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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.01.2026

Liebevoll illustrierter Adventskalender mit gemütlicher Lovestory

Mistletoe Letters
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Gemütliche Bücher und Lea Melcher sind einfach ein eingespieltes Duo. Und natürlich gibts hier auch wieder cute Tiere (Pudding!!). Plus super schöne Illustrationen, also optisch ist das Buch wirklich eine ...

Gemütliche Bücher und Lea Melcher sind einfach ein eingespieltes Duo. Und natürlich gibts hier auch wieder cute Tiere (Pudding!!). Plus super schöne Illustrationen, also optisch ist das Buch wirklich eine 11/10, und ich supporte die Autorin als Self Publisherin gerne weiter <3.
Ich hab das Buch als Adventskalender gelesen und fand, das die Kapitel eine angenehme Länge hatten. Aber ich hätte das Buch auch gut in einem Rutsch durchschmökern können :D.

Die Spannung bezüglich der Story hält sich in Grenzen, weil vieles vorhersehbar ist (aber das gehört ja auch irgendwie zu diesem Genre der Weihnachtsbücher?). Nur weiß ich nicht so ganz, wie gut ich dieses "verliebt in den Verlobten der Schwester" finde...

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Scrooge wider Willen?

Good Spirits
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Danke an NetGalley und den Harper Collins Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich suche immer nach guten Weihnachtsbüchern. ...

Danke an NetGalley und den Harper Collins Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich suche immer nach guten Weihnachtsbüchern. Von B.K. Borrison hatte ich schon viel gehört, aber noch nichts gelesen. Da mir in einem vorherigen Jahr „The Afterlife of Holly Chase“ extrem gut gefallen hatte, hat mich dieses Buch ebenfalls angesprochen, da es hier wieder um eine Neuerzählung der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens ist. Doch während es in dem einen Buch um eine Protagonistin geht, die wirklich kein netter Mensch ist und nach der gescheiterten Heimsuchung durch die Geister selber zum Geist der vergangenen Weihnacht wird, begleiten wir in Good Spirits Harriet, die gut gesinnt ist und trotzdem von Nolan, dem Geist der vergangenen Weihnacht, heimgesucht wird.

Harriet ist einfach eine ganz tolle Protagonistin. Sie ist lieb, humorvoll, verständnisvoll. Generell überzeugt das Buch in vielen Stellen durch seine warme Atmosphäre und wenig große Konflikte. Der Humor ist toll, und zwischen den Zeilen geht es viel um Familie, Liebe und für sich selber einstehen. Als Nebencharaktere mochte ich Tante Matilda (wurde da immer an die drei Fragezeichen erinnert) und die ganzen Katzen!

Und kleine Details sind mir positiv aufgefallen, z.B. das sowohl am Anfang und am Ende des Buches der Postbote Darryl auftaucht – das hat die Story sehr rund wirken lassen. Es ist ein Mix aus Liebesgeschichte und Mystery, während Nolan und Harriet versuchen herauszufinden, warum genau sie heimgesucht wird. Dabei bleibt das Problem des Verliebens in einen Geist immer präsent, und es scheint eine schier ausweglose Situation zu sein.

„Ich habe nichts gegen Entschuldigungen. […] Entschuldigungen bedeuten, dass du es noch mal versuchen willst.“

Aber das Buch war definitiv nicht perfekt. Ich glaube mein größtes Problem war der ganze Sex hier. Weil es in meinen Augen überhaupt nicht zur Story gepasst hat. Nolan ist Ende des 19. Jahrhunderts geboren und war dann 100 Jahre lang ein Geist und wurde nicht berührt. Trotzdem sind die Sexszenen alle sehr „gut“ und z.B. auf weibliche Lust fokussiert, was bei der Herkunftszeit von Nolan sehr unrealistisch scheint, weil das ja eher etwas Moderneres ist. Ich habe also irgendwann echt viele der Szenen übersprungen, weil mir die too much geworden sind, und ich gerne mehr auf die emotionale Verbindung der beiden fokussiert hätte.

Andererseits fand ich das Buch für ein Weihnachtsbuch angenehm wenig kitschig und es war auch das beste Weihnachtsbuch das ich 2025 gelesen habe, sodass ich mit meiner Bewertung irgendwo zwischen 3.5 und 4 Sternen schwanke.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Toller Familienroman, schwächere Lovestory

Say You’ll Remember Me
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Say You’ll Remember Me war unser Buchclub Buch für Juli und August, und da für mich die vorherige Reihe der Autorin (Part of Your World, Yours Truly, Just for the Summer) ein riesiges Highlight war, waren ...

Say You’ll Remember Me war unser Buchclub Buch für Juli und August, und da für mich die vorherige Reihe der Autorin (Part of Your World, Yours Truly, Just for the Summer) ein riesiges Highlight war, waren meine Erwartungen dementsprechend hoch. Ein weiteres Highlight habe ich hier allerdings nicht gefunden.

