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Veröffentlicht am 01.02.2026

Gute Fortsetzung der Reihe

Gänsehaut in Hovenäset 2. Sternengrab
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Band 2 der Hovenäset-Reihe von Kristina Ohlsson: Diesmal steht Alva im Mittelpunkt. Ihr Vater starb vor knapp 3 Jahren. Alle scheinen das einfach so zu akzeptieren, doch Alva kommt die Sache immer noch ...

Band 2 der Hovenäset-Reihe von Kristina Ohlsson: Diesmal steht Alva im Mittelpunkt. Ihr Vater starb vor knapp 3 Jahren. Alle scheinen das einfach so zu akzeptieren, doch Alva kommt die Sache immer noch komisch vor, und so beschließt sie, endlich herauszufinden, was damals wirklich geschah.
Doch der Tod ihres Vaters ist nicht die einzige seltsame Sache in Hovenäset; Alvas Mutter hat gerade eine Strandhütte gekauft und möchte ein Café eröffnen. Irgendetwas stimmt ganz und gar nicht mit dieser Strandhütte. Die Voreigentümer wollen nichts sagen - doch sie verschweigen eindeutig was!
Und zur selben Zeit erscheinen plötzlich ein kleines Mädchen, eine Frau und eine schwarze Katze in Hovenäset. Das Mädchen ist immer allein, die Frau spricht kein Wort, die schwarze Katze verfolgt Alva, nachts hört sie die Schritte ihres Vaters ...
Alva möchte natürlich auch diesen Dingen auf den Grund gehen, zumal sie schon bald ahnt, dass diese Dinge mit dem Tod ihres Vaters zusammenhängen.
Doch je weiter sie forscht, je näher sie der Lösung und Erklärung kommt, desto mehr schwebt sie in Gefahr ...
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Meine Nichte und ich haben schon den ersten Band, "Flammenrad", zusammen gelesen, und waren, da wir diesen Auftakt toll fanden, sehr gespannt auf "Sternengrab".
Kristina Ohlsson schreibt gewohnt gut, die Geschichte lässt sich wieder sehr angenehm und flüssig lesen.
Erneut ist es eine Geschichte, die sich sowohl zum Selberlesen als auch Vorlesen sehr gut eignet und die auch Erwachsene noch gerne lesen.
Auch die Altersempfehlung passt diesmal im Gegensatz zu "Flammenrad" gut, da "Sternengrab" nicht ganz so heftig, düster und gruselig ist. Natürlich kommt es immer auf das jeweilige Kind an, sodass man immer überlegen sollte, ob das jeweilige Kind schon bereit für so eine Geschichte ist oder ob man noch eine Weile warten sollte; grundsätzlich denke ich aber, dass Kinder ab elf Jahren das Buch gut lesen können.
Auch hier stehen Grusel, Mystery, Spuk, Krimielemente, Familie und Freundschaft, das Leben in einem kleinen schwedischen Küstenort sowie natürlich ein dunkles Geheimnis im Mittelpunkt.
"Sternengrab" lässt sich durchaus unabhängig von "Flammenrad" lesen.
Und auch diese Geschichte erzählt Kristina Ohlsson wieder atmosphärisch und bildhaft.
Grundsätzlich hatten wir wieder viel Freude an und mit dieser Geschichte, wenngleich wir sie schwächer fanden als den ersten Band. Für zartbesaitete Kinder ist das definitiv ein Vorteil, macht es diesen zweiten Band geeigneter - doch wir fanden ihn fast schon zu beschaulich. Nett, aber schwächer als den Auftakt eben. Erst ab S. 160 wurde es so richtig spannend und gruselig - dann allerdings überschlugen sich die Ereignisse und es wurde wirklich düster, fesselnd und spannend.
