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Veröffentlicht am 31.01.2026

Das Flüstern der Hexenschatten

Nächte einer Hexe
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Düster, magisch, tiefgründig ~ ein Finale voller Geheimnisse, Monster und Herzensmomente

Draußen war die Nacht hereingebrochen. Die Kerze auf meinem Schreibtisch war fast heruntergebrannt, ihr warmes ...

Düster, magisch, tiefgründig ~ ein Finale voller Geheimnisse, Monster und Herzensmomente

Draußen war die Nacht hereingebrochen. Die Kerze auf meinem Schreibtisch war fast heruntergebrannt, ihr warmes Licht flackerte sanft. Ich sah aus dem Fenster. Alles war weiß, der Schnee war den ganzen Tag unaufhörlich herabgefallen und hatte die Landschaft in eine geheimnisvoll glitzernde Decke gehüllt. Ich legte das Buch „Nächte einer Hexe“ von Genoveva Dimova, erschienen im Klett-Cotta Verlag, aus der Hand und spürte, wie der Zauber der Geschichte noch in mir nachklang. Ich war in Kosaras Welt zurückgekehrt, um sie noch einmal, ein letztes Mal, zu begleiten und ich fühlte, fieberte und bangte mit ihr, als wären ihre Schritte meine eigenen.
Nahtlos knüpfte die Geschichte an Band 1 ‚Tage einer Hexe‘ an und entführte mich erneut in die düstere, faszinierende Welt von Chernograd, wo Magie in jedem Schatten flüstert, Legenden wie eisige Winde durch die Straßen ziehen und jeder Schritt von Geheimnissen und Gefahr begleitet wird.
Der Schreibstil war atmosphärisch, lebendig und fließend, wie das Licht der Wintersonne, das durch die Äste uralter Bäume bricht und die Seele berührt.
Erzählt wurde abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Kosara und Asen, sodass ihre Gedanken, Ängste und Hoffnungen mit jedem Wort spürbar waren und die Tiefe ihrer Charaktere deutlich wurde. Ihre Liebesgeschichte blieb dabei leise, ehrlich und unaufdringlich, ein kleiner Funken Wärme inmitten der Düsternis.
Die anderen Charaktere waren nur Randfiguren, doch sie verliehen der Geschichte Lebhaftigkeit, brachten die Entwicklung voran und ließen sowohl Kosara wie auch Asen wachsen.
Die Geschichte war von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Dunkler und blutiger als Band 1, mit Bedrohungen, die ständig über Kosara und Chernograd schwebten. Ich wurde von Geheimnissen, Gefahren und überraschenden Wendungen durch die Straßen der Stadt getragen, fieberte mit, schauderte und konnte doch auch dann und wann lächeln.
Und das Ende fühlte sich an wie ein flackerndes Kaminfeuer in einer langen Winternacht, welches mich auch jetzt noch wärmt, während ich das Buch behutsam ins Regal stelle.
So ist „Nächte einer Hexe“ für mich ein wahres Herzensbuch voller Magie, Mut und diesem zauberhaften Gefühl, das nur Geschichten hinterlassen, die das Herz berühren ~

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Wenn Götter vergessen, können sich nur Herzen erinnern

To Love a God
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Macht, Intrigen, ein Spiel auf Leben und Tod – und dazwischen eine Liebe, die selbst Götter nicht vergessen können

Schon mit dem Aufschlagen der ersten Seite flackerten Erinnerungen in meinem Herzen auf, ...

Macht, Intrigen, ein Spiel auf Leben und Tod – und dazwischen eine Liebe, die selbst Götter nicht vergessen können

Schon mit dem Aufschlagen der ersten Seite flackerten Erinnerungen in meinem Herzen auf, warm und vertraut, wie ein Licht in der Dämmerung. Vor mir entfaltete sich eine Welt, so liebevoll und detailreich gestaltet, dass jedes Wort wie eine kleine Laterne leuchtete, um mir den Weg zu weisen.
Der Einstieg fiel mir leicht. Der Rückblick zu Beginn wehte wie ein sanfter Wind durch meine Erinnerungen und führte mich zurück in diese wundervolle Welt voller Götter, Macht und Intrigen, aber auch voller Freundschaft, Vertrauen und Liebe.
Erzählt wird erneut in der Ich-Perspektive, mit wechselnden Kapiteln aus Auroras und Coldens Sicht. Der Schreibstil ist leicht, atmosphärisch und voller Gefühl. Anna Bennings Worte tragen mich sanft durch die Zeilen, lassen Bilder in meinem Geist entstehen und berühren mein Herz, sanft, eindringlich und zugleich unvergesslich.
Aurora und Colden haben schon in Band 1 mein Herz im Sturm erobert, doch nun legt Anna Benning noch einmal eine Schippe drauf. Besonders Coldens Gedächtnisverlust hat mich tief berührt. Gemeinsam mit Aurora habe ich gehofft, gebangt und gelitten. Die Verbindung zwischen den beiden ist einfach so unglaublich schmerzlich und doch so wunderschön.
Und auch die übrigen Charaktere konnten mich erneut überzeugen. Jede Figur trägt ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Narben und genau das macht sie so lebendig. Und dann fand ich einen Charakter, der etwas in mir berührte. Ich wollte ihm nicht vertrauen und doch ließ er mich immer wieder zweifeln.
Und dann dieses Ende! Für den Bruchteil eines Augenblicks von Hoffnung erhellt, erschütternd wie ein plötzlich einbrechender Sturm und schließlich so überwältigend, dass es mich sprachlos zurückließ.
Und nun, nachdem ich das Buch leise ins Regal gestellt habe, bleibt mir nur noch eines: sehnsüchtig auf Band 3 zu warten, den Abschluss einer Reihe, die ich am liebsten noch ewig weiterlesen würde.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Ein Ort, an dem Herzen leise heilen

