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Veröffentlicht am 27.01.2026

Magie, Mut und Freundschaft bis zum letzten Zauber

Alfie Bloom. Duell am Dämonenfelsen
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Mit Duell am Dämonenfelsen, dem dritten Band der Alfie-Bloom-Reihe, zeigt sich erneut die Stärke der Reihe. Leser erleben erneut ein spannendes Abenteuer, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwebt. ...

Mit Duell am Dämonenfelsen, dem dritten Band der Alfie-Bloom-Reihe, zeigt sich erneut die Stärke der Reihe. Leser erleben erneut ein spannendes Abenteuer, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwebt. Magie wird gefährlicher, Entscheidungen schwerer und der Ton spürbar ernster, ohne den warmen Kern der Reihe zu verlieren.

Alfies Reise führt diesmal tief in die Vergangenheit, wo er von dem Druiden Orin Hopcraft lernen soll, seine immer mächtiger werdende Magie zu kontrollieren. Genau hier entfaltet die Geschichte ihre größte Stärke. Die Magie fühlt sich nicht wie ein Spiel an, sondern wie eine Verantwortung, die jederzeit kippen kann. Die Gefahr, dass Alfie der dunklen Seite verfällt, schwebt ständig über der Handlung und sorgt für echte Spannung. Sehr berührend bleibt auch im dritten Band das Zusammenspiel der Figuren. Alfie, seine Cousins und Freunde sind ein echtes Team mit kleinen Reibereien, viel Humor und noch mehr Loyalität. Diese Freundschaften geben der Geschichte Herz und Bodenhaftung und heben sie deutlich von reiner Abenteuermagie ab. Gerade junge Leser finden hier Figuren, mit denen man mitfiebert, lacht und bangt. Das Tempo ist hoch, die Kapitel lesen sich leicht und flüssig, und der Dämonenfelsen liefert ein atmosphärisches Setting voller Geheimnisse. Die Begegnung mit der Hexe der Dämoneninsel bringt zusätzliche Spannung und zeigt, dass nicht alles schwarz oder weiß ist. Leser finden hier eine schöne, altersgerecht vermittelte Botschaft.

Ein starker weiterer Band der Alfie-Bloom-Reihe, der spannend, magisch und getragen von echten Freundschaften ist. Die Geschichte wächst mit ihren Figuren und traut sich, dunklere Töne anzuschlagen, ohne ihren Charme zu verlieren.

Veröffentlicht am 27.01.2026

Lavendel, Lebensmut und leise Neuanfänge

Sommerträume an der Vienne
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Sommerträume an der Vienne von Gillian Harvey ist der Auftakt der French-Escape-Reihe und eine Einladung, dem Alltag zu entfliehen und in die sanfte, sonnendurchflutete Landschaft Frankreichs einzutauchen. ...

Sommerträume an der Vienne von Gillian Harvey ist der Auftakt der French-Escape-Reihe und eine Einladung, dem Alltag zu entfliehen und in die sanfte, sonnendurchflutete Landschaft Frankreichs einzutauchen. Im Mittelpunkt steht Lily, deren Leben nach einem beruflichen Einschnitt plötzlich eine neue Richtung nimmt und zwar eine ziemlich mutige. Ein spontaner Hauskauf, ein altes Bauernhaus in Frankreich und der Wunsch, endlich den eigenen Traum zu leben, bilden den Ausgangspunkt für diese warmherzige Geschichte.

Dieses Buch lebt weniger von großen Überraschungen als von seinem Gefühl. Die französische Provinz wird mit viel Liebe zum Detail beschrieben, man erlebt kleine Dörfer, knarrende Holzbalken, Wein, gutes Essen und Menschen, die man sich sofort vorstellen kann. Die Geschichte ist bewusst leicht, romantisch und manchmal ein wenig zuckrig. Man erhält eine charmante Wohlfühlgeschichte über Mut, Selbstverwirklichung und die Frage, wessen Traum man eigentlich lebt, den eigenen oder den eines anderen. Lily wirkt dabei nahbar und menschlich, mit all ihren Zweifeln und ihrem inneren Hin-und-Her. Die romantischen Elemente stehen klar im Vordergrund, ohne die Geschichte komplett zu dominieren. Freundschaften, Begegnungen und das langsame Ankommen in einer neuen Umgebung geben dem Roman eine angenehme Balance aus Herzklopfen und Lebenslust.