Das Buch startet etwas insta love mäßig: Sam und Xavier treffen aufeinander, haben ihr erstes Date und fühlen sich von Anfang an extrem zueinander hingezogen, und entscheiden quasi nach dem ersten und einzigen Date, eine Fernbeziehung über mehrere Bundesstaaten hinweg hinzunehmen. Insgesamt dominiert auch das Thema dieser Fernbeziehung, es ist ein ständiges Hin und Her zwischen den beiden, da es auf beiden Seiten Gründe gibt, warum sie nicht von ihrem Wohnort wegkönnen: bei Sam ist es ihre demenzkranke Mutter und bei Xavier seine Tierarztpraxis. Ich fand tatsächlich, dass sich dieser Konflikt im Kreis gedreht hat und die Auflösung am Ende war in meinen Augen nicht so ganz befriedigend.

Während die Liebesbeziehung in diesem Buch für mich also nicht so ganz funktioniert hat, kann das Buch in meinen Augen durch die Familiengeschichte als Roman glänzen.

Denn wie gesagt hat Sams Mutter Demenz und dieses Buch zeigt sehr eindrücklich, wie allumfassend so eine Krankheit sein kann und wie das ein Familienleben an seine Grenzen drängen kann. Der Schreibstil ist super schön und ich habe mir richtig viele Zitate notiert, die was mit den Themen Familie und Erinnerung sowie die Spuren, die Menschen auf der Erde und im Leben von anderen hinterlassen, zu tun haben.

„Weißt du, was mir bei alldem klar geworden ist? Dass es nichts schöneres gibt, als das Leben eines anderen Menschen mitzuerleben. Jemanden in- und auswendig zu kennen und alles gemeinsam durchzumachen, sich an die gleichen Dinge zu erinnern. Das will ich.“

Neben den schwierigen Themen wird das Buch zum Glück nicht allzu traurig, da es immer wieder humorvolle Szenen gibt (wie die ganze Thematik mit dem Senf – was es damit auf sich hat, verrate ich hier aber nicht 😊).

In meinen Augen war es ein gutes Buch, aber nicht das Beste der Autorin. Die Familienromananteile sind extrem gut geworden, aber leider ist die Balance zu den Liebesromanteilen nicht ganz ausgewogen, sodass die Lovestory etwas „leidet“. Aber es gibt doch viele Szenen, an die ich gerne zurück denke und somit komme ich auf 4 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Ein Sonnenaufgang fürs Herz

Sonnenaufgang Nr. 5
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Vielen Dank an Vorablesen und den Piper Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin ein großer Fan der Bücher von Carsten Henn, ...

Vielen Dank an Vorablesen und den Piper Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin ein großer Fan der Bücher von Carsten Henn, aber an den Buchspazierer sind die später erschienenen Romane von ihm nie rangekommen. Mit Sonnenaufgang Nr. 5 kommt er in meinen Augen dieser einzigartigen Atmosphäre und herzerwärmenden Geschichte schon ziemlich nah.

Worum geht es? Jonas ist 19 und will als Ghostwriter die Biografien von anderen Menschen festhalten. Seine erste Kundin ist die exzentrische Stella, die früher eine berühmte Schauspielerin war, und mittlerweile abgeschieden in einem Küstenort lebt.

„Sammeln Sie viele schöne Erinnerungen, die wärmen im Alter.“

Genau dorthin begleiten wir Jonas und lernen den Ort und all seine Bewohner kennen. Bentje an der Bushaltestelle (deren Geschichte laut Nachwort als Inspiration für das gesamte Buch diente), Paul und sein Hund Guter Junge oder der Künstler Geraldo (der Sonnenaufgänge malt und die Bilder dann nummeriert, ergo ist Name und Cover des Buches an sein Kunstwerk angelehnt).

„Erinnern ist ein wenig, als würde man es noch mal erleben.“

Wir tauchen ein in die Lebensgeschichte von Stella, ihre Anfänge in der Schauspielbranche und ihre von Schmerz durch einen Todesfall geprägten Familienzeiten bis hin zu dem Punkt, an dem sie sich in der Gegenwart befindet. Und gleichzeitig erfährt Jonas auch durch andere Menschen in Stellas Leben, dass es auf die Perspektive ankommt, aus der eine Geschichte erzählt wird und man nicht immer den eigenen Erinnerungen trauen kann. Wie ein Puzzle setzt er Stellas Vergangenheit zusammen.
Parallel dazu geht es aber auch um Jonas Vergangenheit. Seine Mutter ist früh verstorben und die Erinnerungen an sie sind ein Thema, das einen Keil zwischen Jonas und seinen Vater treibt. So lernt Jonas in den Begegnungen mit Stella, auch seine eigene Familiengeschichte zu navigieren.

„Ein Feld voller Lavendelblüten ließ sich nicht einfach verewigen. Man musste das Glück haben, es zu erleben.“

Am meisten überzeugt an dem Buch haben mich die Atmosphäre und die vielen schönen Zitate. Es ist ein lebensbejahendes Buch, das zeigt, dass man sein Leben wirklich leben soll und sich im Alter auch an alles erinnern und sich nichts zurechtbiegen soll.