Ich möchte nun nicht ins Detail gehen, um nicht zu spoilern - aber es zeigen sich bzgl. der Auflösung, bzgl. der Frage, wer oder was dieses Mädchen ist, was es mit ihm auf sich hat, das selbe Muster, der selbe Aufbau, die selbe Erklärung und die selbe Auflösung wie schon im ersten Band bzgl. Bill. Das fanden wir enttäuschend. Wir hätten es besser gefunden, wenn die Autorin hier eine neue Idee gehabt hätte. So wirkt die Reihe sehr vorhersehbar. Wenn sich das beim dritten und letzten Band fortsetzt, dann ist sie es auch in der Tat. Das ist wenig kreativ. Und ich könnte mir vorstellen, dass Leser gleich welchen Alters wegen dieser Vorhersehbarkeit auch das Interesse an dieser Reihe verlieren könnten. Sicher nicht alle, aber doch manche.
Immerhin muss man der Autorin zugute halten, dass sie bzgl. der Mutter eine andere Lösung gefunden hat, und diese Idee war dann durchaus spannend und hat die Vorhersehbarkeit bzgl. des Mädchens etwas ausgeglichen.
Und ich muss auch sagen, dass die sonstige Geschichte, die Kristina Ohlsson rund um dieses Mädchen, um Evelyn, gestrickt hat, wirklich gut ist und für Gänsehaut sorgt. Das wiederum ist ihr hier so viel besser und überzeugender gelungen als bei Bill im ersten Band! Vielleicht kann man so also doch über dieses wiederkehrende Muster und die diesbezüglche Vorhersehbarkeit hinwegsehen.
Nicht ganz so glücklich bin ich allerdings auch bezüglich einiger Botschaften, die hier vermittelt werden. Erwachsene stehen drüber, im Hinblick auf Kinder sehe ich es kritisch.
So schweigen sowohl Kinder als auch Erwachsene, aus Angst, dass man ihnen ohnehin nicht glauben würde.
Und ich denke, dass man im Jahr 2026 wirklich nicht immer noch Angst vor schwarzen Katzen und Aberglauben fördern sollte - schon gar nicht bei Kindern. Man sollte endlich davon wegkommen, wenn man das noch nicht getan hat, bzw. bei Kindern dafür sorgen, dass diese Dinge gar nicht erst entstehen.
Und es ist einfach ein ebenso trauriger wie unfassbarer Fakt, dass auch im Jahre 2026 noch schwarze Katzen und generell schwarze Tiere diejenigen sind, die am längsten in Tierheimen ausharren müssen, sich am schwersten vermitteln lassen - weil auch im Jahr 2026 noch zahlreiche Menschen von Aberglauben geprägt sind, Angst haben und allen Ernstes denken, dass diese Katzen bzw. Tiere Unglück bringen würden ...
Daher finde ich diese Darstellung in einem Kinder- bzw. Jugendbuch etwas unglücklich bzw. zumindest erklärungsbedürftig.
Es ist für mich also wie schon Band 1 ein Buch, das man entweder mit den Kindern zusammen lesen oder über das man zumindest mit ihnen reden sollte.
Davon abgesehen haben wir aber auch "Sternengrab" gerne gelesen und sind nun schon sehr gespannt auf den dritten und letzten Band und auf das, was Harry und seine beiden Freundinnen dort erleben werden!

