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Die neu aufgelegte Reihe von Cornelia Funke erscheint als Hardcover mit Schwarz-Weiß-Illustrationen, nur am Ende sind als Sonderdruck 8 bunt illustrierte Farbseiten eingefügt. ...
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Die neu aufgelegte Reihe von Cornelia Funke erscheint als Hardcover mit Schwarz-Weiß-Illustrationen, nur am Ende sind als Sonderdruck 8 bunt illustrierte Farbseiten eingefügt.
Ich habe mir als Vergleich die ältere Ausgabe ausgeliehen und muss sagen, das ursprüngliche Layout gefiel mir besser. Die Zeichnungen waren ALLE in bunt und etwas humorvoller und weniger gruselig. Die neuen Bilder sind okay, erinnerten mich aber teilweise an die alte Ghostbuster-Zeichentrickserie und sind etwas gruseliger gestaltet. Aber das ist eben Geschmackssache. Für mich bietet die Neuauflage keinen wirklichen Mehrwert.
Inhalt:
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Tom ist etwas unbeholfen, hat seine "Stolper-Stoß-nichts-klappt-Tage" und wird von seiner größeren Schwester daher oft "Tompatsch" genannt. Außerdem hat er Angst im Dunkeln, vor allem im Keller! Als seine Mutter ihn dorthin schickt, um etwas zu holen, begegnet ihm auf einmal ein Gespenst!
Doch niemand glaubt ihm außer seiner Oma und die kennt auch schon jemand, der ihm helfen kann: Ihre Freundin und Gespensterjägerin Hedwig Kümmelsaft! Beim Versuch, den unliebsamen Kellerbewohner zu vertreiben, stellt sich jedoch heraus, dass er selbst vertrieben wurde und sie ein noch viel größeres Gespenst besiegen müssen, bevor wieder Friede in Toms Keller einziehen kann.
Mein Eindruck:
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Ich kannte die Autorin bisher nur von der Tintenwelt-Reihe. "Die Gespensterjäger"-Reihe ist für Kinder ab 8 Jahren konzipiert. Sie eignet sich aufgrund der Länge der Sätze und Kapitel sowie durch die Begleitung mit Illustrationen auch gut für diese Zielgruppe.
Tom ist sehr sympathisch und bietet durch seine Missgeschicke und mit seiner Angst vor der Dunkelheit jede Menge Identifikationsmöglichkeiten für die junge Leserschaft. Die Geschichte ist stellenweise schon recht gruselig, doch bevor es zu schlimm wird, fällt ein witziger Satz oder es passiert etwas Lustiges. Durch diese Mischung aus Grusel und Humor wird die Erzählung spannend, aber driftet nie in eine schlechte Stimmung ab. Hier hat Frau Funke das perfekte Maß gefunden.
Am Ende zählt natürlich auch, dass Tom seine Ängste überwindet und die nervige Schwester auch einen kleinen Denkzettel verpasst bekommt. Das Buch ist ein großer (Vor-)Lesespaß für Kinder, aber auch für Erwachsene, der am Schluss durch das "Verzeichnis der Gespensterjäger-Abkürzungen" perfekt abgerundet wird. Ich bin auf die weiteren drei Bände gespannt!
Fazit:
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Gelungener Auftakt einer Gruselreihe für Kinder ab 8 Jahren mit Humor, deren neue Illustrationen für mich jedoch keinen Mehrwert bieten.
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Bereits am Titelbild erkennt man, dass der Roman nicht eindeutig eingeordnet werden kann: Auf der einen Seite sieht es romantisch und sehnsuchtsvoll aus mit dem Leuchtturm im ...
Gestaltung:
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Bereits am Titelbild erkennt man, dass der Roman nicht eindeutig eingeordnet werden kann: Auf der einen Seite sieht es romantisch und sehnsuchtsvoll aus mit dem Leuchtturm im rosaroten Sonnenuntergang, auf der anderen Seite ist es auch etwas lustig-verrückt und fantasiereich, wenn man den Papageientaucher mit der Filmrolle im Schnabel sieht. Definitiv macht dieses Cover neugierig. Mit dem Schutzumschlag ist das Hardcover sehr hochwertig gestaltet, wobei ein Lesebändchen das positive Gesamtbild abgerundet hätte.
