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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2026

Ein Buch mit Größe

Die Riesinnen
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So ganz konnte ich mir aufs erste keinen Reim auf das Cover und den Titel machen. Und dass der Schauplatz der Schwarzwald ist, macht das Ganze noch etwas mysteriöser. Da ich aber schon öfter im Schwarzwald ...

So ganz konnte ich mir aufs erste keinen Reim auf das Cover und den Titel machen. Und dass der Schauplatz der Schwarzwald ist, macht das Ganze noch etwas mysteriöser. Da ich aber schon öfter im Schwarzwald war und auch Teile meiner Familie aus der Nähe des Schwarzwaldes stammen, fand ich den Plot schon mal sehr interessant.

Und ich wurde auch nicht enttäuscht: die Handlung erstreckt sich über drei Generationen von Frauen, den Riesinnen, und spielt überwiegend in einem kleinen Schwarzwalddorf wie es im Buche steht. Ansich klingt das Konzept nicht unbedingt innovativ, jedoch ist die Art wie die Autorin die konservative Haltung im dörflichen Leben und dem Schwarzwald über diese Generationen hinweg beschreibt, überragend gemacht. Der Schreibstil und die Art wie der/die Erzähler*in Ereignisse, Bilder und Emotionen beschreibt ist aber ein regelrecht literarisches mehrgängiges Dinnermenü, das sich immer wieder neu präsentiert, Entwicklungen der Figuren nachvollziehbar macht und veranschaulicht, dass es eine wahre Freude ist, den Roman zu lesen. Die drei Frauen wachsen über sich hinaus und vollbringen Riesiges - der Titel ist auf mehrfache Weise wichtiger Teil des Buches und lässt einen immer wieder sprachlos werden.

Eins meiner Highlights des noch jungen Jahres 2026, an das aber so schnell nichts heranreichen wird. Literarisch ein wahres Gedicht. Dazu interessant, ins dörfliche Schwarzwaldleben des letzten Jahrhunderts einzutauchen. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Mitreißend und überraschend

Variation – Für immer oder nie
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Liebesromane lese ich am liebsten, wenn sie mich überraschen und unvorhergesehene Wendungen passieren. Zum Glück gibt es Autorinnen wir Rebecca Yarros, die es schaffen, genau auf diese Art Geschichten ...

Liebesromane lese ich am liebsten, wenn sie mich überraschen und unvorhergesehene Wendungen passieren. Zum Glück gibt es Autorinnen wir Rebecca Yarros, die es schaffen, genau auf diese Art Geschichten zu erzählen. Dazu kann sie Emotionen gekonnt rüberbringen und ihre Figuren wirken dadurch auch sehr echt und gut greifbar.

In ihrem neuesten Roman erholt sich die erfolgreiche Ballerina Alessandra Rousseau im schmucken Familienfrrienhaus in Cape Cod von einer Verletzung. Dort trifft sie auf ihren besten Freund aus Jugendzeiten: Rettungsschwimmer Hudson Ellis, der ihr einst das Leben rettete. Der sie aber auch in ihrer schwersten Zeit, als ihre Schwester gestorben war, im Stich ließ. Nun möchte Hudsons Nichte Juniper herausfinden, wer ihre biologischen Eltern sind und bittet dafür Allie (und Hudson) um Hilfe. Darüber hinaus will sie ebenfalls Ballerina werden und erhofft sich von Allie die nötige Unterstützung, ihre Mutter Caroline vom Ballett zu überzeugen. Mit ein paar Tricks und etwas Mühe überzeugt sie Allie und Hudson davon, ihr zu helfen und die beiden beginnen daraufhin eine Fake-Beziehung, ohne über das zu sprechen, was zehn Jahre zuvor passiert war - zu sehr stecken beide in ihren Gefühlen und Erinnerungen von damals fest.

