Das Flüstern der Hexenschatten
Nächte einer HexeDüster, magisch, tiefgründig ~ ein Finale voller Geheimnisse, Monster und Herzensmomente
Draußen war die Nacht hereingebrochen. Die Kerze auf meinem Schreibtisch war fast heruntergebrannt, ihr warmes ...
Düster, magisch, tiefgründig ~ ein Finale voller Geheimnisse, Monster und Herzensmomente
Draußen war die Nacht hereingebrochen. Die Kerze auf meinem Schreibtisch war fast heruntergebrannt, ihr warmes Licht flackerte sanft. Ich sah aus dem Fenster. Alles war weiß, der Schnee war den ganzen Tag unaufhörlich herabgefallen und hatte die Landschaft in eine geheimnisvoll glitzernde Decke gehüllt. Ich legte das Buch „Nächte einer Hexe“ von Genoveva Dimova, erschienen im Klett-Cotta Verlag, aus der Hand und spürte, wie der Zauber der Geschichte noch in mir nachklang. Ich war in Kosaras Welt zurückgekehrt, um sie noch einmal, ein letztes Mal, zu begleiten und ich fühlte, fieberte und bangte mit ihr, als wären ihre Schritte meine eigenen.
Nahtlos knüpfte die Geschichte an Band 1 ‚Tage einer Hexe‘ an und entführte mich erneut in die düstere, faszinierende Welt von Chernograd, wo Magie in jedem Schatten flüstert, Legenden wie eisige Winde durch die Straßen ziehen und jeder Schritt von Geheimnissen und Gefahr begleitet wird.
Der Schreibstil war atmosphärisch, lebendig und fließend, wie das Licht der Wintersonne, das durch die Äste uralter Bäume bricht und die Seele berührt.
Erzählt wurde abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Kosara und Asen, sodass ihre Gedanken, Ängste und Hoffnungen mit jedem Wort spürbar waren und die Tiefe ihrer Charaktere deutlich wurde. Ihre Liebesgeschichte blieb dabei leise, ehrlich und unaufdringlich, ein kleiner Funken Wärme inmitten der Düsternis.
Die anderen Charaktere waren nur Randfiguren, doch sie verliehen der Geschichte Lebhaftigkeit, brachten die Entwicklung voran und ließen sowohl Kosara wie auch Asen wachsen.
Die Geschichte war von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Dunkler und blutiger als Band 1, mit Bedrohungen, die ständig über Kosara und Chernograd schwebten. Ich wurde von Geheimnissen, Gefahren und überraschenden Wendungen durch die Straßen der Stadt getragen, fieberte mit, schauderte und konnte doch auch dann und wann lächeln.
Und das Ende fühlte sich an wie ein flackerndes Kaminfeuer in einer langen Winternacht, welches mich auch jetzt noch wärmt, während ich das Buch behutsam ins Regal stelle.
So ist „Nächte einer Hexe“ für mich ein wahres Herzensbuch voller Magie, Mut und diesem zauberhaften Gefühl, das nur Geschichten hinterlassen, die das Herz berühren ~