiecharakter, vor allem für Fans der drei ???.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Fiktiver Cold Case in Schweden mit historischem Hintergrund

Eisenblume
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Das Cover in den Farben der schwedischen Flagge und dem einsamen Haus im Zentrum macht deutlich, wo dieser Thriller beheimatet ist und passt sehr gut zum Inhalt des Buches.

Bereits der Anfang ist sehr ...

Das Cover in den Farben der schwedischen Flagge und dem einsamen Haus im Zentrum macht deutlich, wo dieser Thriller beheimatet ist und passt sehr gut zum Inhalt des Buches.

Bereits der Anfang ist sehr mysteriös: Zwei Jugendliche finden zufällig eine 30jahre alte Leiche im Gemäuer einer halb verfallenen ehemaligen Psychiatrie. Lange tappt das Team um die beiden Ermittler Fredrika und Henry im Dunkeln. Der Druck der Öffentlichkeit ist immens. Wird die Lösung des Falls vielleicht von höherer Stelle verhindert?
Gleichzeitig kämpfen die beiden Ermittler auch mit persönlichen Problemen, was sie authentisch und sympathisch macht.

Der Start in den Thriller war für mich interessant aber etwas zäh. Für die ersten Kapitel habe ich relativ lange zum Lesen benötigt. Es hat seine Zeit gedauert bis ich mich in die Personen und Geschichte hineinfinden konnte. Doch im Laufe des Buches nahm die Spannung merklich zu und ich habe es nicht mehr aus den Händen legen können.

Interessant ist auch, dass sich Fiktion mit wahren Begebenheiten vermischt. Die Autorin möchte auf die Missstände in den Psychiatrien der damaligen Zeit hinweisen und den Patienten eine Stimme verleihen.

Insgesamt ist "Eisenblume" ein sehr spannendes Buch, wenn man sich durch die ersten Kapitel hindurchgehangelt hat und schon aufgrund der realen historischen Einblicke lesenswert.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Hauptsache Klicks

Belladonnas
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Die Zwillinge Julie und Chloe werden nach dem Tod ihrer Eltern getrennt. Chloe wird adoptiert und wächst bei einem wohlhabenden Ehepaar in New York auf. Sie wird eine gefeierte Influencerin und verdient ...

Die Zwillinge Julie und Chloe werden nach dem Tod ihrer Eltern getrennt. Chloe wird adoptiert und wächst bei einem wohlhabenden Ehepaar in New York auf. Sie wird eine gefeierte Influencerin und verdient damit ihren Lebensunterhalt. Julie hingegen verbringt ihre Kindheit bei einer Tante in ärmlichen Verhältnissen und arbeitet später als Kassiererin. Als Julie ihre Schwester tot in deren Wohnung auffindet, nutzt sie die Gelegenheit und übernimmt kurzerhand Chloes Leben.

Der Klappentext hat meine Neugier geweckt und mich zum Kauf des Buches bewegt. Die erste Hälfte der Geschichte entsprach zunächst voll meinem Geschmack und meinen Erwartungen. Durch die Ich-Perspektive aus Julies Sicht erhalte ich einen intensiven Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Ihre Motive und Handlungen sind gut nachvollziehbar, auch wenn mir ihr Charakter nicht unbedingt sympathisch ist.

Liann Zhang bedient sich dabei einiger Klischees: Die Welt der Influencer wird erwartungsgemäß als oberflächlich dargestellt, mit dem alleinigen Ziel, möglichst viele Klicks zu generieren. Besonders gelungen ist die Darstellung von Julies innerem Wandel, als sie erkennt, dass das Leben ihrer Zwillingsschwester keineswegs so unbeschwert war, wie es zunächst schien. Die Atmosphäre des Buches ist insgesamt düster und bedrückend; Julies Isolation und Einsamkeit sind dabei deutlich spürbar.

