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JohannaMaus

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2026

„Du musst gar nichts“ – eine wohltuende Absage an den Optimierungsdruck.

Du musst gar nichts
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In „Du musst gar nichts” Für alle, die nicht mehr mitmachen wollen, setzt Martin Brunner einen klaren Kontrapunkt zur allgegenwärtigen Kultur der Selbstoptimierung. Anstelle neuer Routinen, Checklisten ...

In „Du musst gar nichts” Für alle, die nicht mehr mitmachen wollen, setzt Martin Brunner einen klaren Kontrapunkt zur allgegenwärtigen Kultur der Selbstoptimierung. Anstelle neuer Routinen, Checklisten oder Versprechen eines „besseren Ichs“ bietet das Buch vor allem eines: Entlastung.

Das Buch ist mit etwas über 100 Seiten angenehm kurz und bewusst schlicht gehalten. In 54 knappen Kapiteln finden sich auf der linken Seite klare Aussagen wie „Ich muss nicht jeden mögen“, „Ich muss nicht performen, nur weil ich kann“ oder „Ich darf Zeit verschwenden“. Auf der rechten Seite folgen kurze Impulstexte, die diese Gedanken weiterführen. Es handelt sich dabei weder um einen klassischen Ratgeber noch um ein wissenschaftlich fundiertes Sachbuch, sondern vielmehr um Denkanstöße, die zum Innehalten einladen.

Gerade für Leser:innen, die sich selbst irgendwo zwischen Selbstoptimierung und Erschöpfung wiederfinden, kann das Buch eine Herausforderung sein. Manche Texte lösen einen inneren Widerstand aus, ein automatisches „Nein, so einfach ist das nicht“. Genau darin liegt jedoch die Stärke des Buches: Es zwingt nicht zur Zustimmung, sondern legt offen, wie sehr viele vermeintliche Lebensregeln inzwischen Teil einer Industrie geworden sind – oft mehr Schein als Sein.

Am Ende bleibt eine klare, fast befreiende Botschaft hängen: Ich muss gar nichts. Und genau diese Botschaft macht das Buch lesenswert. Ohne erhobenen Zeigefinger oder Zynismus vermittelt es die Erlaubnis, sich dem ständigen Müssen zumindest für einen Moment zu entziehen.

Veröffentlicht am 03.02.2026

Ein Mäusekrimi zum Miträtseln und Lachen

Meisterdetektiv Mausebart – Wo ist Gustav Giftzahn? Ein Mäusekrimi (Band 1)
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Mit „Meisterdetektiv Mausebart – Wo ist Gustav Giftzahn?” ist Charley Rabbit ein rundum gelungener Auftakt für junge Krimifans ab etwa acht Jahren gelungen. Kaum ist der weltberühmte Mäusedetektiv in Bath ...

Mit „Meisterdetektiv Mausebart – Wo ist Gustav Giftzahn?” ist Charley Rabbit ein rundum gelungener Auftakt für junge Krimifans ab etwa acht Jahren gelungen. Kaum ist der weltberühmte Mäusedetektiv in Bath angekommen, steht er auch schon vor einem rätselhaften Fall: Der beliebte Restaurantbesitzer Gustav Giftzahn ist verschwunden – und die Ermittlungen laufen alles andere als glatt.

Die Geschichte überzeugt durch eine gelungene Mischung aus Spannung, Humor und Kreativität. Der Fall lädt zum Miträtseln ein, bleibt dabei stets kindgerecht und wird durch überraschende Wendungen lebendig gehalten. Besonders schön ist das Zusammenspiel zwischen dem etwas steifen und stolzen Mausebart und seinem mutigen Gehilfen Mopsi, der frischen Schwung in die Ermittlungen bringt.

Ein echtes Highlight ist zudem die Gestaltung des Buches: Das auffällige Cover mit Ausstanzung weckt sofort die Neugier, und auch im Inneren gibt es auf jeder Seite etwas zu entdecken. Comicsequenzen, unterschiedliche Schriftbilder, lautmalerische Wörter und ausdrucksstarke Illustrationen sorgen für viel Abwechslung und sprechen auch lesemüde Kinder an. Der Text tritt dabei nie zu sehr in den Hintergrund, sondern fügt sich harmonisch in das Gesamtbild ein – das Buch ist somit ideal sowohl zum Selberlesen als auch zum Vorlesen.

Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz: Wortspiele, schräge Situationen und kindlicher Spaß treffen genau den Geschmack der Zielgruppe. Gleichzeitig bleibt die Geschichte spannend genug, um bis zum Schluss dranzubleiben.

Fazit: Ein kriminell witziger, liebevoll gestalteter Kinderkrimi mit hohem Unterhaltungswert und großem Wiederlese- bzw. Vorlesespaß. Ein klarer 5-Sterne-Titel und eine eindeutige Leseempfehlung – wir freuen uns auf Band 2! 🧀🐭📖

Veröffentlicht am 29.01.2026

Wenn die Vergangenheit nicht schweigt

Jenseits der Erinnerung
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Jenseits der Erinnerung ist ein leiser, atmosphärisch dichter Kriminalroman, der weniger auf Action als auf innere Spannung, psychologische Tiefe und die Macht verdrängter Vergangenheit setzt. Im Mittelpunkt ...

Jenseits der Erinnerung ist ein leiser, atmosphärisch dichter Kriminalroman, der weniger auf Action als auf innere Spannung, psychologische Tiefe und die Macht verdrängter Vergangenheit setzt. Im Mittelpunkt steht Richard, ein Tischler, dessen Leben zunächst geordnet und unspektakulär wirkt. Der Tod seines Onkels Alwin und ein rätselhafter Brief, den Richard in einem alten Schreibtisch findet, bringen dieses fragile Gleichgewicht jedoch ins Wanken. Es folgt keine klassische Ermittlergeschichte, sondern eine zunehmend beklemmende Auseinandersetzung mit Familiengeheimnissen, Schuld und Erinnerung.

Während Richard in der Vergangenheit seiner Familie forscht, verschwimmen die Grenzen zwischen Gegenwart, Erinnerung und Vision. Träume, innere Bilder und reale Nachforschungen greifen ineinander und lassen die Lesenden immer wieder zweifeln, was Wirklichkeit ist und was aus Richards innerem Aufruhr entsteht. Gerade diese Unsicherheit macht einen großen Reiz des Romans aus. Vieles wird angedeutet, nicht alles erklärt, manches bleibt bewusst offen.

Besonders gelungen ist die psychologische Zeichnung der Hauptfigur. Richard ist kein lauter Held, sondern ein stiller, verschlossener Mensch, der die Welt stark über Materialien und handwerkliche Prozesse wahrnimmt. Die Holzarten, die als Kapitelüberschriften dienen, sind dabei mehr als ein formales Mittel: Sie spiegeln Stimmungen, Belastungen und innere Zustände wider und verankern die Geschichte fest in Richards Beruf und Wahrnehmung. Auch das Cover mit dem bearbeiteten Holz und den Blutspritzern greift diese Symbolik stimmig auf.

Neben dem Kriminalfall spielt die Beziehung zu seiner Frau Sonja eine zentrale Rolle. Durch Richards zunehmende Verschlossenheit und seinen inneren Rückzug entsteht eine Kluft, die ebenso schmerzhaft ist wie die aufgedeckten Familiengeheimnisse. Dadurch erhält die Geschichte eine emotionale Tiefe, die den Krimi menschlich und greifbar macht.

Der Autor schreibt in einer ruhigen, präzisen und feinfühligen Sprache. Die Handlung entwickelt sich langsam, aber konsequent und verlangt stellenweise Aufmerksamkeit und Mitdenken. Wer einen schnellen, actionreichen Krimi erwartet, wird hier nicht fündig. Wer sich jedoch auf das ruhige Tempo und die dichte Atmosphäre einlässt, wird mit einer intensiven, nachwirkenden Lektüre belohnt.

„Jenseits der Erinnerung“ ist ein stiller, kluger Kriminalroman über Schuld, Wahrheit und die Frage, wie sehr die Vergangenheit unser Leben bestimmt. Ein Buch, das nicht laut ist, aber lange im Gedächtnis bleibt.

Veröffentlicht am 25.01.2026

Ein schonungsloser historischer Roman mit Tiefgang.

TINTE und SCHWERT
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„Tinte und Schwert – Verwandlung“ überzeugt durch eine schonungslose Darstellung des Dreißigjährigen Krieges. Die historischen Ereignisse werden nicht romantisiert, sondern in ihrer ganzen Brutalität, ...