Inhalt:
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Buenos Aires 1910: Fabiola kommt als Säugling in ein Kloster, nachdem ihre Mutter bei der Geburt verstorben ist und ihr Vater sich mit der Verantwortung für ein Neugeborenes überfordert fühlt. Sie ist wunderschön und entwickelt ein Faible fürs Tango-Tanzen und für Schuhe. Mit 17 Jahren wird sie auf der Tanzfläche geschwängert und so kommt ihre Tochter Carmelita auf die Welt. "Lita", wie sie von allen genannt wird, sehnt sich nach einer fürsorglichen Mutter. Doch das kann Fabiola ihr nicht bieten, denn sie ist freiheitsliebend und chaotisch und zieht die Männer an wie Motten das Licht. Diese Eigenschaften führen dazu, dass Lita mit ihrer Mutter Buenos Aires verlassen muss und schließlich auf einer Insel zwischen Nova Scotia und Neufundland namens "Upper Puffin Island" (Puffin= Papageientaucher) stranden. Hier findet Lita in der gehörlosen Oona eine gleichaltrige Freundin, wird erwachsen und erfährt die erste Liebe. Und sie begegnet Mr. Saito und seinem Wanderkino, wodurch ihr Leben in neuen, ungeahnten Bahnen verläuft.
Mein Eindruck:
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"Fabiola zog ihre Himbeerschuhe aus und stellte sie behutsam beiseite. Dann flogen ihre Strümpfe ab, und wir legten uns unter den höchsten Himmel der Welt und ließen die Sonne auf unseren nackten Beinen spielen. Meine Mutter zündete sich eine Zigarette an, als wir dem neuen Rauschen der Wellen lauschten. Sechs mittlere und dann die siebte Welle mit ihrem gewaltigen Tosen. Immer sieben, wie im Märchen. Währenddessen summte sie Valencia, Valencia ... Es wird schon alles gut gehen." (S. 83f.)
Entlang der genannten sieben Wellen ist auch der Roman eingeteilt, wobei die ersten fünf nach Zeitabschnitten unterteilt sind, angefangen von 1910 bis hin zum Jahre 1949. Die letzten "Wellen" beschäftigen sich dagegen mit Carmelitas Gegenwart bzw. ihrem weiteren Lebensverlauf.
Die Geschichte ist aus Litas Sicht geschrieben und ihre kindliche, aber auch poetische Sicht auf die Welt verleiht der Erzählung ihren besonderen Charme. Der erste Satz "Ich wurde 1927 auf einer Tanzfläche in Buenos Aires gezeugt ..." weckt bereits die Neugier und besonders das Tänzerische von Fabiola wird Litas Kindheit einen besonderen Stempel aufdrücken. Ich mochte Lita sehr, manchmal hat mich ihre scharfe Beobachtungsgabe gepaart mit einer naiven Ausdrucksweise schmunzeln lassen. Einige ihrer Bilder fand ich jedoch auch sehr treffend formuliert, wie z. B. das der Schnittmenge:
"Zwei Kreise waren da eingezeichnet, die sich großflächig überlappten. Was ist die gemeinsame Schnittmenge?
Ich war zwar nicht in der Lage, den Prozentsatz auszurechnen, freute mich aber so sehr über die gemeinsame Schnittmenge, dass ich gar nicht genug davon bekommen konnte. Je größer das Stück war, das die beiden Kreise miteinander teilten, desto schöner fühlte es sich an.
Leider wusste ich auch, dass das bei Weitem nicht auf alle Menschen zutraf. Bei vielen Menschen glich das Bedürfnis nach Gemeinsamkeit nur einer dünnen Mondsichel. An der Stelle kommen Menschen wie ich ins Spiel. Wir dürsten nach einer gemeinsamen Schnittmenge, die weit über das zulässige Maß hinausgeht. Mierda! Am Ende wird es fast unmöglich, die Kreise voneinander zu trennen, wenn die eigene Mutter ohne Vorwarnung verschwindet, der eigene Vater auf Weltreise geht und die einzige Freundin stundenlang auf dem Schoß ihrer Mutter sitzen darf und außerdem einen Familienstammbaum mit den wildesten Ästen hat. Da fühlt man sich schnell in den eigenen geschlossenen Kreislauf verbannt.
