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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2026

Tod in den Fluten

Warum sie sterben musste
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Vor Jahren ist eine junge Frau unter grausamen Umständen bei einer Sturmflut ums Leben gekommen. Jahre später - es ist wieder Sturmflut - wird die Leiche eines Mannes gefunden, der scheinbar ähnlich sterben ...

Vor Jahren ist eine junge Frau unter grausamen Umständen bei einer Sturmflut ums Leben gekommen. Jahre später - es ist wieder Sturmflut - wird die Leiche eines Mannes gefunden, der scheinbar ähnlich sterben musste. Hängen die beiden Todesfälle zusammen und was geht auf einem bekannten Pferde- und Gutshof vor sich? Der ehemalige Rechtsmediziner und jetzige Ermittler des BKA Kiel Ivo Beddenbrook und seine frisch aus Berlin nach Norddeutschland versetzte unkonventionelle Kollegin Cinzia Rix nehmen die Ermittlungen auf.

Dieser Psychokrimi hat mich bis zum Ende hin kaum Luft holen lassen, so überschlagen sich ständig die Ereignisse. Wer ist Freund, wer ist Feind, kann man seinen Bekannten oder auch Kollegen überhaupt noch trauen? Die Geschichte hat hier von Beginn an ein mehr als flottes Tempo aufgenommen, bei der man sich, auch wegen der eingestreuten Zeitenwechsel, doch gut konzentrieren muss. Kleine Ausflüge in das doch sehr interessante Privatleben der Ermittler lassen einen zumindest kurzfristig zu Atem kommen, um dann in einem fulminanten Finale noch mal alles herauszuholen. Vielleicht war hier ein kleines bisschen zu viel gewollt, die Story hat mich aber so mitgerissen und mit dem Ende hatte ich in dieser Heftigkeit nun überhaupt nicht gerechnet, dass ich hier auf jeden Fall die volle Punktzahl für einen mehr als gelungen und atemberaubendenThriller vergebe. Die Vorfreude auf den Folgeband ist groß!

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Typisch südländischer Krimi

Die Tote von Nazaré
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Die deutsche Kommissarin Maren Berger wurde daheim bei einem Banküberfall angeschossen und ist nun schwer traumatisiert; an die Vorgänge, vor allem ihre dienstlichen Ermittlungen, die sich umittelbar vor ...

Die deutsche Kommissarin Maren Berger wurde daheim bei einem Banküberfall angeschossen und ist nun schwer traumatisiert; an die Vorgänge, vor allem ihre dienstlichen Ermittlungen, die sich umittelbar vor dem Überfall abgespielt haben, kann sie sich nicht mehr erinnern. Um etwas Abstand zu gewinnen, reist sie ins portugiesische Nazaré, wird dort aber nach ihrer Ankunft direkt mit einer weiblichen Leiche konfrontiert. Kaum hat sie den Leichenfund bei der örtlichen Polizei angezeigt, ist diese auch schon wieder verschwunden. Marens Ermittlerherz ist wieder geweckt, zusammen mit dem einheimischen Inspetor Ferreira begibt sie sich auf Spurensuche.
Diesen spannenden Krimi habe ich sehr gerne gelesen. Gerade das Zusammenspiel zwischen der deutschen Kommissarin und dem südländischen Ermittler hat mir hier sehr gut gefallen, lernt man doch die gegensätzlichen Charaktere mit ihren landestypischen Eigenschaften so gut kennen. Es handelt sich hier wieder um einen typisch südländischen Krimi, bei dem nicht nur der Kriminalfall sondern auch Umgebung, Land und Leute, Essen und Trinken mit im Vordergrund stehen und dem Ganzen eine gewisse Leichtigkeit geben. Dennoch ist hier der Fall auch wirklich spannend, eine Empfehlung für Liebhaber dieses Krimigenres!

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Eine ganz normale Familie...

Alle glücklich
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Im Leben der Familie Holtstein ist eigentlich alles ganz normal: Vater Alexander Arzt im Krankenhaus, riskiert gerne mal einen Blick auf hübsche Kolleginnen, aber mehr auch nicht. Mutter Nina arbeitet ...

