Endzeit
Ins fahle Herz des SommersSeit Jahren mittlerweile Jahrzenten , lese ich gerne Romane von Andreas Eschbach . Den ersten Roman "Das Jesus Video " las ich in den 90ern . Die Mischung aus plausiblen Geschehen , Science Fiction und ...
Seit Jahren mittlerweile Jahrzenten , lese ich gerne Romane von Andreas Eschbach . Den ersten Roman "Das Jesus Video " las ich in den 90ern . Die Mischung aus plausiblen Geschehen , Science Fiction und Übernatürlichem hat mich seit jehher bei ihm fasziniert. Hier handelt es sich um einen ausgwachsenem Endzeit- Roman . Diese Situation hat sich durch einen schnell wachsenden Klimawandels in Kombination mit einer Pandemie , denen die geschwächten Menschen nichts mehr entgegenzusetzen hatten , entwickelt .
Ich mochte sehr wie Eschbach die Veränderung des Klimas, der Natur und die damit verbundenen Lebensbedingungen beschrieb. Besonders gefiel mir wie er die Sonne und den Mond veranschaulicht. So toll wie Eschbach die Sensorik Gerüche und ( taktiles) von zb. gutem nicht verdorbenes Essen vermittelt, als ob man bei der Entdeckung dabei wäre und man meint es selbst zu riechen. Und dann verbindet Eschbach es mit Erinnerungen die solche Gerüche bei Fausto, dem Hauptprotoganisten, hervorrufen. Ein sehr geschickter Zug um von der Vergangenheit ,als alles noch normal war ,zu erzählen.
Der Sprecher ist sehr angenehm anzuhören ,vom Gefühl her wie ein Märchenerzähler .Eigentlich ein starker Kontrast zu einer Dystopie und all dem Überlebenskampf , aber eigentlich auch sehr passend. Er erzeugt so eine große Emphatie mit den Personen . Wie er manche Personen durch eine gewisse Stimmfärbung fremd und anders wirken ließ hat mich auch sehr angesprochen . Wenn man selbst liest hat man nur die Stimme die man sich selbst ausdenkt. Sprecher wissen oft mehr...
Der Roman regt zum Nachdenken an. Auf der einen Seite zeigt Eschbach das unteschiedlichen Verhalten der verschiedenen Menschen wie sie in extremen Lebenbedingungen reagieren und läßt auf der Anderen Seite darüber nachdenken welcher Typ man selbst ist . Derjenige der andere Nachbarn unterstützt und zusammen arbeitet, gleichzeitig an sich selbst denkt um zu Überleben, oder ganz sein eigenes Ding macht, natürlich ohne zu eigenützig zu sein. Keine einfache Sache. Man wird, finde ich , auch aufgefordert darüber nachzudenken wie das Leben in einer solchen Situation lebenswert ist. Wie möchte man leben ? Fremdbestimmt in einem Flüchtlingslager in einer Masse von Menschen, oder freier sich selbst durchkämpfend, aber unter schwierigeren Umständen.
Diese philosophische Seite an dem Buch gefällt mir auch sehr gut. Wenn man Überleben muss, verschiebt sich die Perspektive, ist vieles was sonst so wichtig war nicht mehr wichtig. Das hier und jetzt ist dann Wichtigste.
Ich sehe aber bei all der Fiktion und Unterhaltung des teils verstörend schrecklichen, aber immer faszinierenden Roman auch eine Zukunftswarnung und Gesellschaftskritik. Einiges von den Anfängen des Klimawandels kam mir durchaus bekannt vor.