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Veröffentlicht am 16.09.2021

Zu wenig Handlung

Flucht nach Patagonien
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Flucht nach Patagonien liest sich nicht wirklich wie ein Roman, sondern eher wie ein Geschichtsbuch. Durch das intensive Namedropping von Künstler:innen, Architekt:innen, Autor:innen und vielen mehr (wobei ...

Flucht nach Patagonien liest sich nicht wirklich wie ein Roman, sondern eher wie ein Geschichtsbuch. Durch das intensive Namedropping von Künstler:innen, Architekt:innen, Autor:innen und vielen mehr (wobei die Frauen doch in der Unterzahl erscheinen), rückt die Geschichte der Protagonist:innen schnell in den Hintergrund. Im Nachhinein bleibt nicht viel hängen, außer dass die Leser:innen jetzt wissen, welche Persönlichkeiten zur gleichen Zeit gelebt haben... Die Protagonist:innen scheinen sie ja alle gekannt zu haben und waren in allen Bereichen aktiv.
Der Schreibstil ist zwar angenehm und das Buch lässt sich so leicht lesen, jedoch werden die Leser:innen mit Namen bombardiert und nur meine Ausbildung in Kunstgeschichte (mit einem Schwerpunkt auf Innenraumgestaltung) konnte mir helfen, mich in diesem Gewirr von Persönlichkeiten zu orientieren. Wie ist es da erst für jemanden, der vielleicht all die Namen noch nie gehört hat?
Insgesamt ist der Roman angenehm zu lesen und bestimmt informativ, als Roman mit einer stringenten Handlung, die sich an einem handelnden Charakter orientiert. unpassend.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Zwei Welten treffen aufeinander

Mo & Moritz
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In "Mo & Moritz" schreibt Julya Rabinovich über die ganz besondere Liebesgeschichte der beiden Mos. Der eine Mo heißt eigentlich Mojab und ist Kurde und muslimisch, zu Beginn des Romans fliegt er von der ...

In "Mo & Moritz" schreibt Julya Rabinovich über die ganz besondere Liebesgeschichte der beiden Mos. Der eine Mo heißt eigentlich Mojab und ist Kurde und muslimisch, zu Beginn des Romans fliegt er von der Schule und beginnt eine Friseurlehre in einem Salon in der Wiener Innenstadt. Außerdem ist Mo schwul, davon dürfen seine Eltern aber nicht wissen, denn sie würden es niemals akzeptieren. Der andere Moritz ist Jude, seiner Familie hängt noch das Generationentrauma aus der Zeit des Nationalsozialismus nach. Moritz ist auch schwul, aber seine Eltern sind diesem Thema gegenüber offener eingestellt. Die beiden lernen sich am Opernball kennen, denn Moritz darf eröffnen, Mojab Frisuren machen.
Rabinovich hatte für ihren Jugendroman eine gute Idee und auch die beiden Mos sind durchaus realistisch gezeichnet. Sie greift wichtige aktuelle Themen auf und versucht zu vermitteln, dass wir am Ende mehr sind als unsere Religion - oder eben alle nur "Menschen", egal woher wir kommen. Das große Problem jedoch, weshalb ich auch so mit dem Roman gekämpft habe, ist die Sprache, denn diese ist zu abgehoben, zu realitätsfremd. Mo wirkt - und das jetzt bitte nicht falsch verstehen - streckenweise zu gebildet. Sprachlich wirkt das Buch wie von einem Gelehrten aus einem Professorenhaushalt und das ist Mo(jab) eben nicht. Dadurch fühlt sich die Erzählung oft auch einfach falsch an und wirkt kalt und distanziert.
Ein guter Ansatz, aber leider eine falsche Umsetzung.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Ein Mädchen und ein Bär

Pearly Everlasting
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Der Roman "Pearly Everlasting" von Tammy Armstrong erzählt die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft und zwar die eines Mädchens mit einem Bären. Das Mädchen, Pearly, würde jedoch den Bären Bruno ...

