Profilbild von Lilli33

Lilli33

Lesejury Star
online

Lilli33 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lilli33 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2026

Mehr „Tell“ als „Show“

Tale of Sun and Night (Tale of Sun and Night 1)
0

Mehr „Tell“ als „Show“

Der Anfang dieses Debüts der jungen deutschen Autorin Magdalena Gammel hat mich richtig begeistert. Man wird gleich mitten in die Handlung geworfen, lernt die Sklavin Lio kennen, ...

Mehr „Tell“ als „Show“

Der Anfang dieses Debüts der jungen deutschen Autorin Magdalena Gammel hat mich richtig begeistert. Man wird gleich mitten in die Handlung geworfen, lernt die Sklavin Lio kennen, die fünf Jahre lang zur Assassinin ausgebildet wurde und nun ihren ersten Auftrag ausführen soll. Lio ist eine mysteriöse Figur, kann sie sich doch an nichts erinnern, was vor ihrer Versklavung liegt. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und fand diesen Charakter echt stark. Ihr rebellischer Geist gefiel mir sehr gut und auch der Sarkasmus, den sie versprüht. Witz und Sarkasmus, vor allem in den verschiedenen Dialogen, gibt es hier viel. Das lässt sich sehr vergnüglich lesen.

Der Anfang war also ziemlich stark, es wurde mir dann aber bald zu viel. Lio macht sich mit einer Gruppe auf eine Reise, und diese zieht sich schier endlos hin. Die einzelnen Orte und Ereignisse, die unterwegs liegen, fühlten sich für mich sehr austauschbar an. Alles wird detailliert beschrieben, aber nur weniges trägt zum Fortgang der Haupthandlung bei. Natürlich gibt es auch die ein oder andere spannende (Kampf-) Szene, aber insgesamt fand ich den Mittelteil doch ziemlich zäh. Ich musste mich immer wieder zum Weiterlesen zwingen.

Gegen Ende passieren dann wieder wesentliche Dinge, und zwar Schlag auf Schlag. Im Showdown wird einiges geklärt, doch am Schluss bleiben die Lesenden mit einem Cliffhanger zurück.

An Fantasie mangelt es Magdalena Gammel auf jeden Fall nicht. Die Welt, in die sie uns führt, ist voller seltsamer Wesen und voller Magie. Dabei hätte ich gerade in Bezug auf die Magie gerne noch weitere Erklärungen gehabt.

Alle Bände der Reihe im Loomlight-Verlag:
1. Tale of Sun and Night
2. Memories of Stars and Dust (Herbst 2026)
3. Echos of Shadow and Light (Frühjahr 2027)

★★★☆☆

Veröffentlicht am 19.01.2026

Tolle Story, weniger tolle Umsetzung

Heir of Illusion
0

Tolle Story, weniger tolle Umsetzung

„Heir of Illusion“ ist der Auftaktband einer Romantasy-Story von Madeline Taylor. Es erschien im November 2025 bei dtv als Hardcover mit sehr schön gestaltetem Schutzumschlag ...

Tolle Story, weniger tolle Umsetzung

„Heir of Illusion“ ist der Auftaktband einer Romantasy-Story von Madeline Taylor. Es erschien im November 2025 bei dtv als Hardcover mit sehr schön gestaltetem Schutzumschlag und noch schönerem Einband darunter. Auch ein toller Farbschnitt ziert die Erstauflage, und eine Charakterkarte ist auch enthalten.

Die Handlung um Götter, deren Erben, einen grausamen König und Magie ist vielversprechend und eigentlich genau mein Ding. Doch die Autorin konnte mich zunächst leider nicht abholen. Zwar habe ich mich ganz schnell für die Protagonistin Ivy erwärmen können und mit ihr mitgefiebert, aber viele ihrer Handlungsweisen konnte ich nicht nachvollziehen. Da war mir ihr Charakter einfach zu wechselhaft. Mal tough und stark, dann wieder weinerlich, mitfühlend, unterwürfig oder egoistisch. Zu vieles hat für mich einfach nicht gepasst.