Wer vom Klappentext her wie ich eine ähnliche Geschichte wie Die sieben Ehemänner der Evelyn Hugo erwartet hat: so exzentrisch ist das Leben von Stella nicht, man sollte hier keine super großen Enthüllungen und Geheimnisse erwarten.

Auch spielen in dem Buch gleich zwei Liebesgeschichten eine Rolle, denn sowohl Stella als auch Jonas dürfen sich im Laufe der Story verlieben (natürlich nicht ineinander!). Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich das so gebraucht hätte… denn es gab ja mit der Biografie und dem Thema von Familie für Jonas UND Stella eigentlich schon genug Inhalte, um das Buch zu füllen… Das war für mich nicht so ganz rund.

Trotzdem komme ich am Ende auf eine Bewertung von 4 Sternen. Ich hatte eine gute Zeit mit dem Buch, und habe die Charaktere wirklich doll ins Herz geschlossen. Und ähnlich wie beim Buchspazierer sehe ich hier ganz viel Potential für eine Verfilmung – das wären sicherlich tolle Bilder mit der Küstenkulisse!

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Die Macht von Erinnerungen und Zensur - Fantasy mit aktuellem Thema

Das Buch der verlorenen Stunden
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Vielen Dank an Vorablesen und den dtv Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

An diesem Buch hat mich der Mix aus Roman und Fantasyelementen ...

Vielen Dank an Vorablesen und den dtv Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

An diesem Buch hat mich der Mix aus Roman und Fantasyelementen angesprochen – es hat mich etwas an die Mitternachtsbibliothek von Matt Haig erinnert, die ich sehr gerne mochte: eine Bibliothek abseits von Raum und Zeit mit Büchern, die Erinnerungen und Lebensgeschichten bewahren.

Dieses Konzept wird hier in ein historisches Setting gebettet. Die junge Jüdin Lisavet lebt 1938 in Nürnberg und wird von ihrem Vater während der Reichspogromnacht im sogenannten Zeitraum versteckt, in der sie den 2. Weltkrieg überlebt. Eine zweite Perspektive bringt uns zur Geschichte von Amelia, die 1965 bei ihrem Onkel Ernest in Boston aufwächst. Doch dann wird Ernest ermordet, angeblich von den Russen. Amelia erfährt durch Moira, eine Kollegin ihres Onkels, die Wahrheit: Ernest war Zeithüter und konnte mit einer Uhr in den Zeitraum reisen, die Zeit verändern. So begibt sich auch Amelia in diese Welt abseits von Raum und Zeit.

Die beiden Zeitebenen entwickeln sich langsam: während in der Gegenwart Amelia versucht, dem Erbe und Tod ihres Onkels auf die Spur zu kommen und gegen andere Zeitwächter zu verteidigen, begleiten wir Lisavet in den Jahren, die sie während des Krieges im Zeitraum verbracht hat – und in der sie Ernest kennen- und lieben gelernt hat. Die erste Verbindung der beiden Zeitebenen durch Ernest ist also relativ offensichtlich, aber es verstrickt sich immer mehr und spätere Plottwists konnten mich ehrlich überraschen. Das war bei ca. 50-60% des Buches, danach konnte ich es kaum aus den Händen legen. Davor… nun, ehrlich gesagt fand ich das Lesen davor etwas zäh, weil es wirklich sehr langsam erzählt wurde und die ersten Enthüllungen eher offensichtlich waren.

In der 2. Hälfte des Buches wird auch das zentrale Thema sehr eindeutig. Es geht besonders um Erinnerungen, und den Zeitraum als Ort, der Erinnerung bewahrt. Gleichzeitig geht es um Organisationen, die diese Fähigkeiten für eigene Zwecke nutzen wollen: Erinnerungen sollen gelöscht und zensiert werden. In diesem Komplex kommt die Rebellion gegen diese Organisationen auf, die sich mit der Blume Vergissmeinnicht schmückt – ein eindeutiges Symbol für ihre Mission.

Und unter diesem Aspekt begleiten wir Amelia, Lisavet, Moira und Ernest; wie sie sich von ihrer Moral leiten lassen und für das Kämpfen, was sie für richtig halten.

„Du würdest mich nicht verlieren. Man kann nichts verlieren, woran man sich nicht erinnert.“

Zusammen mit dem historischen Kontext des 2. Weltkriegs bzw. kalten Krieges ein unfassbar aktuelles Thema, das uns zeigt, wie wertvoll die Macht der Erinnerungen ist und wie gefährlich es ist, wenn Menschen in Machtpositionen das Narrativ verändern lassen (wollen).

Das Buch hat ein paar langatmige Stellen, besonders zu Beginn, und man darf nicht zu viel über die magischen Elemente nachdenken, da das System nicht komplett ausgefeilt und begrenzt wurde. Aber insgesamt hatte ich eine gute und anregende Lesezeit und möchte das Buch vor allem wegen der Thematik allen ans Herz legen. Von mir gibt es 4 Sterne.

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