berührende coming-of-Age-Geschichte
Sommer auf Perigo IslandDer zwölfjährige Pierce wohnt zusammen mit seiner Mutter auf Perigo Island, einer (fiktiven) Insel vor der Küste Neufundlands, deren Bewohner nahezu ausschließlich vom Fischfang leben. Auch der Vater von ...
Der zwölfjährige Pierce wohnt zusammen mit seiner Mutter auf Perigo Island, einer (fiktiven) Insel vor der Küste Neufundlands, deren Bewohner nahezu ausschließlich vom Fischfang leben. Auch der Vater von Pierce war Fischer, bis er vor drei Jahren nicht mehr vom Meer zurückkehrte. Pierce leidet noch immer unter dem Verlust des Vaters. Die einige Jahre ältere Anna stand Pierce damals zur Seite, als er Hilfe am dringendsten brauchte, und Pierce ist ihr dadurch tief verbunden, auch wenn sie sich nur selten sehen. Im Sommer 1991 verschwindet Anna eines Tages spurlos, und bei Pierce reißen alte Wunden auf. Zusammen mit seinen Freunden Bennie und Thomas sowie Emily, Bennies Cousine aus New York, macht sich Pierce auf die Suche nach Anna. Was hat der eigenbrötlerische und etwas unheimlich wirkende Solomon Vickers mit Annas Verschwinden zu tun? Und welche Rolle spielen der jugendliche Schläger Ross und seine Bande?
Perry Chafe gelingt es, eine berührende Coming-of-Age-Geschichte vor beeindruckender Naturkulisse mit Spannung zu verbinden. Auch Umweltprobleme wie die Überfischung der Meere und die Schäden durch Schleppnetzfischerei werden angesprochen. Auf berührende, leise und einfühlsame Weise erzählt das Buch von tiefer Freundschaft, erster Liebe, Vorurteilen und zweiten Chancen. Es zeigt eindrücklich, dass vorschnelle Urteile selten richtig liegen und tiefes Verständnis und Nähe manchmal dort zu finden sind, wo man es am wenigsten erwartet. Wahre Freundschaft braucht nicht viele Worte, sondern Beistand zur richtigen Zeit. Das Buch macht Mut, auch nach Trauer und Verlusten langsam wieder nach vorne zu blicken.
Nachdem mich letztes Jahr „Das Geschenk des Meeres“ aus dem mare Verlag sehr berührt hat, ist auch „Sommer auf Perigo Island“ wieder ein Highlight für mich gewesen.