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Erneut ein sehr gutes und hilfreiches Buch der Ernährungsdocs

Die Ernährungs-Docs – Gesund abnehmen mit der Anti-Entzündungs-Formel
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Ich bin schon lange großer Fan der Ernährungsdocs, liebe ihre Rezepte und war daher sehr gespannt auf das neueste Buch.

Zielgruppe sollen Menschen sein, die endlich gesund abnehmen wollen. Ansatzpunkt ...

Ich bin schon lange großer Fan der Ernährungsdocs, liebe ihre Rezepte und war daher sehr gespannt auf das neueste Buch.

Zielgruppe sollen Menschen sein, die endlich gesund abnehmen wollen. Ansatzpunkt ist der, dass die Abnahme an stillen Entzündungen im Körper scheitern kann. Diese spielen nicht nur bei der Entstehung vieler Krankheiten eine Rolle, sondern stellen auch ein zusätzliches Problem bzgl. Übergewicht und Abnahme dar, da sie Sättigungshormone schwächen und Heißhunger fördern und so eine Abnahme oft unmöglich machen. Daher enthält das neue Buch 70 antientzündlich wirkende Rezepte, mit denen die Abnahme endlich gelingt.

Grundsätzlich stimme ich dem zu - aber ich würde die Zielgruppe noch deutlich weiter fassen. Aus meiner Sicht ist das Buch keineswegs nur was für Menschen, die abnehmen wollen. Entzündungen sind letztlich DIE Ursache ALLER Krankheiten. Daher sollten alle Menschen, gleich welchen Alters und gleich welcher Figur, ein Interesse an gesunder und antientzündlicher Ernährung haben. Daher würde ich auch tatsächlich alle Menschen als Zielgruppe ansehen. Denn die antientzündlichen Rezepte helfen keineswegs nur bei einer Gewichtsreduktion, sondern stärken Stoffwechsel und Immunsystem, insbesondere auch den Darm, wo sich bekanntlich der allergrößte Teil des Immunsystems befindet.

Der erste Teil des Buches besteht aus einer Einführung und Erklärungen. Es wird erklärt, warum man keine Diäten mehr machen sollte, warum Entzündungen Übergewicht und andere Krankheiten fördern, was ein gesundes Gewicht ist ...

Es folgt ein Test, mit dem man herausfinden kann, wie sehr man sich schon antientzündlich ernährt - und dann wird ausführlich aufgezeigt, wie die Ernährungsumstellung gelingt. Zusätzlich gibt es eine Liste mit den besten antientzündlichen Lebensmitteln zum Abnehmen sowie zahlreichen Ernährungstips. Auch gibt es Tips zum Anfangen, die Bedeutung von Schlaf und einem generell gesunden Lebensstil, auch also genügend Bewegung und Entspannung, wird betont. Auch das gefällt mir, denn Schlafmangel und Stress lassen Stresshormone in die Höhe schnellen, welche ebenfalls erstens eine Abnahme unmöglich machen können und zweitens alles andere als gesund sind und viele Krankheiten auslösen können. Auch Dauerstress löst Entzündungen aus bzw. befeuert sie. Daher gefällt mir der ganzheitliche Ansatz der Ernährungsdocs sehr.

Es folgt der Rezeptteil. Das Buch ist übrigens wie gewohnt hochwertig aufgemacht, es gibt zu jedem Gericht ein Foto, meist ein großes ganzseitiges. Alle Fotos machen viel Appetit und Lust aufs Testen der Rezepte. Diese sind unterteilt in Frühstück, Hauptgerichte, kleine Gerichte sowie Gebäck im Mini-Format und Cremes & Eis. Ein Kickstart-Wochenplan sowie ein Sach- und Rezeptregister runden das Buch ab.

Die Rezepte sind meist für zwei Personen, enthalten stets Kalorien- und weitere Nährwertangaben sowie zusätzliche Tips bzw. Erklärungen der Ernährungsdocs. Die Rezepte sind sehr übersichtlich und gelingen und schmecken meist toll. Sie sind bunt gemischt, sodass eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei ist. So gibt es etwa ein Basis-Proteinmüsli, Beeren-Granola mit Zimt und Vanille, Roggenvollkornbrot und Vollkornbaguettes, verschiedene bunte und gesunde Brotaufstriche, ein Fitnessomelett mit Paprika-Spinat-Gemüse, smoothies, ein buntes Gemüsecurry mit Kichererbsen und Basmatireis, Asia-Gemüse-Nudeln mit Pak Choi und Ei, Spaghetti mit Pilzfrischkäsesauce, Linsennudeln mit Blumenkohl und Spinat, Grünkernbratlinge mit jungem Gemüse, gefüllte Paprika mit Linsen-Avjar-Sugo, ein paar Gerichte mit Fisch und Fleisch, Kräutersalat mit Blumenkohlbällchen sowie weitere Salate, Gemüsespaghetti mit Spinat-Käse-Sauce, Paprika-Tomaten-Suppe mit Quinoa, Kürbis-Kokos-Suppe mit Wakame-Algen, Johannisbeer-Muffins, Dattel-Haselnuss-Cookies, Schoko-Vollkorn-Haferkekse ...

Unsere Favoriten bisher sind das Beeren-Granola, das Roggenvollkornbrot, das Fitnessomelett, die Asia-Gemüse-Nudeln, die Grünkernbratlinge, die auch hervorragend zu Salat passen, die gefüllten Paprika, die Gemüsespaghetti sowie die Kürbis-Kokos-Suppe. Auch die Johannisbeer-Muffins, die Dattel-Haselnuss-Cookies sowie die Schoko-Vollkorn-Haferkekse sind lecker.