[...] Wir Menschen können einen kurzen Moment die Kreise anderer besuchen, aber niemals dort einziehen. Alle hatten ihre eigene Insel, um die sie sich kümmern mussten. Es war fast nicht auszuhalten." (S. 143f)
Ich finde es schwer, dieses Buch in Worte zu fassen. Auf der einen Seite gibt es besonders auf den ersten zweihundert Seiten viele Längen. Die Landschaften werden beschrieben, Litas Gedankengänge, der Alltag der Menschen auf Upper Puffin Island usw. Und es passiert anfangs wenig. Erst viel später als erwartet, trifft Mr. Saito auf der Insel ein und verändert mit seinen Besuchen Litas Welt und auch das ihrer Freundin Oona. Bis dahin habe ich sehr lange gebraucht und wollte das Buch schon fast abbrechen. Zum Glück habe ich es nicht getan, denn danach hatte mich die Handlung gefangen und besonders die letzten Wellen vergingen dann wie im Flug. Ich habe mit Lita gefreut, geweint und gehofft. Auch die Ausmaße des Zweiten Weltkriegs werden spürbar und das harte Leben der Fischer. Dennoch durchzieht immer ein Faden von Hoffnung und Humor das Erzählte, sodass es nie länger zu traurig wird.
Es klingt immer wieder durch, wie sehr Lita gerne eine "normale" Mutter und auch einen Vater hätte. Um eine Form von Normalität zu wahren, hat sie ein Sammelalbum angelegt mit Fotos ihrer Mutter und von Männern, die sie sich als Vater vorstellen könnte. Bei Problemen wendet sie sich zeitweise an ihren imaginären Freund "Ei", was beim Lesen etwas skurril anmutet.
Spannend fand ich die Darstellungen der neu aufkommenden Technik: Da ist zum einen Mr. Saitos Wanderkino, d. h. die ersten Stummfilmdarbietungen, die zu den Leuten getragen werden und später vom Tonfilm abgelöst werden. Und da ist der Tierarzt, der der Allgemeinmediziner im Ort ist und Dinge wie ein künstliches Trommelfell aus Schweinsblasen oder ein Gestell zur besseren Fortbewegung erfindet. Und noch viele Dinge mehr. Es passiert einerseits so viel und man wird als Leser Teil von vielen spannenden und skurrilen Gedanken von Lita, aber auf der anderen Seite hat man manchmal auch das Gefühl, dass es zu viel ist und besonders am Anfang sich vieles in die Länge zieht.
Dennoch war es eine besondere Art von Leseerfahrung, die ich letztendlich sehr genossen habe und ich habe mir auch einige schöne Zitate notiert. Nachdem die letzten Wellen doch schnell dahinglitten, gebe ich dem Roman 3.5 Punkte, die ich auf 4 aufrunde.
Fazit:
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Anfangs mit Längen, dann aber eine warmherzige und mitreißende Handlung mit allen Emotionen ("Wellen") des Lebens und wundervollem Ende!
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Das Hardcoverbuch ist ein echtes Schmuckstück im Regal, dem nur noch ein Lesebändchen fehlt. Das Titelbild ist in leuchtenden Farben gestaltet und wird durch einen passenden ...
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Das Hardcoverbuch ist ein echtes Schmuckstück im Regal, dem nur noch ein Lesebändchen fehlt. Das Titelbild ist in leuchtenden Farben gestaltet und wird durch einen passenden Farbschnitt ergänzt. Zu Beginn jedes Kapitels erscheint stets dasselbe magische Wesen, wobei unklar bleibt, um welches es sich genau handelt. Alle Seiten sind mit dekorativen Schmuckornamenten umrahmt. Im Vergleich zum englischen Original wirkt die deutsche Ausgabe äußerlich deutlich ansprechender, allerdings vermisse ich die Vielfalt der schwarz-weißen Bilder im Inneren. Es wäre schön gewesen, wenn auch andere Wesen dargestellt worden wären. Dafür sind die Illustrationen im deutschen Buch liebevoller und weicher als im Original. Außerdem habe ich eine Karte von Cassies Umgebung vermisst. Insgesamt ist das Buch optisch dennoch einfach wunderschön!
