„Love and Be Loved“ von Cleo Wade ist ein warmes, liebevolles Buch, das direkt ins Herz geht. In einfachen Worten schenkt die Autorin dem Leser und der Leserin Hoffnung, Mut und Zuversicht. Jede Seite ...
„Love and Be Loved“ von Cleo Wade ist ein warmes, liebevolles Buch, das direkt ins Herz geht. In einfachen Worten schenkt die Autorin dem Leser und der Leserin Hoffnung, Mut und Zuversicht. Jede Seite fühlt sich an wie ein Lichtblick, ein persönlicher Wunsch . Die Texte sind kurz, klar und voller guter Wünsche für das eigene Leben.
Cleo Wade spricht über Selbstliebe, Freundschaft, Vertrauen und Mitgefühl. Dabei richtet sie sich immer direkt an uns. Man fühlt sich gesehen und verstanden. Das Buch lädt dazu ein, kurz innezuhalten und über die wichtigen Dinge im Leben nachzudenken.
Besonders schön sind die Illustrationen. Sie sind sehr ansprechend, modern und passen perfekt zu den Texten. Worte und Bilder ergänzen sich wunderbar und machen das Buch zu etwas ganz Besonderem.
„Love and Be Loved“ ist ideal zum Verschenken an geliebte Menschen. Ob zum Geburtstag, als kleines Dankeschön oder einfach so – dieses Buch ist ein tolles Geschenk. Es zeigt: Du bist wichtig. Du bist wertvoll. Ein echtes Geschenkbuch, das lange Freude macht und immer wieder zur Hand genommen wird.
Der Roman „Alle glücklich“ von Kira Mohn suggeriert bereits durch seinen Titel, dass alle Figuren der Geschichte glücklich sind. Auf den ersten Blick wirkt der Titel positiv und weckt entsprechende Erwartungen ...
Der Roman „Alle glücklich“ von Kira Mohn suggeriert bereits durch seinen Titel, dass alle Figuren der Geschichte glücklich sind. Auf den ersten Blick wirkt der Titel positiv und weckt entsprechende Erwartungen beim Leser. Auch das Cover ist ansprechend gestaltet, da die verwendeten Farben eine freundliche und optimistische Stimmung vermitteln. Allerdings blickt die auf dem Cover abgebildete Frau vom Leser weg, was eher auf die tiefere, wahre Stimmung des Romans hindeutet.
Die vier Protagonisten des Romans bilden eine Familie. Die Mutter und Ehefrau Nina erfüllt eine klassische Rollenverteilung: Sie arbeitet halbtags und kümmert sich um die beinahe erwachsenen Kinder. Ihr Mann Alexander ist als Oberarzt in Vollzeit tätig, Hauptverdiener der Familie und übernimmt damit die Rolle des Ernährers. Die sechzehnjährige Emilia besucht noch die Schule, erlebt ihre erste große Liebe und ist bereit, sich ganz auf Julian einzulassen. Im Gegensatz dazu steht Ben, der neunzehnjährige Student, der eher zurückhaltend ist und sich oft einsam fühlt.
Die Familie bemüht sich zunächst noch, den Schein zu wahren und gemeinsame Abendessen einzuhalten. Im Verlauf der Handlung werden diese jedoch immer seltener, während oberflächliche Streitigkeiten zunehmen und die Fassade der scheinbar glücklichen Familie allmählich zu bröckeln beginnt. Jedes Familienmitglied kämpft mit eigenen Problemen, ohne offen über Gefühle zu sprechen. Als Leser erhält man jedoch zunehmend tiefere Einblicke in die innere Gefühlswelt der vier Figuren, da Kira Mohn die Kapitel abwechselnd aus deren Perspektiven erzählt. Jedes dieser Kapitel beginnt mit einer Frage, die die Gedanken der erzählenden Figur widerspiegelt und gleichzeitig den Leser zum Nachdenken anregt.
Mohn erweist sich als gute Erzählerin mit psychologischem Feingefühl. Sie gewährt tiefe Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt ihrer Figuren und scheut dabei nicht vor schonungsloser Ehrlichkeit zurück. Der Text lässt sich flüssig lesen, was dem Leser ein intensives Hineinversetzen in die Figuren ermöglicht. Man fühlt mit ihnen mit und verspürt stellenweise den Wunsch, aktiv in die Handlung einzugreifen. Zudem kommt es im Laufe der Geschichte zu überraschenden Wendungen, die den Leser fesseln und die Spannung bis zum Ende aufrechterhalten.