Das perfekte Lesefutter für eine kleine Auszeit: leicht, atmosphärisch und wohltuend vorhersehbar. Wenn man sich nach Sonne, Neuanfängen und einer Prise Romantik sehnt, ist das Buch ideal für entspannte Nachmittage, Urlaubsstimmung oder den Moment, in dem man gedanklich einfach mal nach Frankreich ziehen möchte. Kein tiefschürfendes Drama, sondern ein warmes, tröstliches Leseerlebnis mit Lavendelduft.

Veröffentlicht am 27.01.2026

Wenn Fantasie zur letzten Zuflucht wird

Niemandsstadt
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Niemandsstadt von Tobias Goldfarb, in seiner neuen Auflage und aktueller den je, entführt seine Leser in ein dystopisch-märchenhaftes Berlin, das gleichzeitig vertraut und völlig fremd wirkt. Zwischen ...

Niemandsstadt von Tobias Goldfarb, in seiner neuen Auflage und aktueller den je, entführt seine Leser in ein dystopisch-märchenhaftes Berlin, das gleichzeitig vertraut und völlig fremd wirkt. Zwischen grauem Alltag, digitaler Dauerbeschallung und innerem Rückzug öffnet sich eine zweite Ebene der Wirklichkeit, denn wir erleben eine Stadt, in der Drachen durch den Himmel ziehen, Fabelwesen durch die Straßen streifen und Gedanken buchstäblich Gestalt annehmen. Was zunächst wie ein leises, seltsames Abenteuer beginnt, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einer Geschichte mit überraschender Tiefe und klarer Haltung.

Dieses Buch verlangt Geduld und belohnt sie. Der Einstieg ist zunächst fragmentarisch und wirkt fast träumerisch. Die Niemandsstadt fühlt sich nicht sofort greifbar an, sondern wächst langsam, Szene für Szene, Idee für Idee. Gerade für die jugendliche Zielgruppe entfaltet das eine besondere Wirkung, denn statt alles vorzukauen, lädt die Geschichte dazu ein, mitzudenken, mitzuspüren und eigene Bilder entstehen zu lassen. Josefine ist keine klassische Heldin. Still, eigenwillig und tief in ihrer Fantasie verankert, steht sie für all jene, die sich nicht laut behaupten, sondern nach innen stark sind. Daneben setzt Eli einen spannenden Kontrast, ist selbstbewusst, sichtbar, scheinbar perfekt angepasst an eine Welt aus Likes und Reichweite. Das Zusammenspiel der beiden Figuren gehört zu den größten Stärken des Buches. Freundschaft, Loyalität und gegenseitiges Verstehen stehen klar im Mittelpunkt udn der Roman ist so erfrischend frei von einer aufgesetzten Liebesgeschichte. Auch die zentrale Botschaft überzeugt: Fantasie als Gegenpol zu Technik, Dauer-Online-Sein und äußerem Leistungsdruck. Diese Message wirkt nie belehrend, sondern schwingt leise mit und entfaltet gerade deshalb ihre Wirkung. Humorvolle, skurrile Ideen, wie selbstständig wandernde Mülltonnen oder wandelbare Ort, lockern dabei die ernsteren Themen auf und machen die Niemandsstadt zu einem Ort, den man trotz aller Bedrohung nicht verlassen möchte.

Ein ungewöhnlicher, mutiger Jugendroman, der sich traut, anders zu sein. Eine Geschichte über das Träumen, über Freundschaft und darüber, wie wichtig es ist, sich die eigene Fantasie nicht nehmen zu lassen. Für Jugendliche, die gerne zwischen Realität und Magie wandern und die leisen Zwischentöne schätzen, ist dieses Buch auf jeden Fall eine Entdeckung - eigenwillig, aktuell und lange nachwirkend.