Auch bei der Entwicklung der Handlung gab es für mich Lücken. Dilemmas, von denen ich mir viel Spannung und Aha-Effekte erhoffte, lösen sich einfach in Luft auf. Und wenn ich so zurückdenke, ist nicht wirklich viel passiert. Die Handlung könnte man grob in ein paar Sätzen zusammenfassen. Aber man merkt, dass Madeline Taylor es liebt zu erzählen. Dabei wiederholt sie sich öfters und beschreibt außerdem viele Details, die für den Fortgang der Story keine Bedeutung haben. Emotionen konnte sie damit bei mir kaum erzeugen - es ist mehr „Tell“ als „Show“.

Die erste Hälfte empfand ich als recht langatmig und vorhersehbar. Doch dann dreht die Story auf. Eine Wendung jagt die andere, nichts ist mehr, wie es scheint, und alles wird auf den Kopf gestellt. Und bevor man sich wieder einigermaßen sortiert hat, ist das Buch zu Ende: ein bösartiger Cliffhanger!

Da Madeline Taylor mich erst kurz vor Ende so richtig packen konnte und mich mit dem Cliffhanger dann doch wieder verstimmt hat, weiß ich noch nicht, ob ich Ivys Geschichte weiter verfolgen werde, obwohl es jetzt gerade so richtig spannend wird.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 09.01.2026

Eine unglaublich naive Protagonistin

The Woman in Suite 11
0

Eine unglaublich naive Protagonistin

„The Woman in Suite 11“ ist der 2. Band mit der britischen Reisejournalistin Laura (Lo) Blacklock. Es wird immer wieder auf die Ereignisse und Personen aus Band 1, ...

Eine unglaublich naive Protagonistin

„The Woman in Suite 11“ ist der 2. Band mit der britischen Reisejournalistin Laura (Lo) Blacklock. Es wird immer wieder auf die Ereignisse und Personen aus Band 1, „The Woman in Cabin 10“, angespielt, sodass es von Vorteil ist, diesen zu kennen. Andererseits ist es ganz gut, wenn man nicht - wie ich - die Bücher direkt hintereinander liest, da Ruth Ware zur Auffrischung des Gedächtnisses doch sehr viel wiederholt, was für mich dann langweilig war.

Vieles ist vorhersehbar, einiges aber auch überraschend. Es gibt einige spannende Szenen, aber auch viel Gejammer von Lauras Seite. Und die Protagonistin benimmt sich unerträglich naiv. Das ist schon unglaubwürdig nach allem, was sie bereits erlebt hat. Ich konnte viele Handlungsweisen nicht wirklich nachvollziehen. Einmal beklagt sie sich, dass ihre Lügen ihr zum Verhängnis werden, dann ist es wieder ihre permanente Ehrlichkeit. Ja, was denn nun?

Der Schreibstil ist gut, das Buch lässt sich flüssig lesen und kann über weite Strecken auch gut unterhalten. Von einem Highlight ist es aber weit entfernt, zu sehr wirkt es wie ein Abklatsch des ersten Teils, auch wenn es in einem ganz anderen Umfeld spielt.

Das Buch erschien im Dezember 2025 bei dtv. Es wurde von Susanne Goga-Klinkenberg ins Deutsche übersetzt.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 21.12.2025

Viel verschenktes Potential

Eisnebel
0

Viel verschenktes Potential

Inhalt:
Theodora reist mit ihrem Verlobten Connor nach Idlewood, der Winterlodge der reichen Familie Dalton, wo Connor sie seiner Familie vorstellen möchte. Doch von etlichen ...

Viel verschenktes Potential

Inhalt:
Theodora reist mit ihrem Verlobten Connor nach Idlewood, der Winterlodge der reichen Familie Dalton, wo Connor sie seiner Familie vorstellen möchte. Doch von etlichen Familienmitgliedern wird Theo abgelehnt. Zudem bekommt sie anonyme Nachrichten, die sie von Idlewood verscheuchen sollen. Was dahintersteckt, erkennt Theo, als nach und nach Erinnerungen an ihre früheste Kindheit hochkommen. Doch da ist es schon fast zu spät. Als sie Idlewood Hals über Kopf verlassen will, ist die Lodge hoch oben auf dem Berg eingeschneit, und Mobilfunkempfang gibt es natürlich auch nicht …

Meine Meinung:
Der Klappentext verspricht einen atemberaubend spannenden Thriller. Die dabei verwendeten Beschreibungen und Zitate sind die Rosinen aus diesem Buch, die aus einem ansonsten eher mittelmäßigen Brei herausgefischt wurden.