Insgesamt erhält das Buch eine klare Leseempfehlung von mir, da es sich leicht und flüssig lesen lässt, in einer einfachen, zugänglichen Sprache geschrieben ist und durch seine Ehrlichkeit zugleich zum Nachdenken anregt.
Der Roman „Liefern“ von Tomer Gardi wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Der Titel erinnert an Alltag, an Pakete, Essen oder Arbeit. Doch genau darin liegt seine Stärke. Hinter dem harmlosen Titel verbirgt ...
Der Roman „Liefern“ von Tomer Gardi wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Der Titel erinnert an Alltag, an Pakete, Essen oder Arbeit. Doch genau darin liegt seine Stärke. Hinter dem harmlosen Titel verbirgt sich ein vielschichtiger und politisch relevanter Text, der Fragen nach Arbeit, Sprache, Macht und Zugehörigkeit stellt.
Im Mittelpunkt steht das Leben von Menschen,die auf der Suche nach Arbeit sind und finden als Notlösung das Liefern von Essen. Sie versuchen, sich unsichtbar durch die Stadt zu bewegen, bloß nicht auffallen und nicht kontrolliert werden. Gardi hat als Helden seines Romans Filman gewählt, dessen Frau mit Tochter, die er seit seiner Geburt noch nie getroffen hat, weil Daniat schwanger nach Deutschland geflohen ist. Filmans Aufgabe ist es, abzuwarten, bis er mithilfe der Familienzusammenführung ebenfalls nach Deutschland nachkommen darf und Geld an seine Frau zu schicken.
Um aufzuzeigen, dass es sich nicht um keinen Einzelfall handelt, wird auch aus der Perspektive von Filmans Bekannten und Freunden erzählt, sodass sich ein ganzes Bild zusammen setzen kann.
Besonders auffällig ist die Sprache des Romans. Tomer Gardi schreibt in einer einfachen Sprache, ohne wörtliche Rede hervorzuheben. So lässt sich die Geschichte flüssig und schnell lesen. Politisch ist der Roman vor allem durch seinen Blick auf Migration und Arbeit. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem ehrlichen und kritischen Blick auf unsere Gegenwart belohnt.
„Die Reise ans Ende der Geschichte“ ist ein Abenteuerroman von Kristof Magnusson, der Anfang der 1990er Jahre spielt und aus der Perspektive der beiden Protagonisten Dieter Germeshausen und Jakob Dreiser ...
„Die Reise ans Ende der Geschichte“ ist ein Abenteuerroman von Kristof Magnusson, der Anfang der 1990er Jahre spielt und aus der Perspektive der beiden Protagonisten Dieter Germeshausen und Jakob Dreiser erzählt wird. Der Kalte Krieg gilt als beendet, die Sowjetunion befindet sich im Zerfall, und viele Menschen schöpfen neue Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft.
Eine besondere Stärke des Romans liegt in den gegensätzlichen Figuren, die Magnusson entwirft. Dieter Germeshausen, ein Geheimdienstmitarbeiter und Doppelagent, fühlt sich unscheinbar, bedeutungslos und unsozial. Jakob Dreiser hingegen ist ein junger Dichter, lebensfroh, optimistisch, begeisterungsfähig und sehr kommunikativ. Germeshausen rekrutiert Dreiser aufgrund seines sozialen Wesens als vermeintlichen „Agenten“, um einen letzten großen Coup zu landen und anschließend unterzutauchen.
Erstmals begegnen sich die beiden Männer auf einem Gartenfest der russischen Botschaft in Rom, bei dem die Russen ihre friedlichen und freundschaftlichen Absichten demonstrieren wollen. Hinter den Kulissen jedoch existiert weiterhin ein Netz aus Spionen, die selbst die eigenen Mitarbeiter überwachen und ausforschen.
Als Abenteuerroman ist die Geschichte Magnusson ausgesprochen gelungen. Ich fühlte mich als Leserin durchgehend gut unterhalten – ein wesentliches Merkmal eines gelungenen Romans. Die Figuren sind plastisch gezeichnet, und die historische Zeit wirkt authentisch und glaubwürdig. Für mich steht dabei weniger die Handlung im Vordergrund als vielmehr die sprachlichen und stilistischen Fähigkeiten des Autors, die dem Roman seinen besonderen Reiz verleihen.
