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Veröffentlicht am 09.07.2026

Löwen tanzen um die Liebe

Lunar New Year Love Story
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Lunar New Year Love Story von Gene Luen Yang und Illustratorin LeUyen Pham ist eine liebevoll gestaltete Graphic Novel, die mich berührt und zum Lachen gebracht hat.

Valentina glaubt an die Liebe. Valentinstag ...

Lunar New Year Love Story von Gene Luen Yang und Illustratorin LeUyen Pham ist eine liebevoll gestaltete Graphic Novel, die mich berührt und zum Lachen gebracht hat.

Valentina glaubt an die Liebe. Valentinstag ist ihr liebster Tag im Jahr und sie hat für jeden Menschen um sich herum freundliche Worte übrig. Bis ihr dieser Glaube eines Tages verloren geht und sie bereit ist, die Liebe für immer aufzugeben.
Val ist eine sympathische, offenherzige Protagonistin, mit der ich leicht mitfühlen konnte. Ihre Positivität gerät im Laufe der Geschichte mehrmals ins Wanken, aber man kann beobachten, wie sie daran wächst und sich ihre starken Charakterzüge verfestigen.
Mit der Lovestory habe ich mitgefiebert, auch wenn sich Val auf kleinere Umwege begibt. Ich finde schön, wie Val und ihr Love Interest zueinandergefunden haben, da sie meiner Meinung nach miteinander harmonieren und einfach süß zusammen sind.
Vals Grandma möchte ich herausstellen, weil sie mit ihrer Art jede Situation auflockern konnte und viele humorvolle Momente in die Geschichte gebracht hat.

Das Element des Löwentanzes hat mir sehr gefallen. Die Bedeutung und Technik nähergebracht zu bekommen, die auf poetische Weise in die Geschichte verwoben sind, fand ich richtig schön. Und auch die künstlerische Umsetzung des Tanzes hat mich begeistert. Die Seiten sind definitiv meine liebsten im Buch.
Damit einhergehend wird auch das Thema Tradition behandelt und die Frage nach Identität gestellt.

Der Zeichenstil hat mir auf jeden Fall sehr gefallen, er ist ausdrucksstark und die Personen sind gut lesbar in ihren Emotionen. Das Farbschema hat sich der Geschichte, insbesondere Vals Lebensphasen und ihren Emotionen, angepasst. So wurden auch die verschiedenen Atmosphären durch die Geschichte gut spürbar untermalt.

Die Graphic Novel hat mir sehr gut gefallen und ist ein Highlight geworden. Die Gestaltung ist wunderschön, die Geschichte emotional und humorvoll und das Ende hat sich gut zusammengefügt. Eine große Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 16.06.2026

Verwoben in Dunkelheit und Zeit

Moth Dark
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Moth Dark ist eine Urban Fantasy von Kika Hatzopoulou, die mich vom ersten Moment an begeistern und fesseln konnte. Der wissenschaftliche Ausgangspunkt, von dem wir in die Geschichte und in die magische ...

Moth Dark ist eine Urban Fantasy von Kika Hatzopoulou, die mich vom ersten Moment an begeistern und fesseln konnte. Der wissenschaftliche Ausgangspunkt, von dem wir in die Geschichte und in die magische Dark-Welt eingeführt werden, fand ich sehr interessant. Durch die verschiedenen Personen mit ihren Forschungsschwerpunkten bekommen wir ein breites Spektrum an Informationen, wobei die Dark-Welt insgesamt trotzdem ein großes Mysterium bleibt und neugierig macht. Ich habe jeden Aspekt aufgesaugt und bin fasziniert von der Welt, die Hatzopoulou geschaffen hat. Besonders schön fand ich, wie selbstverständlich die Themen Gender, Non-Binarität und Genderfluidität betrachtet und sprachlich umgesetzt werden.

Hatzopoulous Schreibstil ist flüssig und atmosphärisch, sodass ich durch die Seiten geflogen bin und die Geschichte bildlich vor meinem inneren Auge verfolgen konnte.