Besonders gut gefallen hat mir an Rebecca Yarros neuestem Roman, wie die Figuren gezeichnet sind. Sie haben Höhen und Tiefen, sind authentisch und man versteht durch die Brille der Vergangenheit ihre Handlungen und Emotionen immer besser. Schon ist auch, dass die beiden keine alltäglichen Berufe haben, denn auch das fließt gut und unterhaltsam in die Handlung ein. Und es macht beide natürlich zu absolut perfekt durchtrainierten und muskulösen Liebhabern. Trotz des ganzen perfekten Settings, gibt es immer wieder Überraschungen, die ich nicht vorhergesehen habe und die mich gut unterhalten haben, so dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin, was sicherlich auch Yarros wunderbarem Schreibstil zu verdanken ist.
Mein größter Kritikpunkt ist, dass die Geschichte um Juniper Ind das Fake Dating zu Beginn etwas konstruiert wirkt. Nach einigen Seiten wird das besser, auch weil man die beharrliche Juniper besser kennenlernt und im Verlaufe des Romans Allie und Hudson und ihre Verbindung besser einzuschätzen versteht.

Ein schöner Second-Chance-Roman, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Tiefgründige Charaktere und überraschende Handlungstwists wissen gut zu unterhalten.

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Sehr hilfreiche Erklärungen und Tipps bei ADHS/ Neurodivergenz

Dein ADHS-Wohlfühl-Guide
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Das Buch hat gleich schon durch das bunte Cover meine Aufmerksamkeit erregt. Und da es in meiner Familie verschiedene neurodiveegente Ausprägungen gibt, habe ich mir gute und hilfreiche Tipps von diesem ...

Das Buch hat gleich schon durch das bunte Cover meine Aufmerksamkeit erregt. Und da es in meiner Familie verschiedene neurodiveegente Ausprägungen gibt, habe ich mir gute und hilfreiche Tipps von diesem Buch versprochen. Und ich wurde nicht enttäuscht, so viel sei schon mal verraten.

Das Buch beginnt mit der Erzählung der Autorin, wie es ihr in ihrem eigenen Leben mit ADHS (und anderen neurodivergenten Ausprägungen) erging und wie erst die Diagnose ADHS im Erwachsenenalter zu einem nachhaltigen Verstehen sowie der Verbesserung ihrer Lebenssituation beitragen konnte. Darüber hinaus erläutert sie ausführlich grundlegende Erkennungsmerkmale von ADHS und beschreibt auch Überschneidungen zu anderen Neurodivergenzen. Einiges war mir schon bekannt und wurde für mein Empfinden sehr wertschätzend und treffend sowie verständlich beschrieben.

Daran anschließend finden sich zahlreiche Hilfestellungen, Überlegungen und Vorgehensweisen, um mit den Besonderheiten von ADHS umzugehen. Sicher ist nicht für jeden alles überhaupt notwendig. Aber mir gefällt hier die Fülle an Ideen und Tipps, aus denen ich mir gezielt das herausgreifen kann, was ich persönlich benötige.
Toll an dem Buch finde ich auch die Gestaltung, die farbenfroh und abwechslungsreich ist und dadurch gerade für ein ADHS-Gehirn ideal ist, um bei der Stange zu bleiben. Für mich war der Inhalt selbst aber zum Großteil bereits so interessant, dass ich immer weiterlesen wollte, und das Layout eine untergeordnete Rolle gespielt hat.

Ein sehr hilfreicher Ratgeber für alle, die sich Ideen und Tipps für den Umgang mit ADHS wünschen und die Grundlagen hierüber verstehen wollen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und in manchen Punkten wirklich weiterhelfen können.


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Veröffentlicht am 05.06.2025

Ein überraschender Liebesroman mit viel Witz und psychologischer Tiefe

Just for the Summer
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Abby Jimenez war mir schon länger ein Begriff und die Cover ihrer Bücher haben mich wirklich neugierig gemacht, sodass ich "Just for the summer" einfach perfekt für die nun ersten Sommertage fand.

Der ...