Inhalt:
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Die zwölfjährige Cassandra "Cassie" Morgan lebt seit sieben Jahren in einem Londoner Internat, in dem die Kinder streng behandelt werden, sie keine Freunde hat und keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie. Ihre Mutter Rose verschwand vor ihrem Internatseintritt und hinterließ ihr als Andenken einen goldenen Schlüssel.
Als Cassie von der Internatsleiterin erfährt, dass Rose für tot erklärt wurde, will sie dies nicht glauben. Daher beschließt sie, auszubrechen und sich selbst auf die Suche nach ihr zu machen. In London wird sie dann auf einmal von seltsamen Wesen gejagt und von einem sprechenden Kater namens Montague gerettet. Dieser bringt sie zu ihrer Tante Miranda und erfährt, dass sie aus einer Hexenfamilie stammt, die die reale Welt von den bösen Kreaturen im Land Faerie (Märchenland) beschützt.
In ihrer Hexenausbildung lernt Cassandra Magie kennen, findet neue Freunde und gerät auf der Suche nach ihrer Mutter in große Gefahr.
Mein Eindruck:
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Gleich vorweg: Mir hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite gut gefallen! Man steigt direkt in die Geschichte ein, lernt Cassie kennen und mögen. Ich bewunderte ihren Mut, aus dem Internat auszubrechen, sowie ihre positive Einstellung, in anderen das Gute sehen zu wollen. Das führt leider aber auch oft dazu, dass sie sich unnötig in Gefahr begibt, und ihre Naivität hat mich an manchen Stellen genervt. Bis zum Ende habe ich diesbezüglich wenig Lerneffekt bemerken können. Dennoch macht genau diese Gutgläubigkeit sie aber auch sehr sympathisch. Das hilft ihr u. a. dabei, schnell neue Freunde zu finden. Außerdem ist sie klug und kreativ, vor allem bei der Lösungsfindung in schwierigen Situationen, und sie hat einen unbezwingbaren Optimismus, lässt sich nie unterkriegen, sondern macht einfach weiter.
Die magische Welt rund um den Hag, den Cassies Tante Miranda beschützt, ist sehr gut beschrieben. Sie weist zwar einige Ähnlichkeiten mit anderen Fantasybüchern auf, aber die Mischung ist hier zwischen altbekannten und neuen Elementen gelungen, wie ich finde.
Neben der spannenden Suche nach dem Verbleib der Mutter erfährt man einiges zum Thema Hexenausbildung, wobei der Humor nicht zu kurz kommt. Vor allem Montagues trockene Kommentare haben mich immer wieder schmunzeln lassen.
Was ich mir noch gewünscht hätte: Ein Glossar aller magischen Wesen und der genannten Heilkräuter zum Nachschlagen. Vieles davon wird im Buch oft nur schnell eingeführt oder kurz beschrieben und dann als bekannt vorausgesetzt. Besonders bei den magischen Wesen wäre eine kleine Abbildung auch sehr schön gewesen.
Insgesamt war das Buch aber so fesselnd, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte und traurig war, als ich beim Ende angekommen war. Dieses war ein guter Abschluss für den ersten Band einer Reihe, dennoch sind noch einige Rätsel zu lösen. Da im Original insgesamt 5 Bände existieren, ist dieses Leseabenteuer noch lange nicht abgeschlossen. Ich freue mich schon auf Band 2, der im Frühjahr übersetzt erscheinen wird!
Fazit:
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Fesselndes Hexenabenteuer mit Humor, einem traumhaften Layout und einem tollen Setting: gerne mehr davon!
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Optisch ist das Buch klasse! Das Hardcover ist sehr wertig, es fehlt nur ein Lesebändchen. Das Titelbild ist düster, aber geheimnisvoll, da die Titelschrift in goldenen Lettern ...