Sascia als Protagonistin und Mitglied des Forschungsteams fand ich sehr sympathisch. Sie hat ihre Überzeugungen, aber auch Probleme, die sie nahbar machen. Ihre Erlebnisse seit ihrer Kindheit in Bezug auf die Dark-Welt zeigen eine Verbindung, die sich bis in die Gegenwart der Handlung zieht und ihre Faszination und Anziehung zum Dark erklärt. Diese Anziehung kann ich gut nachempfinden.
Nugau ist ein humanoides Wesen aus der Dark-Welt und die zweite Hauptperson. Das Zusammenspiel von Sascia und Nugau fand ich schön mitzuverfolgen. So verschieden sie zunächst scheinen mögen, einen sie dasselbe Ziel und ihre Liebe zur jeweils anderen Welt, sodass sie daraus eine vertrauens- und respektvolle Basis schaffen. Ihre gleichzeitig zarte und intensive Annäherung gefiel mir gut und die beiden sind wirklich süß zusammen.
Eine besondere Erwähnung verdient Mampfi, eine unglaublich liebenswürdige Motte des Dark, die mich mehrfach zum Lachen gebracht hat.

Meiner Meinung nach hat Moth Dark die Zeitreise-Thematik perfekt umgesetzt. Das Ende zeigt, wie alle Zeitstränge miteinander verwoben sind. Und das auf so bittersüße und perfekt konstruierte Weise, dass ich immer und immer wieder daran denken muss, da ich den multidimensionalen Schleifen der Zeit nicht entkommen kann.
Für mich war es wirklich ein würdiger Abschluss, sehr emotional und mit einer tollen Botschaft über das Leben und Menschlichkeit. Einige Aspekte haben mich sogar zu Tränchen gerührt.

Ich bin vollkommen begeistert von dem Buch und werde es wohl noch lange weiterempfehlen. Definitiv ein Lesehighlight und als Einzelband in der Fantasy gut geeignet für Zwischendurch, auch wenn ich mich noch sehr viel länger in dieser wundervollen Welt hätte aufhalten können.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Ich habe gelacht und geweint

Pina fällt aus
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Pina fällt aus von Vera Zischke ist ein berührender Roman, der zeigt, wie Gemeinschaft funktionieren kann. Die Gemeinschaft zwischen den verschiedenen Parteien eines Hauses, die bisher aneinander vorbei- ...

Pina fällt aus von Vera Zischke ist ein berührender Roman, der zeigt, wie Gemeinschaft funktionieren kann. Die Gemeinschaft zwischen den verschiedenen Parteien eines Hauses, die bisher aneinander vorbei- oder in Streitigkeiten gelebt haben. Denn als Pina auf der Straße unter der Belastung der Care-Arbeit als alleinerziehende, pflegende Mutter ihres erwachsenen Sohnes Leo zusammenbricht, gerät auch Leos Welt aus den Fugen. Und bietet die Chance, sich durch Gemeinschaft neu zu ordnen - nicht nur für Leo.

Der Schreibstil Zischkes ist angenehm fließend und zieht den Lesenden mit erzählerischer Leichtigkeit und beinahe schnörkelloser Klarheit in ihre Geschichte. Gleichzeitig erschafft sie Bilder in meinem Kopf und erzeugt Emotionen, die von ihrer feinen Beobachtungsgabe und ihren tiefgründigen Gedanken über verschiedene gesellschaftlich relevante Themen - besonders der Inklusion - herrührt.

Der Roman wird aus den verschiedenen Perspektiven der Hausgemeinschaft erzählt, sodass Lesende alle Personen nach und nach besser kennenlernen und verstehen können. Nur Leos Rolle im Roman ist besonders, denn er selber bekommt keine eigene Erzählstimme. Er wird nur über die Außensicht der Personen um ihn herum charakterisiert. Insbesondere Pinas Perspektive auf Leo und ihre Beobachtungen - aber auch zunehmend die der anderen - fand ich sehr gelungen, respektvoll und wertschätzend. Und gleichzeitig wird deutlich, dass Care-Arbeit echte, harte Arbeit ist und auch eine liebende Mutter an ihre Grenzen bringen kann.

Für mich ist Pina fällt aus ein besonderer Roman und ein Herzensbuch geworden, das mich zum Lachen und Weinen bringen konnte. Eine absolute Empfehlung an eigentlich alle, aber besonders an jene, die gerade möglicherweise die Hoffnung in die Menschheit verloren haben und wiederfinden möchten.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Crescendo

Alle glücklich
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Die Geschichte beginnt sanft und recht ereignislos. Abwechselnd begleiten wir die vier Familienmitglieder durch ihren Alltag und in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Nichts Außergewöhnliches. Eine auf den ...