Einzelne Rezepte konnten uns nicht ganz überzeugen - so sind die Vollkornbaguettes zwar grundsätzlich eine tolle Rezeptidee, doch leider enthält das Rezept viel zu viel Hefe, sodass die Baguettes stark nach Hefe schmeckten und ich mich schon gefragt hatte, ob es sich vielleicht um einen Druckfehler handelt? Hier werden wir die Hefemenge künftig einfach deutlich reduzieren und damit experimentieren. Irgendwo zwischen 20-40 g dürfte die perfekte Hefemenge auf 800g Mehl (wir hatten das Rezept verdoppelt) liegen. Wenn man die herausgefunden hat, dann ist auch das ein tolles Rezept.

Ich persönlich hätte mir ein paar schokoladige Frühstücksrezepte gewünscht. Da gibt es so viele tolle Sachen im Internet, zum Beispiel mit rohem Kakao. Sowas im Buch wäre toll gewesen, da ich morgens am liebsten schokoladig esse, aber natürlich gesund und zuckerfrei (ich kann rohen Kakao nur empfehlen!).

Auch hätten es für uns gerne mehr süße, insbesondere schokoladige Rezepte hinten sein dürfen. Die vermissen wir etwas im Buch. Auch da gibt es sooo viele Möglichkeiten für gesunde, schokoladige, aber doch zuckerfreie und antientzündliche Süßigkeiten ...

Auch erschloss sich mir nicht ganz, warum für die Dattel-Haselnuss-Cookies Zuckerrübensirup verwendet wird. Die Konsistenz und Formbarkeit bekäme man sicher auch anders hin, und antientzündlich ist Zuckerrübensirup ja nun auch definitiv nicht ... nun kann man sagen, dass ja nur eine geringe Menge reinkommt und man diese Cookies zudem nur ab und an isst. Dennoch werde ich sie auch mal ohne den Zuckerrübensirup backen, denn mich störte der Geschmack etwas und ich könnte mir vorstellen, dass sie ohne nicht nur noch gesünder sind, sondern auch noch besser schmecken.

-Aber das ist Kritik auf hohem Niveau, denn es ist wie gesagt insgesamt ein sehr wertvolles und lehrreiches Buch mit tollen Rezepten, die gesund sind und schmecken! Die Rezepte mit Fisch und Fleisch sind wirklich überschaubar, sodass das Buch auch für Vegetarier bestens geeignet ist.

Insgesamt ist es wirklich ein absolut empfehlenswertes Buch, nicht nur für Menschen, die abnehmen wollen. Antientzündliche Ernährung ist für alle Menschen so wichtig; daher würde ich dieses Buch wirklich jedem empfehlen. Wir freuen uns schon auf das nächste Buch der Ernährungsdocs!



Veröffentlicht am 21.01.2026

Absolut lesenswerter Roman

Alle glücklich
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In ihrem neuen Roman "Alle glücklich" beleuchtet Kira Mohn das Leben einer vierköpfigen Familie:
Vater Alexander ist Arzt in einer Klinik. Er ist selten zu Hause, hat wenig Zeit für die Familie.
Mutter ...

In ihrem neuen Roman "Alle glücklich" beleuchtet Kira Mohn das Leben einer vierköpfigen Familie:
Vater Alexander ist Arzt in einer Klinik. Er ist selten zu Hause, hat wenig Zeit für die Familie.
Mutter Nina ist Arzthelferin. Sie musste ihr Medizinstudium damals wegen der Kinder abbrechen. Damit hadert sie bis heute, und nun führt sie ein Doppelleben, von dem niemand etwas weiß.
Tochter Emilia hat ihren ersten Freund - der Nina nicht gefällt und der Emilia in der Tat zu Dingen verleitet, die sie nicht will, die sie besser lassen sollte und die sie hinterher bereut ...
Sohn Ben ist älter als Emilia, herzensgut, hat aber keine Freunde und hatte auch noch nie eine Freundin - was ihm schwer zusetzt.