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Optisch ist das Buch klasse! Das Hardcover ist sehr wertig, es fehlt nur ein Lesebändchen. Das Titelbild ist düster, aber geheimnisvoll, da die Titelschrift in goldenen Lettern gestaltet ist und zwischen den dunklen Tönen die hellen Lichter hervorleuchten. Auch das Innere kann mit einer Übersichtskarte sowie liebevollen Schwarz-Weiß-Illustrationen überzeugen.
Inhalt:
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Benjamiah, auch Ben genannt, hilft in der Secondhand-Buchhandlung seiner Oma aus. Er hat keine Freunde und die Buchhandlung ist für ihn ein idealer Rückzugsort, zumal er an Wissenschaft glaubt und viele Sachbücher liest. Seine Eltern sind beruflich viel unterwegs und streiten immer häufiger. Eines Tages erhält er eine Puppe per Post, mit der seltsame Dinge vorgehen. Als er ihr eines Nachts in den Keller folgt, findet er sich plötzlich in einer anderen Welt wieder: Whisperwicks. Dort nimmt ihn Hansel zunächst unter seine Fittiche. Sein Sohn Edwid ist vor einiger Zeit verschwunden. Seitdem hat sich dessen Zwillingsschwester Elizabella in sich zurückgezogen. Auch Ben gegenüber verhält sie sich zunächst ablehnend. Das ändert sich jedoch mit der Zeit, als er sie überzeugt, ihr bei der Suche nach ihrem Bruder zu helfen.
Gemeinsam wagen sie die gefährliche Suche nach den Flüsterflammen, die wie eine Schnitzeljagd nach und nach Hinweise auf Edwids Verbleiben enthalten. Werden sie ihn finden und heil wieder zu Hause ankommen?
Mein Eindruck:
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»Wie Halfpenny gesagt hat, jeder Mensch hat eine Seelenpuppe, jede Seelenpuppe einen Menschen. Wir gehen nirgends ohne sie hin. Wenn wir sterben, dann sterben auch unsere Seelenpuppen. Umgekehrt genauso, wenn unsere Seelenpuppen im Kampf sterben, sterben wir mit ihnen. Eine Nadel durch das Herz unserer Seelenpuppe würde uns auch töten.« [...]
»Aber was ist eine Seelenpuppe?«, fragte Benjamiah. »Hat sie einen Mechanismus wie die mechanischen Tiere? Oder ... oder ...«
Ihm fiel keine andere rationale Erklärung ein. Und er wusste ganz genau, dass die Stoffpuppen nicht mechanisch waren. Die in seiner Hand bestand aus Stoff und Watte, Knöpfen und Fäden, und sie war leichter als eine Packung Zucker.
»Nein, keinen Mechanismus«, sagte Hansel. »Sie sind unsere Freunde. Und eine Möglichkeit, Magie zu wirken. [ ...] «(S. 114f)
Das Buch beginnt mit einem Prolog und einem Cliffhanger, der einen direkt in die Handlung hineinkatapultiert. Unmittelbar danach folgt ein Sprung in Bens Leben in der Buchhandlung, und man fragt sich sofort, welchen Zusammenhang sein Leben zu der ersten Szene im Roman hat. Das allein lässt einen das Buch schon nicht aus der Hand legen.
Das weitere Rätsel ist die Seelenpuppe, die Ben zugesendet bekommt. Erst nach und nach versteht man, was es damit auf sich hat und weshalb Ben sie erhalten hat.
Die magische Welt, die der Autor entwirft, ist sehr interessant, aber auch sehr düster. Auf der einen Seite ähnelt sie der realen Welt, auf der anderen Seite spielt er mit Sitten und Gebräuchen und verwandelt sie ins Gegenteil. So sind Farben (wie z. B. Augenfarben) sehr wertvoll, d. h. ärmere Menschen laufen ggf. irgendwann nur noch grau durch die Gegend, während Reiche sich alle Farben leisten können und diese sammeln und abwechselnd tragen können. Jemandem eine Münze zu geben, bedeutet ein Versprechen, das nicht gebrochen werden darf, sonst kann man nie wieder ein Versprechen geben und wird von der Gemeinschaft ausgestoßen.