Der Roman "Pearly Everlasting" von Tammy Armstrong erzählt die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft und zwar die eines Mädchens mit einem Bären. Das Mädchen, Pearly, würde jedoch den Bären Bruno nicht als einfachen Freund bezeichnen, für sie ist er ihr Bruder. Ihre Mutter hat die beiden großgezogen und der Bär lebte mit der Familie. Jedoch starb irgendwann die Mutter und in dem kleinen kanadischen Dorf geschah ein schrecklicher Todesfall, für den die Bewohner Bruno als Schuldigen sahen. Als Bruno auch noch weggesperrt und in eine größere Stadt gebracht wird, begibt sich Pearly auf eine gefährliche Rettungsaktion.
Der Plot klang wirklich interessant, nur hat mich vor allem der Anfang nicht wirklich abgeholt, sodass ich beinahe abgebrochen habe. Interessant wurde es für mich dann leider erst ab der Hälfte, was immer etwas spät für ein Buch ist meiner Meinung nach. Pearly war zwar nett und sympathisch und das Buch liefert eine wichtige Message, wie mit denen umgegangen wird, die anders sind und wie leicht es dann ist, sie zu Außenseitern und "den Bösen" zu machen, aber ich musste mich zu oft zwingen, weiterzulesen, als das ich es als wirklich gut bezeichnen könnte.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Hat mich einfach nicht abgeholt

Russische Spezialitäten
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In "Russische Spezialitäten" schreibt der deutschsprachige Autor Dmitrij Kapitelmann über seine ukrainischen Wurzeln und darüber, wie der Krieg zwischen Russland und der Ukraine die Beziehung zu seiner ...

In "Russische Spezialitäten" schreibt der deutschsprachige Autor Dmitrij Kapitelmann über seine ukrainischen Wurzeln und darüber, wie der Krieg zwischen Russland und der Ukraine die Beziehung zu seiner Mutter verändert hat.
Klingt eigentlich sehr interessant und hoch aktuell. Der Protagonist, der in dem kleinen Spezialitätenladen der Eltern arbeitet, nennt die Ukraine seine Heimat. Er verteufelt Russland für den Angriffskrieg. Seine Mutter hört jedoch russisches Radio, schaut russisches Fernsehen und glaubt diese Propaganda. Auf die Frage des Sohnes, wieso sie Russland unterstütze, meint sie nur, weil ihr Russland egal sei. Als der Laden schließen muss, wagt der Protagonist sogar die Reise in die kriegsgebeutelte Ukraine und sieht die Auswirkungen direkt vor Ort.
Doch obwohl der Protagonist auch über die Auswirkungen auf seine Sprache und das Sprechen mit der Mutter schreibt, was für mich sehr interessant ist, konnte mich das Buch einfach nicht abholen. Es gab auch richtig gute Stellen, in denen sehr interessante Ideen und Gedanken gut ausgearbeitet wurden. Ich kann es nicht sagen, was mich gestört hat, aber ich habe einfach keinen Anschluss gefunden.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Unter den Erwartungen

Die Unmöglichkeit des Lebens
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Matt Haig hat wieder einen Roman veröffentlicht, etwas, auf das ich mich immer freue. Doch dieses Mal konnte es mich nicht abholen. Vielleicht lag es an der Protagonistin Grace, eine pensionierte Mathematiklehrerin, ...

Matt Haig hat wieder einen Roman veröffentlicht, etwas, auf das ich mich immer freue. Doch dieses Mal konnte es mich nicht abholen. Vielleicht lag es an der Protagonistin Grace, eine pensionierte Mathematiklehrerin, die nicht an Wunder glaubt und in der Logik und Berechenbarkeit der Zahlen ihren Halt findet, die von Anfang an so konträr zu mir selbst ist. Vielleicht war es das Setting in Ibiza, das mich nicht wirklich angezogen hat, da ich weder Strand-noch Partyurlaub wirklich gerne mache. Am Ende blieb einfach nicht viel hängen, da ich nie die Verbindung zu den Charakteren und der Geschichte aufgebaut habe und ich nur mehr gelesen habe, um das Buch zu beenden. Bestimmt beinhaltet es für den einen oder anderen wichtige, erhellende Lebensweisheiten, aber dieser Matt Haig wird wohl nicht mein Favorit. Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf, dass der nächste Roman wieder mehr meinen Geschmack trifft.

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