Der Roman „Die glücklichste Familie der Welt“ von Anna Brynhildsen soll von einem Wochenendausflug nach Berlin handeln, dabei erzählt er viel mehr als nur das: Mats, seine sechzehnjährige Tochter Evi und ...
Der Roman „Die glücklichste Familie der Welt“ von Anna Brynhildsen soll von einem Wochenendausflug nach Berlin handeln, dabei erzählt er viel mehr als nur das: Mats, seine sechzehnjährige Tochter Evi und ihre zwölf Jahre ältere Cousine Sara reisen nach dem Tod von Mats‘ Mutter nach Berlin, um sich den Stolperstein mit dem Namen ihrer Familie Wolff und das Grab seines Großvaters Max zu besuchen.
Die jüdische Familie ist nicht streng gläubig, jedoch scheint Irmas Tod bei Mats etwas ausgelöst zu haben, was ihn zu seinen Wurzeln zieht.
Irma und ihre Schwester Nina wurden durch einen Kindertransport von Berlin nach Schweden gerettet, ihre Eltern blieben in Deutschland zurück. Der Vater starb eines natürlichen Todes, die Mutter und Großmutter verschwanden in einem Konzentrationslager.
Mats möchte die hinterlassenen Briefe, durch welche Irma mit ihren Eltern noch Kontakt halten konnte, dem Jüdischen Museum in Berlin spenden, was seine Tochter Evi ablehnt, denn sie würde die Briefe ihrer Großmutter lieber behalten.
Bevor es jedoch auf diese gemeinsame Reise geht, die Mats sehr wichtig ist, führt uns Brynhildsen in die gegenwärtige Familiengeschichte ein: Sara trifft sich seit einigen Jahren regelmäßig mit ihrem Onkel Mats in einer Kneipe, wo die beiden sich auf den aktuellen Stand bringen, über Probleme bei der Arbeit und in der Uni sprechen, aber sich auch um Evi sorgen. Immer wieder wird betont, wie „krank“ Evi sei, doch keiner handelt, sondern wartet ab, dass die Zeit die Wunden heilt, was zum Glück auch passiert, bevor es einmal beinahe fast zu spät ist.
Die Beziehung zwischen Sara und Mats ist freundschaftlich, sie gibt Sara viel Halt, welcher ihr in ihrem Leben fehlt, da ihre Eltern sich getrennt hatten als sie zwölf war, was sie immer noch mit sich herumträgt.
Zu Evi hat Sara ein sehr festes Band, sie sind wie Schwestern, jedoch fühlt sich Sara für Evi krankhaft verantwortlich, sie hat Angst um sie, würde sie am liebsten in Watte packen. Sie weiß, was Evi noch nicht weiß: Es gibt einen weiteren Grund für die Reise und warum Mats unbedingt möchte, dass Sara mitkommt und für Evi da ist. Er wird ihr etwas offenbaren, was sie aus der Bahn werfen und sie wieder krank machen könnte.
Evi ihrerseits hat zu ihrem Vater eine Beziehung, von der sie meist genervt ist. Ihr sind nicht die gleichen Dinge wichtig, wie ihm. Manchmal geraten sie deswegen an einander, weil sie sich nicht verstanden oder gehört fühlt.
Für alle drei Figuren aus dem Roman ist das nicht nur eine Reise nach Berlin, sondern in die Vergangenheit. Es ist aber auch ein Denkanstoß und Neuanfang.
Sprachlich und stilistisch unterscheiden sich die zwei ineinander verflochtenen Zeitstränge: Die Geschichte der Familie Wolff aus Pyritz, die in Berlin der 1930er-Jahre weitergeht, lässt sich flüssiger lesen und ist anschaulicher als die aktuellen Erzählungen. Der Zeitstrang während der Reise ist komplizierter und lässt sich auch nicht so flüssig lesen und ich denke, dass dies beabsichtig ist. Die Leser sollen über die Passagen „stolpern“ und über jeden Absatz ausführlich nachdenken.
Meiner Meinung nach ist dieser Roman ein wichtiges Werk zur Aufarbeitung, aber auch eine Hilfestellung zur Haltung gegenüber Vergangenem und transgenerationalen Traumata. Der Titel „Die glücklichste Familie der Welt“ ist zwar trügerisch, aber er gibt Hoffnung und Lichtblicke auf die Zukunft.