Profilbild von Sydneysider47

Sydneysider47

Lesejury Profi
offline

Sydneysider47 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sydneysider47 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2026

Interessant und authentisch

Niemands Töchter
0

Worum geht es in dem Buch?

Die Geschichte beginnt in West-Berlin 1981. Marie lernt Leonard in einer Diskothek kennen. Die beiden fangen eine Liebesbeziehung an. Dann wird Marie schwanger. Darüber sagt ...

Worum geht es in dem Buch?

Die Geschichte beginnt in West-Berlin 1981. Marie lernt Leonard in einer Diskothek kennen. Die beiden fangen eine Liebesbeziehung an. Dann wird Marie schwanger. Darüber sagt sie Leonard nicht Bescheid und beschließt, die Beziehung zu beenden.

Gabriele ist Kinderkrankenschwester und lässt sich von Harald scheiden. Sie haben ihre Tochter verloren, dadurch ging ihre Ehe in die Brüche. Gabriele träumt immer noch von einem Kind. Da sieht sie ein ausgesetztes Baby im Krankenhaus während ihrer Arbeit. Ein Mädchen. Sie nimmt es zu sich. Das Mädchen bekommt den Namen Alma. Von nun an ist sie Gabrieles Tochter. Gabriele zieht mit Alma zu ihren Eltern, die eine Bäckerei in Mayen haben.

Marie heiratet Hagen, einen Chirurgen. Sie bekommen eine Tochter, namens Isabell. Glücklich ist die Ehe nicht. Isabell wächst wohlbehütet auf. Als sie in den Sachen ihrer Mutter Fotos findet, die sie nicht zuordnen kann, versucht sie, Antworten zu finden.

Alma studiert, macht Karriere, bekommt einen Moderatorenjob im Fernsehen. Als sie erfährt, dass Gabriele nicht ihre leibliche Mutter ist, macht sie sich auf die Suche nach ihren Wurzeln.

Meine Meinung:

Das Buch ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) geschrieben und beleuchtet die Situation der vier Frauen abwechselnd in verschiedenen Jahren. Die Autorin schafft es, Lebenssituationen vier authentischer Frauen zu schildern, die alle irgendwann Brüche erlebten und auf der Suche nach Antworten sind. Antworten, die sich vielleicht in der Vergangenheit finden lassen. Oder auch, wenn man Personen findet, die in der Vergangenheit eine Bedeutung fürs eigene Leben hatten.

Die einzelnen Szenen enden immer wieder mit offenen Fragen, offenen Situationen. So liest man immer wieder gespannt weiter, weil man Antworten haben will, wie die Schicksale der vier Frauen Marie, Gabriele, Alma und Isabell zusammenhängen könnten.

Der Roman liest sich unterhaltsam und interessant. Die Schicksale der Frauen berühren. Auch Leonard taucht wieder auf. Aus ihm ist unterdessen ein namhafter Psychologe mit Doktortitel geworden, den einige der Frauen konsultieren.
Gabriele erzieht Alma in Mayen und hilft ihren Eltern in der Bäckerei. Ihre Eltern Hedwig und Jupp sind resolut, aber ebenfalls liebenswert. Sie geben Gabriele und Alma die Familie, die sie brauchen.

Das Buch bleibt interessant bis zum Schluss. Ich vergebe fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.01.2026

Amüsanter Roman über zwei Außenseiter

Pi mal Daumen
0

Worum geht es in dem Buch?
Moni Kosinsky ist Hausfrau, Mutter und Oma Sie ist 53 Jahre alt und will sich den Traum vom Mathematikstudium erfüllen. Deswegen schreibt sie sich an einer Universität irgendwo ...