Der Laden in der Mondlichtgasse
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Wie eine heiße Schokolade an kalten Tagen ~ hoffnungsvoll, tröstlich und unendlich herzerwärmend

Manche Bücher liest man nicht einfach nur Wort für Wort und Buchstabe für Buchstabe. Man träumt sich zwischen ...

Wie eine heiße Schokolade an kalten Tagen ~ hoffnungsvoll, tröstlich und unendlich herzerwärmend

Manche Bücher liest man nicht einfach nur Wort für Wort und Buchstabe für Buchstabe. Man träumt sich zwischen die Zeilen und wie eine geheimnisvolle, nur vom Mondlicht erleuchtete Gasse, die wie aus dem Nichts erscheint, betritt man ihre magische Welt und lässt sich von ihrem Zauber berühren.
„Der Laden in der Mondlichtgasse“ aus der Feder von Hiyoko Kurisu, erschienen im Droemer Knaur Verlag, ist so ein Buch und seine Geschichte berührte mein Herz.
Zwischen Vollmond und Neumond öffnet sich ein Ort, der nur jenen erscheint, deren Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist. In einer kleinen Konfiserie am Ende der Mondlichtgasse begegnen wir Kogetsu, einem rätselhaften Fuchsgeist, der süße Köstlichkeiten verkauft und damit das Leben seiner Kundinnen und Kunden für immer verändert.
Hiyoko Kurisus Schreibstil ist sanft und unaufdringlich, beinahe schlicht. Und doch oder gerade deswegen entfalten ihre Worte eine stille Tiefe, die lange nachhallt.
In sechs liebevoll geschriebenen Kurzgeschichten lesen wir von Menschen, die zweifeln, straucheln, sich verloren fühlen und von kleinen Wundern, die ihnen leise den Weg zu sich selbst zurück weisen. Die einzelnen Geschichten verweben sich dabei wie zarte Schicksalsfäden mit Kogetsus eigener Geschichte, während er beobachtet, zuhört und dabei Stück für Stück erkennt, was es heißt ein Mensch zu sein.
Ich liebte es mit wie viel Wärme die Figuren, allen voran Kogetsu, gestaltet wurden. Ihre Lebenswege berührten mein Herz, weil sie so echt und wahrhaftig sind und ich erkannte mich wieder in ihren Unsicherheiten, in ihrer Sehnsucht, in ihrer Hoffnung auf einen Neuanfang.
Besonders gefallen hat mir auch das Glossar am Ende, das nicht nur die japanischen Begriffe erklärt, sondern auch die Bedeutung der jeweiligen Süßigkeiten vertieft.
So war „Der kleine Laden in der Mondlichtgasse“ für mich ein wundervolles Buch für gemütliche Schmökerstunden und eine sanfte Wohlfühllektüre, die zu lesen sich anfühlte wie eine heiße Schokolade an kalten Tagen.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Wo Fairies flüstern und mutige Herzen ein Zuhause finden

Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel
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Als ich dieses Buch schloss, breitete sich eine Wärme in meinem Herzen aus wie ein leiser Zauber und ich wusste, die letzte Zeile war gelesen, das letzte Wort, doch in diese Geschichte werde ich mit Freude ...

Als ich dieses Buch schloss, breitete sich eine Wärme in meinem Herzen aus wie ein leiser Zauber und ich wusste, die letzte Zeile war gelesen, das letzte Wort, doch in diese Geschichte werde ich mit Freude zurückkehren ~

„Cassandra Morgan – Der goldene Schlüssel“ Band 1 der neuen, zauberhaften Kinderbuchreihe aus der Feder von Skye McKenna, erschienen im Ravensburger Verlag, hat mich schon nach den ersten Seiten in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil hatte etwas atmosphärisches, malte mit sanften Worten Bilder in meinen Geist und ließ mich nur so durch die Seiten fliegen. Die große Schrift und die liebevoll gestalteten Illustrationen verliehen der Geschichte zusätzliche Magie. Sie schmückten den Beginn eines jeden Kapitels ebenso wie die stimmungsvollen Kapitelüberschriften. Wundervoll gestaltet für eine junge Leserschaft, aber auch für jene jung gebliebenen wie mich.