„Tinte und Schwert – Verwandlung“ überzeugt durch eine schonungslose Darstellung des Dreißigjährigen Krieges. Die historischen Ereignisse werden nicht romantisiert, sondern in ihrer ganzen Brutalität, Hoffnungslosigkeit und moralischen Grauzone gezeigt. Viele Szenen wirken beim Lesen erschreckend real: roh, grausam und zugleich zutiefst menschlich.

Besonders beeindruckt hat mich die Entwicklung von Jacob Wolffen. Sein innerer Konflikt zwischen Glauben, Schuld und Rachedurst ist glaubwürdig und intensiv ausgearbeitet. Die Frage, wie weit ein Mensch gehen darf, wenn ihm alles genommen wurde, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und regt zum Nachdenken an. Auch Anna ist eine starke Figur, die zeigt, dass Klugheit, Wissen und Mitgefühl im Krieg ebenso mächtig sein können wie das Schwert.

Der Schreibstil ist bildhaft, flüssig und sehr atmosphärisch, ohne belehrend zu wirken. Die gründliche Recherche ist deutlich spürbar, und die historischen Hintergründe fügen sich organisch in die Handlung ein. Zwar schreckt der Roman nicht vor Gewalt zurück, doch gerade das unterstreicht seine Authentizität.

Ein eindrucksvoller, gut recherchierter historischer Roman mit Tiefgang und Spannung, der Lust auf die Fortsetzung macht. Für Fans anspruchsvoller Historienliteratur definitiv eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 30.12.2025

Wenn Denken tödlich wird – eine Dystopie, die unter die Haut geht.

Dogma der Wahrheit
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Mit „Dogma der Wahrheit” legt E.X. Behemoff einen intensiven dystopischen Sci-Fi-Thriller vor, der weniger auf schnelle Effekte, sondern auf Tiefe, Atmosphäre und unbequeme Fragen setzt. Der Roman ist ...

Mit „Dogma der Wahrheit” legt E.X. Behemoff einen intensiven dystopischen Sci-Fi-Thriller vor, der weniger auf schnelle Effekte, sondern auf Tiefe, Atmosphäre und unbequeme Fragen setzt. Der Roman ist der Auftakt der Honeypot-Protokoll-Reihe, in sich abgeschlossen, aber mit spürbarem Sog zur Fortsetzung.

Die Welt, in die man als Leser eintaucht, ist gnadenlos: Gedanken sind kein privater Raum mehr, Wahrheit ist staatlich definiert und Abweichung wird öffentlich bestraft. Das sogenannte Grid wirkt wie ein digitaler Käfig, in dem Kontrolle, Ablenkung und Gewalt zur Unterhaltung werden. Diese Zukunft fühlt sich nicht fern oder überzeichnet an, sondern beunruhigend nah an unserer Realität.

Im Mittelpunkt steht Hagen, der sich an eine andere Zeit erinnert, aber lange wegschaut, bis Verlust und Schuld ihn zwingen, Haltung zu zeigen. Seine Suche nach dem sagenumwobenen Root Chip treibt die Handlung voran und verwandelt seinen inneren Konflikt in eine tödliche Jagd. Dabei bleibt die Geschichte stets mehr als reine Action: Sie lebt von moralischen Grauzonen, psychologischem Druck und der Frage, wie viel Anpassung ein Mensch erträgt, bevor er sich selbst verliert.

Der Schreibstil ist fordernd, aber lohnend. Das Setting entfaltet sich schrittweise, Details gewinnen im Verlauf an Bedeutung und verlangen Aufmerksamkeit. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer dichten Cyberpunk-Atmosphäre, vielschichtigen Charakteren und starken Bildern belohnt. Besonders gelungen ist, dass trotz aller Brutalität immer wieder Menschlichkeit aufscheint – in Erinnerungen, Beziehungen und kleinen Momenten des Widerstands.

„Dogma der Wahrheit” ist kein Thriller für zwischendurch, sondern ein Roman, der nachhallt. Er stellt unbequeme Fragen zu Wahrheit, Freiheit, Überwachung und Identität und lässt einen damit nicht sofort wieder los. Eine klare Empfehlung für Leserinnen und Leser, die dystopische Stoffe mit Tiefgang schätzen und bereit sind, die eigene Vorstellung von Wahrheit zu hinterfragen.

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