Die Handlung kommt relativ langsam in Fahrt; Spannung sucht man anfangs vergeblich. Dann wird die Stimmung zunächst bedrückend. Es wird klar, dass nicht nur die Daltons, sondern auch Theo eine unrühmliche Vergangenheit haben. In dem Moment, wo beide sich berühren, kommt dann langsam ein wenig Spannung auf.

Es gelingt Kate Alice Marshall, die eisige Atmosphäre (sowohl was das Wetter als auch die Familie Dalton angeht) super darzustellen und mich so an die Geschichte zu fesseln. aber zu viele Wiederholungen von bereits Erzähltem lassen dann mein Interesse ganz schnell wieder abflauen.

Erst das letzte Drittel kann mich dann richtig abholen. Es wird gefährlich und die Ereignisse überschlagen sich. Ein Plot-Twist jagt den anderen, sodass man kaum hinterherkommt. Das hat mir gut gefallen. Wer hier nun wen, warum und wie … konnte ich beim besten Willen nicht vorhersehen. So wurde ich dann doch einige Male überrascht von jeder neuen Wendung.

Ich habe mir diesen „Thriller“ von Heike Warmuth als ungekürztes Hörbuch in 10 Stunden 9 Minuten vorlesen lassen. Die Sprecherin macht ihre Sache sehr gut, liest mit angenehmer Stimme deutlich und verleiht den verschiedenen Personen ihren Charakter. Das Buch erschien im November 2025 bei Osterwoldaudio. Die Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch stammt von Birgit Schmitz.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 21.11.2025

Hat mich sehr enttäuscht

Knochenkälte
0

Hat mich sehr enttäuscht

„Knochenkälte“ ist Band 7 der Reihe um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter, kann aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Eher würde ich allerdings zu den ersten ...

Hat mich sehr enttäuscht

„Knochenkälte“ ist Band 7 der Reihe um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter, kann aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Eher würde ich allerdings zu den ersten Bänden der Reihe raten, die ich wirklich geliebt habe, da ich vor allem die forensischen Aspekte sehr interessant finde, die im aktuellen Band doch etwas zu kurz kommen.

Hunter verschlägt es dieses Mal in das Dorf Edendale in den Cumbrian Mountains, wo er nur landet, weil er sich granatenmäßig verfahren hat. Natürlich wird das Dorf dann von der Umwelt abgeschnitten und es werden diverse Leichen entdeckt. Leider kein allzu neues Setting, sondern eins, das ich schon zig Mal gelesen habe, und zwar weit besser ausgeführt. Der Autor beweist hier eine enorme Vorstellungskraft und erzählt eine dermaßen unwahrscheinliche (aber doch mögliche) Geschichte. Ich halte einen Sechser im Lotto für wahrscheinlicher als diese enorme Anhäufung von Zufällen.

Auch mit den Figuren konnte Simon Beckett mich nicht überzeugen. Hunter selbst strauchelt ohne Plan durch die Handlung, seine forensischen Kenntnisse sind kaum gefragt. Auch die übrigen Personen brachten mich nicht zum Mitfiebern, weil sie einfach zu unsympathisch und plakativ gezeichnet sind.

Warum vergebe ich dann doch noch 3 Sterne? Ganz einfach: Simon Beckett hat eigentlich fast alles richtig gemacht. Der Schreibstil ist gut lesbar, mir sind keine Logikfehler aufgefallen, die Geschichte ist leidlich spannend und am Schluss sind alle Fragen geklärt. Nur mir persönlich hat es halt inhaltlich nicht gefallen.

Empfehlen mag ich dieses Werk daher nicht. Wie ich mich kenne, werde ich einem nächsten Band aber trotzdem noch mal eine Chance geben. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Die Reihe:
1. Die Chemie des Todes
2. Kalte Asche
3. Leichenblässe
4. Verwesung
5. Totenfang
6. Die ewigen Toten
7. Knochenkälte

★★★☆☆