Abby Jimenez war mir schon länger ein Begriff und die Cover ihrer Bücher haben mich wirklich neugierig gemacht, sodass ich "Just for the summer" einfach perfekt für die nun ersten Sommertage fand.

Der Klappentext verspricht eine turbulente Liebesgeschichte, die für mich perfekt zu einem Sommerroman passt. Der Aufhänger, dass sowohl Emma als auch Justin bisher nicht an den/die Richtige/n geraten sind, die jeweils Verflossenen aber schon, bringt die beiden in Kontakt miteinander, da sie das selbe "Schicksal" teilen. Das finde ich wirklich überzeugend und gut gemacht. Und bis hierhin wirkt das Ganze zunächst wie ein ganz normaler Liebesroman. Nun zeigt sich aber bald, dass es weit darüber hinausgeht und vor allem die psychische Vergangenheit der beiden Protagonisten eine Grüße Rolle spielt. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, finde aber dass Abby Jimenez das äußerst gelungen konstruiert hat. Es ist glaubwürdig, wirkt wie aus dem Leben gegriffen und echt. Das hat mich wirklich beeindruckt und positiv überrascht. Überraschend waren auch viele Kleinigkeiten, mit denen ich so gar nicht gerechnet habe, die aber die Geschichte gut vorwärts bringen und realistisch gestaltet sind. Dazu ist Abby Jimenez Schreibstil sehr angenehm zu lesen und humorvoll (ich sage nur toilet king!).

"Just for the summer " wird sicherlich nicht mein letztes Buch von Abby Jimenez bleiben. Dazu gefällt mir ihr Stil und ihr Humor sowie ihr Können einfach zu gut!

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Wie man einsam sein kann ohne allein zu sein

Die Anatomie der Einsamkeit
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Louise Pelt hat mir mit ihrem neuesten Roman einiges zu denken mitgegeben. Denn in "Die Anatomie der Einsamkeit" geht sie einem Thema nach, das vermutlich so alt wie die Menschen und ebenso aktuell ist: ...

Louise Pelt hat mir mit ihrem neuesten Roman einiges zu denken mitgegeben. Denn in "Die Anatomie der Einsamkeit" geht sie einem Thema nach, das vermutlich so alt wie die Menschen und ebenso aktuell ist: Einsamkeit. In unserer schnelllebigen Welt hat man gefühlt ständig Kontakt, bspw über soziale Medien. Anders als deren Name vermuten lässt, sind diese Medien häufig aber nicht sozial in dem Sinne, dass man sich wirklich um einander sorgt oder sich kümmert. Vielmehr versuchen viele Menschen Dingen und Idealen nachzujagen.

Und so ist es auch bei den beiden Hauptfiguren: Olive lebt in der großen Metropole London, hat einen Job, den sie nicht mag und dazu eine On/Off-Beziehung zu Marcus. Sie ist nicht glücklich obwohl sie von ihrer Familie wirklich viel Fürsorge und Liebe entgegengebracht bekommt. Allerdings ist sie trotz allem auch ziemlich einsam, was sicherlich auch ihrer Art geschuldet ist, die einem selbst beim Lesen manchmal etwas zu viel wird.

Zwanzig Jahre zuvor ergeht es Claire aus anderen Gründen ähnlich: sie ist trotz erfolgreicher Karriere in New York sehr einsam. Und auch ihr Charakter ist nicht ganz einfach beim Lesen. Und man setzt sich unweigerlich mit dem Thema Einsamkeit auseinander während des Lesens.

Dazu stellt sich natürlich die Frage, wie die beiden sehr unterschiedlichen Schicksale zusammenhängen und welche Rolle ein alter Kompass sowie Olives Großmutter Poppy dabei spielen.

Meiner Meinung nach ein sehr gelungener Roman, der Rätsel aufwirft wie alles zusammenhängt und auch viel über das Thema Einsamkeit nachdenken lässt. Eine absolute Herzensleseempfehlung!

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