Nach außen hin ist es eine perfekte Familie. Eine privilegierte Familie. Eine, in der alle glücklich sein müssten. -Doch sind sie es auch wirklich? Oder läuft schon seit Jahren etwas schief? Etwas, das sich nun unaufhaltsam seinen Weg sucht?

Es war mein erster Roman aus der Feder von Kira Mohn, aber sicher nicht mein letzter, denn "Alle glücklich" hat mir sehr gut gefallen!
Erzählt wird im steten Wechsel aus der Sicht der einzelnen Familienmitglieder. Man merkt, dass Kira Mohn Psychologie studiert hat, denn sie beleuchtet die Psyche jeder einzelnen dieser vier Figuren mit absoluter Präzision und absolut gelungen.
Der Roman lässt sich gut lesen, auch Längen sucht man vergebens - er ist im Gegenteil so spannend, dass man ihn nicht mehr aus der Hand legen kann. Man kann sich wirklich in jede der Figuren hineinversetzen.
Es ist eine Geschichte, die voller überraschender Wendungen und Entwicklungen ist. Mit einem großen Teil von Ninas Doppelleben und auch mit ihrer Entscheidung hätte ich bspw. nicht gerechnet.
Auch die Dinge, die Alexander getan hat, haben mich sehr überrascht. Und auch bzgl. der Kinder blieb es stets spannend.

"Alle glücklich" ist ein sehr guter, gerade auch in psychologischer Hinsicht überaus spannender Roman.
Die Fassade ist perfekt, doch innen ist es sehr traurig, dramatisch - und doch gibt es auch Veränderung, Wachstum, Freude und Hoffnung. Es ist vor allem auch ein sehr bewegender Roman, der einen sprachlos macht, viel Stoff zum Nachdenken bietet - und der garantiert noch lange nachhallen wird.
Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Leider wieder ein etwas schwächerer Band

Die Magnolientochter (Die Blumentöchter 4)
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Nachdem ich die ersten beiden Bände nicht sooo gut fand, Band drei der Saga aber ein unerwartetes Highlight für mich war, war ich sehr gespannt auf den vierten Band. Diesmal steht Magnolia im Mittelpunkt, ...

Nachdem ich die ersten beiden Bände nicht sooo gut fand, Band drei der Saga aber ein unerwartetes Highlight für mich war, war ich sehr gespannt auf den vierten Band. Diesmal steht Magnolia im Mittelpunkt, und die Reise und Spurensuche führen sie nach Neuseeland. Magnolias Mutter stammt aus diesem Land. Es geht ihr in psychischer Hinsicht immer schlechter, und das Einzige, was ihr noch helfen könnte, wäre es, endlich ihre leibliche Mutter zu finden, da sie adoptiert wurde. Die Gründe dafür kennt sie nicht, und sie hat auch keine Ahnung, wer ihre leibliche Mutter sein könnte. Magnolia will ihrer Mutter helfen, und so fliegt sie nach Neuseeland. Sie will zumindest Maias Mutter und somit ihre eigene Großmutter, vielleicht sogar weitere Familienmitglieder finden. Ob es ihr gelingen wird?
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Das Muster jedes einzelnen Bandes dieser Saga ist bekannt, und somit bietet auch "Die Magnolientochter" im Grunde nichts Neues.
Jeder Band spielt auf zwei Zeitebenen, Vergangenheit und Gegenwart, in jedem Band steht vor allem ein junges Familienmitglied im Mittelpunkt, in jedem Band geht es um ein dunkles Familiengeheimnis, das Jahrzehnte zurückreicht, und in jedem Band werden Vorfahren gesucht und hoffentlich auch gefunden. Und in jedem Band gibt es auch auf jeder Zeitebene eine Liebesgeschichte.
Auch "Die Magnolientochter" lässt sich angenehm und flüssig lesen. Meine Lieblingskulisse ist Neuseeland nicht, dennoch ist es eine nette Kulisse. Die Figuren sind da schon interessanter.
Nach dem starken dritten Band empfand ich diesen vierten Band leider wieder als ein gutes Stück schwächer. Vor allem die Gegenwarts-Ebene mit ihrer Geschichte um Magnolia konnte mich lange Zeit einfach nicht fesseln und begeistern. Die Vergangenheits-Ebene war da schon wesentlich schneller wesentlich fesselnder und spannender.
Erst zum Ende hin wurde die Geschichte dann auch in der Gegenwart richtig spannend, dramatisch und berührend, wodurch sich der Band gerade noch von 3 auf 4 Sterne retten konnte.
Die Reihe ist und bleibt für mich also durchwachsen. Es gibt meiner Meinung nach bessere Familiensagas. Dennoch ist auch diese Geschichte nett zu lesen. Es ist nette, leichte Unterhaltung für Frauen.
Wer Liebesgeschichten, Familiensagas, dunkle Familiengeheimnisse, Spurensuche mag und mehr über Neuseeland erfahren und das Land kennenlernen möchte, für den könnte "Die Magnolientochter" trotz der Kritikpunkte die passende Lektüre sein.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Poetisch, eindringlich und hervorragend geschrieben