Leider hat mich die Handlung in der zweiten Hälfte des Buches verloren, da ich mit diesem Teil deutlich weniger anfangen konnte. Einige Szenen wirkten auf mich eher wie ein Horrorszenario mit Ekelfaktor und spirituellen Anklängen. Der rote Faden geht zunehmend verloren, sodass ich mich am Ende des Buches frage, welche Aussage die Autorin eigentlich vermitteln wollte.

Fazit: Ein vielversprechender Beginn mit kritischen Ansätzen, der in der zweiten Hälfte leider nicht konsequent weitergeführt wird. Daher kann ich keine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Düstere Fantasy

House of the Beast
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Als ihre Mutter erkrankt, bittet die 11jährige Alma ihren bis dahin unbekannten Vater um Hilfe. Dieser entstammt einem mächtigen Geschlecht und dient dem finsteren Dread Beast als menschliches Gefäß. Im ...

Als ihre Mutter erkrankt, bittet die 11jährige Alma ihren bis dahin unbekannten Vater um Hilfe. Dieser entstammt einem mächtigen Geschlecht und dient dem finsteren Dread Beast als menschliches Gefäß. Im Tausch für seine Hilfe zieht Alma in seine imposante, aber kalte Welt ein. Doch die Familie ihres Vaters sieht in ihr nichts weiter als die Bastardtochter, eine unerwünschte Makel in ihrer erhabenen Linie.
Als ihre Mutter trotz allem stirbt, zerbricht Almas Welt endgültig. Von diesem Moment an kennt sie nur noch ein Ziel: Rache an ihrem Vater, der ihr alles genommen hat und sie nur für seine Zwecke missbraucht.
Ihr einziger Lichtblick in dieser düsteren Zeit ist Aster, ein geheimnisvolles, göttliches Wesen, das sie seit ihrer frühesten Kindheit begleitet und ihr in den dunkelsten Stunden zur Seite steht.

Das Cover und die Innengestaltung sind wunderschön. Die Seiten werden durch Zeichnungen der Autorin selbst geschmückt und machen das Buch zu einem Blickfang.

Der Weltenbau und die Handlung sind innovativ und interessant. Dank der detailreichen Beschreibungen fällt es leicht, sich die Schauplätze und Szenen lebhaft vorzustellen. Allerdings ist diese Welt im Gesamten sehr kompliziert und undurchschaubar. Erst in den letzten Kapiteln erklären sich manche Zusammenhänge, doch einiges bleibt bis zum Schluss unklar.

Die Spannung ist stellenweise sehr hoch, doch leider verliert sich die Erzählung zwischendurch in Details, die den Lesefluss merklich verlangsamen. Der Plot Twist am Ende überrascht und ist für mich der Höhepunkt des Buches.

Mit den Charakteren kann ich mich nicht wirklich anfreunden. Almas Motive und Entscheidungen blieben für mich oft undurchsichtig und wirkten bisweilen inkonsequent, was es schwer machte, ihre Handlungen nachzuvollziehen. Auch die Nebenfiguren blieben in ihrer Darstellung eher eindimensional. Was die im Klappentext angedeutete Liebesgeschichte betrifft, so konnte ich diese nicht wirklich erkennen. Vielmehr empfand ich die dargestellte Beziehung als toxisch und weit entfernt von dem, was ich persönlich unter einer Romanze verstehe.

Die Atmosphäre ist geprägt von Düsternis und Gewalt, was sich durch die gesamte Erzählung als roter Faden durchzieht. Mir war das teilweise schon zu viel. Die Darstellung von Gewalt in den Kampfhandlungen ist sehr plastisch, weshalb das Buch auf den letzten Seiten auch eine Triggerwarnung enthält.

FAZIT: Wer sich auf einen außergewöhnlichen Weltenbau und eine innovative Handlung einlassen möchte, findet hier ein lesenswertes Buch. Man sollte jedoch bereit sein, sich durch gelegentliche Längen und eine durchweg düstere, intensive Atmosphäre zu kämpfen.

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