Die Grundidee der Geschichte hat mir sehr gefallen. Sie verbindet Magie, Geheimnisse und das tiefe menschliche Bedürfnis nach Zugehörigkeit auf eine Weise, die mein Herz berührte.

Im Mittelpunkt steht Cassie, die mir von Anfang an ursympathisch war. In ihrem Wesen erinnerte sie mich ein wenig an eine junge Emily Wilde (aus der Buchreihe von Heather Fawcett), sanft auf ihre eigene Art, doch mit einer starken Seele, die sich nicht unterkriegen lässt.

Umso schmerzhafter war es mitzuerleben, wie Cassie behandelt wurde. Das Gefühl des Ausgestoßenseins, die Einsamkeit und sogar Mobbing wurden als Themen in die Geschichte gewoben. Kein Wunder also, dass sich Cassie nach einem Ort sehnte, der heller und wundersamer ist als alles, was sie kannte. Ihre Flucht in die Märchenwelt der Fairies fühlte sich an wie die Suche nach Hoffnung. Doch was sie fand war so viel mehr.

Im Laufe der Geschichte lernte ich an Cassies Seite noch so manche Charaktere kennen und sie alle verliehen der Handlung eine gewisse Tiefe und Farbe. Sie waren sympathisch, interessant, gefährlich und hinterlistig. Und sie alle trugen ihre ganz eigene Geschichte in ihren Herzen, die mehr erzählte, als Worte es könnten. Und so verbarg sich zwischen den Zeilen so manche Lebensweisheit, die auch jetzt noch als leises Echo in meinem Herzen nachhallt.

Als ich das Buch schließlich zuschlug, war da vor allem eines: Zufriedenheit. Und diese leise Vorfreude auf das, was noch kommen mag.

So ist „Cassandra Morgan – Der goldene Schlüssel“ ein warmherziges, magisches Kinderbuch über Mut, Freundschaft und das Finden eines eigenen Platzes in der Welt. Eine Geschichte, die sanft erzählt wird, aber lange nachwirkt und deren Fortsetzung ich nun mit großer Neugier erwarte ~

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Eine Liebeserklärung an den Herbst

A Dark and Secret Magic
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Meine Kerze ist schon lange heruntergebrannt, der Duft von Zimt hängt träge in der Luft und vor dem Fenster hat sich die Dunkelheit über Wiesen und Sträucher gelegt. Ich habe gar nicht bemerkt wie die ...

Meine Kerze ist schon lange heruntergebrannt, der Duft von Zimt hängt träge in der Luft und vor dem Fenster hat sich die Dunkelheit über Wiesen und Sträucher gelegt. Ich habe gar nicht bemerkt wie die Zeit verstrichen ist und so sitze ich hier, die Augen voller Tränen, das Herz voller Wärme und ich wünschte ich könnte noch ein kleines bisschen länger in Kates gemütlichem Cottage verweilen ~
„A Dark and Secret Magic“ von Wallis Kinney, erschienen im Kiwi Space Verlag, ist eine dieser Geschichten, in der man sich von Anfang an geborgen fühlt.
Die Handlung spielt in den Tagen vor Samhain, und der Zauber des Herbstes weht durch jede Seite. Dunkle Geheimnisse, ein nebelverhangener Wald und mittendrin ein kleines Cottage, in dem es nach frisch gebackenen Kuchen, dampfenden Eintöpfen, getrockneten Kräutern und einem Hauch Magie duftet. Und obschon sich die Spannung nur leise durch die Zeilen stahl, verwoben mit der Magie des Herbstes, zeigte sich schon bald, dass es um mehr ging als Samhain-Rituale, Kochrezepte und uralte Familiengeheimnisse. Es geht um Vertrauen, um Verantwortung und um die Freiheit, den eigenen Weg zu wählen.
Ich liebte es wie die Magie in dieser Geschichte beschrieben wurde. Die unterschiedlichen Bestimmungen, die Rollenverteilung innerhalb des Zirkels, die Art wie Magie mit dem Alltäglichen verwoben wurde. Ich hätte am liebsten noch so viel mehr erfahren.
Und natürlich sind da noch die Charaktere. In Kate fand ich eine ursymphatische Protagonistin, die mich vor allem durch ihre liebevolle und fürsorgliche Art überzeugte. Matthew dagegen erfüllte als geheimnisvoller Magier durchaus das ein oder andere Klischee, was sich in dieser Geschichte jedoch gut und richtig anfühlte. Und auch die Nebenfiguren haben mich berührt. Sie alle trugen ihre Träume im Herzen und ihre ganz eigenen Geschichten.
So ist A Dark and Secret Magic für mich ein liebevoll gestalteter Fantasyroman, der fast ohne Spice auskommt und dafür mit einer herbstlichen Atmosphäre überzeugt, die zwischen gemütlich und geheimnisvoll düster wandelt. Eine Liebeserklärung an den Herbst und eine stimmungsvolle Wohlfühlgeschichte für alle, die sich gern in seinem Zauber verlieren.

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