Veröffentlicht am 20.01.2026

Zwischen Blut, Ballkleidern und dunklen Wahrheiten

Nightweaver
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Nightweaver ist eine düstere YA-Romantasy, die mit hohem Tempo, grausamen Enthüllungen und starken Emotionen überrascht. Im Mittelpunkt steht Violet aka Aster, eine junge Piratin, deren Welt zerbricht, ...

Nightweaver ist eine düstere YA-Romantasy, die mit hohem Tempo, grausamen Enthüllungen und starken Emotionen überrascht. Im Mittelpunkt steht Violet aka Aster, eine junge Piratin, deren Welt zerbricht, als ihre Familie von den gefürchteten Nightweavern gefangen wird. Was als Freiheitskampf beginnt, entwickelt sich jedoch schnell zu einer Geschichte über Loyalität, Verlust und das Hinterfragen vermeintlicher Monster.

Die Handlung verbindet Piratenflair gut mit dunkler Fantasy, Engeln und Dämonen, ohne sich in überladenem Worldbuilding zu verlieren. Stattdessen treiben Geheimnisse, brutale Wendungen und moralische Grauzonen die Geschichte voran. Vor allem die Gewalt ist stellenweise überraschend hart für ein YA-Buch, wird aber gezielt und gut eingesetzt, um die Bedrohung real spürbar zu machen. Aster überzeugt als willensstarke, impulsive Heldin mit klarer Bindung an ihre Familie. Will bringt leise Spannung und emotionale Tiefe mit, während Figuren wie Captain Shade oder Titus für zusätzliche Reibung und Neugier sorgen. Die Romance selbst bleibt eher zurückhaltend und ist vor allem von geprägt von Blicken, Vertrauen und innerem Konflikt und lässt der eigentlichen Handlung bewusst den Vorrang.

Es handelt sich hier um keine klassische Piratengeschichte, doch wennman sich auf die Geschichte einlässt, bekommt eine atmosphärische, unvorhersehbare Fantasy mit starken Themen und einem Finale, das neugierig auf mehr macht.

Veröffentlicht am 20.01.2026

Dunkle Fäden, tödliche Magie und ein Haus voller Geheimnisse

House of Blight
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House of Blight entführt seine Leser in eine düstere, gothic-fantasy Welt, in der Heilung ihren Preis hat. Edira Brillwyn ist eine Threadmenderin. Jede Krankheit, die sie heilt, kostet sie einen Teil ihres ...

House of Blight entführt seine Leser in eine düstere, gothic-fantasy Welt, in der Heilung ihren Preis hat. Edira Brillwyn ist eine Threadmenderin. Jede Krankheit, die sie heilt, kostet sie einen Teil ihres eigenen Lebens. Als ihre Brüder an der tödlichen Seuche Blight erkranken, bleibt ihr nur ein gefährlicher Handel mit der mächtigen Fernglove-Familie.

Ediras Motivation ist von Beginn an klar und zutiefst emotional: Alles, was sie tut, geschieht aus Liebe zu ihren Brüdern. Im Zentrum steht aber nicht nur Ediras Opferbereitschaft, sondern auch das unheimliche Fernglove Manor, dessen makellose Fassade langsam Risse bekommt. Orin Fernglove und sein Bruder Rorik sorgen für gute Spannung, Misstrauen und eine Dynamik, die weit über eine klassische Romantasy hinausgeht. Gut gelungen ist zudem das Magiesystem der Evers, das konsequent auf Ausgleich und Verlust basiert und der Geschichte emotionale Tiefe verleiht. Die Atmosphäre des Romans ist dabei dicht, düster und durchzogen von Geheimnissen. Die Handlung entwickelt sich ruhig, gewinnt aber mit jeder Enthüllung an Intensität. Familie, Schuld und Selbstaufopferung stehen klar im Fokus, während die romantischen Elemente die Geschichte ergänzen, ohne sie zu dominieren.

Ein stimmungsvoller gothic Romantasy Auftakt mit moralischen Grauzonen, langsamer Spannung und einer starken, verletzlichen Heldin. Der erste Band macht auf jeden Fall neugierig auf die Fortsetzung.