Tage des Lichts
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"Tage des Lichts" beleuchtet das Leben von Ivy. Der Roman beginnt an Ostern 1938; Kulisse ist ein englisches Landhaus. Zu diesem Zeitpunkt ist Ivy eine Teenagerin. Der Roman erzählt von sechs Tagen, die ...

"Tage des Lichts" beleuchtet das Leben von Ivy. Der Roman beginnt an Ostern 1938; Kulisse ist ein englisches Landhaus. Zu diesem Zeitpunkt ist Ivy eine Teenagerin. Der Roman erzählt von sechs Tagen, die das Leben von Ivy entscheidend geprägt haben. An seinem Ende ist sie 80 Jahre alt, sodass er nahezu ihr gesamtes Leben umfasst.
Als wir sie kennenlernen, ist sie voller Träume und Pläne. Ihr Leben soll groß, besonders, außergewöhnlich, leuchtend werden. Doch dann ereignet sich an diesem Ostersonntag 1938 eine Tragödie, die dazu führt, dass ihr Leben ganz anders als gedacht verläuft - sehr normal. So heiratet sie und bekommt Kinder. Doch aus dieser Normalität bricht sie Jahre später wieder aus, als sie Frances wieder begegnet - der Frau, die sie an diesem Ostersonntag 1938 zum ersten Mal sah. Zwischen den beiden Frauen besteht eine enorme Anziehungskraft, sie verlieben sich ineinander, haben heimlich eine Affäre miteinander.

Megan Hunters Schreib- und Erzählstil hat mir sehr gefallen, er ist sehr atmosphärisch, fast schon poetisch, man kann viel zwischen den Zeilen lesen. Es ist ein stiller und doch eindringlicher Roman, ein ebenso schöner wie dramatischer, einer, auf den man sich konzentrieren muss - sicher keiner für zwischendurch. Doch wer sich darauf einlässt, der wird belohnt.
Stellenweise empfand ich ihn als anstrengend zu lesen, musste Dinge erneut lesen - ich glaube, dass es daran lag, dass die Geschichte stellenweise etwas vor sich hinplätschert, Längen entstehen.
Trotzdem blieben sowohl Ivy als auch Frances für mich leider sehr blass und distanziert. Ich glaube, wenn die Autorin das anders gelöst hätte, dann hätte sie diese Liebesgeschichte anders und besser darstellen können, dann hätte man viel eher eine Verbindung zu Ivy und Frances aufbauen können. Ich hatte mir hier viel mehr erwartet und fand den Roman in dieser Hinsicht leider enttäuschend.
Die Auflösung und das Ende des Romans war überraschend und verblüffend.
Es geht also um Familie, Freundschaft, Pläne, Wünsche und Träume, Sehnsucht und Leidenschaft, gleichgeschlechtliche Liebe, Verlust, Schuld und Reue, die Frage, ob man seinem Herz oder seinem Verstand folgen sollte, die Frage, ob man sich wirklich gegen seine Gefühle wehren kann oder ob man nicht vielmehr machtlos gegen sie ist ...
Es ist ohne Frage ein sehr guter Roman, aber leider auch einer, der etwas hinter meinen Erwartungen zurückblieb.
Dennoch ist er lesens- und empfehlenswert für alle Leser, die dieses Genre und diese Art von Roman mögen.

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