Zwischen den Zeilen gab es Vieles, woran man merkte, dass der Autor sich viele Gedanken über menschliche Gefühle und Beziehungen gemacht hat.
Dafür empfand ich das Abenteuer durch die magische Welt etwas unausgegoren. Manche Szenen waren recht gruselig und die Kämpfe mit bösen Kreaturen etwas grausam für die Zielgruppe von 11 Jahren. Meine 12-jährige Tochter wollte das Buch nach dem ersten Kapitel gar nicht mehr weiterlesen, weil sie es zu unheimlich fand. So habe ich es alleine zu Ende gelesen.
Insgesamt habe ich mitgefiebert und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil es einfach so spannend war. Allerdings gab es für mich auch einige Logikfehler, besonders die Seelenpuppen betreffend. Das Ende ist zwar abgeschlossen, bietet aber Potenzial für die Fortsetzung, die hoffentlich bald ins Deutsche übersetzt wird!
Fazit:
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Spannendes Abenteuer in interessantem Fantasy-Setting, das allerdings ein paar Logikfehler aufweist und für die Zielgruppe zu gruselig ist.
Mein Eindruck:
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Die "Quid+"-Reihe ist folgendermaßen aufgebaut: Erst folgt eine kurze Vorlesegeschichte zu einem bestimmten Thema, dann eine konkrete Antwort für das Kind ...
Mein Eindruck:
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Die "Quid+"-Reihe ist folgendermaßen aufgebaut: Erst folgt eine kurze Vorlesegeschichte zu einem bestimmten Thema, dann eine konkrete Antwort für das Kind und anschließend ein passender Tipp für die Eltern, um diese Aufgabenstellung kindgerecht einzuordnen und entsprechend zu handeln.
Dabei sind alle Geschichten von bunten Illustrationen begleitet. Diese gefielen mir nicht so gut, vor allem die Augen der Menschen waren mir zu übertrieben dargestellt.
Im Anhang folgt eine Erläuterung zum Inhalt dieser Reihe sowie pädagogische Hinweise zum Thema des Bandes.
Ich habe beide "Quid+"-Bände gelesen, obwohl meine Tochter lange aus dem Zielgruppenalter raus ist. Wenn ich den Geschichten Glauben schenken darf, habe ich ohne diesen Ratgeber schon einiges intuitiv richtig gemacht. Ich vermute, das wird vielen Eltern so gehen, aber durch die wissenschaftlich fundierten und systematischen Erläuterungen wird man im eigenen Handeln noch bestärkt.
In diesem Buch werden viele typische Probleme aus dem Alltag von Kindergartenkindern mit dem Thema Wut erzählt. Beispiele: Wut durch Tränen, durch Schreien, durch Beißen uvm.
Da ich das Buch ohne Kind gelesen habe, kann ich nicht final beurteilen, wie es auf Kinder wirkt, aber ich empfand viele Handlungen als konstruiert und nicht immer aus dem Alltag gegriffen. Außerdem wirkten sie wie Lehrgeschichten mit einem moralischen Fingerzeig.
Auch die Lösungen waren nicht immer zufriedenstellend und überzeugend, denn rückwirkend haben die meisten Dinge bei uns damals nicht so schnell und einfach funktioniert.
Hilfreich waren jedoch die pädagogischen Tipps, wie z. B. die Ruhe-Ecke, das Wut-Thermometer oder die Atemübung. Aber auch die weiteren Tipps im Anhang sind hilfreich, nicht nur für Kinder!
Daher hat mir dieser Band besser gefallen als der "Warum"-Titel.
Somit ist auch dieser Ratgeber ein guter erster Ansatz, um Erwachsene, die sich noch nie mit den Bedürfnissen von Kleinkindern auseinandergesetzt haben, auf solche Gefühlsausbrüche vorzubereiten. Aber letztendlich kann dieser Ratgeber nur Impulse geben, um die Themen, die bei den eigenen Kindern relevant sind, mithilfe von eigener Kreativität und Empathie zu lösen. Finale Lösungen kann das Buch nicht bieten.
Fazit:
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Typische Wut-Probleme in Form von Geschichten mit hilfreichen pädagogischen Erläuterungen. Die Lösungen konnten nicht immer überzeugen.