Im Leben der Familie Holtstein ist eigentlich alles ganz normal: Vater Alexander Arzt im Krankenhaus, riskiert gerne mal einen Blick auf hübsche Kolleginnen, aber mehr auch nicht. Mutter Nina arbeitet als Arzthelferin und hat einen Zweitjob, den sie vor ihrem Mann verschweigt. Tochter Emilia ist zum ersten mal verliebt, glücklich oder unglücklich, das weiss man nicht so recht. Und Sohn Ben, Student, sitzt den ganzen Tag an der Spielekonsole, Freund oder Freundin Mangelware. Alles soweit ein ganz normales Familienleben, oder?
Wem das zu langweilig erscheint, sollte das Buch auf jeden Fall zu Ende lesen, neben einer wirklich gekonnten Familienstudie wird man am Ende noch mehr als überrascht. Das ist überhaupt die grosse Leistung dieses Romans, alles ganz alltäglich herüberkommen zu lassen, man fühlt sich als Leser mittendrin im Geschehen und hat die ein oder andere Situation so oder so ähnlich vielleicht selbst schon erlebt. Als Frau steht einem die Mutter Nina vielleicht am nächsten, aber schließlich konnte ich für alle Figuren Verständnis aufbringen. Eine wirklich toll und flott zu lesende Geschichte, gerade wegen ihrer Normalität, oder doch wieder nicht? Von mir auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Frauenpower in einem kleinen Eifelort

Morgensonnenglück
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In einem kleinen Eifelort betrieben Maria und Milton einen Gutshof, den sie nun aufgrund ihres Alters den drei Enkelinnen überschreiben wollen. Ein schwieriges Unterfangen, sind die beiden Zwillingsmädchen ...

In einem kleinen Eifelort betrieben Maria und Milton einen Gutshof, den sie nun aufgrund ihres Alters den drei Enkelinnen überschreiben wollen. Ein schwieriges Unterfangen, sind die beiden Zwillingsmädchen Holly und Ivy doch bei den Großeltern aufgewachsen, haben ihre in den USA lebende Mutter lange nicht und die jüngere Schwester Lilly noch nie gesehen. Im Rahmen der Übergabegespräche kommen immer weitere Fakten aus der familären Vergangenheit auf den Tisch, die den Familienfrieden mehr als nur gefährden.

Insgesamt handelt es sich trotz der angesprochenen Problematiken um einen wunderbaren Wohfühlroman mit viel Tiefgang, aber auch so eingen wunderschönen zwischenmenschlichen Szenen. Die Autorin hat hier einen tollen flüssigen und bildhaften Sprachstil verwendet, der mich den einzelnen Charakteren, ob sympathisch oder auch weniger nett, sehr nahegebracht hat. Auch die Landschaft in der Eifel und die Umgebung rund um den Gutshof wurde so toll beschrieben, dass man alles direkt vor Augen hatte.

Viel zu schnell war diese mitreissende und unterhaltsame Geschichte zu Ende gelesen, einiges lässt jedoch auf eine Fortsetzung hoffen. Von mir gerne eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Intensive Geschichte

Wo das Schweigen wohnt
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Der Selbstmord ihrer Mutter Margret führt Alma zu deren Haus in den Schwarzwald zurück, um dort die Angelegenheiten zu regeln, als plötzlich ein fremder Mann erscheint, der vorgibt, Almas Halbbruder Bernd ...

Der Selbstmord ihrer Mutter Margret führt Alma zu deren Haus in den Schwarzwald zurück, um dort die Angelegenheiten zu regeln, als plötzlich ein fremder Mann erscheint, der vorgibt, Almas Halbbruder Bernd zu sein. Muss die Familiengeschichte neu geschrieben werden? Eins direkt vorweg: ja, dass muss sie!

In beständigen Zeit- und Perpektivwechseln erfahren wir die Geschichte Margrets, die als junges Mädchen auf der Flucht die ganzen Grausamkeiten des zweiten Weltkriegs erleben musste. Auch die Nachfolgegeneration, Alma und Bernd, die sich nie kennengelernt haben, hatten ihr ganz eigenes schwieriges Leben zu bewältigen.

Mit sprachlich ausgefeilter Prägnanz, ungeschönt und doch wieder sowohl mitreißend als auch einfühlsam, erzählt uns die Autorin die Geschichte verschiedener Menschen, die stark von ihrer Vergangenheit geprägt wurden und auf ihrem Lebensweg so manches ertragen mussten, manche Fehler gemacht haben, es oft gut meinten, falsch agierten und doch nicht aus ihrer Haut herauskonnten. Am Ende ist es die Mutter Margret, die durch ihren wohl vorbereiteten und inszenierten Tod die Fäden wieder zusammenzieht und versucht, auch posthum die Familie zu einen. Auch der dritten Generation kommt hier eine nicht unwesentliche Rolle zu, insgesamt ist hier noch interessanter Stoff für einen bereits geplante Folgeroman vorhanden.

Auch wenn manche Szenen oft recht schwer zu ertragen waren, hat mich dieser Roman total positiv überrascht und fasziniert. Ein ungewöhnliches Werk, für das ich meine absolute Leseempfehlung aussprechen kann!

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