Worum geht es in dem Buch?
Moni Kosinsky ist Hausfrau, Mutter und Oma Sie ist 53 Jahre alt und will sich den Traum vom Mathematikstudium erfüllen. Deswegen schreibt sie sich an einer Universität irgendwo in Deutschland ein.
Sie trifft auf Oscar, 16 Jahre alt, Mathe-Genie. Beide freunden sich an, beide sind Außenseiter. Während Oscar sich voll auf das Mathe-Studium konzentrieren kann, versucht Moni, das Studium, einen Nebenjob im Hotel, Sorge um ihre Familie und die Betreuung ihrer Enkel unter einen Hut zu bringen.
Oscar erklärt Moni, wie Mathematik funktioniert. Er hilft ihr bei den Hausaufgaben. Sie hat nämlich wenig Ahnung, kommt aber immer wieder auf erstaunliche Lösungen mathematischer Probleme. Und so bewältigt sie einige Semester.
Ihrer Familie verheimlicht sie lange, dass sie Mathematik studiert.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Der Erzählton ist leicht, ansprechend, immer etwas witzig. Erzählt wird aus der Perspektive von Oscar. Er ist der Ich-Erzähler und erzählt in der Vergangenheit (Präteritum).
Oscar lernt auch Monis Familie kennen. Sie ist ganz anders als seine eigene Familie. Anstrengend und verrückt, aber irgendwie liebenswert.
Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen. Als Leser ist man gespannt, wie Moni und Oscar das Studium meistern. Einschübe, die sich mit Mathematik befassen, stören nicht. Sie passen zur Handlung.
Ich vergebe fünf Sterne und empfehle das Buch weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.01.2026

Zwei Schwestern auf einer Schäreninsel

Die Insel meiner Schwester
0

Worum geht es in dem Buch?

Mirjam und Lavinia, genannt Nia, sind Halbschwestern – sie haben denselben Vater. Beide lernen sich als Teenager kennen und schließen Freundschaft. Sie sind nicht nur Schwestern ...

Worum geht es in dem Buch?

Mirjam und Lavinia, genannt Nia, sind Halbschwestern – sie haben denselben Vater. Beide lernen sich als Teenager kennen und schließen Freundschaft. Sie sind nicht nur Schwestern und Freundinnen, sondern auch Seelenverwandte.

Als Erwachsene ebbt der Kontakt zwischen beiden ab. Mirjam heiratet Juan und ist glücklich mit ihm, bis er ihr eröffnet, dass er sich in Frida verliebt hat. Frida und er werden Eltern werden. In diese enttäuschende Phase von Mirjams Leben kommt die Einladung zu Nias 40. Geburtstag. Zu Nia hatte Mirjam in den letzten Jahren wenig Kontakt. Das lag an Nias Mann Konrad, der starken Stimmungsschwankungen unterliegt. Nia und er leben auf einer schwedischen Schäreninsel. Als Mirjam auf der Insel ankommt, macht sie eine Entdeckung, die sie in Gewissenskonflikte bringt.

Meine Meinung:

Für mich war die Lektüre dieses Buches durchgehend interessant und spannend. Die Handlung ist aus der Sicht von Mirjam aus der Ich-Perspektive in der Vergangenheit geschildert. Spannung wird durch die Ereignisse, aber auch durch Mirjams Gedanken erzeugt. Im Teenie-Alter bewundert Mirjam ihre Schwester – deren Schönheit, Charme und Ideenreichtum. Nia schafft es, dass auch Mirjam ihre eigene Schönheit entdecken kann.

Beide Schwestern, Mirjam und Nia, sind sympathisch. Konrad ist merkwürdig. Er kann in einem Moment liebenswürdig sein und im nächsten Moment seine Frau schlagen. Nia schluckt das alles seit Jahren – auch Konrads herablassende Sprüche und viele Drohungen. Die Insel ist oftmals wie ein Gefängnis für sie. Sie geht keinem Job nach. Konrad hat genug Geld, um ebenfalls keiner festen Arbeit nachgehen zu müssen.

Die Feier zu Nias 40. Geburtstag ist eine willkommene Abwechslung. Außer Mirjam kommen noch andere Gäste: zwei ehemalige Schulkameradinnen und ein Freund. Neben zwanglosem Geplauder und einer Feier gibt es immer wieder eine unterschwellige Bedrohung, die während der Lektüre gut zu spüren ist. Wichtig ist auch die Frage: Wie kann Mirjam ihrer Schwester helfen, ohne etwas Illegales zu tun? Einige Ereignisse, mit denen man als Leser/-in nicht rechnet, machen das Buch zu einem Pageturner.

Ich vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.01.2026

Starke Frauen in Kamerun

Issa
0

Worum geht es in dem Buch?
Die Ich-Erzählerin Issa ist schwanger. Sie fliegt von Frankfurt nach Kamerun, die Heimat ihrer Mutter, um einige Rituale zu erleben. Als schwangere Frau, die in Kamerun geboren ...