Die Geschichte beginnt sanft und recht ereignislos. Abwechselnd begleiten wir die vier Familienmitglieder durch ihren Alltag und in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Nichts Außergewöhnliches. Eine auf den ersten Blick glückliche, eher durchschnittliche Familie. Und doch stimmt etwas unter der Oberfläche nicht richtig. Der Alltag ist eingekehrt und eine immer stärker spürbare Unzufriedenheit schleicht sich ein. Bis man nur noch darauf wartet, dass irgendwas passiert. Dass irgendwer ausbricht und die bröckelnde Fassade gänzlich zerspringt. Und schlussendlich in einem lauten Knall verhallt.

Nina ist Mutter und Ehefrau, übernimmt den Großteil der Care-Arbeit und hält die Familie zusammen. Alexander ist vor allem Oberarzt, der zu viele Überstunden macht und so die Familie finanziert. Emilia ist mit ihren 16 Jahren Hals über Kopf verliebt und Ben, ihr großer Bruder, ist Student und ein eher zurückgezogener Gamer.
Mohn gelingt es, mit unaufgeregter, beinahe schon nüchterner, aber stechend präziser Sprache, vier ganz unterschiedlichen Perspektiven eine Stimme, ihre vielschichtigen Charaktere und tiefe Emotionen zu verleihen. Auch einer der Stimmen, der ich nicht allzu viel Sympathie entgegenbringen kann, begegnet die Autorin auf empathischer Ebene, lässt aber trotzdem die notwendige Kritik ganz ungezwungen spürbar werden.

Alle glücklich ist ein Blick in eine Familie, die es genau so geben könnte. Lässt Strukturen, Gedanken oder Gefühle in sich selber wiedererkennen. Verleitet zum Nachdenken. Mit erzählerischer Leichtigkeit und gleichzeitig emotionaler Schwere. Wie das bitter-süße Schwelgen in einer Erinnerung oder einem Tagtraum.

Ich habe die Geschichte sehr gerne verfolgt und konnte mich nicht von den Worten lösen. Immer noch berührt und nachdenklich kann ich Alle glücklich sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Herzzerreißend und wichtig

Da, wo ich dich sehen kann
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Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber ist ein herzzerreißend emotionaler Roman über eine Familie, die einen Femizid verarbeiten muss. Denn Emma wird von ihrem Mann Frank ermordet. Zurück bleiben ...

Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber ist ein herzzerreißend emotionaler Roman über eine Familie, die einen Femizid verarbeiten muss. Denn Emma wird von ihrem Mann Frank ermordet. Zurück bleiben die neunjährige Tochter Maja, ihre Eltern Brigitte und Per, ihre beste Freundin Liv und die Wunder - aber auch Grausamkeiten - des Universums.

Das Buch wird abwechselnd aus den verschiedenen Perspektiven geschrieben und zeigt Gegenwart, aber auch Einblicke in die Vergangenheit vor dem Femizid. Dabei werden verschiedene Themen bearbeitet: die Frage nach individueller Schuld bei gesellschaftlichem Versagen, ohne tatsächlich Schuld zuzuweisen - außer dem Täter natürlich; die Trauerverarbeitung, die gerade bei so einem gewaltvollen Tod besonders herausfordernd ist und die damit verbundene Verarbeitung von Wut; die Beurteilung und Vergabe des Sorgerechts und Femizide in einem übergeordneten Kontext. Die Themen fand ich psychologisch unfassbar gut und sensibel - ohne dabei zu verweichen oder Kritik zu mindern - aufgearbeitet, was nicht nur in den Therapie-Szenen bemerkbar ist.

Den Erzählstil fand ich den Personen ebenfalls passend gewählt und durch Zeichnungen, Zeitungsartikel, die Transkription des Notrufs, gerichtliche Dokumente und medizinische Akten wirkte die Geschichte umso realer. Dem Vorwort ist zu entnehmen, dass Schreiber diese Geschichte aufgrund eines Vorfalls in ihrem unmittelbaren Umfeld auch persönlich betrifft und das merkt man dem Buch an. Die Geschichte hat mich auf beste und schmerzhafteste Weise emotional getroffen und mir an so vielen Stellen das Herz zerrissen.
Wichtig anzumerken finde ich noch, dass die Täterperspektive nahezu unberücksichtigt bleibt, worüber ich sehr dankbar bin.

Da, wo ich dich sehen kann ist ein Roman, der vielleicht nicht leicht zu lesen ist, dafür aber umso wichtiger. Jasmin Schreiber gelingt es, das Thema Femizid vielschichtig zu beleuchten und dabei Fragen zu stellen, die mich noch lange begleiten werden. Eines meiner Jahreshighlights und eine große Empfehlung!

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