Worum geht es in dem Buch?
Die Ich-Erzählerin Issa ist schwanger. Sie fliegt von Frankfurt nach Kamerun, die Heimat ihrer Mutter, um einige Rituale zu erleben. Als schwangere Frau, die in Kamerun geboren wurde, muss sie das – laut der Meinung ihrer Urgroßmutter – machen.

Parallel dazu erfährt man als Leser/-in einiges über Issas Vorfahren. Wie lebten sie in Kamerun? An welche Regeln mussten sie sich als Frauen halten? Wie gingen die Männer mit ihnen um? Man liest über Enanga, die 1903 in einem Ort aufwächst, in dem viele Menschen dem Aberglauben nachgehen. Ein Deutscher, der Hausherr des Hofes ist, auf dem Enanga lebt, vergewaltigt sie. Sie wird schwanger und bringt eine Tochter zur Welt. Ihr Vater Keke verjagt sie anschließend vom Hof. Sie findet Unterschlupf bei ihrer Cousine. Auch von weiteren kamerunischen Frauen erfährt man – all das ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers in der Vergangenheit geschrieben.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Mich haben beide Handlungsstränge sehr bewegt. Einerseits Issa, die Ich-Erzählerin, die in Deutschland groß geworden ist und jetzt in Kamerun einiges erleben muss. Sie schreibt das im Präsens. Die Rituale sind merkwürdig. Beispielsweise wird sie von einem Heiler mit einer stinkenden Brühe behandelt. Während eines anderen Rituals muss sie mit einem toten Kaninchen ins Meer gehen.

Ebenso sind die Frauenschicksale, die ab 1903 erzählt werden, oft erschütternd. Frauen in Kamerun hatten im 20. Jahrhundert wenig Rechte. Ein Mann konnte durchaus 19 Frauen haben. War man die erste Frau eines Mannes, genoss man einige Vorrechte und konnte die anderen Frauen piesacken. Männer bestimmten über die Frauen. So konnte beispielsweise Marijoh, Enangas Tochter, als Jugendliche von ihrem Stiefvater mit einem viel älteren Mann verheiratet werden, damit er seine Schulden bei diesem Mann loswurde.

Auch heute hat ein Mann noch viel zu sagen in Kamerun. Wer es als Mann beispielsweise nicht schafft, dass seine Frau ihn respektiert und ruhig ist, gilt als schwach. Diese und andere Tatsachen habe ich gelesen – und ich habe auch sonst viel über Kamerun gelesen und gelernt, was ich vorhin noch nicht wusste.

Für mich war „Issa“ ein interessantes und gutes Leseerlebnis. Ich vergebe 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.12.2025

Nette Geschichten für die Weihnachtszeit

WeihnachtsFestGeschichten
0

Worum geht es in dem Buch?

Das Buch versammelt Weihnachtsgeschichten einiger Autoren. Es ist ideal zum Selber-Lesen, aber auch zum Vorlesen.
Meine drei Favoriten will ich hier vorstellen:

„Die Bude“ ...

Worum geht es in dem Buch?

Das Buch versammelt Weihnachtsgeschichten einiger Autoren. Es ist ideal zum Selber-Lesen, aber auch zum Vorlesen.
Meine drei Favoriten will ich hier vorstellen:

„Die Bude“ von Sylvia Barron:
Eine mutmachende Geschichte über einen Verkäufer auf einem Weihnachtsmarkt, der schon jahrelang kein Weihnachtsfest mehr gefeiert hat, und von einem liebenswürdigen älteren Ehepaar dazu eingeladen wird.

„Der Rollladen-Rausch“ von Katrin Faludi:
Eine Geschichte über zwei Nachbarinnen, die sonst kaum Kontakt haben, aber durch ein unvorhergesehenes Ereignis miteinander Weihnachten feiern.

„Der Auftrag“ von Amy J. Ritter:
Eine Geschichte über einen Wanderer, der sich am Weihnachtsabend hinaus in die Kälte begibt. Er weiß nicht, warum er das macht, aber plötzlich erkennt er den Sinn.

Meine Meinung:

Schnell sind die Geschichten zu lesen und sie vermitteln Weihnachtsfeeling. Wie beim Brunnen-Verlag üblich, haben die Geschichten einen christlichen Touch. Dadurch zeigen sie auch, wozu Weihnachten eigentlich da ist: Nicht im Kaufrausch versinken und nicht einsam sein, sondern Gemeinschaft mit anderen Menschen spüren und dadurch Freude empfinden.

Ich vergebe fünf Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere